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E-Book

Soziologie der Angst

Konzeptuelle Grundlagen, soziale Bedingungen und empirische Analysen

AutorMax Dehne
VerlagSpringer VS
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl481 Seiten
ISBN9783658155230
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR

Max Dehne entwickelt in seiner Arbeit Grundlagen für eine systematische soziologische Untersuchung von Angst. Sein interdisziplinär anschlussfähiges Konzept erlaubt es, die sozialstrukturellen und kulturellen Bedingungen von Angst sowie angstbezogener Mechanismen systematisch zu bestimmen. Mithilfe eines Modells, das sich an Theorien dynamischer Systeme orientiert, werden diese Aspekte als Bestandteile eines von komplexen Wechselwirkungen geprägten, gleichermaßen psychischen wie sozialen Angstprozesses fassbar. Im empirischen Teil untersucht der Autor die historische Entwicklung und soziale Verteilung von Angst. Dabei zeigen sich weder Hinweise auf eine gegenwärtige Angstgesellschaft noch auf eine besonders ausgeprägte 'German Angst'. Zahlreiche weitere Detailergebnisse verweisen darüber hinaus auf ein erhebliches Potenzial für die zukünftige empirische Sozialforschung zu Angst.



Max Dehne promovierte am Max-Weber-Kolleg und arbeitet derzeit u. a. als systemischer Berater und Familientherapeut.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Danksagung6
Inhaltsverzeichnis7
Einleitung9
1 Begriffsanalyse: Zwei Formen von Angst21
1.1 Philosophische Bestimmungen von Angstformen22
1.1.1 Kierkegaard22
1.1.2 Heidegger25
1.2 Psychologische Konzepte von Angstformen27
1.2.1 Freud28
1.2.2 Klinische Psychologie30
1.3 Kontingenzangst und konkrete Angst als zwei Formen der Angst33
1.3.1 Kontingenzangst33
1.3.2 Konkrete Angst35
1.3.3 Beziehungen zwischen Kontingenzangst und konkreterAngst36
1.4 Zusammenfassung37
2 Bestandsaufnahme: Angst in soziologischenAnsätzen38
2.1 Anomietheorien38
2.1.1 Durkheim – Anomie als Unterregulation von Zielen39
2.1.1.1 Anomiebegriff39
2.1.1.2 Durkheims Menschenbild und die Notwendigkeit sozialer Regulation40
2.1.1.3 Sozialer Wandel43
2.1.1.4 Sozialstruktur44
2.1.1.5 Eheliche Anomie45
2.1.1.6 Zusammenfassung47
2.1.1.7 Rezeption von Durkheims Anomietheorie als Erklärungsmodell für dieEntstehung von Angst48
2.1.2 Merton – Anomie als Unterregulation von Mitteln50
2.1.2.1 Anomiebegriff51
2.1.2.2 Kontingenzangst I und kulturelles Ungleichgewicht53
2.1.2.3 Konkrete Angst und Ziel-Mittel-Diskrepanzen54
2.1.2.4 Kontingenzangst II und der Umgang mit Ziel-Mittel-Diskrepanzen55
2.1.2.5 Zusammenfassung58
2.1.2.6 Zwischenfazit: Angst in den Anomietheorien Durkheims und Mertons59
2.1.3 Heitmeyer63
2.1.3.1 Anomiebegriff64
2.1.3.2 Anomische Krisenbereiche64
2.1.3.3 Das Konzept als Systematisierungsgrundlage für anomietheoretischeUrsachen von Angst?66
2.1.3.4 Fazit70
2.2 Soziologische Gegenwartsdiagnosen71
2.2.1 Konkrete Bedrohungen72
2.2.2 Kontingenz74
2.2.2.1 Individualisierung75
2.2.2.2 Gesellschaftliche Komplexität und Dynamik78
2.2.2.3 Kulturelle Wahrnehmung prinzipieller Kontingenz80
2.2.3 Eigendynamik von Angst84
2.2.3.1 Angsteffekte84
2.2.3.2 Bewältigung87
2.2.4 Diskussion91
2.2.4.1 Konkrete Ängste91
2.2.4.2 Kontingenz und Angst92
2.2.4.3 Angsteffekte als psychische Phänomene96
2.2.4.4 Bewältigung98
2.2.5 Zusammenfassung98
2.3 Emotionssoziologie102
2.3.1 Sozialstrukturell orientierte Theorien103
2.3.1.1 Macht-und-Status-Theorie103
2.3.1.2 Exkurs: Barbalets konzeptuelle Analyse und die Angst von Eliten105
2.3.1.3 Expectation-States-Theorien112
