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Lesereise Baskenland

Die kochenden Kerle von der Muschelbucht

AutorGeorges Hausemer
VerlagPicus
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl132 Seiten
ISBN9783711750518
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Keine andere Region Spaniens ist, sogar bei den Spaniern selbst, so wenig bekannt wie das Baskenland. Die uralte Geschichte, die rätselhafte Sprache, kuriose Sitten und Gebräuche sowie ausgefallene Feste, Folklore und Architektur machen die drei baskischen Provinzen Viscaya, Guipúzcoa und Álava zum idealen Ziel für Erkundungen aller Art. Georges Hausemer bereist das 'País Vasco' seit mehr als fünfzehn Jahren. Seine kenntnisreichen Touren führen vom avantgardistischen Guggenheim-Museum in Bilbao zu den jahrhundertealten Salzgärten in Salinas de Añana, von den Strandpromenaden des eleganten Seebads San Sebastián in die Weinberge der Rioja Alavesa. Dabei kommt es unter anderem zu Begegnungen mit traditionsbewussten Käse- und Schokoladeproduzenten, mit typisch baskischen Sportlern wie den Pelota-Spielern und mit Vertretern der neuen, inzwischen weltweit geschätzten baskischen Gastronomie. Gleichzeitig spürt der Autor dem Lebensgefühl eines stolzen, durch eine zunächst etwas spröde scheinende Herzlichkeit charakterisierten Menschenschlags nach, der sein kulturelles und politisches Erbe mit Verve und Engagement pflegt.

Georges Hausemer, 1957 geboren, pendelt zwischen Luxemburg-Stadt, einem Dorf in der Nordeifel und San Sebastián. Seine Reisereportagen erscheinen hauptsächlich in der 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' sowie in verschiedenen luxemburgischen und deutschen Magazinen. Für sein Gesamtwerk wurde er 2017 mit dem Batty-Weber-Preis ausgezeichnet. Im Picus Verlag erschienen seine Lesereisen Andalusien, Luxemburg und Thailand.

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Leseprobe
Der Raum und die Leere, das Meer und die Stille (S. 90-91)

Zu Besuch bei den Werken des Bildhauers Eduardo Chillida

Man muss schon zweimal hinschauen. Kann das sein? Nein, der kleine, drahtige Mann, der da vor einem steht, ist unmöglich Eduardo Chillida. Der berühmteste baskische Bildhauer des 20. Jahrhunderts ist 2002 im Alter von achtundsiebzig Jahren verstorben. Künstlerisch lebt er selbstverständlich in seinen Werken fort. Und physisch, wie zahllose Fotos und Filmausschnitte belegen, offenbar in seinem 1962 geborenen Sohn Luis: die gleiche sehnige Gestalt, die gleiche hohe Stirn mit dem schütteren Haar, die gleiche markante Nase, der gleiche breite Mund mit den schmalen Lippen.

Sogar der Gang, die ganze Körperhaltung, selbst die Stimmen der beiden sind sich zum Verwechseln ähnlich, wie bei einem Besuch in dem Privatmuseum vor den Toren von Hernani festzustellen ist. Inmitten der saftig grünen baskischen Natur, aber gleichzeitig eingezwängt zwischen vielbefahrenen Autobahntrassen, lärmenden Baustellen und der scheußlichen Architektur eines Gewerbegebiets wurde hier im September 2000 ein dreizehn Hektar großer Landschaftsgarten eröffnet, der sich inzwischen zu einem der effektivsten Besuchermagneten Nordspaniens gemausert hat: Chillida-Leku, was übersetzt soviel bedeutet wie Chillidas Ort.

Ein Freiluftmuseum wie es weit und breit kein vergleichbares gibt. Ein fantastischer Skulpturenpark. Eine Oase der Stille, der Kontemplation, des ungestörten Kunstgenusses. Oder die Verwirklichung eines Traums, wie der Meister selbst die Welt einst wissen ließ: »Eines Tages träumte ich von einer Utopie. Ich wollte einen Raum finden, in dem meine Skulpturen Ruhe finden und die Menschen zwischen ihnen herumspazieren könnten wie in einem Wald.«

In dem kleinen Ort Hernani, etwa fünfzehn Kilometer außerhalb von Chillidas Geburtsstadt Donostia/San Sebastián gelegen, stießen er und seine Frau Pilar Belzunce, genannt Pili, 1982 auf das Objekt ihrer Begierde. Das Gehöft Zabalaga umfasste ein zwanzigtausend Quadratmeter großes Grundstück und ein zentral gelegenes Bauernhaus, das 1543 errichtet worden, aber zwischenzeitlich zur Ruine verkommen war. Obwohl viel Arbeit und Aufwand erforderlich waren, bot der ehemalige Gutshof den bestmöglichen Rahmen für die Umsetzung der erträumten Utopie in die Realität.
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