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E-Book

Logistik im Automobilbau

Logistikkomponenten und Logistiksysteme im Fahrzeugbau

AutorJoachim Ihme
VerlagCarl Hanser Fachbuchverlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl377 Seiten
ISBN9783446408623
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR

Die Automobilindustrie ist der umsatzstärkste Wirtschaftszweig in Deutschland. Sie exportiert mehr als zwei Drittel ihrer Produkte. Gleichzeitig bezieht sie Halbzeuge, Teile und Komponenten aus der ganzen Welt und unterhält Zweigwerke in vielen Ländern. Für den nachhaltigen Erfolg dieses Industriezweigs ist die Leistungsfähigkeit der Logistiksysteme eine entscheidende Voraussetzung.

Dieses Lehrbuch bietet eine kompakte Gesamtdarstellung der Logistik im Automobilbau und berücksichtigt auch die Belange des Nutzfahrzeug- und des Schienenfahrzeugbaus. Nach Definitionen, Aufgaben und Zielgrößen der Logistik werden systematisch die Lager-, Förder-, Handhabungs-, Kommissionier- und Verkehrstechnik für die Fahrzeug- und Zulieferindustrie beschrieben. Auch auf die Informationstechnik wird eingegangen. Die inner- und außerbetrieblichen Logistiksysteme und die Prozesse der Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Entsorgungslogistik werden dargestellt.

Zahlreiche Beispiele zeigen die Umsetzung in die Praxis. Das Buch ist vorlesungsbegleitend einsetzbar, eignet sich aber aufgrund vieler Abbildungen und Übungsaufgaben auch zum Selbststudium. Ein ausführliches Literaturverzeichnis erleichtert den vertiefenden Einstieg.

Der Autor
Prof. Dr.-Ing. Joachim Ihme, Institut für Produktionstechnik, Fachbereich Maschinenbau, Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, Standort Wolfenbüttel

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Kapitelübersicht
  1. Vorwort und Inhaltsverzeichnis
  2. Einführung
  3. Lagertechnik für Stückgüter
  4. Fördertechnik für Stückgüter
  5. Handhabungs- und Kommissioniertechnik
  6. Verkehrsmittel und Umschlagtechnik
  7. Informations- und Kommunikationstechnik
  8. Materiallogistik
  9. Beschaffungslogistik
  10. Produktionslogistik
  11. Distributions- und Entsorgungslogistik
  12. Literaturverzeichnis
  13. Sachwortverzeichnis
Leseprobe

5 Verkehrsmittel und Umschlagtechnik (S. 144-145)

Durch die Verringerung der Fertigungstiefe und die zunehmende Arbeitsteilung in der Industrie, durch die starke Einbindung von Zulieferern in den Produktionsprozess sowie durch die Internationalisierung der Unternehmen steigen die Materialströme an, die die Werks- und Unternehmensgrenzen überschreiten. Deswegen werden hier auch die Verkehrsmittel betrachtet.

Transportmittel dienen der Ortsveränderung von Personen und/oder Gütern. Verkehrsmittel stellen Kraftfahrzeuge, Eisenbahnen, Binnen- und Seeschiffe sowie Flugzeuge dar. Der Personenverkehr wird hier nicht behandelt. Beim Güterverkehr wird hauptsächlich der Transport von Stückgütern betrachtet. Die in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt beförderte Gütermenge34 lag 2003 bei 3,61 Mrd. t bei einer mittleren Versandweite von 143 km. Daraus ergab sich eine Güterverkehrsleistung von rund 517 Mrd. tkm.

Da jedes Transportmittel seine speziellen Stärken und Schwächen besitzt, werden innerhalb einer Transportkette häufig mehrere Transportmittel benutzt, so dass beim Wechsel des Transportgutes von einem Transportmittel zum nächsten Umschlagvorgänge notwendig sind. In diesemKapitel wird deswegen auch die Umschlagtechnik dargestellt. Schließlich müssen Schnittstellen zwischen außer- und innerbetrieblichem Materialfluss geschaffen werden: die sog. Ladezonen. Auch ihre Gestaltung und die ablaufendenVorgänge werden kurz behandelt. Verkehrsmittel sind Transportmittel für Fahrten undVersandvorgänge, die über den Bereich einesWerkes im Unternehmen hinausgehen.

