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E-Book

Alarm im Darm

Mythos Reizdarm - was Ihrer Verdauung wirklich hilft

AutorVolker Schmiedel
VerlagTrias
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl104 Seiten
ISBN9783432100531
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Endlich Ruhe im Bauch! Quälender Durchfall, Verstopfung und ständiges Rumoren - die Chance ist hoch, dass auch Sie eine Fehldiagnose bekommen haben. In 90 von 100 Fällen werden bei Darmproblemen die Auslöser nicht erkannt, und dem verzweifelten Patienten wird attestiert: Organisch alles ok! Dr. Volker Schmiedel ist im Schweizer Paramed Ambulatorium mit den Schwerpunkten Ernährung und Nährstoffversorgung tätig. Er konnte zahlreichen Reizdarm-Patienten helfen - und hat auch Antworten auf Ihre Fragen: - Ursachen. Woher kommen meine Beschwerden? Alles über Fettverdauungsstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Bakterien und Darmpilze. - Diagnostik. Ist die Darmspiegelung wirklich sinnvoll? Welche Labortests bringen Klärung? - Prophylaxe. Helfen Bakterienkulturen oder Enzyme bei der Vorbeugung? Wie bringe ich meinen Darm nach einer Antibiotika-Einnahme wieder in Balance? Kommen Sie den wirklichen Ursachen Ihrer Verdauungsbeschwerden auf die Spur, und fühlen Sie sich endlich wieder wohl.

Dr. med. Volker Schmiedel war fast 20 Jahre lang als Chefarzt der Inneren Abteilung der ganzheitlich ausgerichteten Habichtswald-Klinik Kassel tätig. Inzwischen praktiziert er im naturheilkundlichen Ambulatorium Paramed im Schweizer Baar. Seine Patienten behandelt er bevorzugt mit natürlichen Behandlungsmethoden. Er bildet auch Ärzte in Naturheilverfahren fort. Seine Devise lautet: "So wenig Schulmedizin wie nötig, so viel Naturheilkunde wie möglich." Volker Schmiedel weiß aus langjähriger Erfahrung: "Darmprobleme können sich über Monate oder gar Jahre hinziehen, ohne dass eine korrekte Diagnose gestellt wird - stattdessen wird häufig schlicht auf ein vermeintliches Reizdarmsyndrom verwiesen. Mit diesem Buch möchte ich Ihnen helfen, den wahren Ursachen Ihrer Probleme auf den Grund zu gehen und damit auch der Linderung Ihrer Beschwerden einen großen Schritt näher zu kommen."

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Leseprobe

1 Reizdarm – was es ist und was es nicht ist


Wenn im Folgenden von Reizdarm die Rede ist, dann soll damit das »echte Reizdarmsyndrom« gemeint sein – im Gegensatz zum Pseudoreizdarm

Synonyme für Reizdarm:

  • Colon irritabile

  • Irritable Bowel Syndrome (IBS)

  • spastisches Kolon

  • Colica mucosa

  • funktionelle Darmbeschwerden

Epidemiologen (Spezialisten für statistische Erhebungen in der Medizin) behaupten, dass 15 bis 25 Prozent der Menschen in Industrienationen Reizdarmbeschwerden aufweisen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Die unterschiedlichen Häufigkeiten hängen davon ab, wie stark die Beschwerden sind. Bei dieser Angabe sind auch die leichten bis mäßigen Beschwerden eingeschlossen. Nicht jeder hat dabei einen so starken Leidensdruck, dass er damit zum Arzt geht. Wirklich starke Beschwerden, die den Patienten damit in die Arztpraxis treiben, haben meiner Schätzung nach jedoch bestimmt 5 Prozent, vielleicht sogar 10 Prozent aller Erwachsenen.

In den Umfragen werden dabei stets die Reizdarmbeschwerden abgefragt. Die Diagnose »Reizdarm« darf daraus jedoch noch nicht gefolgert werden. Sie ist eigentlich eine Ausschlussdiagnose, d. h., man müsste diagnostisch alle anderen infrage kommenden Krankheiten ausgeschlossen haben – was allerdings so gut wie nie geschieht.

1.1 Schwierig zu klassifizieren: Reizdarmsymptome


Definitionsgemäß (sogenannte Rom-III-Kriterien) sprechen wir von einem Reizdarm, wenn Schmerzen oder Unwohlsein im Bauch an mindestens drei Tagen pro Monat innerhalb von drei Monaten plus zwei der unten aufgeführten zusätzlichen Beschwerden bestehen. Natürlich stehen Schmerzen und Blähungen bei Beschwerden des Reizdarmsyndroms ganz weit vorn. Das Problem ist, dass alle in der Übersicht angegebenen Symptome bei einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse genauso wie bei einer Milchzuckerunverträglichkeit oder aber bei einer Nahrungsmittelallergie auftreten können. Anhand der Beschwerden allein sind diese Krankheiten kaum voneinander und schon gar nicht vom Reizdarm unterscheidbar – genau das macht es ja so schwierig, die richtige Diagnose zu stellen.

