“Minus mal Minus ergibt Plus”: Diese mathematische Vorzeichenregel lernen wir schon im Kindesalter und sie begleitet uns ein Leben lang. Die Tatsache, dass aus zwei negativen Vorzeichen ein Plus werden kann, mag aber anfangs etwas seltsam erscheinen. Ähnlich kurios ist auch das sogenannte Parrondos Paradox. Der Intuition widersprechend besagt dieses Paradox vereinfacht ausgedrückt, dass, wer zweimal verliert, gewinnt. Dieses Konzept ist unter anderem natürlich für Spieler äußerst interessant. Doch was genau steckt dahinter und wie kann man sich dieses und andere Gewinnkonzepte zunutze machen?

Was genau versteht man unter Parrondos Paradox?
Das Parrandos Paradox wurde nach seinem Entdecker, dem spanischen Physiker Juan Manuel Rodriguez Parrondo benannt. Im Jahr 1996 erkannte Parrondo, dass es möglich ist, zwei sogenannte “losing games” mit einer Gewinnerwartung zu verbinden. Ausgangspunkt für das Paradox sind zwei Glücksspiele. Da Casinos immer einen Hausvorteil haben, sind die Chancen größer, dass der Spieler einen Verlust anstatt einen Gewinn machen wird. Am Beispiel eines Münzwurfs lässt sich das Paradox gut veranschaulichen.

Beim ersten Spiel hätte man theoretisch eine Gewinnchance von 50:50, aufgrund des Hausvorteils ist die Chance zu gewinnen jedoch kleiner als zu verlieren. Beim zweiten Durchgang sieht das Ganze jedoch schon deutlich komplizierter aus. Sollte der Spieler bisher einen Gewinn angesammelt haben, der sich durch die Zahl 3 teilen lässt, dann stehen die Chancen für ihn schlecht. Die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts liegt bei 9/10. Die Gewinnchancen liegen also nur bei 1:10. Ist der Gewinn jedoch durch Drei teilbar, dann stehen die Chancen deutlich besser. Die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns liegt dann nämlich bei 3:4.

Für einen Spieler gibt es also gute und schlechte Situationen. Es kommt immer darauf an, ob sich der Gewinn durch Drei teilen lässt. Durch die Spielgebühr handelt es sich dabei jedoch langfristig um ein Verlustspiel. Spielt man in einem dritten Spiel Spiele A und B in keiner bestimmten Reihenfolge, dann wird aus den beiden “losing games” ein “winning game”, denn kombiniert man die beiden miteinander, dann erlebt man im Schnitt häufiger einen Gewinn als einen Verlust. Letztendlich ist es jedoch nicht wirklich ein Paradox, sondern eine logisch nachzuvollziehende Konsequenz stochastischer Abhängigkeit. Was sich daraus jedoch lernen lässt, ist, dass das Glücksspiel gegen einen guten Mathematiker für viele Menschen schnell zum Verlustgeschäft werden kann.

Gewinnstrategien beim Blackjack
Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, seine Gewinnchancen bei Spielen wie Roulette, Blackjack und Co. zu verbessern. Beim Blackjack gibt es sogar eine ziemlich große Anzahl an legalen Möglichkeiten, die eigenen Chancen zu steigern. Eine dieser Methoden ist das sogenannte “Edge Sorting”. Dabei vergleicht man das Muster auf den Kartenrückseiten. Oftmals entstehen während des Druckprozesses kleine Inkonsistenzen im Muster, wodurch man unter Umständen herausfinden kann, welche Karte als Nächstes kommt oder welche Lochkarte der Dealer hat. Ein Spieler kann sich durch diese Methode einen Vorteil von bis zu 10 Prozent über die Spielhalle verschaffen.

Eine weitere Methode sind die sogenannten Nebenwetten, auch Sidebets genannt. In den Vereinigten Staaten gibt es eine Einsatzgrenze für Nebenwetten – normalerweise liegt diese bei 25 Dollar. In internationalen Casinos gibt es diese Begrenzung jedoch nicht, was die Wetten zu einer lukrativen Gewinnmethode machen kann. Hierbei werden Wetten auf die ausgeteilten Kartenkombinationen abgegeben. Beliebte Kombinationen, auf die gewettet wird, sind unter anderem das Perfect Pair (Karten der gleichen Farbe, 25:1), das farbige Paar (Karten der gleichen Farbe/unterschiedlicher Farben, 15:1) und gemischtes Paar (rote und schwarze Karten mit übereinstimmenden Werten, 5:1).

Gewinnstrategien beim Roulette
Beim Roulette sind vor allem das Martingale und das Parlay System sehr bekannte Erfolgsstrategien. Beim Martingale System verdoppelt der Spieler bei jedem Verlust seinen Einsatz. Wer zum Beispiel in der ersten Runde auf Rot setzt und verliert, der setzt beim nächsten Durchgang wieder auf Rot, doch verdoppelt seinen Einsatz. Der Einsatz wird immer weiter verdoppelt, bis man gewinnt. Nach einem Gewinn setzt man wieder seinen Einsatz wie am Anfang des Spiels. Zwar hat man gute Chancen auf einen Gewinn, doch kann diese Methode sehr schnell auch sehr teuer werden, da der Einsatz bei jedem verlorenen Spiel exponentiell ansteigt. Das Spielprinzip ist jedoch sehr einfach zu erlernen.

Gleiches gilt auch für das Parlay System. Anfangs muss man sich ein Ziel setzen, welches man mit einem im Voraus festgelegten Geldeinsatz erreichen möchte. Eine solche Zielsetzung sorgt dafür, dass man sein Budget nicht überschreitet und nicht aus Versehen mehr verspielt, als man sich leisten kann.

Die Grundlage ist sehr simpel: Das gewonnene Geld bezahlt den folgenden Einsatz. Zum Beispiel: Man hat das Ziel 400 Euro zu gewinnen und beginnt mit einem Wetteinsatz von 20 Euro. Nach einem Sieg hat der Spieler 40 Euro. Gewinnt er wieder, hat er 80 Euro. Nun könnte man seine 80 Euro auf eine Sechs Linien Wette, die eine Auszahlung von 5:1 verspricht, wetten. Ist man wieder erfolgreich, dann hat man sein Ziel schon erreicht.

Eine Gewinngarantie kann man bei einem Glücksspie leider nie erwarten, andernfalls wäre es ja auch kein Glücksspiel. Dennoch kann man sich als Spieler verschiedene Methoden und Strategien zunutze machen, um seine eigenen Gewinnchancen zu erhöhen. Oftmals braucht man dafür jedoch eine Menge Geduld, da sich der Gewinn nicht sofort, sondern erst über einen längeren Zeitraum einstellt. Ein gutes Verständnis von Wahrscheinlichkeitsrechnung und anderen mathematischen Konzepten ist natürlich von großem Vorteil, wenn man sich Strategien wie das Parrondos Paradox zunutze machen möchte.

Petra Lehnert
Im Sandfeld 11b

41334 Nettetal