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E-Book

Das vernetzte Gehirn

Seine lebenslange Entwicklung

AutorNorbert Herschkowitz
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl177 Seiten
ISBN9783456946962
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis15,99 EUR
Das Gehirn, das dynamischste Organ des menschlichen Organismus, vernetzt Körper, Geist und Verhalten und verändert sich auf Grund von Genetik und Erfahrungen während des ganzen Lebens. Kenntnisse dieser Zusammenhänge helfen uns, die Kompetenzen und Grenzen der verschiedenen Generationen besser zu verstehen und die Ressourcen des Gehirns in jedem Lebensabschnitt effizienter einzusetzen. Der Kinderarzt und Hirnforscher Norbert Herschkowitz beschäftigt sich seit seinen Studientagen begeistert und fasziniert mit der Hirnentwicklung und den vielfältigen Leistungen des Gehirns. Ihm und seiner Frau, der Autorin und Lehrerin Elinore Chapman Herschkowitz, ist es ein großes Anliegen, auf eine für Laien ansprechende und gut verständliche Weise neue Forschungsergebnisse zu präsentieren, die praktische Konsequenzen für den Alltag haben.

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort zur vierten Auflage
  2. 1 Das Gehirn ist vernetzt
  3. 2 Persönlichkeit: eine Frage von Temperament, Charakter und Erfahrungen
  4. 3 Übliches Altern: Was nimmt zu? Was nimmt ab?
  5. 4 Krankhaftes Altern
  6. 5 Das Altern gestalten - die praktische Seite
  7. 6 Das ganze Leben im Überblick
  8. Glossar
Leseprobe
Kapitel 5 Das Altern gestalten – die praktische Seite (S. 131-132)

Elisabeth Brand, Julia NeukommsMutter, steht nach dem Geburtstagsessen langsam auf. Für sie ist es selbstverständlich, an ihrem 95. Geburtstag ein paarWorte an ihre Gäste zu richten.Von Kleinkindern, Schülern und Jugendlichen über ihre erwachsenen Enkelkinder zu den schon ergrauten eigenen Kindern und Nichten und Neffen bis hin zu ihrem 90-jährigen Bruder sind alle Altersstufen und Generationen zu ihrem Fest gekommen.

An einem Tischende sitzen ihre Freunde und Freundinnen:Maria, mit der sie jahrelang ins Altersturnen ging, Fredy, Rosmarie und Arthur, mit denen sie einmal in derWocheKarten spielt,und Erna,die sie in einem Englischkurs kennen gelernt hat. Auch die beiden Spitex-Frauen, die ihr bei der Bewältigung ihresAlltags stundenweise behilflich sind, hat sie zu ihremFest eingeladen. Jemand schlägt mit dem Löffel an sein Glas, um die Gäste um Aufmerksamkeit zu bitten. Die Gespräche an den Tischen verebben, alle Blicke richten sich zur Jubilarin. Mit einem charmanten Lächeln beginnt Elisabeth Brand ihreGeburtstagsredemit den Worten:«Die einzigeMöglichkeit zu leben–ist älter zuwerden. . . »

Mit Bedauern stellt Elisabeth Brand manchmal fest, dass körperliche Beschwerden in den letzten zehn Jahren zugenommen haben. Trotzdemfühlt sie sich wohl und zufrieden. Sie hat sich an ihrenHörapparat gewöhnt, hat den Spazierstock akzeptiert und genießt die Ausflüge mit der Seniorengruppe. Sie freut sich, wenn die jüngeren Familienmitglieder sie umRat bitten oder wenn die Kinder hören wollen,wie es bei ihr in der Schule war. Sie gestaltet ihren letzten Lebensabschnitt so gut wie sie kann. Die Gestaltung des Alterns hat nicht zum Ziel, die Jugend zu imitieren. Vielmehr sollen vorhandene Ressourcen eingesetzt werden, um krankhaften Zuständen vorzubeugen und üblicheAlterserscheinungen zu kompensieren, um dabei die gesunden Lebensjahre zu verlängern. Während ein besonders hohes biologisches Alter wesentlich von der Vererbung bestimmtwird,hängt das gestalteteAltern entscheidend vom individuellen selbst gewählten Lebensstil ab.Dank persönlichem Engagement kann diese Phase ein wichtiger und erfüllender Lebensabschnitt werden.

Darauf kommt es an:
• das Verstehen der Alterungsvorgänge
• dasWissen um die lebenslange Plastizität des Gehirns
• eine positive Lebenseinstellung.

Erlebnisse, Ansichten und Gewohnheiten aus dem bisherigen Lebenslauf haben einen Einfluss auf die Motivation, mit welcher das Altern angegangen wird. Wer erfahren hat, dass das eigene Tun und Lassen Konsequenzen hat, ist auch eher fähig, diese Erfahrungen in Taten umzusetzen. Wer gelernt hat, Frustrationen zu überwinden, gewinnt Ausdauer und Widerstandskraft gegen mögliche Rückschläge und Misserfolge – auch im Alter. Das individuelle Temperament ist nicht unerheblich. Menschen,die vonNatur aus fröhlich,optimistischund aufgestellt sind, fällt es leichter, Veränderungen im Leben von der positiven Seite zu sehen.

Für Menschen, die eher pessimistisch sind und die glauben, zumBeispiel ein Problemsowieso nicht lösen zu können, ist es gut, sich bewusst zu werden, dass nicht das Problem an sich unlösbar ist, sondern dass ihre Persönlichkeit ein Hindernis ist. Dieses Bewusstwerden bedeutet einen ersten Schritt,die Lösung doch zu versuchen.Vielseitige Interessen,die imVerlauf des Lebens gepflegtworden sind, sind äußerst wichtig für die Lebensgestaltung im Alter.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort zur vierten Auflage8
1 Das Gehirn ist vernetzt12
Gehirn und Körper werden immer zusammen aktiviert12
Psychosomatik15
Wahrnehmen, sich Erinnern, Handeln16
Die komplexeste Struktur im Universum27
2 Persönlichkeit: eine Frage von Temperament, Charakter und Erfahrungen38
Von den Anfängen bis zur zweiten Lebenshälfte39
Die Persönlichkeit beeinflusst Wohlbefinden und Lebensstil61
3 Übliches Altern: Was nimmt zu? Was nimmt ab?66
Lebenserwartung und Lebensspanne66
Lebensqualität im Alter68
Kàrperliche und psychologische Veränderungen: eine Tatsache69
Das hohe Alter90
Das Ende des Lebens95
4 Krankhaftes Altern98
Demenz/geistiger Abbau99
Alzheimer-Krankheit: die hâufigste Ursache einer Demenz104
Hirnschlag - Vorbeugung und Therapie sind wirksam111
Parkinson-Krankheit119
Depression122
Angstkrankheit: Wenn Ängste außer Kontrolle geraten127
Wenn die Bewältigung des Alltags zu viel wird: Hilfe zu Hause, in der Pflegeabteilung oder im Pflegeheim128
5 Das Altern gestalten - die praktische Seite132
Vorbeugen statt reparieren135
Körperliche, geistige und soziale Aktivität fördert Autonomie und erhöht die Lebensqualität146
6 Das ganze Leben im Überblick170
Lebensphasen - Kompetenzen mit Grenzen170
Vier Generationen: Herausforderungen und Möglichkeiten171
Glossar174

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