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E-Book

Positiv lernen

AutorFritz Jansen, Uta Streit
VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl352 Seiten
ISBN9783540346234
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR

Lern- und Leistungsstörungen sind eine enorme Belastung für Betroffene sowie ihre Bezugspersonen. Die Autoren zeigen, was man dagegen tun kann: Mit ihrem IntraActPlus-Konzept nutzen sie die Erkenntnisse aus der psychologischen Grundlagenforschung und richten sich an Eltern, aber auch Lehrer, Ergotherapeuten, Schulpsychologen und andere Berufsgruppen, die mit Kindern arbeiten. - Wie entstehen Lernstörungen, wie verfestigen sie sich, wie kann man ihnen vorbeugen? Konkrete Handlungsanweisungen garantieren die praktische Nutzbarkeit des Ratgebers. Mit Kapiteln zu Legasthenie, Dyskalkulie und dem Einsatz in der Schule.

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Leseprobe
7 · Gefühle koppeln sich an Lernen und bestimmen »Vermeiden« und »Annäherung« (S. 52-53)

Freude, Enttäuschung, Angst, Trauer, Wut und andere Gefühle erleben zu können, gehört zur biologischen Grundausstattung des Menschen. Bestimmte Ereignisse lösen mit hoher Sicherheit bei verschiedenen Menschen gleichartige Gefühle aus. Hier ist die Beziehung zwischen Ereignis und Gefühl biologisch vorgebahnt. Zu den Ereignissen, die über eine biologisch vorgegebene Verschaltung im Gehirn bestimmte Gefühle auslösen, gehören u. a. Essen, Trinken und Sexualität. Andere Ereignisse, wie Schmerzen oder auch sehr laute Geräusche, können – biologisch vorgebahnt – Gefühle der Angst auslösen.

Verhaltensweisen anderer Menschen sind ganz wichtige Auslöser von Gefühlen. Nehmen wir bestimmte Verhaltensweisen anderer Menschen wahr, so bewirken diese über eine von Geburt an vorgegebene Verknüpfung im Gehirn, dass es uns besser oder schlechter geht. Ein Lächeln, eine warme Stimme, gestreichelt oder in den Arm genommen zu werden sind Erfahrungen, die normalerweise ein gutes Gefühl auslösen. Eine laute Stimme oder ein verärgertes Gesicht lösen entsprechend unangenehme Gefühle aus. Alle diese biologisch vorgebahnten Verknüpfungen zwischen Wahrnehmung und Gefühl werden jedoch im Laufe des Lebens durch Lernerfahrungen ausgeformt und verändert.

Im Jahr 1911 veröffentlichte Pawlow die Entdeckung, dass Gefühle und körperliche Veränderungen an beliebige Auslöser bzw. Ereignisse gekoppelt werden können. Pawlow ließ einen Hund immer wieder einen bestimmten Glockenton hören. Jedes Mal bekam der Hund direkt nach dem Ton etwas Futter. Das Futter bewirkte über eine vorgegebene Verschaltung im Gehirn, dass der Hund mehr Speichel produzierte. Nach einigen Wiederholungen produzierte der Hund jedoch auch dann mehr Speichel, wenn er nur den Glockenton hörte und gar kein Futter mehr bekam. Die körperliche Reaktion, mehr Speichel zu produzieren, war also aufgrund von Lernerfahrungen an den Glockenton gekoppelt worden und wurde später auch von diesem ausgelöst. Man spricht hier von einer »klassisch konditionierten« Reaktion.

Pawlow zeigte weiter, wie eine solche Kopplung auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Der Hund bekam über längere Zeit nach dem Glockenton kein Futter mehr. Dies führte dazu, dass nach dem Glockenton immer weniger und irgendwann gar keinen Speichel mehr floss.

Pawlows Entdeckung wird seit etwa 1950 in großem Umfang zur Behandlung von Ängsten eingesetzt.

Sie erklärt einerseits, wie es durch Lernerfahrungen dazu kommen kann, dass Situationen, die eigentlich völlig ungefährlich sind, bei einem Menschen Angst auslösen. Sie bietet gleichzeitig eine Lösung dafür an, wie diese Lernerfahrungen wieder rückgängig gemacht werden können. Dadurch konnten bis dahin unbekannte Behandlungserfolge erzielt werden.

