Sie sind hier
E-Book

Credit Default Swaps und Informationsgehalt

AutorEva Wagner
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl161 Seiten
ISBN9783834998699
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR
Eva Wagner untersucht umfassend den Informationsgehalt von Credit Default Swap (CDS) und stellt ihn dem Informationsgehalt anderer etablierter Märkte, auf denen das Kreditrisiko relevant ist, sowie dem des externen Rating gegenüber.

Die Arbeit wurde mit dem Genossenschaftsstiftungspreis Dr. Pfeifauf 2007 der VKB Bank, dem VÖWA Wissenschaftspreis 2008 (Verband Österreichischer Wirtschaftsakademiker, Landesgruppe Oberösterreich) und dem Dr. Ludwig Scharinger Preis der Raiffeisenlandsbank Oberösterreich ausgezeichnet.

Dr. Eva Wagner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für betriebliche Finanzwirtschaft der Johannes-Kepler-Universität Linz.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
5 Externes Rating, CDS und Informationseffizienz (S. 32-33)

5.1 Einführung

Die erklärte Aufgabe von Credit Ratings ist es, das Bonitätsrisiko von Schuldtiteln aus Investorensicht zu messen. Bei gehandelten Wertpapieren wird das Bonitätsrisiko auch am Markt bewertet und kann in Form der Bonitätsrisikoprämie isoliert werden196 bzw. entspricht dieses theoretisch der CDS-Prämie. Externe Ratings spiegeln die Einschätzung der Ausfallrisiken einzelner Emittenten oder einzelner Schuldtitel durch Ratingagenturen wider, beim Credit Default Swap ist der Transfer des Ausfallrisikos einer Kreditposition zwischen den Vertragsparteien das zentrale Element. Insofern bieten sich die durch den CDS-Markt hervorgebrachten Konditionsvereinbarungen – welche eine objektive(re) und adäquate Bepreisung des Ausfallrisikos implizieren197 – in Form der CDS-Prämien an, die interessierende Ausfallkomponente direkt zu messen.

„This [the CDS spread, Anm.d.V.] provides a direct measure of credit risk for the underlying reference entity from a very liquid market".199 In diesem Kapitel wird vorweg eine . nanzierungstheoretische Betrachtung des Rating vorgenommen (Kapitel 5.2), danach erfolgt eine De. nition sowie Erläuterungen der Funktionen des Ratings (Kapitel 5.3) sowie eine kurze Diskussion der vorgebrachten Kritik an den Ratingagenturen (Kapitel 5.4). Anschließend steht der Informationswert des Ratings im Zentrum (Kapitel 5.5), welcher im Kontext des Aktienmarktes (Kapitel 5.6) und Anleihemarktes (Kapitel 5.7) diskutiert wird. Schließlich wird der Informationswert des Credit Ratings dem des Credit Default Swap bzw. dem des CDS-Spread gegenübergestellt und ein Resümee gezogen (Kapitel 5.8).

5.2 Finanzierungstheorie und Rating

Am Beginn der Analyse des Informationswertes von Ratings steht die Analyse der Informationseffizienz und damit die Vollkommenheit bzw. Unvollkommenheit der (Anleihe-)Märkte, auf denen Ratingagenturen Informationen produzieren. Die neoklassische Finanzierungstheorie vermag aufgrund der zugrunde liegenden restriktiven Annahmen die Existenz von Ratingagenturen bzw. die Bedeutung von Ratings nicht erklären. Auf vollkommen informationsef. zienten Märkten bei kostenloser Informationsbeschaffung kann keine Informationsfunktion vom Rating ausgehen, weil Informationsef. zienz per Annahme vorhanden ist.

Insofern kann das Rating nur von Nutzen sein, wenn kein vollkommener bzw. kein vollkommen informationseffizienter Markt vorliegt.202 Ratingverfahren, die auf der alleinigen Verwendung veröffentlichter Fundamentaldaten basieren, können nur bei Vorliegen schwacher Informationsef. zienz im Sinne von Fama203 noch nicht in Kursen enthaltene Informationen darstellen.204 Aufgrund dieser „kategorialen Unvereinbarkeit" erscheint eine erweiterte Betrachtung – über die Annahmen friktions- und kostenlos funktionierender Märkte und symmetrischer Informationsverteilung hinaus – als angebracht. Insbesondere sind die Auswirkungen ungleich verteilter Informationen von Vertragspartnern explizit zu betrachten.

