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Lexikon der biblischen Irrtümer

AutorWalter-Jörg Langbein
VerlagLangenMüller
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl352 Seiten
ISBN9783784481241
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,80 EUR

Wir wussten es längst: "Die Bibel widerspricht sich oft selbst." So weit so gut. Auch dass (nicht nur) für den Gottesnamen der Zeugen Jehovas ein simpler Irrtum verantwortlich ist, haben wir im Grunde schon immer geahnt. Aber dass Engel keine Flügel haben und Jesus weder aus Nazareth kam noch übers Wasser gehen konnte, dass es nicht die Posaunen waren, die die Stadtmauer von Jericho zum Einsturz brachten (sondern ein profanes Erdbeben), das bringt den Glauben so manches Christen bestimmt ganz schön ins Wanken. Und das sind nur einige wenige der zahlreichen, zum Teil grundstürzenden "Enthüllungen", die der evangelische Theologe, Alien- und Ufo-Forscher Walter-Jörg Langbein für sein Lexikon der biblischen Irrtümer zusammengetragen hat.

Das Buch, so versichert der Klappentext (und wir glauben ihm), ist keines "gegen die Bibel, sondern für ein zeitgemäßes Bibelverständnis". Schließlich sei die Bibel "zu Beginn des dritten Jahrtausends wichtiger denn je". Um die Bibel im Sinne Langbeins aber richtig zu verstehen, reicht das vorliegende Lexikon vermutlich nicht hin. Die wahre Bedeutung nämlich lässt sich nur vor dem Hintergrund der anderen Arbeiten des Autors richtig einschätzen. Und in denen ist er vor allem als Experte für Außerirdisches, für UFOs und für Aliens hervorgetreten. Etwa in Götter aus dem Kosmos oder Von Außerirdischen entführt. Wer solcherlei Literatur schätzt, wird auch das Lexikon der biblischen Irrtümer mit Gewinn lesen. Dass es aber außerhalb einschlägiger Kreise "heiße Diskussionen über die Bibel entfachen wird", darf bezweifelt werden. --Andreas Vierecke

Lügt die Bibel? Irrten die Propheten? So spannend waren die biblischen Geschichten noch nie: Von A wie Auferstehung bis Z wie Zeugen Jehovas zeigt Walter-Jörg Langbein die Irrtümer der Bibel auf. Die Flucht des Volkes Israel aus Ägypten etwa ist frei erfunden, Noahs Sintflut war ein Plagiat, und Jesus kam nicht aus Nazareth ... Auf intelligente wie amüsante Weise wird das Buch der Bücher entstaubt und verständlich gemacht. 

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Leseprobe

Geisterzauber: Verboten und doch praktiziert (S.53)

Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts versuchen Wissbegierige besonders in Europa und in den Vereinigten Staaten von Amerika, die Geheimnisse des Jenseits zu erkunden. Spiritistische Sitzungen werden abgehalten. Vermeintlich übersinnlich veranlagte Medien suchen den Kontakt mit dem Totenreich.

Andere beschwören gar die Totengeister, wollen sie herbeizitieren und befragen. »Tonbandstimmenforscher« gar sind davon überzeugt, mit Verstorbenen kommunizieren und ihre Stimmen auf Tonband bannen zu können.1 Über derlei Bemühungen mag man herablassend lächeln. Oder man sieht sie als wissenschaftliches Streben nach Erkenntnis. Die Bibel aber verbietet derlei Kontaktversuche nicht nur, sie fordert die Todesstrafe für Zuwiderhandelnde. Derlei Praktiken sollen unter der Herrschaft von Richter Samuel fast schon zum Alltag gehört haben.

Sein Nachfolger, Saul, vertrieb aber »Geisterbeschwörer und Zeichendeuter aus dem Lande«.2 Als er wenig später freilich in höchste Not geriet und nicht wusste, wie er die angreifenden Philister abwehren sollte, bat er zunächst Jahwe um einen erhellenden Traum, erhielt aber keine Antwort. Niemand konnte oder wollte ihm helfen. Also suchte er die Totenbeschwörerin von En-Dor auf.3 Samuel selbst erschien schließlich als Geist aus dem Jenseits. Damit war Sauls Schicksal besiegelt. Hatte er doch gegen göttliches Gebot verstoßen.