Wie ein Gefühl durch Lernen im Sinne der klassischen Konditionierung an eine bestimmte Situation gekoppelt werden kann, zeigt das folgende Beispiel:

Beispiel
Anna ist mit ihren Eltern auf einen Kirchturm gestiegen. Die Aussicht, die sie oben hatte, gefiel ihr gut. Als Anna die Treppen wieder heruntersteigt, wird es gerade zwölf Uhr. Mit gewaltigem Lärm fangen die großen Glocken an zu läuten, während Anna gerade neben ihnen steht. Sie bekommt einen großen Schreck und weint. Seit diesem Zeitpunkt hat Anna große Angst, auf einen Turm zu steigen, und sie hat dies deshalb auch nie wieder getan.

Als Anna das erste Mal auf den Turm gestiegen war, ging es ihr noch gut. Durch die plötzlich laut läutende Glocke wurde bei ihr starke Angst ausgelöst. Dieses Gefühl der Angst hat sich an die Situation »auf einen Turm steigen« gekoppelt. Seit diesem Zeitpunkt braucht Anna nur an einen Turm zu kommen oder sich vorzustellen, auf einen Turm zu steigen, und schon entsteht bei ihr Angst. Diese Angst entsteht auch dann, wenn die Glocken gar nicht mehr läuten.

Oben wurde gezeigt, wie Pawlows Hund wieder verlernte, Speichel zu produzieren. Hierzu war es nötig, dass er ausreichend häufig den Ton hörte, ohne anschließend Futter zu bekommen. Auf die gleiche Weise können auch gelernte Kopplungen von Gefühlen an bestimmte Situationen wieder verlernt werden. Annas Angst würde dann geringer werden und schließlich ganz verschwinden, wenn sie trotz ihrer Angst wieder einen Turm bestiege und sich dem Läuten aussetzen würde. Dabei wäre die Angst zunächst sehr stark. Bliebe Anna dennoch sehr lange auf dem Turm, so verschwände die Angst allmählich. Nach längerer Zeit (evtl. nach Stunden) könnte sie den Turm wieder völlig angstfrei erleben. Klassisch konditionierte Gefühle spielen bei leistungsmotiviertem Verhalten und bei Lernstörungen eine ganz wichtige Rolle. Rechenaufgaben zu lösen, Diktate zu üben oder Hausaufgaben zu machen sind Tätigkeiten, die als solche erst einmal kein bestimmtes Gefühl auslösen müssen. Es gibt keine biologisch vorgegebene Verknüpfung, über die das Rechnen gute oder schlechte Gefühle auslösen könnte. Vergleichen wir die Erfahrungen zweier Kinder beim Rechnen. Dem einen Kind fallen die Rechenaufgaben leicht, es löst sie und macht dabei kaum Fehler. Mutter und Vater sind stolz auf ihr Kind, das schon so gut rechnen kann. Diese Freude zeigen sie ihrem Kind auf verschiedene Weise: Sie loben es, beim Loben drückt ihr Gesicht Freude aus, ihre Stimme ist warm, sie nehmen das Kind in den Arm. Wie oben dargestellt wurde, lösen diese Verhaltensweisen über eine vorgegebene Schaltung oder Verknüpfung im Gehirn beim Kind angenehme Gefühle aus. Auf die gleiche Weise, wie sich bei Anna die Angst an die Besteigung des Turms koppelte, koppeln sich die angenehmen Gefühle dieses Kindes an das Erledigen von Rechenaufgaben. Das Kind wird sich – auch ohne jedes Mal gelobt zu werden – freuen, sobald es ans Rechnen geht. Dadurch wird es immer wieder gern rechnen.

