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E-Book

Scheidungskinder

Was Kinder empfinden. Wie Eltern sich verhalten sollten

AutorElke Fuhrmann-Wönkhaus
VerlagHumboldt
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl114 Seiten
ISBN9783869109060
FormatPDF/ePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis7,49 EUR

Wie erleben Kinder die Scheidung ihrer Eltern? Und wie gehen Eltern damit um? Häufig machen sie sich Vorwürfe, wenn ihre Kinder leiden, fühlen sich schuldig und hilflos. Dieser praxsinahe Ratgeber zeigt Eltern, wie sie sich bei einer Trennung dem Kind gegenüber richtig verhalten. Mit einfühlsamen Ratschlägen hilft er ihnen, diese Lebenssituation zu bewältigen.

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Leseprobe

Beispiele aus meiner psychotherapeutischen Praxis (S. 49-50)

In diesem Kapitel schildere ich Ihnen typische Einzelfälle von Kindern, die durch die Trennung ihrer Eltern psychische Störungen entwickelten.

Problem: Das Kind entwickelt psychosomatische Störungen, damit die Eltern sich nicht streiten

Nathalie ist sieben Jahre alt und Einzelkind. Die Eltern leben in ständigem Streit miteinander. Die Beziehung hängt an einem seidenen Faden Das Kind entwickelt eine starke Neurodermitis. Aus diesem Grund schläft es bei den Eltern. Die Eltern sind besorgt um das Kind und rücken es in den Mittelpunkt. Die Streitsituationen haben dadurch an Wichtigkeit verloren.

Streit regt Nathalie so sehr auf, dass sie ihrem Körper durch Kratzen offene Wunden zufügt. Verschwinden die Symptome der Neurodermitis, streiten die Eltern wieder – und alles beginnt von vorne. Dies ist ein typischer Fall von Konfliktverschiebung. Nathalie opfert sich für ihre Eltern. Dieser einfache Kunstgriff greift sofort bei Streitsituationen der Eltern untereinander. Wird Nathalie krank, solidarisieren sich die Eltern und verdrängen die Probleme auf der Paarebene. Die Familie bleibt zusammen. Würde Nathalie geheilt, träten die Konflikte des Paares in den Vordergrund. Es könnte zu einer Trennung kommen.

Lösung:

Nathalies Eltern kamen zu einer Beratungsstunde. Als ihnen ihre Paardynamik deutlich wurde, setzten sie sich als Paar auseinander. Die Beziehung war durch starke Verletzungen und Vertrauensbrüche in den letzten Jahren zerbrochen. Bei aller Trauer und Schmerz war es für beide eine Art Befreiung und Erleichterung, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Die Trennung folgte. Nathalie wurde liebevoll in den Trennungsprozess mit einbezogen. Ihren Schmerz und ihre Trauer konnte sie bei beiden Elternteilen leben.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und Nathalie hat keine Neurodermitis mehr. Ich mache immer die Erfahrung, dass die Wahrheit heilt. Oft ist es mit großem Schmerz verbunden. Wird dieser jedoch akzeptiert und gelebt, dann erfolgt die Heilung. Dieser Prozess dauert natürlich seine Zeit.

Problem: Rollenwechsel – der Junge wird zum Partnerersatz

Ich hatte einen tragischen Fall von Rollenverschiebung in meiner Praxis. Leon, elf Jahre, wurde nach der Scheidung zum Partnerersatz für die Mutter. Er durfte immer öfter im früheren Ehebett übernachten und wurde auch im täglichen Alltag zunehmend der engste Vertraute der Mutter.

Sie besprach alle Sorgen und Probleme mit ihm und beklagte sich über seinen Vater. Im Einzelnen wurden die Eheprobleme erörtert und am Vater kein gutes Haar mehr gelassen. Leon passte sich der Situation an und war der brave Sohn, auf den die Mutter stolz war. Er vernachlässigte Freundschaften und wurde langsam zum Einzelgänger.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort9
Einleitung12
Eltern bleiben Sie ein Leben lang12
Meine Herkunftsfamilie16
Die Familienplanung19
Aus dem Paar werden Eltern24
Das Paar trennt sich – die ganze Familie leidet28
Beispiele aus meiner psychotherapeutischen Praxis50
Trennung: Die Gefühle von Frauen und Männern75
Der Weg zur Heilung84
Hilfe für Kinder84
Verstärkung aus dem Familienverbund88
Mutter oder Vater: Wer liebt das Kind mehr?93
Praktische Fragestellungen bei Trennungen98
Ein Elternteil zieht aus98
Wie sage ich es meinem Kind, dass wir uns trennen?99
Ein neuer Lebenspartner kommt hinzu100
Das Leben in einer Patchworkfamilie101
Alleinerziehende104
Schlusswort107
Weiterführende Unterstützungsangebote109
Literatur110

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