Sie sind hier
E-Book

Berufliche Sozialisation von Bankkaufleuten

Eine berufs- und eignungspsychologische Studie

AutorUte Grabowski
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl220 Seiten
ISBN9783531908854
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR
Ute Grabowski untersucht die Identifikation mit dem Projekt 'Beruf', d.h. der passenden Zusammenfügung der eigenen Persönlichkeit mit den Interesseninhalten des Berufes exemplarisch anhand des Berufsbildes Bankkaufmann/frau.

Dr. Ute Grabowski promovierte bei Prof. Dr. Gerald Heidegger am Berufsbildungsinstitut der Universität Flensburg zum Thema 'Persönlichkeitsentwicklung im Beruf'. Sie ist seit 1992 im Bankenbereich tätig.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
1 Einführung (S. 13)

Wie sich der Qualifikationsbedarf der Fachkräfte zukünftig entwickeln wird, ist nur sehr schwer zu beantworten. Tatsache ist jedoch, dass der Strukturwandel der Arbeitswelt dazu führt, dass die Unternehmen die Persönlichkeit des Mitarbeiters als Produktionsfaktor wiederentdeckt haben. Dieses gilt im großen Maße für alle Dienstleistungsberufe und in zunehmenden Maße auch für die technischen Berufsbilder.

Auf der Suche nach Perspektiven beginnen die Unternehmen zu erkennen, dass der wichtigste Produktionsfaktor der Mensch ist und bezogen auf die beruflichen Kompetenzen, die Persönlichkeit zum essentiellen Wettbewerbsfaktor geworden ist. Hochmotivierte Mitarbeiter mit ausgeprägtem Unternehmergeist sollen gemeinsam im Team am stetig wachsenden Unternehmenserfolg arbeiten.

Trends in der Personalwirtschaft lassen sich besonders gut in den Stellenanzeigen von Unternehmen erkennen. Wurde in den 90-er Jahren noch der „besondere Mitarbeiter, der „führende Verkäufer gesucht, so ist es jetzt die „gut entwickelte Persönlichkeit. Dabei gilt zu bedenken: Die Unternehmen rufen Persönlichkeiten, aber es kommen Menschen! Nur selten findet ein Unternehmen für eine ausgeschriebene Stelle einen vollständig stimmigen Bewerber.

In der Regel muss der neue Mitarbeiter die benötigten Fähigkeiten erst noch entwickeln bzw. entfalten. Man nehme einmal an, dass zu verschiedenen Berufen verschiedene Persönlichkeiten passen und das diese Traits oder Persönlichkeitseigenschaften bestimmte berufliche Umfelder derart prägen, dass sie bestimmte Menschen, Individuen bzw. Persönlichkeiten anziehen und sie dann auch noch weiter in eine bestimmte Richtung prägen.

Wenn diese Annahme, die berufspädagogisch von großer Bedeutung ist, zutrifft, könnten daraus Konsequenzen und Handlungsempfehlung für die berufliche Bildung abgeleitet werden. Auf der einen Seite sollte man versuchen, geeignete Mitarbeiter zu finden, denn ungeeignete Mitarbeiter, auch aus der Sicht der Berufspädagogik, würden sonst ja eher unglücklich werden.

Auf der anderen Seite betonen z.B. BECK, BRATER und DAHEIM, dass der Beruf als Entwicklungsschablone nicht nur Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung eröffnet, sondern diese als Schablone gleichzeitig auch begrenzt, d.h. man muss nach Möglichkeiten suchen, diese Begrenzung zu verringern, um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund eröffnen sich die drei Foschungsfragen, die meiner empirischen Untersuchung zur beruflichen Sozialisation von Bankkaufleuten zugrunde liegen:

— Frage 1: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeit bzw. Persönlichkeitsmerkmalen und Berufswahl bzw. Berufsprofil?

— Frage 2: Gibt es eine berufliche Sozialisation und/oder gibt es eine Schablonisierung?

— Frage 3: Haben die Vorstellungen der Unternehmen vom Ideal-Berufsinhaber etwas mit der Realität zu tun?

