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Verbindlichkeit.

Eine kritisch-realistische Bestimmung der Erkenntnis und des Wesens der Gesellschaft.

AutorHeinrich Stieglitz
VerlagDuncker & Humblot GmbH
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl593 Seiten
ISBN9783428527939
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis88,00 EUR
Die Wissenschaft von der Gesellschaft ist gegenwärtig maßgeblich als Gesellschaftsphilosophie und als Soziologie ausgebildet. Versteht sich die Philosophie der Gesellschaft vor allem als Lehre vom gesellschaftlichen Sollen, so die Soziologie als Lehre vom gesellschaftlichen Sein. Diese Unterscheidung ist unglücklich. Denn das gesellschaftsphilosophische Erkennen zielt immer auch auf den Bestand der Gesellschaft. Als universalwissenschaftliches Erkennen ist es auf die Gesellschaft schlechthin ausgerichtet. Darin unterscheidet es sich von der spezialwissenschaftlichen Soziologie. Sie zielt auf die Erkenntnis nicht der Gesellschaft, sondern einer Gesellschaft. Hierbei zerfällt sie heute zumeist in mikrosoziologische und in makrosoziologische Erkenntnisweisen, die sich widersprechen. Heinrich Stieglitz unternimmt es, das Verhältnis der gesellschaftsphilosophischen und der soziologischen Seinserkenntnis aus dem einheitlichen Grund der Gesellschaft zu bestimmen. Dieser besteht als Sozialität, d. h. als Verbindlichkeit unter Menschen. Das Verbundensein als Gestaltungsziel wird in der Realität nicht immer erreicht. Die Verwirklichung einer Gesellschaft kann sozial, asozial, unsozial oder sogar antisozial sein. Diese Bestände können sodann schwanken zwischen den Polen einer Gesellschaft als etwas Besonderem oder etwas Allgemeinem, als einer Innen- oder einer Außenwelt sowie als einem Sinngehalt oder einer bloßen Tatsächlichkeit. Die genannten Gestaltungsvollzüge beim Namen zu nennen, erweist sich als die kritische Aufgabe einer realistischen Erkenntnis der Gesellschaft.

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Erster Teil: Was man heute meint, wenn man von der Gesellschaft spricht12
Erstes Kapitel: Die Vorstellungen von der Gesellschaft und das Bemühen um ihre Erkenntnis12
§ 1 Über das Vorverständnis der Gesellschaft und ihre unwillkürliche Erkenntnis12
§ 2 Über die ausdrückliche Erkenntnis der Gesellschaft durch die Gesellschaftsphilosophie und die Soziologie20
Zweites Kapitel: Die Bestimmung des „Menschen“ als eines im Ganzen gesellschaftlichen Wesens durch die herrschenden Gesellschaftswissenschaften25
§ 3 Das „Wesen“ der Gesellschaft als „Struktur“ der humanen Existenz25
§ 4 Die Erkenntnis des Verhältnisses zwischen „Mensch“ und „Gesellschaft“ als nicht bewältigte wissenschaftliche Aufgabe49
Zweiter Teil: Die Erschließung der theoretischen Erkenntnis der Gesellschaft (Grundzüge der Entwicklungsgeschichte des Gesellschaftsdenkens und der Kritik ihrer Entwicklung)69
Erstes Kapitel: Die aus ihrer ursprünglich praktischen Erkenntnis zunehmend sich herausbildende theoretische Erkenntnis der Gesellschaft69
§ 5 Die in der Lehre vom gesellschaftlichen Sollen verborgene Lehre vom gesellschaftlichen Sein69
A. Die Auffassungen der Antike und ihre Folgen für das Mittelalter69
I. Das griechische Altertum69
II. Vom Hellenismus zum Mittelalter74
III. Sein und Sollen in der polis-Gesellschaft76
IV. Der Idealrealismus der griechischen Philosophie81
V. Die Folgen des griechischen Idealrealismus für die Erkenntnis der Gesellschaft85
B. Die christlich erfüllten Auffassungen der Antike im Mittelalter93
§ 6 Die Ausbildung der theoretischen Erkenntnis der Gesellschaft96
A. Die Entbergung der theoretischen Erkenntnis der Gesellschaft im Übergang des Mittelalters zur Neuzeit96
B. Der Ausbau der theoretischen Erkenntnis der Gesellschaft in der Neuzeit123
I. Der Kartesianismus und seine Folgen123
II. Das Bemühen um eine Benennung der Vergesellung von „Menschen“128
III. Die Gesellschaft als Gesellschaft „einzelner Menschen“131
IV. Die Gesellschaft als ein „menschliches Ganzes“142
V. Das Zusammendenken von Einzelnheitlichkeit und Ganzheitlichkeit155