2.3.2 Kulturell orientierte Theorien115
2.3.2.1 Emotionsnormen und Emotionsmanagement116
2.3.2.2 Emotionale Dissonanz als Kontingenzangst118
2.3.2.3 Soziale Bedingungen von Emotionsnormen und Emotionsmanagement119
2.3.2.4 Fazit121
2.3.3 Symbolisch-interaktionistische Theorien122
2.3.3.1 Identitätskontrolltheorie122
2.3.3.2 Affektkontrolltheorie124
2.3.3.3 Störung von Identitätsprozessen als Kontingenzangst und ihreBewältigung126
2.3.3.4 Psychoanalytisch orientierte Theorien128
2.3.4 Zusammenfassung130
2.3.5 Hindernisse für die systematische Bestimmung der sozialenBedingungen von Angst132
2.3.5.1 Wenige diskrete Emotionen132
2.3.5.2 Mikrosoziologische Ausrichtung133
2.3.5.3 Fehlende integrative Perspektive134
2.3.5.4 Emotion: Verhältnis zwischen Biologie und Kognition135
2.3.5.5 Fehlende Auseinandersetzung mit unbewussten Prozessen137
2.3.6 Fazit138
3 Systematisierung: Angst als Gegenstand derEmotionsforschung139
3.1 Biologische und kognitive Grundlagen vonEmotionen144
3.1.1 Annahmen biologisch orientierter Emotionstheorien147
3.1.1.1 René Descartes148
3.1.1.2 William James151
3.1.1.3 Basisemotionen und Affektprogramme153
3.1.2 Zwei Thesen zur Kognitionsunabhängigkeit und dieempirische Befundlage155
3.1.2.1 Peripher-physiologische Aspekte156
3.1.2.2 Neurologische Aspekte165
3.1.3 Diskussion176
3.1.3.1 Kognition als notwendige Komponente der Erklärung emotionalerProzesse177
3.1.3.2 Physiologische Aspekte als notwendige Bedingung von Emotionen?181
3.1.3.3 Andeutung einer integrativen Perspektive182
3.1.3.4 Arbeitsdefinition von Emotionen184
3.1.4 Zusammenfassung185
3.2 Einschätzungstheorien und die kognitiveStruktur von Angst186
3.2.1 Angstrelevante Einschätzungsdimensionen189
3.2.1.1 Identifikationsobjekte189
3.2.1.2 Ungewissheit/Wahrscheinlichkeit191
3.2.1.3 Kontrolle192
3.2.1.4 Attribution194
3.2.1.5 Valenz/Angenehmheit194
3.2.1.6 Normative Signifikanz195
3.2.2 Weiterführende Überlegungen zur kognitiven Strukturvon Angst196
3.2.2.1 Kognitive Struktur von konkreter Angst und Kontingenzangst197
3.2.2.2 Parameter der kognitiven Struktur von Angst198
3.2.2.3 Bewertung von Angst als Einschätzungsdimension200
3.2.3 Fazit201
4 Struktur der Angst: Soziale Bedingungenvon Einschätzungen203
4.1 Soziale Bedingungen angstrelevanterEinschätzungsdimensionen204
4.1.1 Kultur206
4.1.1.1 Identifikationsobjekte206
4.1.1.2 Kontrolle209
4.1.1.3 Ungewissheit211
4.1.1.4 Emotionsnormen214
4.1.2 Sozialstruktur218
4.1.2.1 Identifikationsobjekte219
4.1.2.2 Kontrolle221
4.1.2.3 Ungewissheit223
4.1.2.4 Emotionsnormen225
4.1.3 Fazit227
4.2 Soziale Bedingungen konkreter Ängste234
4.2.1 Grundlegende Bedingungen angstspezifischer Wissensstrukturen235
4.2.2 Soziale Rahmenbedingungen von angstspezifischen Wissensstrukturen237
4.2.2.1 Soziale Bedingungen von aversiven Erfahrungsstrukturen237
4.2.2.2 Soziale Bedingungen von Bedrohungsinformationen239
4.2.2.3 Zwischenfazit250
4.2.3 Aufnahme und Einschätzung von Bedrohungsinformationen250
4.2.3.1 Aufnahme von Bedrohungsinformationen251
4.2.3.2 Einschätzung von Bedrohungsinformationen255
4.2.3.3 Exkurs Risikowahrnehmung256
4.2.3.4 Identifikationsobjekte, Kontrolle, Wahrscheinlichkeit264
4.2.4 Fazit271
5 Dynamik der Angst: Mechanismen undsoziale Bedingungen275
5.1 Unbewusste Prozesse276
5.1.1 Komplexität unbewusster Prozesse281
5.1.1.1 Unbewusste Prozesse als Aktivierung von Wissensstrukturen281
5.1.1.2 Unbewusste Komplexität286
5.1.2 Dynamik zwischen unbewussten und bewussten Prozessen292
5.1.2.1 Übergang von unbewussten zu bewussten Prozessen292
