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Das Projekt 'Schulreifes Kind'

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung

AutorHermann Schöler, Jan-Henning Ehm, Marcus Hasselhorn, Wolfgang Schneider
VerlagHogrefe Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl103 Seiten
ISBN9783840927416
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR
Der Anteil der Kinder, die bei Erreichen der gesetzlichen Schulpflicht erhebliche Auffälligkeiten in schulrelevanten Entwicklungsbereichen aufweisen, hat nicht nur in der subjektiven Wahrnehmung von Grundschullehrkräften in den letzten Jahrzehnten sehr zugenommen. In Baden-Württemberg wurde daher in enger Abstimmung zwischen Kultusministerium und KiTa-Trägerverbänden ein Konzept zur gezielten Zusatzförderung von Kindern mit schulrelevanten Entwicklungsauffälligkeiten im letzten KiTa-Jahr entwickelt und seit 2007 an etwa 250 Standorten in Baden-Württemberg unter der Bezeichnung 'Schulreifes Kind' umgesetzt. Kernstücke des Projektes sind (a) die frühe Diagnostik schulrelevanter Entwicklungsstände im vorletzten KiTa-Jahr, (b) die Einberufung eines 'Runden Tisches' mit Eltern, KiTa-Vertretern, Grundschulvertretern und ggf. weiteren Experten bei jedem Kind mit Auffälligkeiten sowie (c) die gezielte Zusatzförderung in Kleingruppen im Laufe des letzten KiTa-Jahres. Von Anfang an wurde das Projekt wissenschaftlich begleitet. Dieser Band berichtet über die wichtigsten Aktivitäten, Arbeitsschritte und die pädagogisch sehr ermutigenden Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Begleitung. So konnte durch die gezielte Zusatzförderung nicht nur die Quote der rechtzeitig Eingeschulten erhöht werden; es zeigten sich das die meisten früh geförderten Kinder dieser Risikogruppe bis zum Ende der Grundschuljahre im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen die nach den Bildungsstandards erwarteten Leistungen erbrachten. Durch wenige Coaching-Sitzungen der Förderkräfte konnten die positiven Effekte noch deutlich gesteigert werden.

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Kapitelübersicht
  1. Das Projekt „Schulreifes Kind“
  2. Zusammenfassung: Umsetzung und Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung
  3. 1Hintergrund und Konzept des Projektes „Schulreifes Kind“
  4. 2Auftrag
  5. 3Formativ unterstützende Aktivitäten
  6. 4Durchführung empirischer Untersuchungen
  7. 5Ergebnisse
  8. 6Literatur
  9. 7 Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Leseprobe
3 Formativ unterstützende Aktivitäten (S. 24-25)

3.1 Beteiligung an Fort- und Weiterbildungen der pädagogischen Fachkräfte

Ein Schwerpunkt der Arbeit der wissenschaftlichen Begleitung war von Beginn an die Beteiligung an den regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen der Personen, die an den Modellstandorten für die Realisierung und Durchführung der Zusatzfördermaßnahmen im Rahmen des „Schulreifen Kindes“ verantwortlich sind. Hierbei wurde einerseits ausführlich über die Aktivitäten der wissenschaftlichen Begleitung informiert. Andererseits wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die individuelle Entwicklung kindlicher Lernmöglichkeiten und empirisch nachweislich wirksame Fördermöglichkeiten für Kinder thematisiert und vermittelt.

Die wissenschaftliche Begleitung – insbesondere vertreten durch Prof. Schöler und Prof. Hasselhorn – war darüber hinaus ebenfalls beratend in der vom Kultusministerium eingesetzten Fortbildungskonzeptionsgruppe tätig, die den Inhalt und die Organisationsstruktur der Fortbildungen der am Pilotprojekt beteiligten pädagogischen Fachkräfte an den einzelnen Standorten festlegte und gestaltete.3 In dieser Gruppe wurde auch die sich mittlerweile als sehr sinnvoll erwiesene Konzeption entwickelt, die als „Tandem-Fortbildung“ gekennzeichnet wurde: Pro Standort nahmen zwei pädagogische Fachkräfte an allen Bausteinen der Fortbildung teil. Eine Grundschullehrkraft kam aus der am Projekt beteiligten Grundschule, eine pädagogische Fachkraft aus einer Kita des Standortes. Der Vorteil dieser „Tandems“ war und ist unbestritten: Die Personen aus den beiden Bildungsfeldern Kita und Schule lernen die Arbeitsweisen und Herausforderungen der jeweils anderen Bildungsinstitution mit ihren Schwierigkeiten und Möglichkeiten und die damit jeweils erforderlichen Qualifikationen und Qualitäten besser kennen und schätzen Im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und aufgrund der Erfahrungen und der vielen Diskussionen und Gespräche mit den verantwortlichen Personen der Projektstandorte konnte die wissenschaftliche Begleitung im 1. Halbjahr 2014 eine Handreichung für pädagogische Fachkräfte im Übergang vom Elementar- zum Primarbereich vorlegen (s. dazu Abschnitt 3.4). Sie fasst die wesentlichen konzeptionellen, entwicklungspsychologischen und pädagogischen Grundlagen für das Projekt „Schulreifes Kind“ zusammen und kann für die geplanten landesweiten Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden.