Zusätzliche Beschwerden bei Reizdarm:

  • Besserung nach Stuhlgang

  • Änderung der Stuhlfrequenz

  • Änderung von Stuhlkonsistenz oder -aussehen

Ein Reizdarm liegt aber nur dann vor, wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind. Und genau das geschieht in den wenigsten Fällen. In diesem Buch erfahren Sie, was alles Reizdarmbeschwerden verursachen kann, aber eben kein Reizdarm ist. Ein paar Besonderheiten helfen uns aber weiter: Bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche kommt es fast immer zu einem Durchfall, wenn etwa fettreiche Speisen verzehrt werden. Ebenso bei einer Milchzuckerunverträglichkeit nach Milchverzehr. Und auch Allergiker reagieren bei dem Genuss »ihrer« Lebensmittel meist mit Gasbildung und Durchfall.

1.1.1 Wechsel der Beschwerden


Gerade der Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung ist typisch, wenn auch leider nicht beweisend für den Reizdarm. Weitere Indizien, die den Verdacht auf den Bösewicht Reizdarm lenken:

  • kein Gewichtsverlust in den letzten Monaten/Jahren

  • deutliche und inadäquat erscheinende Krebsangst

  • keine nächtlichen Beschwerden

  • Beschwerden werden schlimmer bei Stress oder Konflikten

  • Beschwerdeverbesserung an Wochenenden oder im Urlaub

  • weitere funktionelle Störungen

Viele Reizdarmpatienten beschäftigen sich fast nur noch mit ihrem Darm und was ihm gut tut oder eben nicht, was kein Wunder ist, denn die Beschwerden sind zum Teil sehr unangenehm. Daher dreht sich irgendwann alles ums Essen und die dadurch vielleicht ausgelösten Beschwerden. Oft haben die Patienten auch Angst, dass es Krebs sein könnte (obwohl doch die drei Darmspiegelungen in den letzten fünf Jahren nichts dergleichen ergeben haben).

Reizdarm führt nur selten zu einer Gewichtsreduktion – und wenn, dann nur weil der Patient sich kaum noch traut, irgendetwas zu essen. Wenn Sie aber beispielsweise 6 kg im letzten halben Jahr abgenommen haben, ohne dass Sie Ihre Nahrungszufuhr eingeschränkt haben, muss unbedingt nachgeschaut werden, ob eine organische Erkrankung dahintersteckt. Dann muss der Stuhl auf den Fettgehalt untersucht werden, dann kann auch einmal eine Darmspiegelung angezeigt sein, um einen Tumor auszuschließen. Und es können gegebenenfalls auch andere bildgebende Verfahren nötig sein, um organische Erkrankungen auszuschließen, z. B. CT, MRT.

Reizdarmpatienten haben einen Pferdemagen

Wussten Sie das? Einem Menschen bescheinigt man einen Pferdemagen, wenn er praktisch alles verträgt. Dabei ist der Verdauungstrakt der vierbeinigen Reittiere recht sensibel – eben wie beim Reizdarm. Menschen mit einem angeblichen Pferdemagen müsste man hingegen eigentlich einen Geierdarm attestieren. Diese Aasfresser verdauen wirklich nahezu alles und müssen auch mit bakteriell verseuchter Nahrung gut fertigwerden.

1.1.2 Der Reizdarm lässt Sie nachts in Ruhe


Wenn Sie z. B. eine Fettverdauungsstörung haben und abends fettreich essen, dann ist Ihre Nacht gelaufen. Die Gasproduktion in Ihrem Darm wird Sie kaum zur Ruhe kommen lassen. Der Reizdarm lässt Sie hingegen nachts meist gut schlafen, jedenfalls was das Gas angeht. Was macht Ihr Darm, wenn Sie mal nachts um drei Uhr aufwachen? Wie fühlt sich der Bauch an, wenn Sie morgens aufstehen und noch nicht gefrühstückt haben? Der Reizdarm lässt sie nachts und früh morgens meist in Ruhe, wird aber in der Regel im Tagesverlauf immer gereizter.

Stress mag er schon gleich gar nicht. Ein schwieriges Kundengespräch, Druck vom Chef oder ein Streit mit dem Partner steigert Ihre Beschwerden? Am Wochenende, im Urlaub oder durch Entspannungsübungen wird es deutlich besser? Das könnte auf einen Reizdarm hindeuten. Auch wenn weitere funktionelle Störungen vorliegen, steigert dies die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen des Reizdarms. Ich drücke mich hier bewusst so vorsichtig aus.

