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E-Book

Anne Koark

Insolvent und trotzdem erfolgreich

AutorAnne Koark
VerlagInsolvenzverlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl277 Seiten
ISBN9783981095401
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,80 EUR
'Mein Name ist Anne Koark und ich bin insolvent!'. Offensiv geht die britische Autorin, allein erziehende Mutter und bis vor kurzem erfolgreiche Unternehmerin, mit ihrer Insolvenz an die Öffentlichkeit. In ihrer tagebuchartigen Autobiographie schildert sie minutiös die Geschichte des wirtschaftlichen Untergangs ihrer Frauenfirma 'Trust in Business', ohne dabei ihren schrägen britischen Humor zu verlieren. Authentisch und ehrlich beschreibt sie ihre Gefühle zwischen Angst und Zuversicht, zwischen Ausweg und Totalpleite. Anne Koark gewährt dem Leser einen Einblick in ihren Alltag zwischen Hoffen und Bangen von der Vorphase der Insolvenz bis zur entgültigen Schließung ihrer Firma angereichert mit einer guten Portion bissiger Gesellschaftskritik.

Die Autorin bricht mit ihrer Autobiographie ein Tabu. Mutig und entschlossen verleiht sie der Insolvenz ein Gesicht, ihr eigenes! Anne Koark macht die Insolvenz gesellschaftsfähig! Das Buch regt zum Nachdenken an und zeigt, dass nicht jeder, der versagt, auch ein Versager ist!

Die Autorin

Anne Koark, kam am 21. Mai 1963 in Barking, England, zur Welt. Durch eine Asthmaerkrankung war sie in der Bewegung eingeschränkt. Bereits mit sieben Jahren las sie mit Begeisterung Shakespeare. Mit zehn Jahren fing sie an, eigene Geschichten und Gedichte zu schreiben. Für diese gewann sie damals einen Schulliteraturpreis.

Der Aufbau der Beweglichkeit

Nach dem Abitur studierte Anne Koark Germanistik und Italienisch an der Universität von Hull in Großbritannien. Im September 1983 kam sie nach Deutschland, um ein Jahr lang als Sprachassistentin für Englisch an einem Gymnasium in Cochem an der Mosel tätig zu sein. Nach dem Studienabschluss kehrte sie 1985 wieder nach Deutschland. Sie arbeitete zunächst in der Patentanwaltsbranche. 1989 wechselte sie in die Computerbranche und betreute bundesweit einige sehr namhafte internationale Unternehmen in deren Aufbauphase. Hier war sie für folgende Aufgaben zuständig: Verwaltung, Personalwesen, Controlling und EDV.

Die Selbstständigkeit & die Höhen und Tiefen

Nach einer Selbständigkeit seit 1996 gründet Anne Koark in 1999 gemeinsam mit einer Geschäftspartnerin ihr eigenes Unternehmen "Trust in Business", das ausländische Firmen in Deutschland aufbaut. 2001 wurde das Unternehmen als das Beste aus über 100 Unternehmen bundesweit mit dem Breakeven Award für Existenzgründer Internetzeitschrift Breakeven.de ausgezeichnet. In der nationalen und internationalen Presse und den Medien wurden Berichte über Anne Koark und ihr Unternehmen veröffentlicht. Ein Highlight der Tätigkeit von Trust in Business war u.a. die Betreuung von Begleitdelegationen des kanadischen Premierministers in Berlin und München in Februar 2002. Im März 2003, meldete Anne Koark für ihre Einzelfirma Insolvenz an. Damit war die private Insolvenz für die Mutter von zwei Kindern auch automatisch ausgelöst. Im offenen Umgang mit dieser Situation macht sie sich Mut auf ihre ganz eigene Art: Sie ist davon überzeugt, dass die Insolvenz nicht das Ende, sondern der Anfang ist. Sie hat sich zum Ziel gemacht, Insolvenz gesellschaftsfähig zu machen. Aus diesem Grunde veröffentlichte sie Artikel zu diesem Thema auf www.wallstreet-online.de und www.changex.de Sie hat außerdem den Verein: B.I.G = Bleib im Geschäft e.V. ins Leben gerufen. B.I.G. soll Insolventen bei der zweiten Chance unterstützen. Außerdem kämpft Anne Koark für eine Entstigmatisierung des Scheiterns, denn sie sagt, dass es immer weitergeht.

Und es geht wirklich weiter

Anne Koark ist eine gefragte Referentin zu den Themen Insolvenz, Wirtschaft und Ethik. Ihr Buch: "Insolvent und trotzdem erfolgreich" war in 2004 insgesamt 5 Monate und ist seit April 2005 wieder auf der Wirtschaftsbestsellerliste von Manager Magazin Anne Koark hat den Lady Business Award 2004 gewonnen und ist nominiert für den Oskar für den Mittelstand 2005. Ihre Bewerbung für den Mutmacher der Nation ist dieses Jahr auch eingegangen.  