Zweites Kapitel: Der Selbstand, der Zustand und das Zusammensein als realistische Urmodi des endlich Seienden159
§ 7 Die gegenwärtige theoretische Erkenntnis der Gesellschaft im Streit der wissenschaftlichen Meinungen159
A. Die herrschende theoretische Erkenntnis der Gesellschaft in der Krise159
I. Das neuzeitliche humane Zusammensein als problematischer gesellschaftlicher Bestand159
II. Das Unvermögen der zeitgenössischen Gesellschaftsphilosophie, das Wesen der Gesellschaft zu bestimmen163
III. Die vielfach in sich zerfallende Soziologie168
IV. Die rätselhafte Bestimmung der Soziologie im Allgemeinen182
V. Der Aufstieg der Soziologie zur akademischen Disziplin und ihr Verfall durch ihre Überschätzung als zeitgeschichtliche Schlüsselwissenschaft207
VI. Die theoretische Erkenntnis der Gesellschaft als metagesellschaftliche und als gesellschaftsdefiziente Erkenntnis220
B. Die Auffassung der bzw. einer Gesellschaft im herkömmlichen Realismus226
§ 8 Die entdeckten Seinskategorien des Selbstandes und des Zustandes und die zu entdeckende Seinskategorie des Zusammenseins sowie die aus deren Verhältnissen folgenden seinskategorialen Ordnungsstufen231
A. Das Unbehagen im herkömmlichen realistischen Gesellschaftsdenken: Die Gesellschaft als Bestand personaler Beziehungen einerseits und als Bestand einer Sinneinheit aus Personen andererseits231
B. Die humane Existenz in ihren Seinskategorien und auf ihren seinskategorialen Ordnungsstufen: Der Selbstand, der Zustand und das Zusammensein sowie das Beisichsein und das Verbundensein244
I. Die seinskategorial erweiterte realistische Erkenntnis der ursprünglichen Bestandsweise der gesellschaftlichen Existenz-Gestalt der humanen Existenz244
Exkurs über die Benennung der dritten ursprünglichen Seinsweise des endlich Seienden: Mitsein oder Zusammensein?252
II. Nicht-realistische Bemühungen der Bestimmung des ersten Ursprungsgrundes des inneren Aufbaus der gesellschaftlichen Existenz-Gestalt der humanen Existenz273
III. Die intuitiv bestimmte phänomenologische Erkenntnis des ursprünglichen Bestandes der gesellschaftlichen Existenz-Gestalt der humanen Existenz283
Drittes Kapitel: Die zwei Existenz-Gestalten der einen humanen Existenz301
§ 9 Folgeprobleme der Erweiterung der realistischen Lehre von den Seinskategorien um die Seinskategorie des Zusammenseins auf dem Vollkommenheitsgrad des „menschlichen“ Seins301
A. Die bisher unerkannten Elemente der Existenz-Gestalten der humanen Existenz: Deren Seinsverhältnis als reale Differenz und als intentionale Identität sowie deren Verwirklichungsverhältnis als wechselseitige existentielle Kausalität301
B. Grundzüge der Lehre von der menschlichen Existenz-Gestalt der humanen Existenz319
I. Die Frage nach dem seelischen Sein der menschlichen Existenz-Gestalt vor dem Hintergrund des Problembewußtseins der zeitgenössischen Anthropologie319
II. Abriß einer sachlichen Erklärung der Seele bzw. des Seelischen als der „bestimmenden Form“ der menschlichen Existenz-Gestalt der humanen Existenz326
III. Die Verwirklichung der menschlichen Existenz-Gestalt: Der Mensch als Person, als Ich und als Persönlichkeit341
§ 10 Die humane Existenz als menschliche Existenz-Gestalt360
A. Die menschliche Existenz-Gestalt in ihren Existenzkategorien und in den ihnen zugeordneten Grundgestalten360
I. Der Mensch in seiner Befindlichkeit379
II. Der Mensch in seiner Würde384
III. Der Mensch in seinem Denken393
B. Selbstzeugnisse der als Einheit ihrer Grundgestalten verwirklichten menschlichen Existenz-Gestalt408
Dritter Teil: Die realistische Erkenntnis der Gesellschaft (Die universalwissenschaftlichen und die spezialwissenschaftlichen Grundfragen nach dem logos der societas)420
Erstes Kapitel: Grundzüge der Philosophie der Gesellschaft420
§ 11 Kleines Kompendium der realistischen Lehre von der Wissenschaft und damit auch von der realistischen wissenschaftlichen Lehre von der Gesellschaft420
A. Philosophie der Gesellschaft und Allgemeine Soziologie: Ihre wissenschaftssystematische Problematik als Universal- und als Spezialwissenschaft und ihre erkenntniskritische Problematik als empirische und als rationale Erkenntnisgestalt420