Im Rahmen der neoinstitutionalistischen Finanzierungstheorie – und im Besonderen im Rahmen der Agency-Theorie – kann die Existenz von Finanzintermediären und damit die von Ratingagenturen erklärt werden. Ratingagenturen, deren Kernfunktion in der „Versorgung" der Kapitalgeber mit (preislich relevanten) Informationen zu sehen ist, sind dann dazu geeignet, die Transparenz der Märkte zu erhöhen und somit zu einer Vervollkommnung beizutragen.

Durch den Abbau bestehender Informationsasymmetrien zwischen Kapitalgeber und -nehmer sowie weiterer charakteristischer Funktionsmerkmale können Ratingagenturen letztlich Agency-Kosten mindern und die Finanzierungskosten von Unternehmen senken. Die Ratingagenturen messen ihren Rating-Urteilen auch ef. zienzsteigernde Wirkung bei: „Credit ratings and research help investors analyse the credit risks associated with fixed-income securities. Ratings also create efficiencies in fixed-income securities. […] For issuers, Moody’s services increase market liquidity and may reduce transaction costs."
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort7
Inhaltsverzeichnis9
Abbildungsverzeichnis12
Tabellenverzeichnis13
Abkürzungsverzeichnis14
1 Einleitung16
1.1 Credit Default Swaps zwischen Kredit- und Kapitalmarkt16
1.2 Gang der Arbeit18
2 Kredit und Kreditrisiko21
3 Kreditderivate25
3.1 Definition, Systematisierung und allgemeine Charakteristika25
3.2 Überblick über die Bewertung von Kreditderivaten28
3.3 Der Markt für Kreditderivate30
4 Der Credit Default Swap ( CDS)36
4.1 Definition und Grundsätzliches zum Credit Default Swap36
4.2 Basisdeterminanten der CDS-Prämie37
4.3 Ähnlichkeit des Credit Default Swap mit anderen Instrumenten39
4.4 Dokumentation40
4.5 Rating als Voraussetzung für die Handelbarkeit46
5 Externes Rating, CDS und Informationseffizienz47
5.1 Einführung47
5.2 Finanzierungstheorie und Rating47
5.3 Definition und Funktionen von Ratings48
5.4 Kritik an den Ratingagenturen52
5.6 Aktienmärkte und Rating58
5.7 Anleihemärkte und Rating60
5.8 Credit Default Swap und Rating61
6 Asymmetrische Informationsverteilung am CDS- Markt67
6.1 Asymmetrische Information – Einführung und Definition67
6.2 Private information hypothesis – Die Rolle der deutschen Universalbanken68
6.3 Prinzipal-Agent- Theorie78
6.4 Hidden Information in der Gläubiger- Schuldner-Beziehung80
6.5 Hidden Action bzw. Moral Hazard in der Gläubiger-Schuldner-Beziehung81
6.6 Die Rolle der Finanzintermediäre81
6.7 Asymmetrische Informationsverteilung am CDS-Markt83
6.8 Zusammenfassung und Implikationen für den Informationsgehalt von CDS95
7 CDS-, Anleihe- und Aktienmarkt97
7.1 CDS- und Anleihemarkt97
7.2 CDS- und Aktienmarkt102
8 Empirische Untersuchung zum Zusammenhang des CDS- und Aktienmarktes sowie zur „ private information hypothesis "129
8.1 Allgemeines sowie Kriterien zur Selektion der Unternehmen für die Stichproben129
8.2 Deskriptive Statistiken und Analyse der Stichproben130
8.3 Analyse der CDS- Spreads nach Ratingkategorien132
8.4 CDS- Spreads und „ Strukturvariablen "134
8.5 Zusammenhang zwischen CDS- und Aktienmarkt139
8.6 Analyse der Lead-Lag-Beziehungen zwischen CDS- und Aktienmarkt142
8.7 Diskussion und Zusammenfassung der Ergebnisse149
9 Schlussbetrachtung152
Literaturverzeichnis156

