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E-Book

Vom Umgang mit schwierigen Menschen

12 Experten schildern ihre heikelsten Fälle und deren Lösungen

VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl176 Seiten
ISBN9783834994431
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Im Führungsalltag geht es oft darum, heikle Situationen zu meistern und auch mit schwierigen Menschen erfolgreich umzugehen. In diesem Buch schildern 12 Experten in 26 Fällen aus ihrer Beratungspraxis, wie sie mit ihren persönlichen Methoden und auf ihre Art zu oft überraschenden und einfachen Lösungen gelangen. Die spannende Lektüre hilft dem Leser, ein besseres Verständnis für schwierige Menschen zu gewinnen, und inspiriert ihn dazu, im eigenen Alltag beharrlich nach Lösungen zu suchen.
Eine ermutigende Anleitung zum einfühlsameren und erfolgreicheren Umgang mit schwierigen Menschen und Situationen.


Winfried Prost, Doktor der Philosophie, ist als jesuitisch geschulter und psychologisch erfahrener Kommunikationsprofi seit über 25 Jahren für Top-Führungskräfte der Wirtschaft als Führungscoach und Persönlichkeitstrainer selbständig tätig. Er gilt als pragmatischer und klarsichtiger Vertreter einer ganzheitlichen Führungs- und Persönlichkeitspsychologie. Seine Einsichten und Erfahrungen gibt er als Seminarleiter, Vortragender und Autor zahlreicher Bücher weiter. Prost ist Gründer und Leiter der Akademie für Ganzheitliche Führung. Er lebt in Köln und Zürich. Die Mitautoren sind erfahrene Berater und Coachs.

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Leseprobe

Ulrike Petschuch und Alexander Sladek (S. 115-116)

Vom kommunikativen Umgang mit Patienten – Arzt, Patient und Multiple Sklerose

Der junge Assistenzarzt H. war sympathisch. Er schien souverän und bereits fest verwurzelt in seinem Beruf zu sein. Doch irgendetwas nagte an ihm. Bei der Aufforderung, eigene Fälle in das nächste Rollenspiel einzubringen, fing er zögernd an „Ich habe da so eine Patientin auf meiner Station …". Unter Nachfragen führte er seine Erzählung weiter aus. Seine Patientin M. war seit einigen Jahren an Multipler Sklerose erkrankt. Nach einem besonders schweren Krankheitsschub kam sie wieder in die Klinik, in der er als Assistenzarzt arbeitete. Tragisch war, dass dieser Schub nach einer langen stabilen Phase aufgetreten war, in der es der Frau M. sehr gut ergangen war. „Wahrscheinlich war das ein besonders schwerer Schock für sie, so deutlich wieder mit der Erkrankung konfrontiert zu werden.

Doch was mich fast an den Rand der Verzweiflung bringt, ist ihre Einstellung. Komplett negativ. Bei jeder Visite rechnet sie nur mit dem Schlimmsten." Frau M. klagte nach Aussage des Arztes ständig und malte sich alles, was noch auf sie zukommen würde, in düsteren Farben aus. Im Kollegenkreis der Klinik war sie schon als schwierig und schwer „handelbar" verschrien und manche Kollegen machten bereits einen großen Bogen um ihr Behandlungszimmer. „Doch sie ist meine Patientin! Ich muss mich um sie kümmern. Was soll ich bloß tun?" Wir stellten die Situation im Rollenspiel nach.

Der junge Assistenzarzt H. spielte seine eigene Patientin. Eine andere Teilnehmerin übernahm die Rolle des jungen Arztes. Nach einem formvollendeten Gesprächseinstieg informierte sie die gespielte Frau M. sachlich über das weitere Vorgehen in der Klinik. Als Antwort ernte sie nur weiteres Gejammer. Umso mehr er sich anstrengte, die Behandlungsmaßnahmen und die positive Zukunftsperspektive der Patientin näherzubringen, desto mehr manövrierte sich Herr H. in der Rolle der Patientin M. in ein schwarzes Loch. Wir brachen das Rollenspiel ab. Die Analyse der Videoaufzeichnung zeigte die verfahrene Situation in aller Deutlichkeit. „Puh, jetzt habe ich am eigenen Leibe gespürt, wie es Frau M. wohl ergeht, und ich glaube, ich habe sie zum ersten Mal richtig verstanden.