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Leseprobe
April - Der Anfang vom Ende (S. 110-111)

Dienstag, 1. April 2003

Heute ist der 1. April – in vielen Ländern der Tag der Aprilscherze - und ich bin heute richtig gespannt, was alles auf mich zukommt. In der Früh erzählt mir mein Aupairmädchen, dass in Polen alle Mädchen und Frauen mit Wasser nassgespritzt werden. Da würde man sehr viel lachen. Wie ich mir im Moment diese Gelassenheit wünschen würde. Ich bin aber heute noch in dem Sog des gestrigen Tages.

Ich bekomme von Kunden Emails, die ihr Bedauern ausdrücken. Unser Haupt-Offi ce Service Kunde möchte sich mit mir treffen. Ich merke, dass hier immer noch ein unheimliches Vertrauen herrscht, denn er möchte mit mir besprechen, was es für Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt und ob eine Möglichkeit besteht, unsere Dienstleistungen im Marketingbereich trotz Aufgabe des Offi ce Service beizubehalten. Irgendwie habe ich im Moment ein wenig Bedenken, mich hierzu zu äußern. Erstens ist es so, dass ich nicht wirklich weiß, ob die Investoren kommen oder nicht und daher eigentlich nicht zusichern kann, dass eine Weiterführung irgendwelcher Dienstleistungen überhaupt möglich ist. Zweitens habe ich ein grundsätzliches Problem, da ich mit diesem Kunden schon vertrauensvoll über drei Jahre zusammenarbeite, und ich möchte mein Wort nicht für etwas hergeben, wenn ich nicht weiß, ob das, was ich anbiete, überhaupt realisierbar ist.

Ich fühle mich total gefangen in meiner Situation. Andererseits finde ich die Reaktionen toll – der Vizepräsident und der Geschäftsführer sind voller Respekt und verstehen, dass wir wirklich ein Problem haben, dass also wenig Geld da sein muss – sonst hätten wir den Offi ce Service Vertrag nicht gekündigt. Obwohl ich traurig bin, dass ich den Offi ce Service aufgeben muss, freue ich mich zugleich, weil nun der Druck vom Quartalsende endlich wegfällt. Von all den schwierigen Momenten habe ich den letzten Tag des Quartals immer am meisten gefürchtet, weil die Offi ce Service Kunden zu diesem Zeitpunkt hätten kündigen können.

Wir haben das Geld dringend gebraucht, um die Kosten zu bestreiten. Jetzt kann ich eigentlich frei die Entscheidung der Investoren abwarten, und falls es nicht klappt, weiß ich, dass eine Insolvenz sinnvoll ist, weil das Ganze dann einfach ein natürliches Ende hat.

Ich weiß immer noch nicht, was ich dem Vermieter nun sagen soll. Bestimmt denkt meine Ansprechpartnerin beim Vermieter, dass ich mich total geändert habe. Ich habe mich überhaupt nicht gemeldet. Aber ich weiß ja gar nicht, was ich sagen soll. Soll ich sagen – vielleicht bin ich bald insolvent? Soll ich sagen – vielleicht schaffen wir es mit den Investoren? Das sind mir zu viele „Vielleichts". Außerdem steht ja noch der Gerichtstermin am 9. April an und ich weiß nicht, was sich da noch alles ergeben wird. Wie ich mir wünsche, jetzt einfach in Urlaub fahren zu können, während jemand anders hier weiter die Lösung zu meinem Problem sucht. Einerseits will ich niemanden enttäuschen. Andererseits weiß ich, dass es nicht mehr möglich ist, aus dieser Situation herauszukommen, ohne jemanden enttäuscht zu haben. Mir ist dabei überhaupt nicht wohl.

Ich denke an ein Lied, das Jürgen von der Lippe immer gesungen hat. Dieses Lied heißt: „Dann ist der Wurm drin". Das Lied bezieht sich eigentlich auf das Fußballspiel. Irgendwie weiß ich aber, dass ich mich im Stillstand befi nde – da ist wirklich der Wurm drin. Aber wie bringe ich diesen Wurm wieder raus? Wie bringe ich meinen Wirtschaftsball wieder zum Rollen? Es ist verzwickt. Bei diesem Gedanken erinnere ich mich, dass ich ein Buch schreiben wollte, bei dem ich Jürgen von der Lippe im Titel erwähne. Ich habe seiner Agentur geschrieben und immer wieder kam meine Nachricht nicht richtig an. Nach vier Monaten hatte ich eine Bitte von der Agentur, mein Anliegen schriftlich einzureichen. Ich hatte das aber schon schriftlich gemacht und irgendwann hatte ich verzweifelt aufgegeben. Das Buch würde ich immer noch gerne schreiben, aber in diesen Krisenzeiten habe ich keine Zeit, Emails zu schreiben, auf die keine Antworten kommen. Vielleicht schreibe ich das Buch, falls ich Insolvenz anmelden muss.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis12
Februar - Wie geht es weiter?14
März - Hoffen und Bangen60
April - Der Anfang vom Ende110
Mai - Die Auseinandersetzung mit der Insolvenz154
Juni - Das Warten auf das Ende200
Juli - Es geht immer weiter!252
Veranstaltungen279

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