5.1.2.2 Wechselwirkungen zwischen unbewussten und bewussten Prozessen294
5.1.3 Fazit296
5.2 Emotionale Effekte298
5.2.1 Einfluss von Affekten auf kognitive Prozesse299
5.2.1.1 Inhalt299
5.2.1.2 Prozesse301
5.2.2 Einfluss von Angst auf kognitive Prozesse302
5.2.2.1 Inhalt302
5.2.2.2 Prozesse304
5.2.3 Zwischenfazit: Konzeptuelle und soziologische Implikationen306
5.2.3.1 Konzeptuelle Implikationen306
5.2.3.2 Soziologische Implikationen308
5.2.4 Rahmenbedingungen und soziale Einflussfaktoren310
5.2.5 Fazit315
5.3 Bewältigung318
5.3.1 Formen der Angstbewältigung320
5.3.2 Kognitive Bewältigung323
5.3.2.1 Aufmerksamkeit323
5.3.2.2 Umdeutung325
5.3.3 Soziale Randbedingungen der kognitiven Bewältigung335
5.3.4 Fazit342
6 Modellentwicklung: Angst als Bestandteildynamischer Systeme347
6.1 Dynamische Systeme: Grundlagen348
6.2 Struktur des Modells350
6.2.1 Elemente350
6.2.2 Angstformen353
6.2.2.1 Konkrete Angst353
6.2.2.2 Kontingenzangst354
6.3 Angstbezogene Prozesse355
6.3.1 Angstbezogene Einschätzungsprozesse356
6.3.2 Emotionale Effekte von Angst360
6.3.3 Bewältigung von Angst362
6.4 Fazit367
7 Anwendungsbeispiel: Helikopter-Eltern370
7.1 Bedingungen der Einschätzungsdimensionen372
7.1.1 Identifikationsobjekte – Die Bedeutsamkeit des Kindes372
7.1.2 Kontrolle – Der Einfluss auf das Wohl des Kindes374
7.1.3 Ungewissheit – Kontingenz im Hinblick auf das Wohldes Kindes377
7.1.4 Emotionsnormen – Die Angemessenheit von Angst umdas Kind379
7.1.5 Angstspezifische Wissensstrukturen380
7.2 Angstbezogene Mechanismen384
7.2.1 Emotionale Effekte – Angst als Ursache der Angst umdas Kindeswohl384
7.2.2 Bewältigung – Die Auflösung von Angst als Entstehungsbedingung387
7.2.3 Helikopter-Eltern: Lediglich überbehütend oder besondersängstlich?390
7.3 Fazit391
8 Empirische Analysen394
8.1 Epistemische Kontrolle und Sorgen inDeutschland: Trends396
8.1.1 Operationalisierung396
8.1.2 Epistemische Kontrolle 1992 bis 2008398
8.1.3 Sorgen nach sozialen Merkmalen400
8.1.4 Diskussion404
8.2 Angst in Deutschland406
8.2.1 Hypothesen407
8.2.1.1 Sozialstruktur407
8.2.1.2 Kultur409
8.2.1.3 Soziodemographische Variablen409
8.2.1.4 Kontrolle411
8.2.1.5 Identifikationsobjekte411
8.2.1.6 Datengrundlage412
8.2.2 Determinanten von Einzelsorgen und Sorgenbereichen413
8.2.2.1 Determinanten einzelner Sorgen413
8.2.2.2 Explorative Faktorenanalyse der Einzelsorgen416
8.2.2.3 Determinanten der Sorgenbereiche417
8.2.2.4 Zwischenbilanz zur sozialen Bedingtheit von Sorgen421
8.2.3 Determinanten von Desorientierung423
8.2.4 Determinanten von Angst und der affektive Bezug vonSorgen und epistemischer Kontrolle425
8.2.5 Diskussion427
8.3 Angst in Europa433
8.4 Zusammenfassung435
9 Zusammenfassung und Ausblick437
9.1 Wesen und Charakteristika von Angst439
9.1.1 Differenzierung von Angstformen: Kontingenzangst undkonkrete Angst439
9.1.2 Angst als Emotion440
9.2 Die kognitive Struktur von Angst und ihresozialen Bedingungen441
9.2.1 Soziale Bedingtheit einzelner Einschätzungsparameter442
9.2.2 Soziale Bedingtheit angstspezifischer Wissensstrukturen443
9.3 Angstbezogene Mechanismen und ihre sozialeBedeutung445
9.3.1 Unbewusste Einschätzungsprozesse445
9.3.2 Emotionale Effekte von Angst447
9.3.3 Bewältigung von Angst448
9.4 Angstmodell, Anwendungsbeispiel undempirische Befunde451
9.4.1 Angstmodell451
9.4.2 Anwendungsbeispiel der Helikopter-Eltern453
9.4.3 Empirische Befunde453
9.5 Fazit und Ausblick455
Literatur459
Abbildungsverzeichnis495
Tabellenverzeichnis496

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