Sie sind hier
E-Book

Rahmencurriculum Instandhaltung

AutorJörg P. Pahl, Volkmar Herkner
Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl222 Seiten
ISBN9783763945863
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,90 EUR

Das Curriculum für alle Ausbildungen im Bereich Instandhaltung.

Der Autor

Jörg-Peter Pahl ist emeritierter Professor am Institut für Berufliche Fachrichtungen der TU Dresden. Volkmar Herkner lehrt in Berlin als Berufsschullehrer an einem Oberstufenzentrum.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
1 Gestaltungsgrundlagen für das Rahmencurriculum „Instandhaltung" (S. 13-14)

1.1 Grundlegendes zur Curriculumgestaltung

1.1.1 Entscheidung zum quasi-offenen Curriculum


In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre erhielt – ausgelöst durch Saul B. Robinsohn – die Lehrplandiskussion eine neue Qualität. Bei dieser Debatte wurde der Begriff „Lehrplan" weitgehend durch den Begriff „Curriculum" verdrängt bzw. ersetzt. Gleichzeitig kam es ansatzweise zu einem „Paradigmenwechsel" darüber, wie didaktisches Geschehen zu gestalten sei (Jongebloed 1999, S. 167). Der von Robinsohn angestoßene Wechsel zeigte sich insbesondere auf vier Ebenen: Zum einen wurde der Lehrplan nicht mehr als statische Struktur, sondern als ein sich dynamisch entwickelndes Bildungsinstrument betrachtet. Zum anderen erfolgte bei diesem neuen Ansatz sowohl eine Akzentverschiebung vom Lehren zum Lernen als auch von einem hermeneutisch-systematischen Vorgehen zu einer analytisch-technologischen Sichtweise.

Der vierte Wechsel, nämlich der Übergang vom Bildungsbegriff zum Qualifikationsbegriff – und damit der Wechsel von einem offenen zu einem geschlossenen Konstrukt – muss aus heutiger Sicht allerdings eher kritisch gesehen werden (vgl. dazu z.B. ebd.). Dieser neue curriculare Ansatz führte in den 1970er Jahren zu einer regelrechten Expansion der Curriculum- und Lehrplanforschung (z.B. Frey 1975) und zu der so genannten „curricularen Bewegung" (z.B. Peterßen 1983, S. 148 ff.). Hierbei schälte sich heraus, dass man die vielen wichtigen Faktoren des Lernprozesses erfassen müsste. Dazu gehören die Rechtfertigung der gewählten übergeordneten Zielsetzungen, Angaben zu möglichst eindeutigen Lernzielen, Auswahl von lernzielgerechten Lehr- und Lernverfahren, Bereitstellung von Lehr- und Lernmaterialien sowie Entwicklung von Prüfungsaufgaben und Tests zur Messung des Lernerfolgs.

Auch der Deutsche Bildungsrat gab in dieser Zeit mehrfach Empfehlungen zur Entwicklung und Gestaltung von Lehrplänen und Ausbildungsordnungen (z.B. Deutscher Bildungsrat 1974, S. 117 ff.). Die wissenschaftlichen Forschungen und Arbeiten von Kommissionen zur Lehrplan- und Curriculumentwicklung in den 1970er Jahren hatten das Ziel, möglichst „offene", „praxisorientierte", „schulnahe", „basisorientierte" sowie „fachübergreifende" Konzepte zu entwickeln (Berg/Doedens 1974, S. 167). Gleichzeitig wurde eine ausschließlich zentral gesteuerte Curriculumentwicklung in Frage gestellt. Stattdessen wurde sogar versucht, „Instrumente zu entwickeln, die die Konstruktion eines ‚Lehrplans nach Maß’ von den unmittelbar Betroffenen ermöglichen sollen" (ebd.).

Die Frage, wer und vor allem von wem die Curricula entwickelt werden sollten, führten zur Unterscheidung in das zentralistische, monoistische, das markorientierte, pluralistische, das demokratische, pragmatische und das integrative Modell (Schoenfeldt 1973). Wurde eine zentral durch Schulverwaltungen gesteuerte Curriculumentwicklung ebenso abgelehnt wie eine Festlegung von Bildungszielen und -inhalten nur durch den Markt, so sollte beim demokratischen, pragmatischen Modell vor allem „die Innovationstätigkeit von der Basis her" (ebd., S. 653), d.h. durch die direkt betroffenen Lehrkräfte, Lernenden und eventuell sogar die Eltern aufgenommen werden.

