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Dr. Francia, Diktator Paraguays 1814-1840 - Der Versuch einer Interpretation seiner Herrschaft im lateinamerikanischen Kontext: Caudillo und Charismatiker?

AutorBirgit Hittenberger
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2003
Seitenanzahl125 Seiten
ISBN9783638189170
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis13,99 EUR
Diplomarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Geschichte - Amerika, Note: gut, Universität Wien (FB Geschichte), Sprache: Deutsch, Abstract: Paraguay war das erste Land Lateinamerikas, das offiziell die Unabhängigkeit von Spanien erklärte und sich gleichzeitig vom Vizekönigreich Río de la Plata lossagte. An diesem Unabhängigkeitsprozess Paraguays hatte der kreolische Advokat Dr. José Gaspar Rodríguez de Francia einen erheblichen Anteil. Er entsprang der Asuncener Elite und war in Asunción als Rechtsanwalt tätig. Durch sein Mitwirken wurde die Republik ausgerufen und daraufhin wurde er gemeinsam mit dem Militär Fulgencio Yegros zum Konsul gewählt. 1814 ließ er ließ sich auf einem Volkskongress, bei dem zum ersten Mal das allgemeine Wahlrecht für Männer angewandt wurde, zum Diktator für fünf Jahre begrenzt wählen und wurde 1816 vom alljährlich zusammenkommenden Kongress zum 'Dictador Supremo' auf Lebzeiten gewählt. Seit dem Zeitpunkt seiner Wahl zum Diktator konnte Dr. Francia mit unumschränkter Macht herrschen und bewahrte sich diese absolute Machtstellung bis zu seinem Tod im Jahre 1840. Während seiner fast dreißigjährigen Herrschaft wurde die Opposition, die sich aus der spanischen und kreolischen Elite zusammensetzte, unterdrückt und nicht einmal eine große Verschwörung im Jahre 1820, an der ein großer Teil der Oligarchie beteiligt war, konnten den Diktator seine Machtstellung streitig machen. Damit stellt er ein seltenes Beispiel eines Herrschers in den Revolutions- und Bürgerkriegen Lateinamerikas der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar, der bis zu seinem Tode seine Macht erhalten konnte und eines natürlichen Todes starb. In der Historiographie löste die Persönlichkeit Francias eine recht widersprüchliche Diskussion aus, die bis heute nicht entschieden zu sein scheint. Lange Zeit im 19. Jahrhundert bot die Politik Francias großen Anlass zur Kritik, die vor allem von seinen politischen Gegnern, der kreolisch-spanischen Oligarchie und den sich in Paraguay aufhaltenden Aus-ländern, geführt wurde. Deswegen war seine Herrschaft lange hindurch nur als reine Tyrannei bekannt, die er durch grausame Repression aufrechterhalten konnte. Die moderne Historiographie jedoch unternahm eine gewaltige Anstrengung, dieses Bild des Tyrannen einer sorgfältigen Analyse zu unterziehen und entdeckte in ihm einen Vorläufer sozialistischer Ideen, der durch aufgeklärtes Gedankengut das Wohl der Mehrheit der Be-völkerung im Auge hatte und vor allem den Aufbau einer sicheren, souveränen und unabhängigen Nation gewährleisten wollte.

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