5.1 Verkehrsmittel

Gerade die Automobilindustrie ist durch eine starke Internationalisierung und Spezialisierung geprägt. Prozesse mit einem hohen Investitionsbedarf oder mit speziellem Know-how wie die Umformtechnik oder die mechanische Bearbeitung zwingen zu einer starkenKonzentration der Anlagen. Während die Automobilmontage aufgrund der weniger investitionsintensiven Anlagen dezentral, absatzmarktnah, vorgenommen wird, haben die meisten Automobilhersteller Presswerke oder die Aggregateherstellung an einem einzigen oder an wenigen Standorten konzentriert.

Im weltweiten Produktionsverbund bildet sich die Strategie heraus, ein bestimmtes Teil nur noch an einem Standort zu produzieren, um Know-how, Anlagen- und Werkzeugkosten zu bündeln und durch große Stückzahlen und hohe Anlagenauslastung die Kosten zu minimieren.

Diese Strategie ist natürlich mit einem starken Anwachsen der Teileströme zwischen den Standorten eines Herstellers und seiner Zulieferer verbunden. Dadurch kommt der Wahl der geeigneten Verkehrsmittel zur Sicherstellung der Versorgung der Produktion sowie zur Minimierung von Beständen und Kosten eine wachsende Bedeutung zu. Die in der Fahrzeugindustrie eingesetzten Verkehrsmittel sollen im Folgenden vorgestellt werden.

5.1.1 Straßenverkehr

Der Straßengüterverkehr ist heute in allen Ländern der Europäischen Union (EU) das vor herrschende Verkehrssystem. In der Bundesrepublik Deutschland erbringt der Straßengüterverkehr über vier Fünftel des Gütertransportaufkommens (gemessen in beförderten Tonnen) und rund 70% der Gesamt-Transportleistung (in Tonnenkilometern, tkm; ermittelt aus befördertem Gewicht mal Transportweite). Die Länge des überörtlichen Straßennetzes in Deutschland beträgt rund 231.000 km, davon 12.000km Autobahnen. Hinzu kommen innerörtliche Straßenmit einer Gesamtlänge von ca. 413.000 km.