1.1 Auswahl des exemplarischen Untersuchungsfeldes

Der Strukturwandel der Arbeitswelt führt zu einem Verlust der Bedeutung produktiver Tätigkeiten, während gleichzeitig alle Formen dienstleistender Tätigkeiten an Bedeutung zunehmen. Dieses erfordert von den Mitarbeitern nicht nur ein ausgeprägtes Servicebewusstsein sondern auch die Fähigkeit, kundenorientiert zu handeln. Zugleich führt dieser Wandel auch zu einer Modularisierung und Globalisierung der individuellen Lebensformen.

Diese Entwicklung ist ein zweiseitiger Prozess, der sowohl das Anspruchsniveau des Unternehmens und das des Mitarbeiters ansteigen lässt. Wenn ein Unternehmen vom Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit am Arbeitsplatz verlangt, müssen auf Unternehmensebene auch Kompetenzen und Verantwortungen delegiert werden. D.h. dass auch Unternehmensbereiche, die sich traditionell auf die reine Arbeitsausführung konzentrierten, gefordert sind. Ein Mitarbeiter, der Pflichten und Verantwortung übertragen bekommt, der sogar eigenverantwortlich organisieren und entschieden soll, will aber auch eine Gegenleistung erhalten.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis7
Abbildungsverzeichnis9
Abkürzungsverzeichnis11
1 Einführung13
1.1 Auswahl des exemplarischen Untersuchungsfeldes14
1.2 Aufbau der Arbeit17
2 Kombination qualitativer und quantitativer Erhebungsmethoden19
2.1 Kombinationsmodelle21
2.2 Methodische Triangulation23
2.3 Vorteile der Methodenkombination25
2.4 Qualitative Interviews26
2.5 Multidimensionale Persönlichkeitstests30
3 Quantitative empirische Ergebnisse73
3.1 Ergebnisse des ESV1678
3.2 Ergebnisse der Gruppendiskussionen99
3.3 Ergebnisse des EXPLORIX116
3.4 Zusammenfassung128
4 Qualitative empirische Ergebnisse131
4.1 Kundenberater 1135
4.2 Kundenberater 2138
4.3 Kundenberater 3140
4.4 Kundenberater 4142
4.5 Kundenberater 5144
4.6 Kundenberater 6147
4.7 Kundenberater 7149
4.8 Sachbearbeiter 1151
4.9 Sachbearbeiter 2153
4.10 Sachbearbeiter 3155
4.11 Sachbearbeiter 4157
4.12 Sachbearbeiter 5159
4.13 Zusammenfassung161
5 Ergebnisse und Ausblick167
5.1 Zusammenhang zwischen Persönlichkeit bzw. Persönlichkeitsmerkmalen und Berufswahl bzw. Berufsprofil167
5.2 Berufliche Sozialisation bzw. Schablonisierung168
5.3 Idealisierte Anforderungen an Berufsinhaber169
5.4 Schlussbetrachtung169
Anhang173
A Fragebogen (ESV 16)174
B Interviewleitfaden177
C Ausgewählte Antworten ( Interviews)178
C1 Kundenberater 1178
C2 Kundenberater 2183
C3 Kundenberater 3187
C4 Kundenberater 4189
C5 Kundenberater 5192
C6 Kundenberater 6195
C7 Kundenberater 7198
C8 Sachbearbeiter 1201
C9 Sachbearbeiter 2204
C10 Sachbearbeiter 3208
C11 Sachbearbeiter 4210
C12 Sachbearbeiter 5214
C13 Anonymisierte Antworten217
C14 Inoffizielle Antworten218
D Bankkaufmann/frau ( Ergebnisse BIBB/ IAB-Erhebung 98/99)220
Literaturverzeichnis227

Weitere E-Books zum Thema: Finanzierung - Bankwirtschaft - Kapital

Versicherungen im Umbruch

E-Book Versicherungen im Umbruch
Werte schaffen, Risiken managen, Kunden gewinnen Format: PDF

Die Bedeutung von Versicherungen und Einrichtungen kapitalgebundener Altersvorsorge für unsere Gesellschaft ist immens und nimmt weiter zu. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass die Institutionen ,…

