Sie sind hier
E-Book

Perfekt Sprechen

AutorHelmut Wagner
VerlagCarl Hanser Fachbuchverlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783446413139
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR

Ein Thema kurz zusammengefasst vor Kollegen zu präsentieren gehört zum beruflichen Alltag. Doch den allerwenigsten ist souveränes Sprechen in die Wiege gelegt.

Mit diesem Band erfahren Sie, wie Sie frei und überzeugend referieren und Ihr Publikum begeistern können.

Highlights
- Freie Rede erfolgreich meistern
- Authentisch Auftreten: Kompetent und souverän überzeugen
- Knappe, anschauliche Darstellung, viele Beispiele und direkt umsetzbare Tipps

Der Autor
Helmut Wagner ist Professor für Psychologie an der Fakultät General Studies der Fachhochschule München. Er lehrt Sozial- und Organisationspsychologie, leitet Trainingsseminare zur Entwicklung der Kreativität und der kommunikativen Kompetenz. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit ist die Umweltpsychologie. Warum wir das Richtige wissen und trotzdem das Falsche tun - die Gretchenfrage der Psychologie.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

4 Wo ist meine Meinung? (S. 47)

In einer kleinen Abhandlung stellt Heinrich von Kleist die Behauptung auf, eine Meinungsäußerung könne während des Sprechens, also gleichsam unterwegs, entwickelt werden. Zum Beleg seiner These zitiert er ein Statement, das am Vorabend der Französischen Revolution Graf Mirabeau geäußert hat: Die französische Nationalversammlung ist soeben vom König für aufgelöst erklärt worden. Die Delegierten sollen den Saal verlassen. Der Zeremonienmeister des Königs fragt die Versammelten, ob sie den Befehl des Königs vernommen hätten.

Da steht Mirabeau auf und setzt zu seiner Erwiderung an: „Ja, wir haben des Königs Befehl vernommen." – Ich bin gewiss, dass er bei diesem humanen Anfang noch nicht an die Bajo nette dachte, mit denen er schloss (kommentiert Kleist). „Ja, mein Herr, wir haben ihn vernommen." – Man sieht, dass er noch gar nicht recht weiß, was er will (fügt Kleist hinzu). „Doch was berechtigt Sie" – fuhr er fort, und nun plötzlich geht ihm ein Quell ungeheurer Vorstellungen auf –, „uns hier Befehle anzudeuten? Wir sind die Repräsentanten der Nation." – Das war es, was er brauchte!

„Die Nation gibt Befehle und empfängt keine." – Um sich gleich auf den Gipfel der Vermessenheit zu schwingen. „Und damit ich mich Ihnen ganz deutlich erkläre." – Und erst jetzt . ndet er, was den ganzen Widerstand ausdrückt, zu welchem seine Seele gerüstet dasteht: „So sagen Sie Ihrem König, dass wir unsre Plätze anders nicht als auf die Gewalt der Bajonette verlassen werden." – Worauf er sich, selbstzufrieden, auf einen Stuhl niedersetzte. Alle Achtung. Da ist nach schwachem Start die Sache zu einem starken Ende gekommen.

Zitiert wird dieser rhetorische Geistesblitz des Grafen vor allem deshalb, weil er die Ausnahme darstellt. Im Normalfall erreichen die während des Sprechens entwickelten Gedanken nicht diese Geschlossenheit und Qualität. Dass die spontane Meinungsäußerung zu einer breit diskutierten Frage wie der, ob der Transrapid in München gebaut werden sollte, auch zur Lachnummer werden kann, hat ein bayerischer Ministerpräsident unfreiwillig, aber überzeugend demonstriert:

„Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen, am am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug zehn Minuten . . . Wenn Sie vom Flug- äh vom Hauptbahnhof starten, Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in an den Flughafen Franz Josef Strauß, dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München – das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil aus dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."

Einerseits verstehen wir schon den wesentlichen Inhalt, dass durch den Transrapid die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zum Flughafen so verkürzt würde, dass der Flug eigentlich schon im Bahnhof beginnt – ein Vorteil, den andere Flughäfen nicht bieten können. Andrerseits erleben wir mit Grausen oder mit Schadenfreude, wie die verschiedenen Gedanken sich gegenseitig im Weg stehen und bedrängen. Es fehlt ein klarer Plan, der die genaue Abfolge der einzelnen Teilargumente regeln würde.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhalt8
Einleitung10
1 Am Anfang war- mehr als das Wort14
Wie viele Seiten hat die Botschaft?15
Wie ich dir, so du mir17
Stress lass nach19
2 Vorstellung24
Aller Anfang ist leicht25
Bütten- und Trauerreden27
3 Das Repertoire30
Wörter und Stimme31
Körpersprache34
Abgerechnet wird zum Schluss – Feedback geben41
Die Härten der Selbstkonfrontation46
4 Wo ist meine Meinung?48
Übung: Spontanes Statement51
Übung: Statement mit Vorbereitung60
5 Stille Post68
Die Spielregeln68
6 Wie baut ein Referat?80
Arbeit an der Quelle80
Gliederung aufbereiten90
Erprobung der vier Schritte93
Probelauf vorschalten100
7 Der Zuhörer, das anspruchvolle Wesen102
Die Bewältigung der Schwierigkeiten103
Die Schwierigkeiten des Gegenstands116
Die Vertreibung der Langeweile120
Extrinsische und intrinsische121
Stimulationen121
Literatur128

