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E-Book

Herausforderung Euro

Wie es zum Euro kam und was er für Deutschlands Zukunft bedeutet

AutorHans Tietmeyer
VerlagCarl Hanser Fachbuchverlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl340 Seiten
ISBN9783446403482
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
Wie kommen wir wirtschaftlich wieder auf einen Spitzenplatz? Was muss getan werden, damit der Euro dauerhaft stabil bleibt?

Wer die Herausforderungen von morgen meistern will, muss die Geschichte des Euro kennen. Hans Tietmeyer hat den europäischen Integrationsprozess über vierzig Jahre begleitet und stand in dieser Zeit mit allen wichtigen Akteuren in Kontakt.

In diesem Buch beschreibt er die großen Weichenstellungen auf dem langen Weg zum Euro und zieht eine erste Zwischenbilanz. Zugleich wirft er einen persönlichen Blick auf manche Machtkämpfe und Auseinandersetzungen im Hintergrund.

Pressestimmen

Financal Times Deutschland, 09.02.2005:
"Spannend wird das Buch, wenn der frühere Zentralbanker aus dem Nähkästchen plaudert."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 06.02.2005:
"Mit der Lektüre ist es wie mit einem erstklassigen Bordeaux: Man hätte gerne mehr."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2005:
"All das ist in dieser wünschenswerten Deutlichkeit lange nicht mehr zu lesen gewesen."

Der Autor

Hans Tietmeyer war von 1993 bis 1999 Präsident der Deutschen Bundesbank. Von 1982 bis 1990 war er Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, zuvor seit 1962 im Bundesministerium für Wirtschaft. 

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt und Ein Wort zuvor
  2. Kapitel 1 Historischer Prozess und politische Weichenstellungen
  3. Kapitel 2 Unterschiedliche nationale Erfahrungen und Präferenzen
  4. Kapitel 3 Währungspolitik wird in der EG zunehmend zum Thema
  5. Kapitel 4 Gipfelkonferenz von Den Haag 1969 und Werner-Gruppe
  6. Kapitel 5 Im Ministerrat: Nur Teileinigung möglich
  7. Kapitel 6 Die Währungsschlange: Ein Konstrukt mit vielen Misserfolgen
  8. Kapitel 7 Eine neue deutsch-französische Initiative: Das Europäische Währungssystem von 1978/79
  9. Kapitel 8 Neuorientierung der französischen Stabilitätspolitik
  10. Kapitel 9 Weichenstellung durch die Einheitliche Europäische Akte
  11. Kapitel 10 Erneute Forderungen nach mehr Symmetrie
  12. Kapitel 11 Neue Signale im Vorfeld des Hannover-Gipfels
  13. Kapitel 12 Die Delors-Gruppe und ihr Bericht
  14. Kapitel 13 Europäische Weichenstellungen im Wendejahr 1989/90
  15. Kapitel 14 Vorentscheidungen für den Vertrag über die Wirtschafts- und Währungsunion
  16. Kapitel 15 Schwieriger Endspurt auf dem Weg zum Maastricht-Gipfel
  17. Kapitel 16 Monetäres Beben von 1992
  18. Kapitel 17 Schweres Nachbeben 1993 und allmähliche Beruhigung
  19. Kapitel 18 Eintritt in die zweite Stufe 1994
  20. Kapitel 19 Stabilitäts- und Wachstumspakt und Euro-Gruppe
  21. Kapitel 20 Konvergenzberichte 1998
  22. Kapitel 21Startbeschluss von Brüssel – vom Personalstreit überschattet
  23. Kapitel 22 Erste Weichenstellungen in der Europäischen Zentralbank
  24. Kapitel 23 Positive Zwischenbilanz der Währungspolitik
  25. Kapitel 24 der Währungspolitik Beschäftigungsprobleme
  26. Kapitel 25 Mängel bei der Fiskaldisziplin
  27. Kapitel 26 Mehr politische Integration?
  28. Anmerkungen und Literatur
  29. Namenregister und Sachregister
Leseprobe
KAPITEL 11 Neue Signale im Vorfeld des Hannover-Gipfels (S. 114-115)

Die hartnäckige Abwehr der Forderungen nach Einbindung der deutschen Geldpolitik durch verstärkten Druck von außen förderte auch in der französischen Politik offenbar zunehmend die Erkenntnis, dass ein dauerhaftes »Mehr an Symmetrie« in der europäischen Geldpolitik letztlich wohl nur in einem gemeinsamen Währungsraum mit einer dauerhaften Übertragung weitergehender Entscheidungskompetenzen auf eine supranationale Zentralbank zu erreichen sei. Nachdem man bis dahin vor allem auf eine innereuropäische Abstimmung der nationalen Geldpolitiken untereinander und die finanzielle Unterstützung durch einen Europäischen Währungsfonds gesetzt hatte, sprachen französische Politiker jetzt auch vorsichtig von der Möglichkeit einer späteren Europäischen Zentralbank. Minister Balladur bezeichnete im Sommer 1987 den bestehenden Fonds für währungspolitische Zusammenarbeit als einen möglichen Embryo für eine Europäische Zentralbank. Und Präsident Mitterrand erwähnte das Ziel einer Europäischen Zentralbank erstmals in einer Pressekonferenz am 22.Oktober 1987.