Bankstrategien für Unternehmenssanierungen

E-Book Bankstrategien für Unternehmenssanierungen
Erfolgskonzepte zur Früherkennung und Krisenbewältigung Format: PDF

Die professionelle Handhabung von Unternehmenskrisen durch Kreditinstitute stellt höchste Anforderungen an Bankmitarbeiter. Dieses Buch verknüpft in zweiter aktualisierter Auflage alle juristisch und…

Finanzmathematik in der Bankpraxis

E-Book Finanzmathematik in der Bankpraxis
Vom Zins zur Option Format: PDF

Finanzmathematisches Rüstzeug für den Anfänger und den erfahrenen Banker: von Barwert- und Effektivzinsberechnungen über die Kapitalmarkt- und Optionspreistheorie bis hin zu Hedge-Strategien.…

Wertsicherung von Aktienanlagen

E-Book Wertsicherung von Aktienanlagen
Identifizierung und Reduzierung von Absicherungsrisiken alternativer Strategien unter besonderer Berücksichtigung des Renditepotenzials Format: PDF

Wertsicherungsstrategien erlauben eine Begrenzung potenzieller Verluste aus Aktienanlagen bei gleichzeitiger Teilnahme an Kurszuwächsen. In diesem Buch werden die Absicherungsqualität statischer und…

Praxishandbuch Treasury-Management

E-Book Praxishandbuch Treasury-Management
Leitfaden für die Praxis des Finanzmanagements Format: PDF

Über 30 Autoren aus Beratungspraxis und Wirtschaft arbeiten sowohl Standardthemen wie Liquiditätsmanagement, Risikomanagement und Finanzierung als auch Trends wie Hedge Accounting, IFRS und Working…

Kapitalmarktorientierter Kreditrisikotransfer

E-Book Kapitalmarktorientierter Kreditrisikotransfer
Eine Analyse am Beispiel deutscher Genossenschaftsbanken Format: PDF

Marco Kern erarbeitet einen umfassenden Lösungsansatz zur Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten des Kreditrisikotransfers. Dieser orientiert sich am Bedarf kleiner und mittlerer Banken und unterstützt…

Weitere Zeitschriften

Archiv und Wirtschaft

Archiv und Wirtschaft

Fachbeiträge zum Archivwesen der Wirtschaft; Rezensionen Die seit 1967 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift für das Archivwesen der Wirtschaft "Archiv und Wirtschaft" bietet Raum für ...

arznei-telegramm

arznei-telegramm

Das arznei-telegramm® informiert bereits im 51. Jahrgang Ärzte, Apotheker und andere Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln. Das arznei-telegramm®  ist neutral und ...

aufstieg

aufstieg

Zeitschrift der NaturFreunde in Württemberg Die Natur ist unser Lebensraum: Ort für Erholung und Bewegung, zum Erleben und Forschen; sie ist ein schützenswertes Gut. Wir sind aktiv in der Natur ...

crescendo

crescendo

Die Zeitschrift für Blas- und Spielleutemusik in NRW - Informationen aus dem Volksmusikerbund NRW - Berichte aus 23 Kreisverbänden mit über 1000 Blasorchestern, Spielmanns- und Fanfarenzügen - ...

DER PRAKTIKER

DER PRAKTIKER

Technische Fachzeitschrift aus der Praxis für die Praxis in allen Bereichen des Handwerks und der Industrie. “der praktiker“ ist die Fachzeitschrift für alle Bereiche der fügetechnischen ...

e-commerce magazin

e-commerce magazin

PFLICHTLEKTÜRE – Seit zwei Jahrzehnten begleitet das e-commerce magazin das sich ständig ändernde Geschäftsfeld des Online- handels. Um den Durchblick zu behalten, teilen hier renommierte ...

Euphorion

Euphorion

EUPHORION wurde 1894 gegründet und widmet sich als „Zeitschrift für Literaturgeschichte“ dem gesamten Fachgebiet der deutschen Philologie. Mindestens ein Heft pro Jahrgang ist für die ...

Evangelische Theologie

Evangelische Theologie

 Über »Evangelische Theologie« In interdisziplinären Themenheften gibt die Evangelische Theologie entscheidende Impulse, die komplexe Einheit der Theologie wahrzunehmen. Neben den ...