Von Beginn des Projektes „Schulreifes Kind“ an war die wissenschaftliche Begleitung mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops an Fortbildungsveranstaltungen (im Rahmen der sog. Regionaltage [z. B. am 11.02.2009 in Waiblingen, am 11.03.2009 in Biberach] und in den Landesakademien) beteiligt sowie auf verschiedenen Großveranstaltungen vertreten, die vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg als Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zum Projekt „Schulreifes Kind“ durchgeführt wurden. Die Themen betrafen schwerpunktmäßig die Entwicklung von Kindern in den schulrelevanten Leistungsbereichen: Mathematik, Schriftspracherwerb, Denken, Sprache und Konzentration/Aufmerksamkeit. Dabei wurden nicht nur der normale Entwicklungsverlauf, sondern auch verzögerte und abweichende Entwicklungen thematisiert sowie die Möglichkeiten der Beobachtung und Erfassung (Diagnostik) dieser Entwicklungen dargestellt und diskutiert. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Fortbildungen betraf die Möglichkeiten einer angemessenen Förderung bei verzögerter Entwicklung. Dazu wurden auch die vorliegenden validierten und praxiserprobten Förderprogramme detailliert vorgestellt.

Besonders zu erwähnen sind die fünf Großveranstaltungen, die unter dem Titel „Fachtagung Sprachstandsdiagnose“ in der Liederhalle in Stuttgart (14.?05.?2009 und 07.10.2009), im Konzerthaus Freiburg (18.09.2009), im Congress Centrum Ulm (12.11.2009) und in der Stadthalle/Kongresshaus Heidelberg (24.?11.?2009) stattfanden, an denen sich die Verantwortlichen der wissenschaftlichen Begleitung jeweils mit Vorträgen, der Teilnahme an der Podiumsdiskussion und einem Ausstellungsstand zu dem in der baden-württembergischen Einschulungsuntersuchung eingesetzten Screening sprachlicher Entwicklungsrisiken beteiligten.
Inhaltsverzeichnis
Das Projekt „Schulreifes Kind“1
Inhaltsverzeichnis7
Vorwort11
Zusammenfassung: Umsetzung und Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung13
1Hintergrund und Konzept des Projektes „Schulreifes Kind“21
2Auftrag24
3Formativ unterstützende Aktivitäten26
3.1 Beteiligung an Fort- und Weiterbildungen der pädagogischen Fachkräfte26
3.2Coaching27
3.3Regelmäßiger Austausch mit Expertenrunden36
3.4 Handreichung für die Implementation des Konzeptes37
4Durchführung empirischer Untersuchungen39
4.1Standorte der wissenschaftlichen Begleitung39
4.2Untersuchungsplan der Wirkungsevaluation42
4.3Merkmale der untersuchten Kinder43
4.4 Methoden und eingesetzte Verfahren zur Wirksamkeitsprüfung47
4.5Untersuchungsdurchführung und Leistungsrückmeldung63
4.6Befragungen zu den „Runden Tischen“66
5Ergebnisse70
5.1 Akzeptanz und Weiterentwicklung der „Runden Tische“70
5.2Auswirkungen des Coachings der pädagogischen Fachkräfte auf die Entwicklung der geförderten Kinder77
5.3 Effekte der Zusatzförderung bis zum Ende der Kita-Zeit80
5.4 Wirkt sich die Zusatzförderung auf die Rückstellungsquote aus?83
5.5 Effekte der Zusatzförderung auf schulische Leistungen85
5.6Leistungszuwächse zusätzlich geförderter „Risikokinder“87
5.7 Effekte der Zusatzförderung auf das soziale Selbstkonzept90
5.8Effekte auf Kinder aus teilnehmenden Institutionen im sozio-emotionalen Bereich91
6Literatur93
7 Wissenschaftliche Veröffentlichungen97
7.1 Dissertationen97
7.2 Diplomarbeiten97
7.3 Zulassungsarbeiten (Lehramt)98
7.4 Bachelorarbeiten (Psychologie)98
7.5 Beiträge zu Veranstaltungen98
7.6 Veröffentlichungen in Zeitschriften und Monographien103

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