Das andere Kind hat Schwierigkeiten im Rechnen. Die Hausaufgaben in Rechnen sind für dieses Kind sehr schwer oder sogar zu schwer. Es strengt sich sehr an, um sie zu lösen, dennoch macht es viele Fehler. Diesen Eltern wird es möglicherweise mit dem Rechnen ihres Kindes nicht so gut gehen wie den Eltern des anderen Kindes. Vielleicht machen sie sich Sorgen wegen der nächsten Klassenarbeit und sind enttäuscht, weil sie denken, ihr Kind gebe sich nicht genügend Mühe. Vielleicht machen sie sich selbst Vorwürfe, dass sie ihrem Kind nicht besser helfen können.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Mitarbeiterverzeichnis6
Inhaltsverzeichnis7
A Grundlegende Gesetzmäßigkeiten13
1 IntraActPlus-Konzept14
Die Eigensteuerung des Lernenden entscheidet über sein Lernverhalten15
Signale der Bezugspersonen16
Wissensorientierte Informationen17
Gefühlsorientierte Informationen17
Wie Informationen über das Lernen in Kernbereichen der Eigensteuerung gespeichert werden17
Ziele17
Gedankliche Selbststeuerung18
Allgemeine Lernstrategien18
Fachbezogene Lern- und Lösungsstrategien19
Hirnorganisch bedingte Fähigkeiten19
Intelligente Selbstregulation der Eigensteuerung19
Aufbau einer günstigen Eigensteuerung beim Lernen19
Aufrechterhaltung einer Lern- und Leistungsstörung20
Eigensteuerung beim Lernen muss positiv und unbewusst abrufbar sein21
Teilleistungsstörungen21
Veränderung einer Lern- und Leistungsstörung bei Kindern23
Mediatorenansatz23
Direktes Arbeiten mit den Betroffenen und Kombination mit dem Mediatorenansatz25
Veränderung einer Lern- und Leistungsstörung bei Jugendlichen und Erwachsenen25
Jugendliche25
Erwachsene25
Videoarbeit im Rahmen des IntraActPlus-Konzeptes26
Was bedeutet »IntraActPlus-Konzep«?26
Aufbau des Buches27
2 Ziele und Zielhierarchien entscheiden in allen Lebensbereichen über Motivation und Anstrengungsbereitschaft29
Einleitung30
Ziele sind perfekt organisiert30
Kleine Unterschiede in der Zielhierarchie – große Unterschiede im Verhalten31
Wie Ziele aufgebaut werden32
Ein Beispiel für den Aufbau eines neuen Oberziels im Sinne des »adaptiven Zielaufbaus«34
3 Ziele können unsere Eigensteuerung aufbauen oder zerstören38
Ziele beeinflussen Verhalten in umfassender Weise39
Lernen ist nur dann erfolgreich, wenn das Oberziel stimmt39
Belohnungen müssen nicht positiv – Bestrafungen müssen nicht negativ sein44
4 Belohnung und Bestrafung: eine immer noch unterschätzte Realität43
Belohnungs- und Bestrafungszentren im Gehirn44
Bewusste und unbewusste Verarbeitung von Belohnung und Bestrafung45
Erfassen von Belohnungen und Bestrafungen im Sekundenbereich46
Erfassen kurz- und langfristiger Verhaltensfolgen über die bewusste Informationsverarbeitung46
Übertragung auf Lern- und Leistungsstörungen48
5 Verschiedene Formen von Belohnung und Bestrafung49
Beispiele für die unterschiedlichen Belohnungs- und Bestrafungstypen50
Belohnungstyp 150
Belohnungstyp 251
Bestrafungstyp 153
Bestrafungstyp 254
Verzerrungen in der Wahrnehmung von Belohnungen und Bestrafungen55
6 Belohnende und bestrafende Eigensteuerungen58
7 Gefühle koppeln sich an Lernen und bestimmen »Vermeiden« und »Annäherung«62
8 Widerstände und Machtkämpfe beim Lernen66
Kinder leisten Widerstand gegen das Lernen und führen Machtkämpfe weil sie dafür belohnt werden67
Belohnung über Beziehungssignale68
Belohnung durch Machtgewinn68
Belohnung durch Vermeiden des Lernens68
Widerstände und Machtkämpfe sind nur selten ein Zeichen für Mangel an Zuwendung69
Kinder bezahlen einen hohen Preis für ihre Widerstände und Machtkämpfe70
Kinder müssen auch lernen, sich durchzusetzen – jedoch nur in Bereichen, in denen sie sich und anderen nicht schaden73
9 Der Einfluss der Aktivierung auf das Lernen76
Der Super- GAU: Eine Unteraktivierung beim Lernen77