Auch sollten die Lehrkräfte genauso die Revision durchführen. Damit konnten zwar gleich didaktische Überlegungen für eine Umsetzung in die Curriculumarbeit einfließen, doch die Nachteile wie fehlende sachliche Kompetenz, vor allem bei der Einschätzung der Bedeutung eines Lerninhaltes für die Berufs- und Lebenswelt (vgl. ebd., S. 657), führten schließlich dazu, das integrative Modell zu favorisieren, bei dem die verschiedenen Sichtweisen zusammengeführt werden. Im Rahmen der Curriculumforschung wurde deutlich, dass als Ordnungsmittel zur Organisation beruflichen Lernens zwischen Stoffplänen, herkömmlichen Ausbildungs- und Lehrplänen, curricularen Ausbildungs- und Lehrplänen sowie Curricula zu unterscheiden ist.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Abbildungsverzeichnis8
Vorwort10
0 Einleitung12
1 Gestaltungsgrundlagen für das Rahmencurriculum „Instandhaltung“14
2 Arbeits- und technikdidaktische Entscheidungsfelder des Curriculums „Instandhaltung“106
3 Transformation des Rahmencurriculums „Instandhaltung“192
4 Stichwortverzeichnis202
5 Literaturverzeichnis206

Weitere E-Books zum Thema: Personal - Personalmanagement

Führungsfaktor Gesundheit

E-Book Führungsfaktor Gesundheit
So bleiben Führungskräfte und Mitarbeiter gesund Format: PDF

Die Anforderungen der Arbeitswelt steigen stetig - oft mit negativen Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten. Dabei ist Gesundheit ein entscheidener Erfolgsfaktor: Wer nicht richtig fit ist, kann…

Betriebliches Gesundheitsmanagement

E-Book Betriebliches Gesundheitsmanagement
Mit gesunden Mitarbeitern zu unternehmerischem Erfolg Format: PDF

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist aufgrund gesellschaftlicher und insbesondere demografischer Veränderungen ein viel diskutiertes Thema. Dieses Buch veranschaulicht anhand von Best…

Topothesie

E-Book Topothesie
Der Mensch in artgerechter Haltung Format: PDF

Topothesie ist frei übersetzt eine 'lebhafte Schilderung einer wunderschön vorgestellten Welt'. Hört auf, ruft Dueck, die Lebhaften zu unterdrücken! Lasst das unnütze Erziehen der Braven, sie sind…

Handbuch Mitarbeiterbefragung

E-Book Handbuch Mitarbeiterbefragung
Format: PDF

Zufriedene Mitarbeiter gestalten bessere und intensivere Kundenkontakte, und zufriedene Kunden sind die wichtigsten Garanten für den wirtschaftlichen Gesamterfolg von Unternehmen. Es ist somit…

Employer Branding

E-Book Employer Branding
Human Resources Management für die Unternehmensführung Format: PDF

Die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter ist das wichtigste Differenzierungsmerkmal für deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb. Zwei praxisorientierte Experten für Personalentwicklung versetzen Top…

Führen ohne Druck

E-Book Führen ohne Druck
Erfolgreiches Bankgeschäft ohne Zielvorgaben und vertriebsabhängige Vergütungen Format: PDF

Dieses Buch zeigt am Beispiel der Raiffeisenbank Ichenhausen und ihrer Mitarbeiter, dass es zum unternehmerischen und persönlichen Erfolg keine Vertriebsvorgaben braucht, sondern eine individuelle…

Weitere Zeitschriften

Archiv und Wirtschaft

Archiv und Wirtschaft

Fachbeiträge zum Archivwesen der Wirtschaft; Rezensionen Die seit 1967 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift für das Archivwesen der Wirtschaft "Archiv und Wirtschaft" bietet Raum für ...

FREIE WERKSTATT

FREIE WERKSTATT

Hauptzielgruppe der FREIEN WERKSTATT, der unabhängigen Fachzeitschrift für den Pkw-Reparaturmarkt, sind Inhaberinnen und Inhaber, Kfz-Meisterinnen und Kfz-Meister bzw. das komplette Kfz-Team Freier ...

Deutsche Hockey Zeitung

Deutsche Hockey Zeitung

Informiert über das internationale, nationale und internationale Hockey. Die Deutsche Hockeyzeitung ist Ihr kompetenter Partner für Ihr Wirken im Hockeymarkt. Sie ist die einzige ...

Die Großhandelskaufleute

Die Großhandelskaufleute

Prüfungs- und Praxiswissen für Großhandelskaufleute Mehr Erfolg in der Ausbildung, sicher in alle Prüfungen gehen, im Beruf jeden Tag überzeugen: „Die Großhandelskaufleute“ ist die ...

die horen

die horen

Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik."...weil sie mit großer Aufmerksamkeit die internationale Literatur beobachtet und vorstellt; weil sie in der deutschen Literatur nicht nur das Neueste ...

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS ist seit mehr als 25 Jahren die Fachzeitschrift für den IT-Markt Sie liefert 2-wöchentlich fundiert recherchierte Themen, praxisbezogene Fallstudien, aktuelle Hintergrundberichte aus ...