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Diagnostik von Motivation und Selbstkonzept

AutorFalko Rheinsberg, Joachim Stiensmeier- Pelster, Joachim Stiensmeier-Pelster
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2002
Seitenanzahl311 Seiten
ISBN9783840916748
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis35,99 EUR

Der Band stellt aktuelle Trends in der Diagnostik von Lern- und Leistungsmotivation, des Selbstkonzepts und der Selbstregulation vor. Im Zentrum steht dabei die Beschreibung neuester Fragebögen und Testverfahren. Die Beiträge bieten Hinweise darauf, wie die Motivation und das Selbstkonzept das Lernverhalten und damit die Leistung beeinflussen. Die Testverfahren und Fragebögen werden hinsichtlich ihres theoretischen Fundaments, ihres Aufbaus, ihrer psychometrischen Kennwerte und ihrer Anwendungsmöglichkeiten beschrieben. Der Leser wird damit in die Lage versetzt, für unterschiedliche praktische Probleme zielsicher das derzeit geeigneteste Testverfahren auszuwählen.  

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorworte
  2. Teil 1 Diagnostik von Selbstkonzept und motivationaler Orientierung: Kapitel 1 Das Fähigkeitsselbstkonzept und seine Erfassung (Schöne/Dickhäuser/Spinath/Stiensmeier-Pelster)
  3. Teil 1 Diagnostik von Selbstkonzept und motivationaler Orientierung: Kapitel 2 Subjektive Überzeugungen zu Bedingungen von Erfolg in Lern- und Leistungskontexten und deren Erfassung (Spinath/Schöne)
  4. Teil 1 Diagnostik von Selbstkonzept und motivationaler Orientierung: Kapitel 3 Ziele als Bedingungen von Motivation am Beispiel der Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation ( SELLMO) (Spinath/Schöne)
  5. Teil 1 Diagnostik von Selbstkonzept und motivationaler Orientierung: Kapitel 4 Bezugsnormorientierung: Erfassung, Probleme, Perspektiven (Dickhäuser/Rheinberg)
  6. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 5 Implizite Motive und motivationale Selbstbilder: Zwei Prädiktoren mit unterschiedlichen Gültigkeitsbereichen (Brunstein)
  7. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 6 Die Messung des Leistungsmotivs mittels des Thematischen Auffassungstests (Langens/Schüler)
  8. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 7 Leistungsmotivation im Unterricht: Über den Einsatz des LM- Gitters in der Schule (Schmalt)
  9. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 8 Der Operante Motiv-Test (OMT): ein neuer Ansatz zur Messung impliziter Motive (Kuhl/Scheffer/Eichstaedt)
  10. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 9 Der Operante Motiv-Test (OMT): Inhaltsklassen, Auswertung, psychometrische Kennwerte und Validierung (Kuhl/Scheffer/Eichstaedt)
  11. Teil 2 Diagnostik von Motivation: Kapitel 10 Kollektive Erinnerungsarbeit als qualitativer Zugang zu Lernmotivation und Lernverhalten (Behrens/Stiensmeier-Pelster)
  12. Teil 3 Diagnostik von Selbstregulation und Volition: Kapitel 11 Der Selbstregulations- und Konzentrationstest für Kinder ( SRKT- K) und Erwachsene und der Selbstregulations- Strategientest für Kinder ( SRST- K) (Baumann/Kuhl)
  13. Teil 3 Diagnostik von Selbstregulation und Volition: Kapitel 12 Handlungs- und Lageorientierung: Wie lernt man seine Gefühle zu steuern? (Kuhl/Kazén)
  14. Teil 3 Diagnostik von Selbstregulation und Volition: Kapitel 13 Das Selbststeuerungsinventar: Dekomponierung volitionaler Funktionen (Fröhlich/Kuhl)
  15. Teil 4 Diagnostik der Motivation im Handlungsvollzug: Kapitel 14 Die Erfassung des Flow-Erlebens (Rheinberg/Vollmeyer/Engeser)
  16. Teil 4 Diagnostik der Motivation im Handlungsvollzug: Kapitel 15 Aktuelle Motivation und Motivation im Lernverlauf (Vollmeyer/Rheinberg)
  17. Anhang: Deutschsprachige Tests zur Erfassung von lern- und leistungsbezogenen Parametern der Motivation und des Selbstkonzepts bei Kindern und Jugendlichen (Hasselhorn/Marx/Schneider)
  18. Autorenverzeichnis
Leseprobe

