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Organisieren von Freiheit

Nomadische Praktiken im Kulturfeld

AutorMario Vötsch
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl316 Seiten
ISBN9783531922577
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR
Was heißt Freiheit? Diese Frage entspringt nicht nur den ältesten philosop- schen Traditionen, sondern gehört auch seit je zu den Leitmotiven des geist- und sozialwissenschaftlichen Forschens. Man kann Freiheit im Wesentlichen aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten: einerseits als Ideal, normative V- gabe und als zu erreichendes Ziel; andererseits als konkreten Vollzug, Einsatz und Gebrauch, als tägliche Praxis. Im einen Fall fragen wir nach einem abstr- ten Konstrukt und dessen spekulativen Inhalten wie theoretischen Dimensionen; im anderen Fall geht es um die Praktiken der Freiheit und deren konkrete Bed- gungen, Einschränkungen und Effekte. Im Feld der Organisationsforschung überwiegt in vielen theoretischen - sätzen, besonders jenen, die auf klassische Traditionen der Betriebswirtschaft zurückgehen (Gutenberg 1979), der erste Zugang zum Thema. Demnach zei- nen sich Organisationseinheiten - soziale Kollektive, Unternehmen, Staaten, Institutionen - durch Strukturen aus, in denen Freiheit entlang vorgegebener Hierarchien als erwünschtes Ordnungsprinzip oder aber als ungeplantes Neb- produkt zur Entfaltung kommt. Nicht selten geraten Organisation und Freiheit gar zu Gegensätzen, wobei das eine als Einschränkung und Limitierung des - deren gilt. Insbesondere bei kritischen Ansätzen, wie etwa jenen der Frankfurter Schule (Adorno 1953), gilt die Einschränkung von Freiheit oft als Preis, den eine Organisation abverlangt. In jüngeren, neoliberalen Diskursen (Peters 1992) w- den Organisationen häufig als Zerrbild einer die Freiheit begrenzenden und hemmenden Bürokratie dargestellt. Freiheit wird gefeiert zulasten der Organi- tion und kommt zur Entfaltung im Ideal der post-bürokratischen Organisation 1 (Maravelias 2009).

Mario Vötsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Danksagung5
Inhalt6
1 Einleitung9
1.1 Freiräume in der Kultur10
1.2 Aufbau und Überblick14
2 Nomadische Praktiken der Freiheit: Eine theoretische Werkzeugskiste18
2.1 Freiheit als Begriff18
2.1.1 Ideal und Form der Freiheit18
2.1.2 Regierung und Praxis der Freiheit21
2.2 Freiheit als Organisation27
2.2.1 Poststrukturalistische Organisationstheorie27
2.2.2 Freiheit zwischen Ordnung und Organisation28
2.2.3 Freiheit im hybriden Kosmos34
2.2.4 Freiräume des Handelns38
2.3 Praktiken der Freiheit41
2.3.1 Nomadologie41
2.3.2 Nomadische Praxis48
2.4 Fluchtlinien der Kritik61
2.4.1 Die Kunst, anders anders zu sein61
2.4.2 Die Komposition der Existenz63
2.5 Die Macht der Praxis71
2.5.1 Prozessontologie71
2.5.2 Affirmation, Immanenz und Singularität72
2.5.3 Konstitution von Praxis75
2.5.4 Organisation als Komposition sozialer Kräfte78
3 Der Freiheit nachgehen: Praxis und Prozess des Forschens82
3.1 Methodologischer Zugang82
3.2.1 Das Untersuchungsfeld: Kulturarbeit und Kultursektor86
3.1.1 Post-Positivismus82
3.1.2 Epistemologie und politische Praxis83
3.2 Methodologisches Design86
3.2.1 Das Untersuchungsfeld: Kulturarbeit und Kultursektor86
3.2.2 Qualitative Feldforschung89
3.2.3 Material und Methoden90
4 Kulturarbeiter organisieren sich: Das Beispiel p.m.k98
4.1 Die Plattform Mobile Kulturinitiativen99
4.1.1 Akteure und Struktur99
4.1.2 Programm und Strategie101
4.2 Die Entfaltung der p.m.k102
4.2.1 Kontext: Die p.m.k als Teil der freien Szene Innsbruck103
4.2.2 Genealogie: Die Entstehung der p.m.k107
4.3 Der Ort der p.m.k109
4.3.1 Ort der Präsentation110
4.3.2 Ort der Vermittlung111
4.4 Die Räume der p.m.k112
5 Die Entfaltung von Handlungs(frei)räumen: Die Welt der p.m.k115
5.1 Kraftlinien und Fluchtlinien im gesellschaftlichen Gefüge115
5.1.1 Ressourcen-Vakuum116
5.1.2 Bedürfnis und Bedarf nach Kultur120
5.1.3 Repräsentations-Vakuum: „Kultur ist Arbeit“122
5.1.4 Medienvakuum und Öffentlichkeit124
5.1.5 Regionale Strukturen, Förderpolitik und Freundschaften127
5.1.6 Kommerzialisierung und Homogenisierung des Kultursektors131
5.2 Akteure und ihre Lebenswelten134
5.2.1 Die Immanenz der Praxis135
5.2.2 Der Wert der Praxis150
5.2.3 Der Prozess der Praxis160
5.2.4 Die Effekte der Praxis169
5.2.5 Die Ressourcen der Praxis177
5.2.6 Der zweckfreie Raum der Praxis182
5.2.7 Die Praxis des Frei-Räumens186
5.3 Organisieren in der p.m.k188
5.3.1 Etablierung von Passagen: Der Zugang zum Praxiskollektiv190
5.3.2 Kanalisierung von Handlungsräumen: Einbringen und Rausziehen192
5.3.3 Aktualisierung von Virtualität: Imagination durch Konnexion199
5.3.4 Kohärenz und Renitenz: Relationen und Proportionen205
5.3.5 Divergente Bewegungen: Differenzen im Raum208
5.3.6 Spielräume des Umgangs: Einlenken und Ausgleichen212
6 Die Macht zur Freiheit: Das Gefüge der p.m.k221
6.1 Machtverhältnisse in der p.m.k221
6.1.1 Arbeitsteilung und Machtverteilung222
6.1.2 Führung und Selbstführung228
6.1.3 Heterogenität und Kollektivität230
6.1.4 Schwerpunkte und Anführer244
6.1.5 Politische Vereine und Kulturvereine247
6.2 Die Macht der Multitude249
6.2.1 Die Generierung von Vielfalt250
6.2.2 Die Integration aller Kräfte254
6.2.3 Die Macht der Wirkung259
6.2.4 Die Transformation von Affekten zu Effekten264
6.2.5 Die Konstruktion kollektiver Identitäten269
6.3 Strategien des Kollektivs274
6.3.1 Momente einer Mission?275
6.3.2 Mehrwert durch Ereignisse?280
6.3.3 Mitspieler oder Spielball?283
6.3.4 Praxis ohne Ort?287
6.3.5 Coda: Theorie ohne Praxis?290
7 Conclusio293
8 Literatur299
9 Anhang311

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