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Schreiben um zu leben

AutorJohannes-Philipp Langgutt
VerlagMorawa Lesezirkel
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl216 Seiten
ISBN9783990499368
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis3,99 EUR
Die Kurzgeschichten habe ich Zuhause, unterwegs, und unabhängig von der Uhrzeit geschrieben. Nenne das unersättliche Verlangen zu schreiben, den ständigen Gedanken an Schuld und mir läuft die Zeit davon nicht Depression. Vermutlich ist es eine unterbewusst resultierende Form der Verarbeitung meiner Selbst, meines Weilens, meines Eilens. Mit der Welt. 'Du bist ein Sinn Sucher' nannte es eine Ärztin. Doch ist das Weilen die Suche wert, wenn das Gesuchte womöglich nicht, um nicht zu sagen nie existierte? Frag dich nicht warum du stirbst. Frag dich warum du lebst.

geboren 1992 in Wien

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Leseprobe

Vorwort Leben?


Der Tod ist eine Lösung. Auch Erlösung? Doch suche ich nicht nach einer Lösung, sondern nach der Antwort. Nach meiner Erlösung.

Eine Antwort, die ich für mich nur selbst beantworten kann. Kann es sein, dass man ein glückliches, erfülltes Leben lebt und fühlt, während in dem selben Moment meiner niedergeschriebenen Gedanken andere Lebewesen den Schmerz der Ungerechtigkeit verspüren? Ob sie wollen oder nicht. Bewusst oder unbewusst. Ein einziger Gedanke ist es zu denken wert, wenn man ihn nur einzig und allein auf dieser Welt mit dieser Ungerechtigkeit fertig zu denken hat. Hat es einen Sinn zu denken? Mit Sicherheit. Ich denke schon. Es sind Lebewesen denen es gilt Sicherheit zu bieten. Biete mir, die Bitte allen Lebewesen zu helfen. Wie helfen, wenn einem noch lange nicht selbst geholfen ist? Ich habe gebeten und es half nichts. Ich begann zu beten und es half nichts. Ich liege nun eingebettet in meinem Bett und höre. Höre ein Verlangen schreien. Der Schrei nach Gleichberechtigung, der Schrei nach Liebe, der Schrei nach Frieden, der Schrei nach Freiheit, der Schrei nach Wahrheit. Ich höre Schreie, die ungehört blieben. Ich höre Schreie, die hoffentlich nicht ungehört bleiben. Wenn bei jeder Bewegung während meines Lebens andere Leben unschuldig ausgelöscht werden, was bringt es da noch auf Leben zu hoffen. Es läuft doch sowieso auf dasselbe hinaus, nur wieso? Hoffen!? Um sein eigenes Wohl versuchen zu erleben, zu ertragen, nicht mehr so viel und vor allem nicht mehr zu viel zu fragen? Diese Plagen, dessen vielen von uns nicht bewusst, weil angeblich nicht unterbewusst gewusst. Bewusst seinem Bewusstsein gegenüber zu sein, heißt noch lange nicht zu wissen. Wo bleibt unser Gewissen? Glauben zu wissen, dass es einem selbst gut geht, sofern die Gedanken zu denken und der Glaube an eine Illusion zu glauben bereit ist, kann und darf nicht ausreichen. Aus ist es irgendwann. Und dann? Dann kommt die so überbewertete Hoffnung, die hoffen lässt. Auf Erlösung? Auf was auch immer. Immer wird es Lebewesen geben denen Unrecht geschieht. Denen es unverschuldet schlecht geht. Ob man war, ist oder wird. Doch versteht dies jemand? Jemanden, der dies alles zum Frieden wenden kann, gibt es nicht. Die Frage ist, gab oder wird es diesen Jemand jemals geben. Wird es jemals Jemanden geben, der noch dazu nicht am Nehmen interessiert?

Leben. Warum.


Das „Warum“ ist es, das mich fragen lässt: „Warum leben?“

In einer Stille, die kaum zu unterbieten war kam mir der Gedanke.

Der Gedanke, der mich dazu brachte still zu bleiben.

Zumindest in diesem Moment der gedanklichen Ungewissheit meinerseits.