Offensichtlich unzufrieden mit den bisherigen Ergebnissen seiner Bemühungen hatte Minister Balladur schon im Herbst 1987 seine Mitarbeiter im Trésor gebeten, eine Ausarbeitung mit konkreten Vorschlägen für die Weiterentwicklung der währungspolitischen Zusammenarbeit vorzubereiten. Auf der Grundlage dieser Vorarbeiten legte er am 8. Januar 1988 – im Vorfeld der für Mai vorgesehenen Präsidentschaftswahlen in Frankreich – ein Memorandum vor.

Neben konkreten Vorschlägen für die Weiterentwicklung des EWS befasste es sich auch mit den Zielvorstellungen für die angestrebte einheitliche Währung und die Rolle einer Europäischen Zentralbank. In der Kommentierung gegenüber der Presse sprach Balladur erstmals auch davon, dass eine solche Europäische Zentralbank, die er allerdings erst für das Jahr 2000 als denkbar ansah, auch eine »gewisse Autonomie« erhalten könne. Diese Aussage war für uns in Deutschland umso interessanter, als Präsident Mitterrand dieses Balladur-Memorandum in einem Interview mit einer deutschen Zeitung ausdrücklich positiv bewertete. Wohl zeigte Balladur sich wenige Wochen später noch sehr zögernd, der Banque de France selbst schon bald eine größere Unabhängigkeit einzuräumen, wobei er auf die aus seiner Sicht mit der unabhängigen Position der Bundesbank verbundenen Probleme für die politischen Instanzen in Deutschland hinwies. Trotz dieser Vorbehalte glaubten wir in den Äußerungen aus Paris jedoch eine gewisse Veränderung der bisher in der französischen Politik dominierenden Ablehnung eines supranationalen Zentralbanksystems zu erkennen. Hinzu kam, dass auch der damalige italienische Schatzminister Giuliano Amato am 23. Februar allen EGFinanzministern eine ausführliche Stellungnahme mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung des EWS zuleitete, in der ebenfalls von einer Entwicklung hin zu einem Europäischen Zentralbanksystem die Rede war.
Inhaltsverzeichnis
EIN WORT ZUVOR6
INHALT8
KAPITEL 1 Historischer Prozess und politische Weichenstellungen12
KAPITEL 2 Unterschiedliche nationale Erfahrungen und Präferenzen19
KAPITEL 3 Währungspolitik wird in der EG zunehmend zum Thema31
KAPITEL 4 Gipfelkonferenz von Den Haag 1969 und Werner-Gruppe50
KAPITEL 5 Im Ministerrat: Nur Teileinigung möglich62
KAPITEL 6 Die Währungsschlange: Ein Konstrukt mit vielen Misserfolgen67
KAPITEL 7 Eine neue deutsch-französische Initiative: Das Europäische Währungssystem von 1978/7977
KAPITEL 8 Neuorientierung der französischen Stabilitätspolitik95
KAPITEL 9 Weichenstellung durch die Einheitliche Europäische Akte105
KAPITEL 10 Erneute Forderungen nach mehr Symmetrie113
KAPITEL 11 Neue Signale im Vorfeld des Hannover-Gipfels125
KAPITEL 12 Die Delors-Gruppe und ihr Bericht132
KAPITEL 13 Europäische Weichenstellungen im Wendejahr 1989/90141
KAPITEL 14 Vorentscheidungen für den Vertrag über die Wirtschafts- und Währungsunion153
KAPITEL 15 Schwieriger Endspurt auf dem Weg zum Maastricht-Gipfel171
KAPITEL 16 Monetäres Beben von 1992184
KAPITEL 17 Schweres Nachbeben 1993 und allmähliche Beruhigung208
KAPITEL 18 Eintritt in die zweite Stufe 1994224
KAPITEL 19 Stabilitäts- und Wachstumspakt und Euro-Gruppe239
KAPITEL 20 Konvergenzberichte 1998254
KAPITEL 21 Startbeschluss von Brüssel – vom Personalstreit überschattet268
KAPITEL 22 Erste Weichenstellungen in der Europäischen Zentralbank278
KAPITEL 23 Positive Zwischenbilanz der Währungspolitik290
KAPITEL 24 Wachstumsschwäche und Beschäftigungsprobleme298
KAPITEL 25 Mängel bei der Fiskaldisziplin306
KAPITEL 26 Mehr politische Integration?312
ANMERKUNGEN322
LITERATUR332
NAMENREGISTER334
SACHREGISTER336

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