Ergebnisse von Blutdruckmessungen77
Erste Studie: Untersuchung des Blutdrucks an 20 Kindern mit Lernstörungen80
Zweite Studie: Vergleich zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern82
Ein erniedrigtes Aktivierungsniveau vermindert die Lern- und Leistungsfähigkeit und verschlechtert das Gefühl83
Konkrete Auswirkung einer Erniedrigung des Aktivierungsniveaus auf das Lernen84
Ein erniedrigtes Aktivierungsniveau hat auch Vorteile85
10 Leistungssteigerung durch richtige Nutzung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses87
Gedächtnisstrukturen und ihr Zusammenwirken88
Der Kurzzeitspeicher88
Der Langzeitspeicher90
Regeln für erfolgreiches Behalten91
Arbeitsschritte für ein erfolgreiches Behalten91
Schlechtere Ausnutzung der Speichermöglichkeiten als Folge von Lern- und Leistungsstörungen92
Unterschiede in den 3 Arbeitsschritten für ein erfolgreiches Behalten bei Menschen mit einer Lern- und Leistungsstörung92
Beispiele für eine schlechte Nutzung des Kurz- und Langzeitspeichers93
Kapazitätserweiterung des Kurzzeitspeichers durch Chunking94
Schlussfolgerungen für ein erfolgreiches Lernen95
11 Kapazitätserweiterung durch Automatisierung und die damit einhergehende kortikale Neuorganisation96
Kortikale Neuorganisation während des Lernens97
Ab einer bestimmten Lerntiefe entsteht Automatisierung und damit ein enormer Leistungsschub98
Bewusst kontrolliertes Verhalten98
Automatisches Verhalten99
Unterschiede zwischen automatischem und bewusst kontrolliertem Verhalten am Beispiel von Alltags situationen und Fördermaßnahmen99
Flexibilität und Kreativität ist ohne automatisches Verhalten nicht denkbar100
Voraussetzungen für Automatisierung und die damit einhergehende kortikale Neuorganisation101
Zur ersten Bedingung für die Automatisierung: Auf einen Reiz wird immer mit dem gleichen Verhalten reagiert101
Zur zweiten Bedingung für die Automatisierung: Hohe Anzahl von Wiederholungen102
12 Beispiele für eine Blockierung der Automatisierung und der damit verbundenen kortikalen Neuorganisation in Schule und Therapie104
Beispiele aus dem schulischen Bereich105
Therapien und andere Fördermaßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn sie die Gesetzmäßigkeiten der Automatisierung berücksichtigen109
Das 5-Stufen-Modell der Lerntiefe im Rahmen des IntraActPlus-Konzeptes110
5 Stufen der Lerntiefe111
Einige Anwendungen111
Methode des »Aufgabenwechsels« ohne unerwünschte Nebenwirkungen einsetzen113
Methode des Aufgabenwechsels113
13 Das Erarbeiten von komplexen Lerninhalten116
B Diagnostik und allgemeine Therapiemassnahmen bei Lern- und Leistungsstörungen im Rahmen des IntraActPlus-Konzeptes120
14 Videounterstützte Diagnostik bei Lern- und Leistungsstörungen im Rahmen des IntraActPlus-Konzeptes121
Das Bewusstmachen unbewussten Geschehens hilft, das Verhalten von Kindern und Jugendlichen wirklich zu verstehen122
Videostandardsituationen123
Arbeiten mit Videoaufzeichnungen im weiteren Therapieverlauf128
Besonderheiten beim Anfertigen von Video aufzeichnungen im Rahmen von Therapie oder Schule128
Auswertung der Videoaufzeichnung129
Basisfertigkeiten des Lernens129
Erweiterte Fertigkeiten des Lernens – Fremdbeurteilung129
Erweiterte Fertigkeiten des Lernens – Selbstbeurteilung133
15 Festlegung der Lerninhalte unter Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrades und der Lerntiefe137
Auswahl des Lerninhaltes138
Bestimmen des Schwierigkeitsgrades141
Festlegung des Schwierigkeitsgrades bei einem kooperativen Kind141
Festlegung des Schwierigkeitsgrades bei Widerständen und Machtkämpfen142
Vor dem Lernen festlegen, welcher Tiefegrad des Lernens notwendig ist143
16 Speichertraining144
Kleine Veränderungen im Lern ablauf führen zu großen Verbesserungen der Speicherfähigkeit145
