Freiberufler sind auf dem Arbeitsmarkt in vielen Branchen sehr gefragt. Mittlerweile erwirtschaftet diese Berufsgruppe etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Besonders in der IT-Branche setzen viele große Unternehmen auf das Können der sogenannten Freelancer. Ein großer Vorteil für diese Unternehmen ist, dass sie fest angestellte Mitarbeiter einsparen können, weil sie den freiberuflich Tätigen nur anfordern müssen, wenn sie tatsächlich Bedarf haben. Dies bedeutet für Freiberufler, dass sie große Chancen haben, gleichzeitig aber auch ein gewisses Risiko tragen müssen.

Freiberufler haben durch ihre Tätigkeit viele Möglichkeiten zur freien Entfaltung

Die freiberufliche Tätigkeit bietet in nahezu allen Branchen viele Möglichkeiten. Wer beispielsweise in der IT-Branche als Programmierer oder Webdesigner tätig ist oder im künstlerischen Bereich als Texter oder Grafiker arbeitet, kann sich in seinen Aufträgen sehr oft frei entfalten. Bei guten Arbeiten und erfolgreich abgeschlossenen Projekten, werden die Freelancer oftmals an andere Unternehmen weiterempfohlen. Des Weiteren sind Freiberufler ihr eigener Chef und können ihre Arbeitszeit und ihr Arbeitspensum selbst festlegen. Da in vielen Branchen die Aufträge direkt am Computer erledigt werden können, steht auch der Arbeit von zu Hause aus nichts im Weg. Ein weiterer Vorteil einer freiberuflichen Tätigkeit ist die steuerliche Behandlung. Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer entrichten und keine doppelte Buchführung betreiben. Anstatt der jährlichen Steuererklärung wird vom Finanzamt nur eine Einnahme-Überschuss-Rechnung über das laufende Geschäftsjahr verlangt. Freiberufler sind auch keine Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer.

Auch bei Freiberuflern ist nicht alles Gold, was glänzt

Da ein Freiberufler selbstständig arbeitet, trägt er auch das komplette Risiko für seine Tätigkeit. Anders als in einem Angestelltenverhältnis, muss der Freelancer seine Kunden und die dazugehörigen Aufträge und Projekte selbst suchen. Auch nach der Erledigung eines Auftrags müssen die Kunden immer wieder betreut werden. Dadurch ist der Selbstständige im Grunde auch ein Revenue-Manager. Es ist möglich, dass es Tage oder Wochen gibt, in den die Auftragslage sehr schlecht ist. Es kann auch vorkommen, dass keine Aufträge oder Projekte angeboten werden. Im umgekehrten Fall besteht die Möglichkeit, dass die Auftragslage in manchen Zeiträumen so hoch ist, dass das Pensum kaum zu schaffen ist. Freiberufler können in diesem Zeitraum aber die Risiken auf ein Minimum reduzieren und vorarbeiten. Ein weiterer Nachteil sind säumige Auftraggeber, die vereinbarte Zahlungsfristen nicht einhalten. Dieser Umstand kann zu Mahnungen oder auch zu Klagen führen. Die Kosten trägt in diesem Fall oft erst mal der Kläger. Nach der eigentlichen Tätigkeit nimmt auch die Buchführung eine gewisse Zeit in Anspruch. Einige dieser buchhalterischen Tätigkeiten sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden. Selbstverständlich können sich Freiberufler auch an einen Steuerberater wenden. Ein Steuerberater verursacht allerdings wieder zusätzliche Kosten. Ein besonderer Punkt ist die Krankenversicherung eines Freiberuflers. Besonders privat Versicherte müssen ab einem hohen Lebensalter auch hohe Beiträge entrichten. Seit einigen Jahren ist aber eine freiwillige Krankenversicherung bei einem gesetzlichen Krankenversicherer möglich. Wer dies in Betracht zieht, sollte sich unbedingt im Vorfeld beraten lassen.

Eine Beratung im Vorfeld kann für Freiberufler sehr aufschlussreich sein

Wer als Freiberufler die nötigen Qualifikationen besitzt und sich selbstständig machen möchte, sollte im Vorfeld auf jeden Fall alle Chancen und Risiken abwägen. Der Markt für die angebotene Leistung muss im Vorfeld sondiert werden, da es möglich ist, dass sich zu viele Mitbewerber oder zu wenig Auftraggeber in der Branche befinden. Oftmals ist auch ein Gang zu einem Rechtsanwalt oder einem Steuerberater hilfreich, da dort eine kompetente Beratung angeboten wird. Vor diesem Besuch sollten auch Freiberufler einen aussagekräftigen Businessplan entwerfen, in dem die finanziellen Aspekte aufgeführt sind. Wichtig sind auch ein gesundes Maß an Motivation und der Spaß an der Arbeit.

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