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Das Bild der Psychiatrie in unseren Köpfen

Eine soziologische Analyse im Spannungsfeld von Professionellen, Angehörigen, Betroffenen und Laien

AutorWerner Vogd
VerlagVerlag für Wissenschaft und Forschung
Erscheinungsjahr2001
Seitenanzahl214 Seiten
ISBN9783897002593
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,90 EUR
Die Fortschritte in den Neurowissenschaften, die Selbstreflexion der Sozialpsychiatrie, aber auch die Erfahrungen der Bewegung der Psychiatriebetroffenen, lassen es notwendig erscheinen, erneut ein Resümee zu ziehen: Wie stellt sich Psychiatrie heute dar, was kann sie leisten und was könnte sie leisten? Zur Sprache kommen hier unterschiedliche Akteure, die im Feld der Psychiatrie jeweils ihren eigenen Platz einnehmen: Psychiatriebetroffene, Angehörige, Laien, Pflegepersonal, Psychologen, Ärzte und Wissenschaftler. Aus dem Vergleich der unterschiedlichen Perspektiven ergibt sich ein differenzierteres Bild, in dem Widersprüche und Ungleichzeitigkeiten erscheinen, die einer genaueren Analyse bedürfen. Einige dieser Gegensätze liegen in der Natur psychischer Erkrankung selbst begründet und zeigen grundsätzliche Paradoxien der Therapie von Menschen mit geschädigter Autonomie auf. Andere Widersprüche resultieren aus der Geschichte der Psychiatrie: die düstere, schwarze Psychiatrie der ersten Hälfte des Jahrhunderts steht den neueren humanistischen Entwicklungen der Psychiatrie gegenüber. Außerdem zeigen sich in der psychosozialen Versorgung einige Lücken, die oft nur durch therapeutische Entscheidungen "wider besseren Wissens" gefüllt werden können. Fehlbehandlungen sind in dieser Hinsicht auch die Konsequenz einer verfehlten Gesundheitspolitik. In gewisser Hinsicht stellen die Ergebnisse dieser Studie auch eine Bestands- aufnahme der Psychiatrie in Deutschland dar. Ihre Probleme, aber auch ihre Chancen werden deutlich sichtbar.   