Ein Weg fast ohne Fehler148
Ende einer Arbeitseinheit148
Besonderheiten bei jüngeren oder schwächeren Kinder148
Praktische Anwendung des Speichertrainings in verschiedenen Lernbereichen149
Widerstände und Machtkämpfe blockieren angemessenes Wiederholen149
Lerninhalte nicht wieder aus dem Langzeitspeicher verlieren149
Motivation und Wiederholung151
17 Grundfähigkeiten der Bezugspersonen für den Aufbau von positivem Lernen152
Einleitung153
Aufbau von positivem Lernen bei kooperativen Kindern153
Spüren und Wahrnehmen des Kindes auch in Augenblicken, in denen das Erbringen von Anstrengung und Leistung keine Rolle spielt155
Wahrnehmen und angemessenes Belohnen von Anstrengung – kein Strafen am Fehler155
Bestandsaufnahme der bisherigen Veränderungen158
Das Oberziel: »Leistung ist wichtig«159
Auswahl der Fertigkeit, die als nächste gelernt wird161
Aufbau der nächsten Fertigkeiten162
Übergang zum Selbstmanagement164
Schwierigkeiten im Rahmen des Veränderungsprozesses bei kooperativen Kindern164
Wenn das Kind sich weniger anstrengt164
Kooperative Kinder blockieren sich durch automatisierte ungünstige Eigensteuerungen166
Der Bezugsperson fällt es schwer, ihr eigenes automatisiertes Verhalten zu verändern166
Rückfälle in einem zuerst einmal gut verlaufenden Veränderungsprozess166
Ursachen, welche die erfolgreiche Behandlung einer Lern- und Leistungsstörung verhindern können167
18 Umgang mit Widerständen und Machtkämpfen168
Wer sich durchsetzen kann und soll169
»Löschen« oder »Übersehen« ist oft erfolglos170
Klare, eindeutige Signale im Umgang mit Widerständen und Machtkämpfen171
Weg 1: Nachgeben172
Weg 2: Einsatz stärkerer sozialer Bestrafungen173
Weg 3: Das Lernen abbrechen173
Weg 4: Das Lernen abbrechen und zusätzlich eine Konsequenz einsetzen174
Grundregeln für das Einsetzen von Konsequenzen175
Schritt 1: Auswahl der Situa tion(en), die als erste an gegangen werden soll(en)175
Schritt 2: Festlegung der Verhaltensweise(n), die verändert werden soll(en)176
Schritt 3: Auswahl der Konsequenzen178
Schritt 4: Vor dem Lernen mit dem Kind sprechen181
Schritt 5: In der Situation handeln182
Was passiert, wenn Hausaufgaben hierdurch unvollständig sind?183
Konsequenzen verändern ihre Wirkung über die Zeit184
Umgang mit Rückfällen184
Wenn der eingeschlagen Weg keine Veränderung bringt184
Videodiagnostik »klare Signale in Situationen mit Widerständen und Machtkämpfen«185
19 Umgang mit Kindern, die beim Lernen unteraktiviert sind188
Genaue Beobachtung als erster Schritt189
Mögliche Ursachen für ein Absinken des Aktivierungsniveaus191
Je niedriger das Aktivierungsniveau, desto schwerer werden die Aufgaben193
Ausweg aus dem Teufelskreis von Überforderung und innerem Aussteigen194
Je niedriger das Aktivierungsniveau, desto weniger wird das Kind durch Lob und Zuwendung erreicht195
Starkes Lob kann Kinder aus der Unteraktivierung herausholen196
Kinder können ihre Aktivierung absenken, um Macht und Zuwendung zu gewinnen197
Verfestigung der Aktivierungsabsenkung und des inneren Aussteigens197
20 Die Methode »Feedback im Sekundenfenster«199
Wem kann diese Methode helfen?200
Problematisches Verhalten wird nicht ausreichend bewusst wahrgenommen200
Die Aufmerksamkeit soll noch stärker auf ehemals unbewusstes Verhalten gerichtet werden, um es dauerhaft zu ändern200
Die Betroffenen nehmen ihr ungünstiges Verhalten wahr, achten jedoch meist nicht darauf, es zu ändern201
Feine Widerstände oder Machtkämpfe sind hoch überlernt und teilweise unbewusst201
Das »Feedback im Sekundenfenster « hilft Kindern, die beim Lernen unteraktiviert sind, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen201
Praktische Durchführung des »Feedbacks im Sekundenfenster«202