Beim Straßengüterverkehr wurden Güternahverkehr, Güterfernverkehr und Werksverkehr unterschieden; seit dem 1. Juli 1998 sind in der EU die bisher geltenden Konzessionen und Kontingentierungen (Kabotage) entfallen. Die Erlaubnis zur Betreibung von Güterkraftverkehr wird erteilt, wenn individuelle Anforderungen wie persönliche Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung erfüllt sind. Eine Erlaubnis in einem Mitgliedsland der EU berechtigt zum Transport von Gütern in jedem anderen Mitgliedsland. Gewerblicher Güterkraftverkehr ist die geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen und ist erlaubnispflichtig. Werksverkehr ist Güterkraftverkehr für eigene Zwecke eines Unternehmens und ist erlaubnisfrei.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis7
1 Einführung10
1.1 Fahrzeugbau10
1.2 Geschichtliche Entwicklung der Logistik13
1.3 Definition15
1.4 Zielgrößen der Logistik21
1.5 Beispiele und Aufgaben zu Kapitel 134
2 Lagertechnik für Stückgüter37
2.1 Verpackung37
2.2 Ladehilfsmittel40
2.2.1 Tragende Ladehilfsmittel41
2.2.2 Umschließende Ladehilfsmittel43
2.2.3 Abschließende Ladehilfsmittel45
2.2.4 Ladeeinheiten-Sicherungsmittel50
2.2.5 Auswahl von Ladehilfsmitteln51
2.3 Lagertechnik52
2.3.1 Statische Lagerung53
2.3.2 Dynamische Lagerung59
2.4 Grobauswahl, Systemvergleich und Kostenbetrachtung67
2.5 Beispiele und Aufgaben zu Kapitel 273
3 Fördertechnik für Stückgüter78
3.1 Stetigförderer79
3.2 Unstetigförderer86
3.2.1 Flurgebundene Unstetigförderer86
3.2.2 Aufgeständerte Unstetigförderer101
3.2.3 Flurfreie Unstetigförderer103
3.3 Systemvergleich, Kostenbetrachtung105
3.4 Aufgaben zu Kapitel 3112
4 Handhabungs- und Kommissioniertechnik114
4.1 Handhabungsgeräte und Industrieroboter114
4.1.1 Allgemeines115
4.1.2 Aufbau und Komponenten von Industrierobotern116
4.1.3 Steuerungen und Programmierung von Industrierobotern121
4.1.4 Industrieroboter im Materialfluss125
4.1.5 Mobile Roboter127
4.2 Kommissionierung129
4.2.1 Kommissionierarten130
4.2.2 Kenngrößen und Leistungen beim Kommissionieren134
4.3 Aufgaben zu Kapitel 4143
5 Verkehrsmittel und Umschlagtechnik145
5.1 Verkehrsmittel145
5.1.1 Straßenverkehr145
5.1.2 Eisenbahnverkehr148
5.1.3 Binnen- und Seeschifffahrt153
5.1.4 Luftfahrt154
5.1.5 Kombinierter Verkehr155
5.1.6 Vergleich der Verkehrsmittel161
5.2 Umschlagtechnik162
5.2.1 Umschlag im Kombinierten Ladungsverkehr163
5.2.2 Ladezone164
5.3 Aufgaben zu Kapitel 5168
6 Informations- und Kommunikationstechnik170
6.1 Computer Integrated Manufacturing und Digitale Fabrik171
6.2 Produktionsplanungs- und Steuerungssystem179
6.2.1 Stammdatenverwaltung180
6.2.2 Absatzplanung und Absatzsteuerung182
6.2.3 Materialdisposition185
6.2.4 Beschaffungsplanung und -steuerung189
6.2.5 Fertigungsplanung und -steuerung189
6.3 Internetbasierte Anwendungen195
6.4 Informationssysteme im Umfeld der PPS196
6.5 Kommunikation mit Externen207
6.6 Mobile Datenerfassung und Datenübertragung212
6.7 Aufgaben zu Kapitel 6228
7 Materiallogistik230
7.1 Planung in der Materiallogistik232
7.1.1 Materialbedarfsplanung232
7.1.2 Bestandsplanung237
7.1.3 Beschaffungsplanung241
7.1.4 Lagerplanung245
7.2 Materialsteuerung (Disposition)251
7.2.1 Bedarfsermittlung251
7.2.2 Bestellrechnung255
7.2.3 Bestandsermittlung256
7.3 Gütereinlagerung und -ausgabe258
7.4 Beispiele und Aufgaben zu Kapitel 7260
8 Beschaffungslogistik263
8.1 Beschaffungsstrategien265
8.2 Beschaffungsstrukturen269
8.3 Beschaffungsformen273
8.4 Disposition275
8.5 Einkauf276
8.6 Wareneingang283
8.7 Produktionssynchrone Beschaffung – Just-in-time-Logistik285
8.7.1 Ziele und Prinzipien der Just-in-time-Logistik285
8.7.2 Just in time und Kanban290
8.7.3 Just in time in der Beschaffungslogistik294
8.7.4 Just in time und Industriepark306
8.7.5 Lieferantenintegration am Beispiel der smart GmbH306
8.7.6 Produktionssynchrone Beschaffung über Konsignationslager309
8.8 Neuere Logistikkonzepte313
8.9 Aufgaben zu Kapitel 8321
9 Produktionslogistik324
9.1 Grundformen der Fertigung326
9.2 Grundformen der Montage335
9.3 Gesamtablauf in einem Pkw-Montagewerk342
9.4 Aufgaben zu Kapitel 9346
10 Distributions- und Entsorgungslogistik348
10.1 Distributionslogistik348
10.1.1 Aufgaben und Ziele der Distributionslogistik348
10.1.2 Struktur des Distributionslogistiksystems351
10.1.3 Besonderheiten der Ersatzteillogistik354
10.2 Entsorgungslogistik360
10.3 Aufgaben zu Kapitel 10361
11 Literaturverzeichnis363
12 Sachwortverzeichnis369
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