Es war die Unzufriedenheit nicht zufrieden zu sein.

Ich wünschte mir den Frieden, den ich nun woanders versuche zu finden.

Finde ihn schließlich bis dato nicht auf Erden.

Erden gut, alles gut, dachte ich mir noch kurz vor Antritt meiner Reise.

Meine Reise, die mich vorerst zum Schreiben führte,...

„Schreiben um zu leben“ ist mein erstes und vielleicht letztes Buch. Aber wer weiß das schon so genau. Heute will ich nicht an Morgen denken. Morgen will ich nicht an Heute denken. Die Kurzgeschichten habe ich Zuhause, unterwegs, und unabhängig von der Uhrzeit geschrieben. Nenne das unersättliche Verlangen zu schreiben, den ständigen Gedanken an Schuld und mir läuft die Zeit davon, nicht Depression. Vermutlich ist es eine unterbewusst resultierende Form der Verarbeitung meiner Selbst, meines Weilens, meines Eilens. Mit der Welt.

„Du bist ein Sinnsucher“, nannte es eine Ärztin. Doch ist das Weilen die Suche wert, wenn das Gesuchte womöglich nicht, um nicht zu sagen nie existierte?

Frag dich nicht warum du stirbst.
Frag dich warum du lebst.

.. .und wenn ich nicht gestorben bin, dann schreibe ich noch heute.

Die Dunkelziffern meiner Gedanken


Langeweile. Weile nun schon so lange in einer Eile. In einer Eile nehme ich eine Feile. Verwende sie nicht für Fingernägel. Versuche mir die Welt akzeptabel zu feilen, alle an mir festgebundenen Seile, die mich hindern, mich behindern, mich einschnüren im Denken meines resultierenden Fühlens, abzutrennen. Fühle mich auf dieser umstandsgebundenen Welt nicht als Ich-Zustände. Eher als Umstand, der herumsteht, der vergeht. Wie kann etwas gehen, wenn es an allen Ecken und Enden festgebunden ist und trotzdem glaubt zu gehen. Ist es dann die Selbstinitiative, die gefragt ist? Wird sie eine Antwort geben? Eine, die dich nicht weiterhin festhält, dich hinhält solange bis es dir nicht mehr gefällt, weil du immer wieder, wenn auch nur unregelmäßig spürst, dass etwas nicht stimmt. Mit dir? Mit den meisten Menschen?

Fragen über Fragen die sich in deinem Bewusstsein anstellen ohne sich vorzustellen. Es kommt einem vor als wären all diese Fragen ohne zu fragen in dein Bewusstsein getreten. So liegt es an einem selbst, sich vorzustellen wie es ist, den ersten Schritt zu wagen. Möglicherweise hat man diesen bewusst oder unbewusst schon gewagt. Ein vager Schritt, dessen Ergebnis keiner Ergebniskosmetik bedarf.

Es wird dunkel. Ich müde. Werde jetzt versuchen zu schlafen. Eine lange Weile? Werde jetzt meine Augen schließen. Werde ich sie schließlich wieder öffnen können?

Das Schicksal lässt mich warten. Erwarten.
Das Schicksal?

Der Mensch will


Ich bin ein Mensch. Mich nennt man so.

Wollen tu ich stets und viel.

Ohne Halt, ja das lässt mich kalt.

Warum nicht mal die Zeit totringen.

Oder gleich von der Klippe springen.

Ich mag und will und muss alles haben.

Probieren, studieren, gestikulieren.

Am Schluss da lass ich mir ein Wasser ein,

ja das ist fein. Einmal sein.

Gut, besser, am besten: gleich sein lassen.

Das Leben eben.

