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Spieltheorie und Schuldrecht

AutorUrs Schweizer
VerlagMohr Siebeck Lehrbuch
Erscheinungsjahr2015
ReiheNeue ökonomische Grundrisse 
Seitenanzahl344 Seiten
ISBN9783161537615
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis32,00 EUR
Schuldrechtliche Bestimmungen verändern Entscheidungsanreize und beeinflussen damit die strategische Interaktion zwischen den Parteien eines Schuldverhältnisses. Zur Erfassung strategischer Interaktion bedienen sich zeitgemäße Wirtschaftswissenschaften der hoch entwickelten Spieltheorie. So verwendet auch Urs Schweizer die spieltheoretische Methode, um Anreize aus schuldrechtlichen Bestimmungen in systematischer Weise zu analysieren. Dazu sind juristische Fälle als formale Modelle zu fassen. Der Autor konfrontiert diverse Versionen des Unfallmodells sowie des Modells unvollständiger Verträge mit gesetzlichen Vorgaben. Eine rechtliche Bestimmung heißt dabei effizient, wenn sie Anreize für Entscheidungen generiert, die zu einem effizienten Ergebnis führen. Mit dem Kompensations- und dem Intensitätsprinzip werden zwei einfache Kriterien zur Effizienzbetrachtung herangezogen. Das Kompensationsprinzip ist eng mit Mommsens Differenzhypothese verknüpft und nennt die für effiziente Anreize hinreichenden Bedingungen. Das Intensitätsprinzip erlaubt den Vergleich der Intensität von Entscheidungsanreizen je nach Gestaltung des rechtlichen Umfelds. Die spieltheoretische Betrachtungsweise fördert wichtige Einsichten unter anderem bei folgenden Themen zu Tage: Quantifizierung von Schadensersatz unter Berücksichtigung des Kausalitätserfordernisses, Verzerrung der Sorgfaltsanreize aufgrund von ungeeigneten Standards und des Nichtersatzes gewisser Schäden, die Bedeutung der Minderung von Ersatzansprüchen infolge Mitverschuldens, gesamtschuldnerische Haftung, exzessive Anreize für Vertrauensinvestitionen bei unvollständigen Verträgen und die Anreize für Informationsbeschaffung im vorvertraglichen Bereich.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
Einleitung12
1 Das unilaterale Unfallmodell20
1.1 Schadensersatz als Rechtsbehelf20
1.2 Deterministischer Schadensverlauf22
1.3 Naturalrestitution26
1.4 Das Kompensationsprinzip27
1.5 Das traditionelle Unfallmodell und seine Begründung28
1.6 Quantifizierung des Schadensersatzes32
1.7 Modellierung der Kausalität35
1.8 Unsichere hypothetische Vermögenslage38
1.9 Differenzhypothese im Unfallmodell40
1.10 Variable Schadenshöhe bei unsicherer Verursachung42
1.11 Haftungsbegründende und haftungsausfüllende Kausalität46
1.12 Vergleich der Methoden jenseits binärer Verteilungen49
2 Anreizverzerrungen und das Intensitätsprinzip56
2.1 Quellen der Anreizverzerrung56
2.2 Ineffiziente Pflichten57
2.3 Das Intensitätsprinzip61
2.4 Ersatzfähiger Schaden65
2.5 Haftungsbegrenzung68
2.6 Quellen der Verzerrungen in Kombination72
2.7 Optimale Anpassung des Standards75
2.8 Anhebung der Grenze durch einen Geschäftsherrn76
2.9 Haftung für Gehilfen bei moralischem Risiko79
2.10 Der Anreiz zur Betreibung gefährlicher Aktivitäten84
2.11 Umfassender Schadensersatz87
3 Mehr als ein Entscheidungsträger im Unfallmodell90
3.1 Jenseits des unilateralen Unfallmodells90
3.2 Interaktive Entscheidungen und Nash-Gleichgewicht91
3.3 Beeinflussung der Schadenshöhe durch das Opfer91
3.4 Bidirektionale Externalitäten95
3.5 Das bilaterale Kompensationsprinzip96
3.6 Sequenzielle Entscheidungen98
3.7 Die Pflicht zur Schadensminderung101
3.8 Das bilaterale Unfallmodell104
3.9 Das Erfordernis der Kausalität bei zwei Entscheidungsträgern107
3.10 Gesamtschuldnerische Haftung109
3.11 Das multilaterale Kompensationsprinzip111
4 Reine Vermögensschäden116
4.1 Schuldrechtliche Bestimmungen116
4.2 Der gesamtwirtschaftliche Schaden bei Betriebsunterbrechung eines Anbieters118
4.3 Entgangener Gewinn bei vollkommener Konkurrenz121
4.4 Übermaßhaftung bei oligopolistischer Marktstruktur125
4.5 Pflichtverletzungen von Ratingagenturen128