Weitere E-Books zum Thema: Finanzierung - Bankwirtschaft - Kapital

Versicherungen im Umbruch

E-Book Versicherungen im Umbruch
Werte schaffen, Risiken managen, Kunden gewinnen Format: PDF

Die Bedeutung von Versicherungen und Einrichtungen kapitalgebundener Altersvorsorge für unsere Gesellschaft ist immens und nimmt weiter zu. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass die Institutionen ,…

Bankstrategien für Unternehmenssanierungen

E-Book Bankstrategien für Unternehmenssanierungen
Erfolgskonzepte zur Früherkennung und Krisenbewältigung Format: PDF

Die professionelle Handhabung von Unternehmenskrisen durch Kreditinstitute stellt höchste Anforderungen an Bankmitarbeiter. Dieses Buch verknüpft in zweiter aktualisierter Auflage alle juristisch und…

Finanzmathematik in der Bankpraxis

E-Book Finanzmathematik in der Bankpraxis
Vom Zins zur Option Format: PDF

Finanzmathematisches Rüstzeug für den Anfänger und den erfahrenen Banker: von Barwert- und Effektivzinsberechnungen über die Kapitalmarkt- und Optionspreistheorie bis hin zu Hedge-Strategien.…

Eigenkapital von Banken als Regulierungsgegenstand

E-Book Eigenkapital von Banken als Regulierungsgegenstand
Auswirkungen von Eigenkapitalanforderungen auf das Investitionsverhalten bankfinanzierter Unternehmen Format: PDF

Achim Hauck geht der Frage nach, ob Investitionsentscheidungen von bankfinanzierten Unternehmen durch Fehlanreize gekennzeichnet sind. Er zeigt, dass unternehmerische Fehlanreize bei der Investition…

Wettbewerb im Bankensektor

E-Book Wettbewerb im Bankensektor
Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung des Wettbewerbsverhaltens der Sparkassen Format: PDF

Mike Stiele setzt sich mit der Wettbewerbsmessung auf Bankenmärkten auseinander und untersucht anhand eines theoretisch-empirischen Testverfahrens das Wettbewerbsverhalten der Sparkassen.Dr. Mike…

Weitere Zeitschriften

FESTIVAL Christmas

FESTIVAL Christmas

Fachzeitschriften für Weihnachtsartikel, Geschenke, Floristik, Papeterie und vieles mehr! FESTIVAL Christmas: Die erste und einzige internationale Weihnachts-Fachzeitschrift seit 1994 auf dem ...

Ärzte Zeitung

Ärzte Zeitung

Zielgruppe:  Niedergelassene Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten. Charakteristik:  Die Ärzte Zeitung liefert 3 x pro Woche bundesweit an niedergelassene Mediziner ...

Baumarkt

Baumarkt

Baumarkt enthält eine ausführliche jährliche Konjunkturanalyse des deutschen Baumarktes und stellt die wichtigsten Ergebnisse des abgelaufenen Baujahres in vielen Zahlen und Fakten zusammen. Auf ...

Courier

Courier

The Bayer CropScience Magazine for Modern AgriculturePflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und generell am Thema Interessierten, mit umfassender ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

DULV info

DULV info

UL-Technik, UL-Flugbetrieb, Luftrecht, Reiseberichte, Verbandsinte. Der Deutsche Ultraleichtflugverband e. V. - oder kurz DULV - wurde 1982 von ein paar Enthusiasten gegründet. Wegen der hohen ...

FileMaker Magazin

FileMaker Magazin

Das unabhängige Magazin für Anwender und Entwickler, die mit dem Datenbankprogramm FileMaker Pro arbeiten. In jeder Ausgabe finden Sie praxiserprobte Tipps & Tricks, die Ihnen sofort die ...