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Differentielle Psychologie – Persönlichkeitsforschung

AutorHannelore Weber, Thomas Rammsayer
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl292 Seiten
ISBN9783840921728
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR
Der Band ergänzt die Darstellung der Persönlichkeitstheorien um eine Einführung in grundlegende Methoden der Persönlichkeitsforschung und zentrale Inhaltsgebiete der Differentiellen Psychologie, die sich auf interindividuelle Unterschiede in Intelligenz und Leis­tung, Motivation, Affekt, Erwartungen und Überzeugungen sowie auf Aspekte des Sozialverhaltens beziehen. Die insgesamt zwölf Kapitel geben in verständlicher Sprache einen Überblick über grundlegende Methoden der Persönlichkeitsforschung und zentrale In­haltsgebiete, in denen interindividuelle Unterschiede erforscht werden. Dazu gehören interindividuelle Unterschiede in der Intelligenz, in Erwartungen und Überzeugungen, in Zielen und Motiven, in Emotionalität und Expressivität, in Selbstregulation und Selbstkontrolle sowie in Partnerwahl und Sexualverhalten als Beispiele für differenzielle Aspekte des Sozialverhaltens. Weitere Kapitel beziehen sich auf Geschlechtsunterschiede und auf die Frage nach dem Einfluss von Erbe und Umwelt auf interindividuelle Unterschiede. Das Buch eignet sich sowohl für das Selbststudium als auch als Begleittext für ­einschlägige Lehrveranstaltungen im Bachelor-Studium. Zahlreiche Kästen mit Beispielen, Tabellen und Abbildungen strukturieren den Text und erleichtern die Prüfungsvorbereitung.

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Kapitel 1: Einfu¨hrung
  3. Kapitel 2: Methoden der Persönlichkeitsforschung
  4. Kapitel 3: Methoden der biologischen Persönlichkeitsforschung
  5. Kapitel 4: Verhaltensgenetische Methoden
  6. Kapitel 5: Erwartungen und Überzeugungen
  7. Kapitel 6: Motive und Ziele
  8. Kapitel 7: Emotionalität und Expressivität
  9. Kapitel 8: Selbstkontrolle und Selbstregulation
  10. Kapitel 9: Intelligenzmodelle
  11. Kapitel 10: Quantifizierung und Verteilung von Intelligenz
  12. Kapitel 11: Geschlechtsunterschiede
  13. Kapitel 12: Differenzielle Aspekte des Partnerwahl- und Sexualverhaltens
  14. Anhang
Leseprobe
Die nomothetische Forschung stößt jedoch nach Stern (1911, S. 3) an ihre Grenzen, „je enger der Umkreis der Gruppe, je spezifischer die Typik ist, deren Wesen bestimmt werden soll. Der Einschlag des Besonderen in das Allgemeine wird immer stärker, und die Grenze ist dort erreicht, wo die einzelne Individualität selber zum Problem wird“. Individualität als „die Asymptote der Gesetze suchenden Wis­ senschaft“ ist nach Stern (1911, S. 4) aus allgemeinen Gesetzen nicht ableitbar. Daraus folgt für die Differentielle Psychologie, dass sie ihre nomothetischen Methoden um idiographische Methoden erweitern muss, die das einzelne Individuum oder die Individualität zum For­ schungsgegenstand haben. Auch für die idiographische Forschung ergeben sich nach Stern zwei Perspektiven, wobei er in beiden Fällen eine streng empirische Vor­ gehensweise fordert (vgl. Abbildung 2):
• Die Psychographie hat nach Stern die Aufgabe, die an einer ein­ zelnen Person feststellbare Merkmalsfülle zunächst umfassend zu beschreiben und im nächsten Schritt nach strukturellen, die Vielfalt wieder vereinigenden, übergeordneten Prinzipien zu suchen.
• Die Komparationsforschung beinhaltet den systematischen Ver­ gleich zwischen mehreren Personen, deren jeweilige Individualität nach den Richtlinien der Psychographie beschrieben wurde.

Die vier Teilgebiete der Differentiellen Psychologie, die William Stern entworfen hat, bieten auch heute noch eine hilfreiche Struktu­ rierung der Persönlichkeitsforschung. Der Schwerpunkt liegt gegen­ wärtig eindeutig auf dem nomothetischen Zugang, ohne dass jedoch die idiographische Perspektive gänzlich aus dem Blickfeld der Per­ sönlichkeitsforschung geraten ist. Welche künftigen Wege die Per­ sönlichkeitsforschung angesichts der Entwicklung in den Neurowis­ senschaften gehen wird, in denen personspezifische Besonderheiten wie im Falle der „individualisierten Medizin“ zunehmend Beachtung finden, bleibt offen. Spannend wird die weitere Fortentwicklung des Faches allemal.

