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Der Rohstoff Holz als Kapitalanlage

Eine Betrachtung der Assetklasse Wald

AutorAnonym
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl64 Seiten
ISBN9783656887164
FormatePUB/PDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 2,0, Frankfurt School of Finance & Management, Veranstaltung: Private Banking, Sprache: Deutsch, Abstract: Schon seit Jahrhunderten investiert der Mensch in werthaltige Rohstoffe. Dabei galt Wald als Reservoir des nachwachsenden Rohstoffes Holz schon vor langer Zeit als ein beliebtes Anlageobjekt. In der Vergangenheit war Forstbesitz jedoch vor allem eine Domäne des Adels. Erst in den 1980er Jahren erkannten in den USA auch professionelle Asset-Manager, dass mit Investitionen in sog. Timberland Profit erzielt werden kann. Als einer der ersten institutionellen Investoren weltweit gilt die amerikanische Havard Management Company, die das Stiftungsvermögen der Eliteuniversität Havard verwaltet. Ein weiterer Vorteil war, dass sich diese Form der Vermögensanlage sehr gut für die Strukturierung des Stiftungsportfolios eignete. Es konnten große Volumina langfristig in eine beständige Sachwertanlage investiert werden. Diese Anlagestrategie führte zu einer sinnvollen Streuung des Kapitals in verschiedene Anlageklassen, was in der Vermögensverwaltung unter dem Gesichtspunkt der Risikoreduzierung eine wichtige Rolle spielt. Die Einzigartigkeit dieser Kapitalanlage besteht darin, dass durch den biologischen Reife- und Wachstumsprozess der Bäume, das Investment stetig an Wert gewinnt. Der naturgegebene Wertzuwachs entsteht auch, wenn es an den Börsen turbulent zugeht und ist somit völlig unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen. Durch den von den Finanzmärkten abgekoppelten, stetigen Wertzuwachs bietet Wald hervorragende Diversifikationsmöglichkeiten. Doch nicht nur bei institutionellen, auch bei privaten Anlegern erfreuen sich Geldanlagen in Wald immer größerer Beliebtheit. Neben den positiven Renditeaussichten wird diese Entwicklung auch durch den Beginn der jüngsten Finanzkrise im Jahr 2007 und den bis heute daraus resultierenden Turbulenzen an den internationalen Börsen verstärkt. Ein weiterer Aspekt, der eine Kapitalanlage in Wald immer attraktiver erscheinen lässt, ist die derzeit stattfindende Diskussion über Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel dieser Arbeit ist es, die Attraktivität von Wald als Assetklasse aus Anlegersicht zu analysieren und zu bewerten. Dazu werden zunächst grundlegende Informationen zum Rohstoff Holz und zur Forstwirtschaft gegeben. Darauf aufbauend werden die besonderen Eigenschaften sowie Chancen und Risiken, die mit dieser Anlageklasse verbunden sind beleuchtet und schließlich mögliche Investitionsformen rund um das Thema Wald vorgestellt.

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Leseprobe

2. Der Rohstoff Holz


 

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Hintergrundinformationen zum Rohstoff Holz, die für die spätere Bewertung der Anlageklasse Wald von Bedeutung sind. Im ersten Schritt erhält der Leser einen Überblick über globale Megatrends und deren Einfluss auf die weltweite Bedeutung des Rohstoffes Holz. Anschließend werden die Verwendungsmöglichkeiten des erneuerbaren Rohstoffes Holz dargestellt. Im dritten Abschnitt folgt die Erläuterung der Entwicklungen auf dem internationalen Holzmarkt.

 

2.1. Globale Megatrends und deren Einfluss auf die Bedeutung von Holz


 

Im 21. Jahrhundert steht die Menschheit vor beachtlichen sozialen und ökologischen Herausforderungen, die zu einem sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ermahnen, um den folgenden Generationen lebenswerte Bedingungen auf unseren Planeten zu hinterlassen. Das Bevölkerungswachstum, die Endlichkeit der fossilen Energieträgern sowie der Klimawandel zählen zu Megatrends die in diesem Abschnitt näher beleuchtet werden.[11] Aufgrund dieser unaufhaltbaren, globalen Entwicklung dürfte der Rohstoff Holz als Investitionsobjekt wohl auch künftig weiter an Attraktivität gewinnen. So hat sich laut dem im Jahr 2009 veröffentlichten Bericht „State of the World´s Forest“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen der weltweite Verbrauch von Holz seit 1960 verdreifacht und wird bis zum Jahr 2050 um weitere 50 % ansteigen.[12] Die weltweite Waldfläche schrumpft hingegen um aktuell 13 Mio. Hektar pro Jahr.[13] D. h. bei einer wachsenden Nachfrage nach Holz einerseits, steht auf der Angebotsseite immer weniger Wald zur Verfügung, was zu einer Erhöhung des Holzpreises führen könnte.