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Einleitung
  2. Bilder der Psychiatrie - empirischer Teil: Zentrale Bilder
  3. Bilder der Psychiatrie - empirischer Teil: Therapie
  4. Bilder der Psychiatrie - empirischer Teil: Gesellschaft
  5. Das Bild der Psychiatrie im wissenschaftlichen Diskurs: Betroffene, Angehörige und Personal
  6. Das Bild der Psychiatrie im wissenschaftlichen Diskurs: Gewalt, Therapie und Öffentlichkeit
  7. Psychiatrie der Zukunft -> Wohin soll es gehen?
  8. Literatur
Inhaltsverzeichnis
Danksagung4
Inhaltsverzeichnis6
Einleitung8
Qualitativer Zugang: den Spuren des subjektiven Erlebens folgen11
Diskursanalystischer Teil: Reflexionen psychiatrischen Lebens14
Polykontexturalität: systemische Zusammenschau der Perspektiven15
A. Bilder der Psychiatrie in ausgewählten Köpfen: empirischer Teil18
Die Akteure18
Transkriptionsregeln20
I. Zentrale Bilder21
Spontane Assoziationen zum Begriff ‘Psychiatrie’21
(a) Negativ-ablehnende Antworten21
(b) Positiv-wertschätzende Antworten24
(c) Ambivalente Antworten26
Diskussion: Psychiatrie als widersprüchliche Einheit27
Schutz und Zwang28
(a) Schutzfunktion29
(b) Gewalt33
(c) Verweigerung35
Diskussion: vom Dilemma geschädigter Autonomie37
Stigmatisierung und Akzeptanz39
(a) Diagnose und Krankheitsbegriff39
(b) Akzeptanz psychiatrischer Erkrankungen im privaten Umfeld42
(c) Stigmatisierung in der Berufswelt46
(d) Gesellschaftlicher Abstieg48
Diskussion: Paradoxien der Psychiatrisierung49
II. Therapie54
(a) Aufenthaltslager:54
(b) Medikamente und Elektroschock55
(c) Subjektivität und Autonomie62
(d) Akzeptieren63
(e) Therapeutische Beziehungen67
(f) Vertrauen und Wahrhaftigkeit69
(g) Nichttherapie als Therapie71
(h) Unterstützung der Angehörigen72
(i) Heilung der Heiler75
Diskussion: Therapien in widersprüchlichen Einheiten77
III. Gesellschaft82
(a) Medikalisierung82
(b) Strukturelle Probleme85
(c) Richtige Adresse89
(d) Öffentlichkeit91
Diskussion: psychiatrische Versorgung innerhalb gesellschaftlicher Kräftefelder94
B. Das Bild der Psychiatrie im wissenschaftlichen Diskurs98
Betroffene: Entdeckung der Subjektivität des psychisch Kranken98
(a) Bedürfnisse psychiatrischer Patienten101
(b) Biographie psychiatrischer Patienten101
(c) Rehabilitation105
(d) Lebensqualität109
Die Angehörigen113
(a) Das Joch der Angehörigen114
(b) Negatives Image der psychiatrischen Kernberufe114
(c) Schuldgefühle115
(d) Wünsche der Angehörigen an die Psychiatrie115
(e) Bedürfnis nach Ausgrenzung psychisch Kranker116
(f) Angehörige: Co-Therapeuten oder Multiplikatoren der Krankheit?117
(g) Die Ressource „Angehörige” nutzen lernen117
Das Personal119
(a) Heilen und Ordnen: Psychiatrie im doppeltem Auftrag:119
(b) Objekt Mensch: die Seele in medizinischer Codierung120
(c) Semantik der Macht als Drehpunkt psychiatrischer Institutionen120
(d) Umkehr der Rollen: Beziehungsfallen psychiatrischer Arbeit122
(e) Mitfühlende Macht: Gewalt im Dienste des Patienten123
(f) Emotionale Überforderung125
(g) Wem dient die Psychiatrie: dem Personal oder dem Patienten?127
(h) Therapie: Beruhigung der Therapeutenseele?128
(i) Heilen oder Erziehen: versteckte pädagogische Ziele129
(j) Nicht mehr leisten können: Therapie im Armutsbewusstsein130
(k) Der Patient in der Kaste der Unberührbaren: depersonalisierende Kommunikation131
(l) Vom Schaden der Tabuisierung oder von der Notwendigkeit, Probleme benennen zu dürfen132
Gewalt132
(a) Totale Institution133
(b) Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung134
(c) Sanfte Gewalt therapeutischer Programme136
(d) Patientengewalt: bizarre Reaktion oder verstehbare Aggression138
(e) Therapeutengewalt: Helfer im Dilemma140
(f) Gewalt verschleiern oder als notwendiges Übel akzeptieren141
(g) Trotz Gewalt: es besser machen143
Therapie145
(a) Auflösung der Grenzen zwischen Geist und Materie146
(b) Biologische Psychiatrie151
(c) Sozialpsychiatrie156
(d) Nicht Therapie159
(e) Antipsychiatrie161
(f) Phänomenologische und konstruktivistische Zugänge164
(g) Narrative Dekonstruktion psychiatrischer Objektivität168
(h) Multidimensionale Psychiatrie171
Öffentlichkeit178
(a) Einstellungstendenzen gegenüber psychisch Kranken179
(b) Angst vor dem gewalttätigen Verrückten180
(c) Laientheorien über die Ursache psychischer Erkrankungen181
(d) Psychiatrie als Institution des Horrors184
(e) Schöne neue Welt: der Mensch als Marionette totalitärer Technokraten186
(f) Stereotype Figuren der Verücktheit: dämonisches Monster oder verrücktes Genie?191
C. Psychiatrie der Zukunft -> Wohin soll es gehen?194
(a) Abschlieflende Diskussion194
(b) Schlussfolgerungen200
Literatur202

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