Vorher mit dem Kind sprechen203
Berücksichtigung des Schwierigkeitsgrades des neuen Verhaltens204
Die anfängliche Trainingsdauer204
Unterschiedliche Formen und Anwendungsbereiche204
Die häufigsten Fragen und Probleme205
Problem Nummer 1: Schwierigkeit der Bezugsperson, im Sekundenfenster zu reagieren205
Problem Nummer 2: Schwierigkeit der Bezugsperson, alle Punkte gleichzeitig zu verändern206
Problem Nummer 3: Das Kind steigert Widerstand oder Machtkampf206
Das Problem Nummer 4: Das Kind bleibt bei seinem Vermeiden207
Wie geht es in den nachfolgenden Wochen weiter?207
Die Anzahl der Kästchen wird Schritt für Schritt heruntergesetzt207
Verlängerung der anfänglichen Arbeitszeit207
Abbruch der Maßnahme bei ausbleibendem Erfolg208
Wo ist diese Methode nicht nötig?208
Die Grundidee des »Feedbacks im Sekundenfenster«209
21 Das Selbstmanagement- Training des IntraActPlus- Konzeptes211
Einleitung212
Die Verbindung von Selbstmanagement- Training und Mediatorenansatz bei Jugendlichen213
Grundsätzliche Überlegungen zur Veränderung einer Lern- und Leistungsstörung bei Jugendlichen und Erwachsenen215
Der Weg der kleinen Schritte215
»Vermeiden des Vermeidens«216
Grundlegende Maßnahmen des Selbstmanagement-Trainings217
Arbeitsschritt 1: Exploration über das Gespräch217
Arbeitsschritt 2 und 3: videounterstützte Verhaltens beobachtung und Selbstbeurteilung mit Hilfe des Inventars »Eigensteuerung in Lernsituationen«219
Arbeitsschritt 4: Erarbeitung eines Erklärungsmodells für die Aufrechterhaltung der Lern- und Leistungsstörung220
Arbeitsschritt 5: Erstellen einer nach der Wichtigkeit geordneten Liste der zu trainierenden Basisfertigkeiten der Eigensteuerung beim Lernen220
Arbeitsschritt 6: Festlegung derjenigen Basisfertigkeiten der Eigensteuerung, mit denen der Veränderungsprozess begonnen wird221
Arbeitsschritt 7: Aufbau der wichtigsten Basisfertigkeiten der Eigensteuerung222
Arbeitsschritt 8: Aufbau zusätzlicher Fertigkeiten der Eigensteuerung225
Weitere Bausteine im Rahmen des IntraActPlus-Konzeptes227
Einsatz von Selbstkontrollstrategien227
Einsatz von zusätzlichen Konsequenzen229
Zusätzliche Maßnahmen zur Veränderung der negativen Eigensteuerung auf der Ebene der gedanklichen Steuerungen229
Positives Denken in der Lernsituation auch wirklich anwenden230
C Spezifische Anwendungen des IntraActPlus-Konzeptes232
Legasthenie233
23 Vom Buchstaben bis zum Verstehen des Inhalts: Was muss ein erfolgreicher Leser können?238
Einleitung239
Die einzelnen Stufen der Informationsverarbeitung beim Lesen239
Die Augenbewegungen beim Lesen239
Erkennen der Buchstaben240
Vom Buchstaben zum Wort240
Vom Wort zur Bedeutung des Wortes und zur Bedeutung größerer Texteinheiten242
Erfolgreiches Lesen erfordert Automatisierung aller Teilaufgaben243
24 Wie es zu Schwierigkeiten im Bereich Deutsch kommt244
Viele Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten haben keine Teilleistungsstörung245
Teilleistungsstörungen, die zu Schwierigkeiten im Fach Deutsch führen können245
Schwierigkeiten bei der Lautanalyse (phonologisches Defizit)246
Schwierigkeiten beim Benennen246
Auch ein Aufmerksamkeitsdefizit syndrom (ADS) kann der Auslöser für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten sein247
Training im Vorschulalter hilft, Teilleistungsstörungen auszugleichen, und kann damit Lese- und Rechtschreibstörungen in den allermeisten Fällen verhindern248
Mangelnde Automatisierung als Kernproblem von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten249
Unterschiede in der Automatisierung zwischen guten und schlechten Lesern249
Mangelnde Automatisierung macht das Lesen anstrengend und führt dazu, dass Kinder weniger lesen250
Mangelnde Automatisierung des Lesens bedeutet, dass wenig Kapazität für das Verstehen des Textes selbst übrig bleibt251