5 Schadensersatz bei risikoaversen Parteien136
5.1 Risikoaversion136
5.2 Risikoneutralität und das Pareto-Kriterium138
5.3 Risikoaversion und Pareto-Effizienz141
5.4 Risikoaversion und Versicherung145
5.5 Sorgfaltsanreize bei idealtypischer Versicherung147
5.6 Das bilaterale Unfallmodell151
5.7 Moralisches Risiko im unilateralen Unfallmodell154
5.8 Risikoaversion ohne Versicherungsmöglichkeit159
6 Binäre Erfüllungsentscheidung164
6.1 Rechtsbehelfe in vertraglichen Schuldverhältnissen164
6.2 Das binäre Rechtsgeschäft und der Erfüllungsanspruch165
6.3 Schadensersatz statt der Leistung169
6.4 Einvernehmliche Nachverhandlungen173
6.5 Vertrauens- und Planungsinvestitionen178
6.6 Investitionsanreize des Käufers181
6.7 Vertragsstrafe und pauschalierter Schadensersatz185
6.8 Planungsinvestitionen des Verkäufers188
6.9 Investitionsprofile im Nash-Gleichgewicht193
6.10 Effiziente Investitionsanreize durch fiktiven Schadensersatz196
6.11 Ersatz des negativen Interesses198
6.12 Nachfrist bei Kaufverträgen205
7 Stetige Erfüllungsentscheidung212
7.1 Das Modell und seine Referenzlösung212
7.2 Der Erfüllungsanspruch215
7.3 Schadensersatz in Kombination mit Ausgleich für Bereicherung219
7.4 Schadensersatz ohne Ausgleich für Bereicherungen223
7.5 Bilaterale Erfüllungsentscheidungen227
7.6 Investitionsanreize bei bilateraler Erfüllungsentscheidung233
8 Kooperative Investitionen242
8.1 Das binäre Rechtsgeschäft bei kooperativen Investitionen242
8.2 Das allgemeine Modell kooperativer Investitionen243
8.3 Das Intensitätsprinzip und die Intensitätsrelation244
8.4 Rechtliche Umfelder aus dem sechsten Kapitel247
8.5 Verifizierbare kooperative Investitionen249
8.6 Ersatz der vergeblichen Aufwendungen251
8.7 Schadensersatz bei vertraglich vereinbarter Qualität254
8.8 Erfüllungsanspruch und Rücktrittsoption257
8.9 Schadensersatz, Erfüllungsanspruch und Rücktritt262
8.10 Ankündigungen mit bindender Wirkung267
9 Beschaffung und Offenlegung von Information276
9.1 Irrtum und Täuschung276
9.2 Das Modell und seine Referenzlösung278
9.3 Symmetrische Information und das Coase Theorem280
9.4 Nicht-kooperative Verhandlungsspiele282
9.5 Beschaffungsanreize bei wirksamer Offenlegungspflicht284
9.6 Das Verhandlungsergebnis bei asymmetrischer Information286
9.7 Herleitung aus nicht-kooperativem Verhandlungsspiel289
9.8 Vergleich der Beschaffungsanreize291
9.9 Riskante Geschäfte294
9.10 Eigennützige Informationsbeschaffung295
9.11 Fremdnützige Informationsbeschaffung298
10 Anhang: Mathematische Konzepte und Resultate302
10.1 Mengen302
10.2 Die Menge der reellen Zahlen303
10.3 Reellwertige Funktionen305
10.4 Stetige Funktionen und Berges Theorem vom Maximum308
10.5 Ereignisraum, Wahrscheinlichkeit und Erwartungswert310
10.6 Differential- und Integralrechnung313
10.7 Reellwertige Zufallsgrößen315
10.8 Spiele in Normalform und in extensiver Form316
Übungsaufgaben320
Aufgaben320
Aufgabe 1 (Ausgleichsfunktion/Anreizfunktion)320
Aufgabe 2 (Ersatz der verlorenen Chance)320
Aufgabe 3 (Haftungsbegründende Kausalität)321
Aufgabe 4 (Differenzhypothese)321
Aufgabe 5 (Vergleich von Haftungsregeln)322
Aufgabe 6 (Ergreifen gefährlicher Aktivitäten)322
Aufgabe 7 (Diskrepanz ersatzfähiger und gesamtwirtschaftlicher Schaden)323
Aufgabe 8 (Gehilfenhaftung)323
Aufgabe 9 (Variable Schadenshöhe I)324
Aufgabe 10 (Variable Schadenshöhe II)324
Aufgabe 11 (Mitverschulden)325
Aufgabe 12 (Bilaterales Unfallmodell)326
Aufgabe 13 (Kabelfälle)326
Aufgabe 14 (Idealtypische Versicherung)327
Aufgabe 15 (binäre Erfüllungsentscheidung)327
Aufgabe 16 (Schadensersatz/Rücktritt)327
Aufgabe 17 (Vertragsstrafen, pauschalierter Schadensersatz)328
Aufgabe 18 (stetige Erfüllungsentscheidung)329
Lösungsskizzen329
Aufgabe 1329
Aufgabe 2330
Aufgabe 3330
Aufgabe 4331
Aufgabe 5332
Aufgabe 6333
Aufgabe 7334
Aufgabe 8334
Aufgabe 9335
Aufgabe 10335
Aufgabe 11336
Aufgabe 12337
Aufgabe 13338
Aufgabe 14339
Aufgabe 15339
Aufgabe 16341
Aufgabe 17342
Aufgabe 18343
Literatur346
Index352

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