So überließ ihn Jahwe seinen Feinden. Die Philister schlugen ihm den Kopf ab. Totenbeschwörung ist nach dem mosaischen Gesetz ein todeswürdiges Verbrechen. Ausdrücklich heißt es:4 »Wenn ein Mann oder eine Frau Geister beschwören oder Zeichen deuten kann, so sollen sie des Todes sterben. Man soll sie steinigen; ihre Blutschuld komme über sie.« Wenn wir an das Mittelalter denken, fallen uns Hexenprozesse, Folterverhöre und Scheiterhaufen ein. Die Realität sah freilich anders aus. Die großen Hexenjagden fanden nicht in den »dunklen Zeiten« des Mittelalters von etwa 500 bis 1500 nach Christus, sondern erst später, nämlich in der vermeintlich aufgeklärten Zeit von Luther, Galilei und Gutenberg statt.

Der Hexenwahn wütete besonders intensiv zwischen 1560 und 1630 – in Deutschland, Frankreich, Italien, England, Schottland, Russland, Böhmen und Skandinavien. Wie viele Menschen mögen dem Hexenwahn zum Opfer gefallen sein? Hunderttausende oder gar Millionen? Darüber streiten heute die Gelehrten. Die unsäglichen Grausamkeiten an unschuldigen Menschen wurden theologisch immer wieder mit einem Wort aus der Bibel begründet:5 »Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.« Freuen wir uns, dass dieser Vers nicht mehr angewandt wird. Denn dann wären unzählige Zeitgenossen heute mit dem Tod bedroht: Hellseher und Hellseherinnen, Astrologiekundige, ja Parapsychologen. Heute, zu Beginn des dritten Jahrtausends, praktizieren allein in England rund 10 000 Menschen Magie. Sie müssten nach dem Gebot der Bibel alle hingerichtet werden.

Haben sie sich doch zu zahllosen kleinen geheimen Zirkeln zusammengeschlossen! Und sie stöbern in mittelalterlichen Zauberbüchern und versuchen, uralte Rituale neu zu beleben. Im ganzen Land bekannt ist Ruth Knight, die sich als Magierin und Hexe bezeichnet. Sie erklärt:6 »Wir verehren die ursprünglichen Muttergottheiten, rufen sie an. Die Natur ist uns heilig. Magische Praktiken werden nicht ausgeübt, um anderen zu schaden, sondern gelten dem Schutz von Mutter Erde!« Erleben wir eine Wiedergeburt uralter Kulte?