 

Wachsende Weltbevölkerung

 

Ein Grund dafür ist die steigende Anzahl der Weltbevölkerung, die am 31.10.2011 erstmals die Marke von 7 Milliarden Menschen überschritt. Pro Sekunde kommen statistisch gesehen 2,6 Menschen hinzu, sodass für das Jahr 2050 eine Zahl von 9,3 Milliarden auf der Erde prognostiziert wird.[14] Aus dem explosionsartigen Weltbevölkerungswachstum resultiert ein enormer Anstieg der Nachfrage nach natürlichen Ressourcen. Insbesondere Schwellenländern wie China oder Indien fragen Holz für Wohn- und Heizzwecke sowie für Verpackung und Papier verstärkt nach. Festzustellen ist dabei, dass der Bevölkerungszuwachs vor allem in den Metropolen zu verzeichnen ist. Lebten in 2005 noch 49 % der Weltbevölkerung in Städten, so wird für das Jahr 2030 ein Anteil von 60 % erwartet. Mit der zunehmenden Urbanisierung steigt der Bedarf am knappen Faktor Land für Wohngebiete, Einkaufszentren, Industriegebieten und flächenintensiven Sportstätten, wie z. B. Golfplätzen, stark an. Da bei diesen Nutzungsarten der wirtschaftliche Ertrag, zumindest kurzfristig, höher ausfällt, müssen zu Gunsten derer land- und forstwirtschaftliche Flächen weichen.[15] Darüber hinaus entsteht durch den immensen Anstieg der globalen Population auch ein erhöhter Bedarf an Lebensmitteln, insbesondere an Fleischprodukte. Um diesen zu decken, wurde beispielsweise in Brasilien die großflächige Abrodung des Amazonasregenwaldes begangen, um Agrarflächen zum Anbau von Sojapflanzen zu gewinnen. Die Ernte dieser Monokulturen[16] wird wiederum für die Viehfütterung verwendet.[17]

 

Endlichkeit fossiler Energieträger

 

Eine weitere Herausforderung mit der wir konfrontiert sind, ist, dass die weltweiten Vorräte an fossilen Energieträgern[18], wie Erdöl, Kohle und Erdgas in einigen Jahrzehnten aufgebraucht sein werden und uns damit zur Energieerzeugung nicht mehr zur Verfügung stehen werden.[19] Aktuell werden fast 90 % der gesamten Energie weltweit durch fossile Brennstoffe produziert. Um den globalen Hunger nach Energie zu sättigen, muss folglich auf erneuerbare Energien[20] ausgewichen werden. Dabei spielt der nachwachsende Rohstoff Holz als Substitutionsgut eine immer wichtigere Rolle.[21]

 

Klimawandel

 

Regenerative Energien werden jedoch nicht nur wegen der knapper werdenden fossilen Energieträger, sondern auch aufgrund des Klimawandels weiter an Bedeutung gewinnen. Denn ein weiterer Nachteil der nicht nachwachsenden Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und Erdgas ist, dass bei der Energiegewinnung durch deren Verbrennung Kohlendioxid[22] freigesetzt wird. Man geht davon aus, dass die Hauptursache für die Klimaerwärmung der vermehrte CO-Gehalt in der Erdatmosphäre ist, der seit Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert signifikant angestiegen ist. Kohlendioxid bindet die Sonnenwärme in der Atmosphäre und dies führt zu einer Erwärmung der Erdoberfläche. Man spricht in diesen Zusammenhang auch vom Treibhauseffekt.[23] In den vergangenen hundert Jahren erhöhte sich die Durchschnittstemperatur weltweit um circa 0,7 Grad Celsius. Dadurch schmelzen immer mehr Gletscher ab und der Meeresspiegel erhöht sich. Mit dem globalen Temperaturanstieg nehmen auch die Wetterextreme zu, es kommt zu immer heftigeren Stürmen, Regenfällen, Hochwasser, Überschwemmungen und Dürreperioden.[24] Doch nicht nur die exzessive Verwendung der fossilen Energieträger verursacht den Klimawandel, das weltweite Waldsterben beschleunigt diese Entwicklung ebenso. Da Bäume während des natürlichen Wachstumsprozesses das Treibhausgas Kohlendioxid binden, ist deren Verbrennung somit CO-neutral. Diese Faustregel gilt jedoch nur, wenn genauso viele Pflanzen verwertet werden, wie wieder nachwachsen können. Derzeit werden jedoch Wälder schneller abgeholzt als sie nachwachsen können. Aktuell verschwinden weltweit innerhalb von zwei Jahren Waldflächen, die der Größe Deutschlands entsprechen. Der anhaltende Raubbau, der besonders in den Regenwäldern betrieben wird, hat zur Folge, dass es nach Berechnungen von Wissenschaftlern des Smithsonian Tropical Research Institute in 20 Jahren ein Viertel des Amazonaswaldes nicht mehr geben wird. Ca. 10 % des CO-Ausstoßes wird durch die Waldzerstörung verursacht, das restliche Kohlendioxid entsteht jedoch weitestgehend durch die Verbrennung fossiler Energiestoffe.[25] Der Klimawandel spricht dafür, dass künftig die Erhaltung der Wälder stärker an Bedeutung gewinnen wird, um deren kohlendioxidsenkende Funktion zur Minderung des Treibhauseffektes zu nutzen.

