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Zwischen Tradition und Emanzipation. Rollenvorstellungen von Mitgliedern des BDM im Wandel? Eine Studie

AutorAnna Schlünzen
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl159 Seiten
ISBN9783836617246
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis33,00 EUR

Immer wieder wird in medialen Darstellungen aus den und über die 1950er Jahre die weibliche Idealvorstellung der "Nur-Hausfrau" abgebildet. Doch inwieweit trifft diese Vorstellung wirklich zu? War der weibliche Teil der deutschen Bevölkerung tatsächlich "nur" als Hausfrau tätig? Oder werden die nachfolgenden Generationen - wie so häufig - von zeitgenössischen Medien hinters Licht geführt? Die vorliegende Studie geht dieser Frage unter Einbeziehung verschiedener Sozialisationsvorgänge wie bspw. der schulischen und außerschulischen Erziehung oder der auf Frauen einwirkenden gesellschaftlichen Normen und Erwartungen nach. Insbesondere soll untersucht werden, inwiefern die Verhaltensmuster, die in der Kindheit und Jugend geformt wurden, auch heute noch nachwirken. Wie stehen die Frauen der HJ-Generation, die durch die Erziehung im BDM geprägt wurden, zur Emanzipationsbewegung der späten 1960er und 1970er Jahre? Wie beurteilen sie die volle weibliche Berufstätigkeit heutiger Generationen?

Die Untersuchung wurde auf Basis biographischer Interviews durchgeführt, die die Autorin in Nordfriesland führte. Diese relativ neue Methode der Oral History wird im ersten Teil des Buches anhand einer kurzen Darstellung der theoretischen Grundlagen sozialwissenschaftlicher Befragungen erläutert. Sie bietet abseits der "Großen Geschichte" eine interessante Möglichkeit, Einblick in das "ganz normale Leben" von Zeitzeugen zu gewinnen, und ist damit als Instrument der Erforschung von Alltagsgeschichte aus der aktuellen historischen Forschung nicht mehr wegzudenken.

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Leseprobe

Kapitel 4.2.1 Kindheit, Jugend und frühes Erwachsenenalter

Zunächst soll untersucht werden, wie und inwiefern die Vorstellung der Interviewten von weiblichem Rollenverhalten durch äußere Einflüsse in der Kindheit, Jugend und im frühen Erwachsenenalter geprägt wurden. Wie bereits in Tabelle 1 dargestellt wurde, haben neun der 13 Frauen nur die Volksschule besucht. Aus Tabelle 5 geht hervor, dass knapp die Hälfte der Befragten keine Form der Berufsausbildung vorweisen kann. Überwiegend scheint dieses Bildungsangebot von den Befragten als ausreichend empfunden worden zu sein. Einige Frauen nennen jedoch Gründe, warum der Besuch zumindest einer Mittelschule nicht möglich war. Als größtes Hemmnis scheinen die regionalen Gegebenheiten ausschlaggebend gewesen zu sein. "

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis3
1. Einleitung6
Teil A: Theoretische Grundlagen8
2. Methodische Grundlagen8
2.1 Das narrative Interview9
2.2 Das problemzentrierte Interview12
2.3 Halboffene Interviewtechnik als Integration von Merkmalen des narrativen und des problemzentrierten Interviews15
3. Rahmenbedingungen der Sozialisation18
3.1 Private und öffentliche Erziehung18
3.1.1 Kaiserzeit und Weimarer Republik19
3.1.2 Zeit des Nationalsozialismus22
3.1.3 Wiederaufbau und Reformbestrebungen seit 194525
3.2 Berufsausbildung und Berufstätigkeit27
3.2.1 Kaiserzeit und Weimarer Republik27
3.2.2 Zeit des Nationalsozialismus31
3.2.3 Wiederaufbau und Reformbestrebungen seit 194534
3.3 Frauenbilder37
3.3.1 Kaiserzeit und Weimarer Republik38
3.3.2 Zeit des Nationalsozialismus40
3.3.3 Entwicklung des Frauenbildes in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts41
Teil B: Die Studie44
4. Frauenbilder und Rollenverhalten in der Mädchenbildung und Erziehung der HJ-Generation44
4.1 Die untersuchte Gruppe44
4.2 Vorstellungen der weiblichen Rolle49
4.2.1 Kindheit, Jugend und frühes Erwachsenenalter50
4.2.2 Familie und Partnerschaft56
4.2.3 Gesellschaftliche Normen und Erwartungen62
4.3 Zwischen Tradition und Emanzipation66
4.3.1 Weibliche Berufstätigkeit66
4.3.2 Reproduktionsarbeit75
4.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen80
5. Vergleich der Rollenvorstellungen zwischen Stadt und Land82
6. Schlussfolgerungen91
Literatur- und Quellenverzeichnis94
Anhang98

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