Kein Symptom allein beweist den Reizdarm. Und leider können wir auch nicht sagen, dass der Reizdarm gesichert ist, wenn Sie z. B. vier der aufgeführten Symptome aufweisen. Aber je besser Sie sich in der Liste wiederfinden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass doch ein »richtiger« Reizdarm vorliegt.

1.2 Ursachen für einen Reizdarm


Ebenso können andere funktionelle Störungen darauf hinweisen, dass eben auch im Darm eine funktionelle Störung vorliegt. Von einer funktionellen Störung sprechen wir, wenn keine organische Ursache den Beschwerden zugrunde liegt. Ein Beispiel hierfür ist: Wenn Sie Harndrang und Brennen beim Wasserlassen haben, denken wir natürlich an einen Harnwegsinfekt. Lassen sich aber auch bei wiederholten Untersuchungen keine Bakterien im Urin nachweisen, wird die Diagnose »Reizblase« gestellt. Vergleichbar ist dies mit der Situation, wenn jemand Herzbeschwerden hat, die an eine Verengung der Herzkranzgefäße denken lassen, die kardiologischen Untersuchungen wie Belastungs-EKG oder sogar Herzkatheter aber keinen pathologischen Befund ergeben. Dann muss ernsthaft an funktionelle Herzbeschwerden gedacht werden.

In der Regel leiden Patienten mit funktionellen Beschwerden genauso unter ihrer Erkrankung wie Patienten mit organischen Krankheiten, und sie bilden sie sich auch nicht ein oder simulieren sogar (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Symptome außerhalb des Darms, die oft gleichzeitig auftreten:

  • Schlafstörungen

  • Erschöpfung

  • Kopfschmerzen

  • Rückenschmerzen

  • Angststörungen

  • Depressionen

  • Reizblase

  • Reizmagen

  • ...
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Liebe Leserinnen, liebe Leser8
Ursachen10
Reizdarm – was es ist und was es nicht ist11
Schwierig zu klassifizieren: Reizdarmsymptome11
Ursachen für einen ­Reizdarm14
Gestörte Darmflora und Darmpilze15
Eine psychosomatische Erkrankung21
Weitere Ursachen für ­Reizdarmbeschwerden23
Gleiche Symptome – verschiedene Ursachen25
Gallensäureverlustsyndrom25
Gallenfunktionsstörung26
Bauchspeichel­drüsenschwäche29
Laktoseintoleranz30
Fruktoseintoleranz30
Sorbitintoleranz31
Glutenunverträglichkeit32
Histaminintoleranz33
Nahrungsmittelallergien33
Diagnose36
Welche Untersuchung ist sinnvoll?37
Häufige Untersuchungen38
Stuhldiagnostik – ­aber ­richtig39
Befunde: So lesen Sie sie richtig41
Blutdiagnostik – aber ­richtig43
Wie erkenne ich …45
Ein Gallensäureverlust­syndrom?45
Eine Gallenfunktions­störung?45
Eine Bauchspeichel­drüsenschwäche?46
Eine Laktoseintoleranz?47
Eine Fruktoseintoleranz?48
Eine Sorbitintoleranz?50
Eine Glutenunverträg­lichkeit?50
Eine Histaminintoleranz?53
Eine Nahrungsmittel­allergie?54
Mehrfach betroffen?58
Therapie60
Funktionsstörungen61
Hilfe bei Gallensäure­verlustsyndrom61
Hilfe bei Gallenfunktionsstörung62
Hilfe bei Bauchspeichel­drüsenschwäche63
Hilfe bei Laktoseintoleranz65
Wichtige Regeln bei ­Fruktoseintoleranz68
Hilfe bei Sorbitintoleranz69
Hilfe bei Glutenunverträglichkeit70
Hilfe bei Histaminintoleranz72
Hilfe bei Nahrungsmittel­allergien74
Therapie des Leaky-­Gut-Syndroms75
Probleme durch Infektionen und Antibiotika76
Symptomlinderung von Bauchbeschwerden83
Was tun bei Verstopfung?83
Was tun bei Durchfall?85
Was tun bei Blähungen?86
Hilfe beim richtigen Reizdarm89
Medikamentöse Therapie des Reizdarms89
Heiltees92
Naturheilkundliche ­Maßnahmen93
Der Einfluss der Psyche95
Service97
Meine Symptome als Kopiervorlage97
Literatur98
Laborwerte verstehen99
Labore und Hersteller100
Stichwortverzeichnis101

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