Kapitel 13 (S. 139-140)

Das Selbststeuerungsinventar: Dekomponierung volitionaler Funktionen
Stephanie M. Fröhlich und Julius Kuhl

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden die theoretischen, psychometrischen und empirischen Grundlagen des „Selbstbeurteilungs-Inventars" zur Messung von 32 Funktionskomponenten der Selbststeuerung vorgestellt. Der Begriff der Selbststeuerung wird zunächst als die Fähigkeit definiert, Entscheidungen zu treffen, eigene Ziele zu bilden und sie gegen innere und äußere Widerstände umzusetzen. Dabei stehen die Prozesshaftigkeit und Dynamik imVordergrund. Selbststeuerung wird im Weiteren als Kompetenz verstanden, die sich in die Komponenten der Selbstregulation, Selbstkontrolle, Selbstbahnung bei Bedrohung und Willensbahnung bei Belastung dekomponieren lässt. Optimale Selbststeuerung beinhaltet demzufolge das situations- und zielangemessene Wechselnkönnen zwischen den Komponenten. Die theoretischen Annahmen zur Selbststeuerung resultieren aus der Persönlichkeits-System-Interaktionen-Theorie von Kuhl, die ebenfalls kurz vorgestellt wird.

Daraus werden die wichtigsten Erkenntnisse zur Entwicklung und Förderung der Selbststeuerung abgeleitet. Im psychometrischen Teil folgen dann neben Angaben zur Reliabilität empirische Befunde zur Validität. Untersucht wurde der Zusammenhang der Selbststeuerung mit u. a. der Anzahl tatsächlich umgesetzter Absichten, einem Selbstregulationstest für Kinder, Belastung und Erholung im Leistungssport, Alienation, Alkoholabhängigkeit, klinischen Störungsbildern und Problemlösen.

Abschließend werden Beispiele und Hinweise für die praktische Anwendung, z. B. zur Individualdiagnostik in Psychotherapie, Schul- und Sportpsychologie sowie im arbeits- und organisationspsychologischen Kontext gegeben. In diesem Kapitel beschreiben wir theoretische, psychometrische und empirische Grundlagen eines umfangreichen Selbstbeurteilungsinventars zur Messung von 32 Funktionskomponenten der Selbststeuerung (Kuhl & Fuhrmann, 1998).

Dieses Inventar gibt es in einem Fragebogenformat, in dem Probanden den Grad der Zustimmung zu 160 selbststeuerungsrelevanten Aussagen auf einer 4-stufigen Likert-Skala angeben, und in einem mit derselben Likert-Skala verknüpften Checklistenformat, in dem die Aussagen nicht in ganzen Sätzen, sondern in erweiterten Infinitiven formuliert sind. Es gibt eine Langversion (SSI-L) mit 5 Items pro Skala, eine extralange Version mit 10 Items pro Skala (SSI-XL) und eine Kurzversion (SSI-K).

Die Bearbeitungszeit beträgt bei der Kurzversion ca. 15 Minuten, bei der Langversion ca. 35 Minuten und bei der extralangen Version ca. 60 Minuten. Das Verfahren ist einsetzbar ab 14 Jahren. Was ist mit dem Begriff der Selbststeuerung gemeint, wann ist Selbststeuerung wichtig und wie kann man sie messen? Alltagssprachlich versteht man unter dem Begriff Selbststeuerung bewusstes Handeln aus eigener Verantwortung und Veranlassung, im technischen Bereich bezeichnet der Begriff der Selbststeuerung u. a. die Steuerung mit Hilfe einer Automatik, z. B. um einen vorgewählten Kurs zu halten (vgl.: www.wissen.de).