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort10
Altes Testament14
Abschalom: Vierfacher Vater ohne Kinder?16
Ascherah : Rückkehr einer Göttin17
Auge Gottes: Blasphemischer Übersetzungsfehler22
Auszug aus Ägypten - eine erfundene Story23
Baal - Jahwes schärfster Konkurrent31
Bann: Massenmord im Namen Gottes33
Brudermord und Blutrache37
Cherubim waren keine Engel39
David war weder mächtig noch fromm42
Erbsünde - im Widerspruch zum "Alten Testament"47
Esra: Rechenfehler bleibt Rechenfehler!51
Fruchtbarkeit: Verbot von Empfängnisverhütung52
Geisterzauber: Verboten und doch praktiziert54
Gesicht Gottes: Niemand sieht Gott?56
Goliath: David tötete nicht den Riesen57
Hölle und Himmel: Der Irrtum vom " fertigen Glauben "61
Homosexualität: Todesstrafe für "Sünder"63
Hosianna: Was der Ruf wirklich bedeutet67
Israel: Der mit Gott kämpfte und siegte!70
Jericho - Erdbeben statt Posaunen72
Josua: Wo lag das Gelobte Land?76
Kamele: Erfundene "Historie"79
Kanon: Übersetzungsfehler und die Qual der Auswahl81
Könige: Falsche Fakten84
Lilith - Adams verteufelte Frau86
Massenflucht: Ein unmögliches Märchen!88
Menschenopfer: Von Gott gefordert oder verboten?94
Michal: Fünffache Mutter ohne Kinder?96
Monotheismus - der Irrtum vom Eingottglauben98
Mord - im Auftrag Gottes102
Mose - schrieb nicht die fünf Bücher Mose104
Noah: Die Flutstory - ein Plagiat111
Onan: Sünder oder biblisches Justizopfer?113
Orgel: Wie durch einen Übersetzungsfehler die Orgel in die Bibel kam114
Propheten waren keine Hellseher117
Quellen: Irrt die Wissenschaft?119
Rippe: Uraltes Bild fordert Gleichberechtigung121
Salomo, der Kleine123
Schöpfungsberichte: Irrtümer und Widersprüche128
Seele: Kein Unterschied zwischen Mensch und Tier..., sagt die Bibel!130
Terach: Widersprüchliche Altersangaben133
Teufel - Absturz aus dem Himmel134
Todesstrafe: Was die Bibel alles fordert!138
Turmbau und Sprachverwirrung141
Unsterblichkeit: Unbekannt im "Alten Testament"144
Urknall - oder Schöpfung?146
Vegetarismus: Widersprüchliches und Irrtümer150
Walfisch: Jonas und Jesus152
Weltbilder - Irrtümer der Übersetzer154
Xerxes - und Esther, das "Kuckucksei" der Bibel160
Yesod: Verborgene Aussagen164
Zahlen: Hier irrt die Bibel!167
Zedekias "friedlicher" Tod und falsche Vorhersagen170
Zeugen Jehovas: Wie ein falscher " Gottesname " entstand175
Neues Testament180
Abendmahl - Widersprüche und eine mögliche Erklärung182
Auferstehung Christi: Widersprüche in den Evangelien187
Bethlehem: So wurde ein heidnischer Kultort christianisiert190
"CMB": "Könige" waren Astrologen195
Dreifaltigkeit: In der Bibel unbekannt!197
E wie Ehe, Ehescheidung und Ehebruch200
Engel hatten keine Flügel204
Erlöst - nicht Erlöser208
Esel: Ein biblisches Märchen und Jesu Ritt auf zwei Eseln209
Evangelien: Fragen verboten?213
Fels: Warum nannte Jesus Simon "Petrus"?218
Galiläa: Synonym für Rebellion?219
Hass: Fordert Jesus Hass gegen die Eltern?220
Hochzeit zu Kana: Die wahre Bedeutung des" Weinwunders "221
INRI - Die Kreuzinschrift hat es nie gegeben223
Israel: Falscher Widerspruch um seinen Tod228
Jungfrau: Geboren von der Jungfrau?229
Kaiser: Wie aus einem revolutionären Jesuswort eine Belanglosigkeit wurde236
Kamel: durch's Nadelöhr?239
Kindermord von Bethlehem: Eine fromme Erfindung und noch Wundersameres240
Longinus: Vom namenlosen Soldaten zum Heiligen245
Maranatha - Von der Schwierigkeit beim Übersetzen247
Messias: Warten auf den Erlöser249
Nazareth: Jesus kam nicht aus Nazareth251
Ostern: Wie der Hase in die Bibel kam255
Petrus: Verrat und der Schrei des Hahns258
Pilatus - Menschenfreund oder Despot?259
Qumran: Damaskus lag am Toten Meer261
Rabbi: Wie Jesus wirklich angeredet wurde264
Scheiterhaufen: Wurde Jesu Leichnam verbrannt?265
Simon: Wie aus einem Essener ein Aussätziger wurde267
Stammbaum Jesu: Widersprüche und eine falsche Lösung271
Taufe: Jesu großer Irrtum274
Tempelreinigung: Anfang oder Ende?281
Ungläubige: Ungewöhnliche Strafe282
Unterwelt: Infernalisches Paradies?283
Verlassen vom Vater: Jesu letzte Worte wurden falsch übersetzt285
Versuchung - Übersetzungsfehler im Vaterunser288
Verwerfung: Begründung für Antisemitismus in der Bibel?291
Weihnachten: Spekulationen und ein Übersetzungsfehler293
Wiedergeburt: Spuren im "Neuen Testament"298
Wunder - Jesus wandelte nicht auf dem See301
Wunderheilung: Jesus und der Gelähmte303
X wie Christus305
Ysop: Rätselraten um eine Pflanze306
Zeloten: Wer starb mit Jesus?307
Nachwort: Was ist die Bibel?310
Quellenverzeichnis314
Altes Testament315
Neues Testament337

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