 

2.2. Der erneuerbare Rohstoff Holz


 

Holz ist als Produkt der Natur für die Menschheit in der Geschichte schon immer ein wertvoller Rohstoff gewesen. Durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten steigt die globale Nachfrage nach Holz und Holzprodukten fast ununterbrochen an. Holz stellt weltweit einen wichtigen Roh-, Bau-, Brenn- oder Werkstoff dar. Verwendet als Bau- oder Werkstoff zeichnet sich Holz durch seine unverwechselbaren natürlichen Eigenschaften bezogen auf Festigkeit, Oberflächenhärte, Bearbeitbarkeit, Struktur und Farbe aus und unterscheidet sich zu anderen Substitutionsstoffen wie Aluminium, Stahl, Beton oder Kunststoff. Als Brenn- und Heizstoff wird Holz in unterschiedlichen Ausprägungen verwendet, ob als Scheitholz für Kamin bzw. Scheitholzkessel oder in Form von Pellets für Holzpelletsheizungen. Auch Biomasseheizwerke und –kraftwerke bedienen sich Holzreste oder Hackschnitzel als Brennstoff. Als Brennstoff verhält sich Holz im Gegensatz zu Öl oder Gas CO2-bilanzneutral, da nur so viel Kohlenstoff freigesetzt wird, wie der Baum beim Wachsen der Atmosphäre entzogen hat. Holz ist somit nicht nur ein nachwachsender sondern auch umweltfreundlicher Rohstoff. [26]

 

2.3. Der Holzmarkt


 

Im Zuge der Globalisierung und den Verbesserungen im Logistikbereich wächst der internationale Handel nahezu in allen Bereichen. Heute hat sich auch der Holzmarkt zu einem international verflochtenen komplexen Markt entwickelt und spielt im Welthandel eine zentrale Rolle. Die Produktion bzw. Verarbeitung von Holzprodukten zählt zu den weltweiten Wachstumsbranchen. Lag der Gesamtwert der gehandelten Holzprodukte im Jahr 1983 noch bei 60 Milliarden US-Dollar konnte im Jahr 2005 ein Wert von 257 Milliarden US-Dollar verzeichnet werden, was einem Wachstum von 6,8 % p. a. in diesem Zeitraum entspricht. Die gehandelten Holzprodukte lassen sich in die drei Kategorien Holzhalbwaren, Holzprodukte und sekundäre Holzprodukte einteilen. Unter der Bezeichnung Holzhalbwaren subsumiert man Faserstoffe und Papier, beim Begriff Holzprodukte handelt es sich um Rundholz, Hackschnitzel, Schnittholz sowie Holzplatten und der Kategorie sekundäre Holzprodukte werden beispielsweise Möbel zugeordnet. Der Anteil von sekundären Holzprodukten am gesamten Handelswert von Holzprodukten stieg dabei überdurchschnittlich mit 8 % pro Jahr.[27]

 

Die regionale Struktur des internationalen Weltholzhandels lässt sich aufgrund fehlender aktuellerer Daten nur aus dem Jahr 1999 aufzeigen, die auf den damals gültigen Handelsgewichtungen basiert. In dieser Statistik wurden nur Holzhalbwaren und Holzprodukte erfasst, sekundäre Holzprodukte finden keine Berücksichtigung. Die In- und Exportströme sind in Tabelle 1 dargestellt. Hierbei ist festzustellen, dass die Industriegebiete...

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