Lese- und Rechtschreibstörungen sind immer das Endergebnis von Kettenreaktionen251
Zusammenhang zwischen Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten252
Grundregeln für einen wirkungsvollen Übungsaufbau253
25 Optimierter Trainingsaufbau für Lesen und lautgetreues Schreiben nach dem IntraAct-PlusKonzept255
Erstes Lernziel: Speichern und Automatisieren der Benennung von Buchstaben256
Erste Schwierigkeitsstufe257
Zweite Schwierigkeitsstufe257
Dritte Schwierigkeitsstufe258
Weiteres Vorgehen258
Besonderheiten bei Kindern, die mit dem Benennen von Buchstaben große Schwierigkeiten haben (Kinder mit deutlichen Teilleistungsstörungen, lern- oder geistig behinderte Kinder)259
Zweites Lernziel: Schreiben von Buchstaben259
Drittes Lernziel: Zusammenziehen von Buchstaben beim Lesen259
Erste Schwierigkeitsstufe260
Zweite Schwierigkeitsstufe260
Dritte Schwierigkeitsstufe260
Vierte Schwierigkeitsstufe261
Viertes Lernziel: Zusammensetzen von Buchstaben beim Schreiben261
Erste Schwierigkeitsstufe261
Zweite Schwierigkeitsstufe262
Dritte Schwierigkeitsstufe262
Vierte Schwierigkeitsstufe262
Fünfte Schwierigkeitsstufe262
Weitere Vorteile des vorgestellten Übungsaufbaus263
26 Rechtschreiben: Günstigere und weniger günstige Lernwege264
Einleitung265
Verschiedene Wege, die richtige Rechtschreibung zu finden266
27 Optimierter Trainingsaufbau für das Rechtschreiben nach dem IntraActPlus-Konzept269
Erstes Lernziel: Rechtschreiben einzelner Wörter270
Ablauf des eigentlichen Speichertrainings271
Ungenaues Arbeiten im Rahmen eines Speichertrainings273
Zweites Lernziel: Abruf der richtigen Rechtschreibung während des Schreibens273
Drittes Lernziel: Systematisches Üben einzelner Rechtschreibregeln274
Dyskalkulie276
29 Verarbeitungssysteme, die für ein erfolgreiches Rechnen zusammenarbeiten müssen280
Das Verarbeitungssystem, mit dem wir die Bedeutung von Mengen und Größen erfassen281
Das Verarbeitungssystem, in dem wir sprachlich mit Zahlen umgehen283
Das Verarbeitungssystem, in dem wir Zahlen durch die Ziffern unseres Dezimalsystems darstellen284
30 Teilleistungsstörungen und andere Verursachungsgrößen von Rechenstörungen285
Teilleistungsstörungen im Bereich der Sprachverar beitung als Ursache von Schwierig keiten beim Rechnen286
Teilleistungsstörungen im Bereich der visuellen Wahrnehmung als Ursache von Schwierigkeiten beim Rechnen287
Lesen, Schreiben und Verstehen der Darstellung von Zahlen durch ein- oder mehrstellige Ziffern288
Verstehen der Bedeutung von Zahlen, Mengen oder Größen288
Für den Aufbau von inneren Vorstellungen von Mengen und des Zahlenraums289
Einfluss eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADS) auf das Rechnen291
Mangelnde Anstrengungsbereitschaft292
31 Mangelnde Automatisierung als »Kernproblem« von Rechenstörungen293
Kontrollierte und automatische Informations verarbeitung beim Rechnen294
Mangelnde Automatisierung als Ursache einer oft massiven Überforderung294
Grundlegende Gedanken zu einem günstigen Übungsaufbau im Fach Rechnen296
32 Aufbau einer inneren Vorstellung von Mengen und Aufbau einer inneren Vorstellung des Zahlenraums298
Aufbau von konkreten Mengenvorstellungen301
Stufe 1301
Stufe 2302
Aufbau des Zusammenzählens (Addierens)302
Stufe 1302
Stufe 2302
Stufe 3303
Aufbau des Abziehens (Subtrahierens)303
Schriftliche Darstellung des Zusammenzählens (Addierens)303
Stufe 1303
Stufe 2:304
Schriftliche Darstellung des Abziehens (Subtrahierens)304
Aufbau einer abstrakten Vorstellung des Zahlenraums305
Erstes Lernziel: Aufbau einer Vorstellung des Zahlenraums bis 10305
Zweites Lernziel: Aufbau einer abstrakten Vorstellung des Zahlenraums bis 20306
Drittes Lernziel: Aufbau einer abstrakten Vorstellung des Zahlenraums bis 100306