Sie hat einfach nur schreckliche Angst", platzte es aus Herrn H. heraus. Durch das Rollenspiel wurde dem Arzt schlagartig klar, dass er etwas Entscheidendes ändern musste. „Die Emotionen der Patientin aufnehmen und spiegeln, nachfragen, sich selbst zurücknehmen." Das waren die wichtigsten Erkenntnisse für ihn. Dies wollte er beim nächsten Mal berücksichtigen. Er hatte sich für das nach dem Training anstehende Entlassungsgespräch vorgenommen, auf diese Weise zu der Patientin durchzudringen. „Ich möchte, dass sie mir zuhört und dass wir die weiteren Behandlungsschritte in Ruhe besprechen können."

Am Montag nach dem Training mit uns trat Herr H. motiviert und angefüllt mit neuen Erkenntnissen den Dienst an. Der Gang in das Zimmer seiner „schwierigen" Patientin war plötzlich ganz leicht. Zuerst ermutigte er Frau M., über ihre Befürchtungen zu sprechen. Nach einigem Klagen hatte sie sich zumindest so weit beruhigt, dass er beginnen konnte, die weitere Behandlung zu erklären. Trotzdem wurde die Patientin zunehmend unruhiger und wirkte wie ein gehetztes Tier, ständig auf dem Sprung. Herr H. hielt inne und sprach sie direkt darauf an: „Frau M., ich sehe, dass Sie immer noch ganz unruhig sind, was macht Ihnen solche Angst?" Da brach es buchstäblich aus ihr heraus.

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis9
Jung, dynamisch und …? – Ein dynamischer Jungmanager12
Einsam in Zweisamkeit – Ein schwieriger Mitarbeiter17
Der Fisch stinkt vom Kopf – Ein Unternehmer und die Mitarbeitermotivation20
Ein Business-Power-Seminar – Ein schwieriger Mitarbeiter25
Was sollen wir bloß mit Gregor machen? – Ein despotischer Seniorchef30
Der Karatemeister – Ein schwacher 52-jähriger Abteilungsleiter37
Die Narbe als Wegweiser – Ein schwieriger Chef40
Chronische Unzufriedenheit – Eine 39-jährige Managerin42
Burnout – Ein 51-jähriger Manager52
Zusammenbruch – Ein 44-jähriger leitender Angestellter61
Hierarchische Enttäuschung – Eine Frau und ihr gleichaltriger Chef70
Verletzt, gemobbt und voller Sehnsucht – Eine Angestellte Mitte 5072
Ein Leben voller Chaos – Eine doppelt berufstätige 52-jährige Frau77
Die Suche nach dem persönlichen Glück – Eine 38-jährige Frau im Vorstand84
Der Markt ist gnadenlos – Ein 59-jähriger Unternehmer90
Die Treiber künftiger Erfolge – Ein 44-jähriger Unternehmer97
Vom kommunikativen Umgang mit Patienten – Arzt, Patient und Multiple Sklerose102
Wie gegen eine Wand – Eine schwierige Patientin mit Schilddrüsenkrebs105
Henni – Ein 8-jähriger Störenfried108
Rennfahrertage – Ein unbändiger 9-jähriger Junge113
Stark sein! – Ein junger Macho117
Schwul werden – Ein schwuler Student124
Die Schatten der Kindheit – Eine ausländische Tagesmutter130
Wut im Bauch – Eine 64-jährige Witwe134
Zwei Teile eines Lebens –Eine 68-jährige Frau140
Ein altes Ekel? – Eine 85-jährige Frau147
Der Herausgeber151

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