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Schwindel

Eine Epistemologie der Orientierung

AutorRebekka Ladewig
VerlagMohr Siebeck
Erscheinungsjahr2016
ReiheHistorische Wissensforschung 6
Seitenanzahl382 Seiten
ISBN9783161547690
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis49,00 EUR
Orientierung ist eine Frage der Perspektive. Im Sinne der historischen Epistemologie entwickelt Rebekka Ladewig diese Perspektive in theoretischen und experimentellen Szenen des Schwindels. Diese umfassen die philosophischen Gedankenexperimente des 17. und 18. Jahrhunderts sowie die sinnesphysiologische Experimentalisierung des Schwindels zwischen 1800 und 1900 bis hin zu den technischen Milieus des frühen 20. Jahrhunderts mit ihren apparativen Techniken und der materiellen Kultur der Schwindelerzeugung. Michael Polanyis Konzept des impliziten Wissens ist theoretischer Einsatz- und Endpunkt dieser Analyse. Sie verschiebt das Augenmerk von der Theorie der Wissenschaft auf deren Randzonen, auf die personengebundene, lokale und praktische Verfasstheit des Wissensprozesses, die sich dem Fokus der traditionellen Wissenschaftsforschung systematisch entzieht.

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Inhaltsverzeichnis
Cover1
Dank6
Inhalt8
Einleitung10
Teil 1: Orientierungen des Denkens28
1.1 Orientierung der Methode: Täuschung und Selbsttäuschung bei René Descartes30
Suchen: Der archimedische Punkt30
Entscheiden: Descartes und Herakles35
Fingieren: Provisorische Moral40
Irren: Topographie des Zweifels45
Schwindeln: Fluchtlinien der Methode53
1.2 Orientierung der Vernunft: Glaube und Gefühl bei Immanuel Kant60
Orientieren: Glaube versus Vernunft60
Sich orientieren: Probierstein der Vernunft67
Vernünftig glauben: Die subjektiven Bedingtheit der Vernunft72
Blinzeln: Orientierungsgefühl und kartographisches Augenmaß bei Johann Georg Lehmann82
1.3 Orientierung der Seiten: Über Rechts und Links98
Denken: Méthode und randonnée98
Spiegeln: Rechte und linke Hand – Kants Doppelgänger101
Polarisieren: Rechte und linke Hand bei Robert Hertz113
1.4 Glauben126
Teil 2: Orientierungen der Wahrnehmung148
2.1 Schwindeldiskurse um 1800150
Täuschungen wahrnehmen: Zur sinnesphysiologischen Experimentalisierung des Schwindels150
Beschleunigen: Erhabenheit und Schwindel bei Immanuel Kant und Marcus Herz156
Seekrank sein: Wahrnehmungskonfiguration Schiff160
Nachbilder machen: „Accidents often lead to discoveries which reason alone might not easily have reached …“ (William Charles Wells)168
Schwindel erzeugen: Erasmus Darwin und William Charles Wells als „vertiginous philosophers“172
2.2 Jan Evangelista Purkinje und die selbstexperimentelle Erforschung des Schwindels um 1820178
Nach Innen blicken: Selbstbeobachtung, Selbstexperiment und subjektive Empirie178
Schwindel vermessen: „Im Anfange fühlt man sich leicht und heiter im Kopfe…“ (Jan Evangelista Purkinje)185
(Sich) quälen: Selbstexperiment und Tierversuch bei Jan Evangelista Purkinje und Marie-Jean-Pierre Flourens193
2.3 Elias de Cyon und die Entdeckung des Gleichgewichtssinns ab 1870202
Sinn suchen: Das Ohrlabyrinth als Organ der Orientierung202
Sinn zuweisen: Lokalisierungen eines Vermögens – Tauben (nach Georges Canguilhem)207
Sinn verorten: Raumsinn und Raumdimensionen216
Sinn überwinden: Elias de Cyon, die Geometrie und der Transzendentalismus226
2.4 Wahrnehmen234
Teil 3: Apparaturen des Schwindels252
3.1 Drehen254
Migrieren: Schwindelapparate im frühen 19. Jahrhundert254
Dezentrieren: Drehvorrichtungen in der Psychiatrie255
Grenzen ausloten: Schwindelvorrichtungen und bürgerliche Selbsterfahrung269
3.2 Fliegen286
Rekonfigurieren: Wahrnehmung, Versuchsanordnungen, Apparaturen286
Fliegen fühlen: Das fliegerische Gefühl289
Fliegen simulieren: Aufmerksamkeit und Orientierung auf dem Prüfstand297
3.3 Können322
Schluss334
Abbildungsverzeichnis344
Literaturverzeichnis348
Personenindex380

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