Die Anfangsbedenken meiner Gedanken


Soll ich mich vor ein Auto schmeißen? Was bleibt ist ein blutiges Fragezeichen, das anschließend gereinigt, bereinigt wird. Und eine Leiche die von der Straße geräumt, verräumt werden muss. Im schicksalhaften Fall der Fälle verursache ich zudem einen ungeplanten Autounfall den keiner braucht. Was können die Beteiligten dafür, nur weil ein kleines Männchen wie ich mit einem sinnlosen Leben, das als sinnvoll gehandelt (auch behandelt?) wird, mit dem ganzen System nicht mehr klar kommen kann und will? Genau nichts. Ich könnte mir aber auch durch anderes Handeln mein Leben erleichtern. Jedoch wären da noch die beschuldigten, unschuldigen Familienmitglieder und Freunde, von denen sich sicher ein paar finden, die sich unbegründet Vorwürfe über meinen Tod machen und diese, verwerflicher Weise gegenseitig zuwerfen. Das will ich verhindern. Nur gut, dass ich eine Botschaft auf Papier hinterlassen habe, bevor ich mich den Suizidgedanken widme, die genau diese Bedenken ausschließen, einschließlich Widmung.

Unschuldig


In mir irrt ein Gefühl der Unruhe. Eine scheinbar ewige Unruhe, die den Weg aus meinem Ich nicht findet. Ein riesiger Irrgarten ohne sichtbaren Ausgang. Wo ist nur der Notausgang?! Keine Chance. Es scheint hoffnungslos die Sonne. Es ist heiß. Ich koche vor Wut. Meine, noch immer nicht am Siedepunkt angekommene rohe Wut wird zur Selbstzerstörung. Die Selbstzerstörung endet in einem Meer voller Blut. Genau wo meine Geschichte endet. Ein riesengroßes Transportschiff zieht ihr endlos weites Fischernetz aus den endlosen Weiten des Meeres. Das Schiff zieht spürbar seine Kreise. Mit mir als einen von vielen so eben gefangen genommenen. Unschuldig gefangen genommen. Gefangen genommen um hingerichtet zu werden. Danach als Leiche um wenig Geld verkauft zu werden. Weniger ist bekanntlich mehr. Jedoch nicht in meinem Fall. Da heißt es, umso mehr, umso besser. Egal um welchen Preis. Es wird alles in Kauf genommen. Alles was sich verkaufen lässt. Ich liege nun schon regungslos an Bord. In meinen letzten Sekunden versuche ich mich dankbar vom Leben zu verabschieden. Es gelingt mir nicht. Zu sehr verliere ich meine Gedanken an meine noch so jungen Kinder und meine geliebte Frau. Die müssen ja vermutlich vor Sorge sterben, wenn sie sich fragen warum ihr Papa nicht nach Hause kommt. Und das, ohne sich zu verabschieden. Meine letzten Versuche, alles in mich aufzusaugen was mir diese Welt noch gewährt bevor ich vor Hitze förmlich ausgetrocknet werde, scheitern. Ich bin nicht mehr in der Lage klar zu denken, geschweige denn mich zu bewegen. Regungslos liege ich im Sterben. Ich verliere mein Leben. Mein Leben, das für meine Mörder weniger als einen Cent wert ist. Doch mein schlimmster Abschied ist für mich nicht meiner, sondern der meiner Familie. Meine Familie kam mich nämlich frühzeitig an Bord besuchen. Und das Meer färbt sich wieder einmal rot.

Leben


Ich bin ein Fisch und hätte noch so viel zu tun.
Euer Thunfisch

Johannes


Ich heiße Johannes. Mir ist heiß. Sitzend beginnen mir Schweißperlen von meinem Gesicht, meinen Wangen abwärts zu rinnen. Die Zeit verrinnt. Ich sitze in einem Zug, gleich neben einem Fenster. Meine Gestalt spiegelt sich darin unscharf wieder. Wieder erreicht der Zug den geplanten nächsten Halt nur mit einer Verspätung. Es wird immer später. Draußen zeichnen sich dunkle Farben die Landschaft entlang ab. Mir beginnt immer heißer zu werden. Wird meine Fahrt noch lange dauern? Ist es Angstschweiß, der mir von meinem Gesicht tropft? Wie geht es wohl meiner Oma jetzt gerade? Meine Oma sagte immer zu mir: „Johannes, Angst gibt es nicht. Angst ist nur ein Wort und dieses Wort kommt vom Reden. Und das Reden, redet man sich nur ein!" Nur einmal noch würde ich gerne meine Oma sehen, ihr in ihre fürsorglichen, hellbraunen Rehaugen...

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