Die deutsche Wirtschaft rutscht infolge des Corona-Shutdowns mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine tiefe Rezession. Das signalisiert der aktuelle Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung

Verschlechterte Bedingungen

Dass sich die Rezessionswahrscheinlichkeit mehr als verdoppelt hat, beruht nach Analyse des IMK darauf, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen drastisch verschlechtert haben, dass die Aktienmärkte eingebrochen sind und sich Stimmungsindikatoren eingetrübt haben. Hinzu kommt die sinkende Zahl offener Stellen und ein weiterer Rückgang der Auftragseingänge aus dem Ausland, so die Experten.

Für das Quartal von April bis Ende Juni zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 78,1 Prozent an – nach 34,8 Prozent im März. Das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem schaltet deshalb auf „rot“, was eine akute Rezessionsgefahr bei mehr als 70 Prozent Wahrscheinlichkeit bedeutet.

Erholung nur bedingt möglich

„Die deutsche Wirtschaft wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Frühjahrs- und im Sommerquartal schrumpfen“, sagt Sebastian Dullien, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. Zum Jahresende könnte eine Erholung einsetzen. „Voraussetzung ist aber, dass es gelingt, ab Anfang Mai die Kontaktbeschränkungen ohne gravierende Rückfälle zu lockern. Zudem ist es wichtig, die Kaufkraft der Beschäftigten so gut wie möglich zu sichern.“

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