33 Lesen und Schreiben von Zahlen307
Lesen und Schreiben von einstelligen Zahlen308
Lesen und Schreiben von zweistelligen Zahlen308
34 Automatisierung von Addition und Subtraktion bis 100309
Automatisieren der Additionen bis 10310
Stufe 1: Automatisieren der Additionen bis 10 mit enger Steuerung durch die Bezugsperson311
Stufe 2: Weiteres Automatisieren der Additionen bis 10 mit stärkerer Eigensteuerung des Kindes311
Erweitern des Addierens auf den Zahlenraum bis 100 – ohne Zehnerüberschreitung311
Stufe 1: Übertragung auf den Zahlenraum bis 100, zunächst mit enger Steuerung durch die Bezugsperson312
Stufe 2: Weiteres Automatisieren der Additionen bis 100 mit stärkerer Eigensteuerung des Kindes312
Automatisieren der Subtraktion im Zahlenraum bis 10313
Erweitern der Subtraktion auf den Zahlenraum bis 100 – ohne Zehnerunterschreitung313
Mischen von Addition und Subtraktion313
Aufbau des Zehnersprungs313
Welchen Weg sollte man wählen?314
Systematischer Übungsaufbau für den Zehnersprung über ein Speichern der Ergebnisse314
Stufe 1314
Stufe 2315
Stufe 3315
Systematischer Übungsaufbau für den Zehnersprung über den so genannten » Drei schritt «315
Stufe 1315
Stufe 2315
Stufe 3315
Stufe 4316
Stufe 5316
Weitere Anwendungsgebiete317
35 Bausteine eines modernen Schulkonzeptes nach dem IntraActPlus-Konzept318
Kapazitätserweiterung durch allgemeine Lernstrategien, die an der biologischen Ausstat tung von Schülern orientiert sind319
Forderungen an eine moderne Schule320
Forderung 1: Bewusste Festlegung der Lerntiefe vor jedem Lernschritt320
Forderung 2: Prüfung jeder Lernmethode unter dem Gesichtspunkt der Automatisierung320
Forderung 3: Wiederholung als grundlegendes Lernprinzip321
Forderung 4: Chunking321
Zeitliche Organisation von Wiederholungen322
Die Größe »Beziehung« im Schulbereich323
Beziehung von Lehrern zu ihren Schülern323
Beziehungen zwischen den Schülern325
Beziehung zwischen Lehrern und Eltern und zwischen Lehrerkollegen327
Umgang mit Aggressionen und Widerstand327
Anwendung des »Feedback im Sekundenfenster« auf den Grundschulbereich328
Erster Schritt: Verbalisieren der Erwartungen an das Schülerverhalten328
Zweiter Schritt: Vereinbarung von Verhaltenszielen329
Dritter Schritt: Visualisierung der Absprachen und Aufbau eines Feedback-Instruments330
Vierter Schritt: Umgang mit den »Sonnen«330
Fünfter Schritt: Erneute Gespräche zu Vereinbarungen von Verhaltenszielen330
Sechster Schritt: Ausgestaltung der »Feedback im Sekundenfenster« über die Zeit330
Anregung für mutige Lehrer331
Abschließende Überlegungen331
Prävention von Lern- und Leistungsstörungen331
Selbstartikulation, Selbstreflexion, Flexibilität und Fähigkeiten zur Lösung von komplexen Problemen, Teamgeist332
36 ADS: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität334
Zusammenwirken von genetischer Besonderheit und gelernter Eigensteuerung336
Das niedrige Aktivierungsniveau beim ADS als Ursache für einen Belohnungs- und Bestrafungsmechanismus336
Geringere Daueraufmerksamkeit338
Effektive Therapien und Veränderungsmaßnahmen haben zum Ziel, eine hoch automatisierte positive Eigensteuerung aufzubauen339
Motivation und Eigensteuerung339
Automatisierung der Eigensteuerung und des zugehörigen Verhaltens340
Chunking, noch wichtiger im Zusammenhang mit einem ADS342
Länge des »Zeitfensters«, in dem ein neues Verhalten gelernt wird342
Länge des »Zeitfensters« am Anfang des Veränderungsprozesses342
Länge des »Zeitfensters« auf Dauer342
Das Vorgehen im Sinne des Zeitfensters kann auf alle Situationen übertragen werden343
Die wichtigsten Regeln im Veränderungsprozess343
Wann sollte eine Behandlung eines ADS beginnen?344
Literatur346

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