Die hier angesprochenen Komponenten finden sich auch in der Theorie zur Selbststeuerung, die in diesem Beitrag zusammengefasst wird. Selbststeuerung kann als psychologischer Begriff in einer ersten Annäherung als die Fähigkeit definiert werden, Entscheidungen zu treffen, eigene Ziele zu bilden und sie gegen innere und äußere Widerstände umzusetzen. (Kuhl 1983, 1998, 2001). Wir versuchen in diesem Kapitel eine Sichtweise der Selbststeuerung zu vermitteln, die sich stark an der Prozesshaftigkeit und Dynamik dieser Fähigkeit orientiert.

Der Begriff der Selbststeuerung bezeichnet nicht einen unveränderlichen Zustand, der bei allen Personen und unter allen Bedingungen gleich ist (etwa im Sinne des persönlichkeitspsychologischen Eigenschaftsbegriffs), sondern eine Kompetenz, die sich aus Unterfunktionen zusammensetzt, deren effizienter Einsatz von zusätzlichen Bedingungen, einschließlich situativer Faktoren, abhängt und die bei verschiedenen Personen durch unterschiedliche Bündel von Unterfunktionen charakterisiert sein kann. Das bedeutet, dass wir keine über verschiedene Personengruppen und verschiedene Anforderungsbedingungen hinweg konstante Faktorenstruktur von Selbststeuerungsfunktionen erwarten: Die verschiedenen Funktionen können sich bei verschiedenen Personen und in unterschiedlichen Situationen zu unterschiedlichen Zweckbündnissen konfigurieren (Kuhl, 2001).

Trotzdem sind aus theoretischen Gründen bestimmte Funktionsbündel („Koalitionen von Selbststeuerungsfunktionen") wahrscheinlicher als andere. Wegen der jederzeit möglichen Abweichungen von den typischen Funktionsbündnissen ist die „Faktorenstruktur" des SSI nicht a priori festgelegt, sondern sollte für den jeweils gültigen Kontext jeweils empirisch bestimmt werden.

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis5
Vorwort der Reihenherausgeber7
Vorwort der Herausgeber8
Teil 1 Diagnostik von Selbstkonzept und motivationaler Orientierung9
Kapitel 1 Das Fähigkeitsselbstkonzept und seine Erfassung11
Kapitel 2 Subjektive Überzeugungen zu Bedingungen von Erfolg in Lern- und Leistungskontexten und deren Erfassung23
Kapitel 3 Ziele als Bedingungen von Motivation am Beispiel der Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation ( SELLMO)37
Kapitel 4 Bezugsnormorientierung: Erfassung, Probleme, Perspektiven49
Teil 2 Diagnostik von Motivation65
Kapitel 5 Implizite Motive und motivationale Selbstbilder: Zwei Prädiktoren mit unterschiedlichen Gültigkeitsbereichen1
Kapitel 6 Die Messung des Leistungsmotivs mittels des Thematischen Auffassungstests1
Kapitel 7 Leistungsmotivation im Unterricht: Über den Einsatz des LM- Gitters in der Schule1
Kapitel 8 Der Operante Motiv-Test (OMT): ein neuer Ansatz zur Messung impliziter Motive1
Kapitel 9 Der Operante Motiv-Test (OMT): Inhaltsklassen, Auswertung, psychometrische Kennwerte und Validierung1
Kapitel 10 Kollektive Erinnerungsarbeit als qualitativer Zugang zu Lernmotivation und Lernverhalten1
Teil 3 Diagnostik von Selbstregulation und Volition1
Kapitel 11 Der Selbstregulations- und Konzentrationstest für Kinder ( SRKT- K) und Erwachsene und der Selbstregulations- Strategientest für Kinder ( SRST- K)1
Kapitel 12 Handlungs- und Lageorientierung: Wie lernt man seine Gefühle zu steuern?1
Kapitel 13 Das Selbststeuerungsinventar: Dekomponierung volitionaler Funktionen1
Teil 4 Diagnostik der Motivation im Handlungsvollzug267
Kapitel 14 Die Erfassung des Flow-Erlebens269
Kapitel 15 Aktuelle Motivation und Motivation im Lernverlauf289
Anhang305
Deutschsprachige Tests zur Erfassung von lern- und leistungsbezogenen Parametern der Motivation und des Selbstkonzepts bei Kindern und Jugendlichen305
Literatur309
Autorenverzeichnis310

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