Zusammenfassung

Gegenstand der Persönlichkeitsforschung sind interindividuelle Unterschiede, die sich in einem breiten Spektrum an affektiven, kognitiven, motivationalen und verhaltensbezogenen Merkmalen manifestieren, sowie ihre biologischen, psychologischen und so­ zialen Ursachen und Folgen. Die Persönlichkeitsforschung bedient sich einer Vielzahl unterschiedlicher Methoden, wobei in jüngerer Zeit die Methodenpalette vor allem um (neuro)biologische und molekulargenetische Verfahren erweitert wurde. Die Entwicklung der Persönlichkeitsforschung wurde durch viele Forscherpersön­ lichkeiten geprägt, die zugleich auch wichtige theoretische Bei­ träge geleistet haben. Von besonderer Bedeutung für die Differen­ tielle Psychologie war William Stern, der mit seiner Unterscheidung von je zwei nomothetischen und idiographischen Forschungsrich­ tungen eine grundlegende Strukturierung der Persönlichkeitsfor­ schung entworfen hat.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis7
Kapitel 1: Einfu?hrung13
1.1 Die Vielzahl der Merkmale14
1.2 Die Vielfalt der Methoden16
1.3 Ein Blick in die Geschichte18
Zusammenfassung21
Kapitel 2: Methoden der Persönlichkeitsforschung23
2.1 Selbsteinschätzungen und Selbstberichte24
2.2 Verhaltensbeobachtung und verhaltensbasierte Einschätzungen32
2.3 Leistungstests und kognitive Methoden37
2.4 Ambulantes Assessment41
Zusammenfassung44
Fragen45
Kapitel 3: Methoden der biologischen Persönlichkeitsforschung47
3.1 Elektroenzephalogramm48
3.2 Positronen-Emissions-Tomografie54
3.3 Magnetresonanztomografie56
3.4 Pharmakopsychologische Untersuchungsstrategien59
3.5 Molekulargenetische Verfahren63
3.6 Ausblick65
Zusammenfassung66
Fragen66
Kapitel 4: Verhaltensgenetische Methoden67
4.1 Quantitative Genetik und polygene Merkmale68
4.2 Der Erblichkeitskoeffizient68
4.3 Verschiedene Untersuchungsdesigns zur Erfassung der Erblichkeit72
4.4 Quantifizierung der Erblichkeit bei verschiedenen Untersuchungsdesigns76
4.5 Selektive Partnerwahl78
4.6 Erblichkeitsschätzungen für verschiedene Persönlichkeitsmerkmale79
4.7 Umwelteinflüsse82
4.8 Erbe-Umwelt-Interaktion84
Zusammenfassung85
Fragen86
Kapitel 5: Erwartungen und Überzeugungen87
5.1 Formen der Erwartungen88
5.2 Optimismus90
5.3 Selbstwirksamkeitserwartung99
5.4 Kontrollüberzeugungen101
5.5 Attributionsstile103
Zusammenfassung106
Fragen107
Kapitel 6: Motive und Ziele109
6.1 Needs und Presses110
6.2 Implizite und explizite Motive114
6.3 Zur Erfassung von Motiven116
6.4 Ziele120
6.5 Wie bewusst sind Ziele?124
6.6 Ziele und Wohlbefinden125
Zusammenfassung128
Fragen129
Kapitel 7: Emotionalität und Expressivität131
7.1 Emotionalität132
7.2 Expressivität140
7.3 Emotionsregulation142
7.4 Stressbewältigung149
7.5 Emotionale Intelligenz150
Zusammenfassung152
Fragen153
Kapitel 8: Selbstkontrolle und Selbstregulation155
8.1 Interindividuelle Unterschiede in Strategien und Mechanismen der Selbstkontrolle156
8.2 Interindividuelle Unterschiede im Ausmaß an Selbstkontrolle165
8.3 Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Prozesse der Selbstregulation172
Zusammenfassung174
Fragen175
Kapitel 9: Intelligenzmodelle177
9.1 Was ist Intelligenz?178
9.2 Modelle der Intelligenz181
Zusammenfassung198
Fragen198
Kapitel 10: Quantifizierung und Verteilung von Intelligenz199
10.1 Das Intelligenzalter nach Binet und Simon (1905)201
10.2 Kritik am Konzept des Intelligenzalters203
10.3 Der Intelligenzquotient nach Stern (1912)204
10.4 Der Abweichungs-IQ nach Wechsler (1939)206
10.5 Der Abweichungs-IQ und die Normalverteilung von Intelligenzwerten207
10.6 Extremvarianten der Intelligenz: Hochbegabung und Intelligenzminderung210
10.7 Klassifikation der Intelligenzminderung nach ICD-10-GM211
Zusammenfassung214
Fragen214
Kapitel 11: Geschlechtsunterschiede215
11.1 Geschlechterähnlichkeit statt Geschlechterunterschiede?217
11.2 Erklärungsansätze228
11.3 Der Einfluss der Stereotype231
Zusammenfassung234
Fragen235
Kapitel 12: Differenzielle Aspekte des Partnerwahl- und Sexualverhaltens237
12.1 Traditionelle Konzepte des Partnerwahlverhaltens238
12.2 Soziobiologische und evolutionspsychologische Konzepte des Partnerwahl- und Sexualverhaltens240
Zusammenfassung252
Fragen253
Anhang255
Literatur257
Glossar276
Sachregister289

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