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Ärzteverteilung in Deutschland: Gründe, Nachwuchsmotivation sowie Lösungsansätze und deren Folgen für die Landarztpraxen

AutorSandra Hauck
VerlagBachelor + Master Publishing
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl69 Seiten
ISBN9783958206953
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
Der Mangel an Ärzten auf dem Land ist eines der aktuellen Themen heute und in Zukunft. Dabei steigt die Zahl der Ärzte seit Jahren stetig an, während die Bevölkerungszahl weiter sinkt. Ärztemangel in Deutschland? Die Nachrichten vom Ärztemangel, medizinischer Unterversorgung, niedriges Ärztegehalt sowie Streiks der Ärzte über die aktuelle Gesundheitspolitik sind aus den Medien nicht mehr weg zu denken. Vor allem die Kassenpatienten sind mit der augenblicklichen Situation unzufrieden. Sie haben das Gefühl, immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen, schlechter behandelt zu werden und für immer mehr Leistungen selber zu zahlen. Gerade die Menschen auf dem Land sind der Meinung, im Alter medizinisch schlechter versorgt zu sein als die Menschen in der Stadt. Da es in vielen kleinen Gemeinden keinen Arzt mehr gibt, sind sie gezwungen, immer weitere Wege zurückzulegen.

Sandra Hauck wurde 1974 in Limburg geboren. Ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der VWA Wiesbaden hat die Autorin im Jahre 2010 erfolgreich abgeschlossen. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen. Sie arb

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3.2, Fachrichtungen der Medizin: Nach dem Medizinstudium muss der angehende Arzt sich entscheiden, welche Facharztrichtung er später ausüben möchte. Die Ausbildung zum Facharzt erfordert eine mehrjährige Fortbildung. Für die Weiterbildung ist die Ärztekammer zuständig. Sie bestimmt die Prüfungszulassungen sowie die Inhalte der Fortbildung. Nach der Weiterbildung erwirbt der Arzt den Titel zum Facharzt. Damit hat sich der Mediziner auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert. Dazu gehören z. B. Facharzt für: Allgemeinmedizin, Allgemeine Chirurgie, Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Psychiatrie, Radiologie, Urologie. Damit der Mediziner in seiner eigenen Facharztpraxis GKV Patienten behandeln darf, ist es notwendig eine Zulassung bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu haben (siehe Kapitel 3.1). Für die Eintragung als Hausarzt in das Arztregister ist seit dem 01.01.1996 eine Facharztausbildung in Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Kinderheilkunde erforderlich. Bis zum 31.12.1995 konnte sich der Mediziner als praktischer Arzt ohne Facharztausbildung niederlassen. 3.3., Facharzt für Allgemeinmedizin: Den klassischen, niedergelassenen praktischen Hausarzt gibt es heute fast nicht mehr. Seit 1996 sind die klassischen Hausärzte entweder Fachärzte für Allgemeinmedizin oder hausärztlich tätige Internisten. Auch Kinderärzte können hausärztlich tätig sein. Während der Facharzt für Allgemeinmedizin, umgangssprachlich 'der Hausarzt', für die Grundversorgung aller Patienten zuständig ist, kann der auf ein bestimmtes Gebiet spezialisierter Facharzt mit seinem zusätzlichen Wissen Patienten von anderen Hausärzten für spezielle Untersuchungen innerhalb seines Fachgebietes betreuen. Für den Hausarzt und besonders den Landarzt der auch die körperlichen, psychischen und sozialen Hintergründe seiner Patienten kennen muss, ist ein entsprechender Zeitaufwand pro Behandlung erforderlich. Damit ist der Hausarzt nur schwer in der Lage, die Durchlaufzahlen eines Facharztes zu erzielen. Aus diesem Grund entscheiden sich immer weniger Mediziner für die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Bis 31.12.1995 konnte man ohne zusätzliche Facharztausbildung hausärztlich tätig sein und sich als sogenannter praktischer Arzt niederlassen. Die Gesundheitsreformen, die Anfang der neunziger Jahre durchgeführt wurden, sorgten dafür, dass nur noch Kassenärzte zugelassen werden, die eine Facharztausbildung haben. Nicht jeder Arzt in Deutschland ist gleichzeitig ein Doktor. Einen Doktortitel bekommt der Arzt nicht automatisch mit dem Abschluss seines Studiums, sondern genau wie bei allen anderen akademischen Fächern ist für die Erlangung des Titels eine Doktorarbeit mit anschließender Prüfung nötig. Die Doktorarbeit kann entweder während oder nach dem Studium geschrieben werden. Eine Promotion zum 'Dr. med.' (akademischer Grad) ist in der Regel dann erforderlich, wenn der Arzt eine Karriere an einer Universität anstrebt. Zur Berufsausübung als niedergelassener Arzt ist eine Promotion nicht notwendig. Die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ist mit ca. 5 Jahren genauso lang wie eine andere Facharztausbildung. Sie ist teilweise sogar mühsamer, weil sie mehrere Ausbildungsstellen hintereinander beinhaltet. Ein Facharzt hingegen kann die komplette Ausbildung in einer Fachabteilung absolvieren. Auf Hausärzte und damit die Fachärzte für Allgemeinmedizin wird man heute und in Zukunft nicht verzichten können. Damit ist der Hausarzt ein sehr sicherer Beruf. 3.4, Der Arzt als Unternehmer: Die Entscheidung, eine eigene Praxis zu eröffnen, ist mit einem erheblichen unternehmerischen Risiko verbunden. Zu der Verantwortung für seine Patienten kommt auch die personelle Verantwortung für seine Angestellten hinzu. Um eine Praxis erfolgreich zu führen, sind neben den medizinischen- auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse erforderlich. Für den Erfolg sind der Bekanntheitsgrad und der gute Ruf von entscheidender Bedeutung, denn Ärzte dürfen keine aktive Werbung für ihre Praxis veranlassen. Dies ist bei einer Neugründung oder Übernahme eine besondere Herausforderung, da ein Patientenstamm erst aufgebaut bzw. übernommen werden muss. Die Kommunikation und damit die Werbung sind im §27 der Berufsordnung für Ärztinnen und Ärzte festgelegt. Im §27 Abs. 3 'Berufswidrige Werbung ist Ärztinnen und Ärzten untersagt. Berufswidrig ist insbesondere eine anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Ärztinnen und Ärzte dürfen eine solche Werbung durch andere weder veranlassen noch dulden.'
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