Weitere E-Books zum Thema: Management - Wirtschaft - Coaching

Managed Care

E-Book Managed Care
Neue Wege im Gesundheitsmanagement Format: PDF

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich in einem radikalen Umbruch. Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen finden sich in den vielfältigen Managementinstrumenten und Organisationsformen…

bAV erfolgreich verkaufen

E-Book bAV erfolgreich verkaufen
So überwinden Sie alle Hürden der Entgeltumwandlung Format: PDF

Die Situation der gesetzlichen Rentenversicherung ist bekanntlich katastrophal. Daher ist es unbedingt erforderlich, für das Alter vorzusorgen. Versicherungsvermittler haben das Know-how und die…

Asset Securitization im Gesundheitswesen

E-Book Asset Securitization im Gesundheitswesen
Erfahrungen in den USA und anderen Ländern als Basis einer Abwägung von Einsatzmöglichkeiten in Deutschland Format: PDF

Ulrich Franke geht auf die Schwierigkeiten des Kapitalmarktzugangs für Non-Profit-Unternehmen ein und analysiert, inwieweit ABS als Eigenkapital schonende Finanzierungsform eingesetzt werden kann.…

Wertorientiertes Risikomanagement in Banken

E-Book Wertorientiertes Risikomanagement in Banken
Analyse der Wertrelevanz und Implikationen für Theorie und Praxis Format: PDF

Michael Strauß untersucht die Wertrelevanz des Risikomanagements von Banken aus einer Kapitalmarktperspektive. Er entwickelt eine neue Steuerungslogik und stellt konzeptionell dar, wie sich Insolvenz…

Outsourcing in Banken

E-Book Outsourcing in Banken
Mit zahlreichen aktuellen Beispielen Format: PDF

Ausgewiesene Outsourcing-Experten beschreiben in diesem Buch, welche technischen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte Kreditinstitute beachten müssen, um die Schnittstellen sauber zu definieren und…

bAV erfolgreich verkaufen

E-Book bAV erfolgreich verkaufen
So überwinden Sie alle Hürden der Entgeltumwandlung Format: PDF

Die Situation der Gesetzlichen Rentenversicherung ist bekanntlich katastrophal: Die Alterspyramide steht kopf, es fehlt der Nachwuchs und wir werden immer älter. Daher ist es unbedingt notwendig, für…

Weitere Zeitschriften

Computerwoche

Computerwoche

Die COMPUTERWOCHE berichtet schnell und detailliert über alle Belange der Informations- und Kommunikationstechnik in Unternehmen – über Trends, neue Technologien, Produkte und Märkte. IT-Manager ...

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum - Zeitschrift für die gesamte Grundstücks-, Haus- und Wohnungswirtschaft. Für jeden, der sich gründlich und aktuell informieren will. Zu allen Fragen rund um die Immobilie. Mit ...

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum. Organ des Landesverbandes Haus & Grund Brandenburg. Speziell für die neuen Bundesländer, mit regionalem Schwerpunkt Brandenburg. Systematische Grundlagenvermittlung, viele ...

dental:spiegel

dental:spiegel

dental:spiegel - Das Magazin für das erfolgreiche Praxisteam. Der dental:spiegel gehört zu den Top 5 der reichweitenstärksten Fachzeitschriften für Zahnärzte in Deutschland (laut LA-DENT 2011 ...

DER PRAKTIKER

DER PRAKTIKER

Technische Fachzeitschrift aus der Praxis für die Praxis in allen Bereichen des Handwerks und der Industrie. “der praktiker“ ist die Fachzeitschrift für alle Bereiche der fügetechnischen ...

Deutsche Tennis Zeitung

Deutsche Tennis Zeitung

Die DTZ – Deutsche Tennis Zeitung bietet Informationen aus allen Bereichen der deutschen Tennisszene –sie präsentiert sportliche Highlights, analysiert Entwicklungen und erläutert ...

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler ist die Fachzeitschrift für die CE- und Hausgeräte-Branche. Wichtige Themen sind: Aktuelle Entwicklungen in beiden Branchen, Waren- und Verkaufskunde, Reportagen über ...