I. Vom Erkennen zum Wissen und vom Wissen zur Wissenschaft420
II. Die ersten und die nächsten Gründe als Ziel der universalwissenschaftlich-allgemeinen und der universalwissenschaftlich-besonderen sowie der spezialwissenschaftlichen Erkenntnis426
III. Der Realismus als Erkenntnisgestalt433
IV. Der Empirismus als Erkenntnisgestalt454
V. Der Rationalismus als Erkenntnisgestalt466
B. Die Lehre von den Seinsprinzipien476
§ 12 Das Aufbaugeschehen und der Aufbaubestand der Gesellschaft487
A. Die ersten Ursprungsgründe des inneren Aufbaus der Gesellschaft487
I. Der Aufbau des Bestandskerns der Gesellschaft: Die Gesellschaft als endlich Seiendes (1)487
II. Der Aufbau des Bestandskerns der Gesellschaft: Die Gesellschaft als körperlich Seiendes (2)493
III. Der Aufbau der Bestandsfülle der Gesellschaft: Das Bewußtsein der Gesellschaft (3)502
IV. Der Aufbau der Bestandsfülle der Gesellschaft: Die Ordnung der Gesellschaft (4)508
V. Das Verhältnis zwischen dem Bestandskern und der Bestandsfülle der Gesellschaft510
B. Die ersten Ursprungsgründe des äußeren Aufbaus der Gesellschaft (5)512
Zweites Kapitel: Grundzüge der Allgemeinen Soziologie518
§ 13 Die Soziologie als einzelwissenschaftliche Erkenntnis der Gesellschaft518
A. Die wissenschaftlich verschiedenen Bedeutungen des Ausdrucks Gesellschaft518
I. Der Ausdruck der Gesellschaft im gesellschaftsphilosophischen und im soziologischen Sinn518
II. Der Unterschied zwischen dem Umfang und dem Inhalt eines Begriffs518
III. Der weite und deshalb inhaltsarme Begriff der Gesellschaft in der Gesellschaftsphilosophie519
IV. Der inhaltsreiche und deswegen umfangarme Begriff der Gesellschaft in der Soziologie520
V. Die Ausrichtung der Grundfragen der Allgemeinen Soziologie nach den Grundfragen der Philosophie der Gesellschaft521
B. Das soziologische Erkennen der eigenen gegenwärtigen Gesellschaft als Regelfall der herrschenden soziologischen Erkenntnis523
§ 14 Formen der Allgemeinen Soziologie526
A. Die in sogenannten Ansätzen ausgebildete „Allgemeine“ Soziologie der eigenen Gesellschaft526
B. Allgemein-soziologische Systementwürfe aus der frühen Zeit der deutschen Soziologie528
I. Gesellschaft als Beziehung: Georg Simmel (1858–1918)528
II. Gesellschaft als Gruppe: Alfred Vierkandt (1867–1953)530
III. Gesellschaft als Gebilde (Organismus-Analogien)531
IV. Gesellschaft als Handeln: Max Weber (1864–1920)534
V. Gesellschaft als Wandeln: Hans Freyer (1889–1969)536
VI. Gesellschaft als Gestalten: Gerhard Mackenroth (1903–1953)537
VII. Gesellschaft als Gemeinschaft und Gesellschaft: Ferdinand Tönnies (1855–1936)539
VIII. Gesellschaft als Herrschaft540
Drittes Kapitel: Die Allgemeine Soziologie und die Besonderen Soziologien542
§ 15 Eine Gesellschaft als Bestand im Ganzen und in ihren Teilen542
A. Die Auffassung einer Gesellschaft durch die Allgemeine Soziologie und durch die Besonderen Soziologien542
I. Die soziologische Erkenntnis einer Gesellschaft in ihrer Gesamtheit und in ihren Bereichen542
II. Die herrschenden Auffassungen vom Verhältnis zwischen der Allgemeinen Soziologie und den Besonderen Soziologien542
B. Die Bereiche der Gesellschaft und ihr Erkennen durch die Besonderen Soziologien545
§ 16 Versuch einer Einteilung der Besonderen Soziologien547
A. Die bestehenden Auffassungen von der Ordnung der Besonderen Soziologien547
B. Vorschlag einer sinnvollen Einteilung der Besonderen Soziologien549
I. Der Vorschlag549
II. Das Ziel einer Einteilung der Besonderen Soziologien549
III. Die Gliederung der Besonderen Soziologien550
Vierter Teil: Das Wirksamsein der Gesellschaft552
Erstes Kapitel: Die Erkenntnis der Gesellschaft als Wirklichkeit552
§ 17 Die Gesellschaft als Realität und als Wirklichkeit552
§ 18 Das wirksame Denken der Gesellschaft556
Zweites Kapitel: Kritische Aufgaben der theoretischen Erkenntnis einer Gesellschaft560
§ 19 Die Wahrung der Sozialität einer Gesellschaft560
§ 20 Die Wahrung der Lebendigkeit des sozialen Bewußtseins einer Gesellschaft564
Literaturverzeichnis566
Namensverzeichnis586

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