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E-Book

Baukosten bei Neu- und Umbauten

Planung und Steuerung

AutorKlaus D. Siemon
VerlagVieweg+Teubner (GWV)
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl261 Seiten
ISBN9783834891327
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Kostensicherheit in der Bauplanung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Autor arbeitet seit Jahren als Sachverständiger für Baukosten, Baukostenkontrolle und Bauabrechnung. In diesem Buch vermittelt er umfangreiche Erfahrungen aus seiner Beratungstätigkeit als Sachverständiger. Der Leser erhält in einer einmaligen kompakten und übersichtlichen Form alle Informationen, die er für die Kostenplanung und Kostensteuerung benötigt.


Dipl.-Ing. Klaus D. Siemon ist Architekt und von der Architektenkammer Niedersachsen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Sachgebiet Leistungen und Honorare der Architekten. E-Mail: info@architektenhonorar.de

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Leseprobe
5 Wirtschaftlichkeitsberechnungen (S. 215-216)

5.1 Allgemeines

Wirtschaftlichkeitsberechnungen bzw. detaillierte Wirtschaftlichkeitsnachweise gehören nicht zu den Grundleistungen der Architekten und Ingenieure nach der HOAI. Gleichwohl gehören Wirtschaftlichkeitsberechnungen zum Instrumentarium der Baukostenplanung. Die Fragen nach wirtschaftlich optimierten Planungslösungen sind auch fachlich integraler Planungsbestandteil. So stellt sich regelmäßig bei Planungen die Frage, ob den Investitionskosten oder den Betriebskosten die größere Bedeutung zuzumessen ist, oder ob beide Kostenarten in gleicher Weise wichtig sind. In der Vergangenheit standen die Investitionskosten zweifelsfrei in der Prioritätenliste ganz oben.

Durch die ganzheitliche Betrachtung der Immobilienkosten, die auch Lebenszykluskosten genannt werden, wird deutlich, dass die laufenden Kosten der Immobilie, die nach ihrer Fertigstellung anfallen, innerhalb von ca. 8–15 Jahren die Investitionskosten übersteigen. Bei dieser Betrachtung muss darauf hingewiesen werden, dass die laufenden Kosten je nach Finanzierungsmodell, Nutzung, Betrieb sehr unterschiedlich ausfallen. Hinzu kommt, dass die laufenden Kosten gelegentlich unterschiedlich definiert werden. Zu diesem Thema wird auf Abschnitt 6 dieses Buches hingewiesen. Unberührt von der Frage nach der Honorierung der Wirtschaftlichkeitsberechnungen ist davon auszugehen, dass sie in vielen Bereichen der Planung nicht nur sinnvoll sind, sondern auch in Zukunft integraler Bestandteil der Planung werden.

Es gibt verschiedene Ansätze die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. Im Rahmen der Projektentwicklung oder der Grundlagenermittlung gehen Wirtschaftlichkeitsberechnungen von Standort- und Renditefaktoren aus. Außerdem sind in dieser Phase Marktanalysen in Bezug auf die Wettbewerbssituation zentraler Aspekt. In dieser Ebene ist eine an Baukosten orientierte Wirtschaftlichkeitsberechnung allenfalls relevant, wenn standortbezogene Einflüsse auf Baukonstruktionen zu erwarten sind. Das ist aber nur in wenigen Fällen so.

5.2 Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Zuge der Bauplanung

Wenn die grundsätzlichen Fragestellungen geklärt sind, die Gebäudeplanung in die entscheidende Phase gerät und die verhältnisgerechte Aufteilung der Baukosten präzise vorzunehmen ist, werden die Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Bezug auf Baukonstruktionen relevant. Dabei sind alternative Baukonstruktionen mit ihren Investitions- und in den meisten Fällen auch Folgekosten gegenüberzustellen und zu bewerten. Werden Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Rohbaukonstruktionen erstellt, sind die Folgekosten nur in begrenztem Maß von Bedeutung. Beziehen sich Wirtschaftlichkeitsberechnungen demgegenüber auf Anlagen der Technischen Ausrüstung, werden die Folge kosten der Investitionskosten mithin zum entscheidenden Faktor. Nachstehend werden die wesentlichen Kriterien der Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei 3 sehr unterschiedlichen Bauteilen näher betrachtet. Als Beispiel dienen die Bauteile tragende Deckenkonstruktionen (5.2.1), Fassade (5.2.2) und Technische Ausrüstung (5.2.3).

5.2.1 Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Schwerpunkt bei den Investitionskosten (tragende Deckenkonstruktion)

Am Beispiel der Wirtschaftlichkeitsberechnung des Bauteiles tragende Deckeplatten in einem Krankenhaus zeigt sich die Komplexität von Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei den Investitionskosten des Rohbaues. Bei der Berechnung welches tragende Deckensystem das wirtschaftlichste ist, kommen u. a. folgende Aspekte in Frage Investitionskostenalternativen nur für das Bauteil Decken

• Deckenplatte ohne Unterzüge,
• Deckenplatten mit Flachunterzügen ohne Regelaussparungen mit Trassenführungen unterhalb der Unterzüge
• Deckeplatten mit tiefen Unterzügen und Regelaussparungen in X-Richtung
• Deckenplatten mit tiefen Unterzügen und Regelaussparungen in X-Richtung und YRichtung
• Kassettendecken/Hohlkörperdecken
• Decken mit voutenartigen Lastverteilungen im Stützenbereich
• Fertigteildecken mit Ortbetonanteilen
• Komplettfertigteildecken mit Regelaussparungsöffnungen

Entscheidende Faktoren sind bei dieser Wirtschaftlichkeitsberechnung die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Installationsführung, Möglichkeiten der späteren Nachinstallationen, Unterschiedliche Arbeitstechniken bei der Errichtung (z. B. Schalungskosten)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis7
1 Grundlagen der Baukostenplanung und Steuerung12
2 Regelwerke zur Baukostenplanung und Steuerung50
3 Baukostenplanung in der Praxis120
4 Baukostenmanagement und Projektabwicklung190
5 Wirtschaftlichkeitsberechnungen226
6 Baukosten und Facility-Management232
7 Nutzungskosten im Hochbau234
8 Anhang240
Literaturverzeichnis264
Sachwortverzeichnis267

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