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Die unternehmen was!

Von der Gründung zum Erfolg. Unternehmerinnen berichten, wie sie es geschafft haben

AutorSilke Becker
VerlagGabal Verlag
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl208 Seiten
ISBN9783862000937
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis20,99 EUR
Viele Frauen träumen vom eigenen Unternehmen, doch meistens bleibt es dabei. Oft fehlen die Vorbilder, die Mut zur Gründung machen. Trotzdem sind sie da, die Unternehmerinnen in Deutschland, und es werden immer mehr. Keine reichen Erbinnen, sondern ganz normale Frauen, die es geschafft haben. Dieses Buch stellt sieben von ihnen vor, die erfolgreiche mittelständische Unternehmen aufgebaut haben: Marion Knaths (sheboss), Dr. Yvonne Groening (myconsult), Maike Mundt (Blume 2000), Dr. Christine Batzl-Hartmann (Pharmacelsus), Helga Sanne (SprechForum Sanne), Doris Andresen-Zöphel (planvoll controllingberatung) und Ursula Sladek (Elektrizitätswerke Schönau) berichten offen von schwierigen Herausforderungen und beglückenden Erfolgen ihres unternehmerischen Alltags. Ein Infoteil nach jedem Portrait gibt Antworten auf Fragen, die in vielen Gründungsratgebern kaum gestellt werden: Wann ist der optimale Gründungszeitpunkt? Kann ich trotz Familie erfolgreich gründen? Bin ich mit fünfzig schon zu alt? Kann ich auch ohne Branchenkenntnisse Erfolg haben? Wie funktioniert Franchise? u.a. Außerdem: viele praktische Tipps, Hilfen, Adressen.

Silke Becker wurde in Düsseldorf geboren und studierte Soziologie, BWL, Philosophie und Pädagogik. Ihr Studium finanzierte sie durch zahlreiche Aushilfstätigkeiten, u. a. als Sekretärin, in der Marktforschung und am Theater. Nach dem Hochschulabschluss war die Diplom-Soziologin zehn Jahre lang für eine wissenschaftliche Fachzeitschrift tätig. Seit 2001 schreibt sie als freie Journalistin für führende Wirtschaftsmagazine. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die Themen Management von KMU sowie Existenzgründung. Bei der Recherche für ihre Artikel lernte die Journalistin immer wieder mittelständische Unternehmerinnen kennen, inspirierende Frauen mit spannenden Lebensläufen, deren Erfahrungen auch für andere wertvoll sind. Doch trotz ihrer interessanten Biografien finden solche Unternehmerinnen in den Medien oft nur wenig Beachtung oder können im Rahmen der üblichen Berichterstattung nicht angemessen gewürdigt werden. So entstand die Idee zu ihrem Buch 'Die unternehmen was!'. Silke Becker lebt in Hamburg.

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Leseprobe
»Jetzt ist mein berufliches Leben so bunt, wie ich es immer haben wollte.« (S. 146-147)

Doris Andresen-Zöphel, planvoll controllingberatung, Hamburg

»Viele Jahre lang war der Gedanke an die Selbstständigkeit latent vorhanden und auch mit Sehnsucht verbunden«, erinnert sich Doris Andresen- Zöphel von der planvoll controllingberatung in Hamburg. »Eine Gründung war für mich persönlich aber lange kein Thema, weil ich immer dachte, dass ich zu sicherheitsorientiert bin.« Dieses Sicherheitsbedürfnis hatte die Beamtentochter von ihren Eltern mit auf den Weg bekommen – ebenso wie ihr Interesse an Zahlen, das bis heute die Karriere der Diplom-Volkswirtin bestimmt: Ihr Vater war Leiter einer Stadtkasse. Einer jedoch, einer der sie besonders gut kennt, war ganz anderer Meinung als Doris Andresen-Zöphel: Ehemann Thomas fand schon lange, dass eine Gründung genau das Richtige für seine Frau sei. Doch die vorsichtige Volkswirtin war noch nicht wirklich überzeugt. »Das habe ich immer wieder von mir weggeschoben«, sagt sie, obwohl sie nach über zwanzig Jahren in renommierten Unternehmen wirklich nicht mehr glücklich mit ihrer beruflichen Situation war.

Dabei hätte sie doch zufrieden sein müssen. Anspruchsvoller Beruf, glückliche Ehe, drei Kinder – eigentlich hatte sie alles, was die moderne Frau sich wünscht. Auch rein zeitlich betrachtet war Doris Andresen- Zöphel völlig ausgelastet. Nur innerlich befriedigt, das war sie nicht. »Ich fand die Arbeit als Angestellte oft langweilig, weil man ja zu bestimmten Terminen immer wieder ähnliche Auswertungen vorlegen muss und sich die Tätigkeit dadurch wiederholt. Außerdem hat es mich gestört, dass ich mit meinen Vorschlägen oft ausgebremst worden bin. Controller werden meist nur als Datenzulieferer wahrgenommen, die eigentlichen Entscheidungen treffen andere«, so die Erfahrung der Volkswirtin. Ihr Fazit: »So, wie es war, das war nicht meins. Mir fehlte etwas. Ich konnte mich nicht so verwirklichen, wie ich es wollte. Es musste einfach etwas passieren.«

Ende 1999 reichte es der damals 47-Jährigen. Sie kündigte und war damit erst einmal arbeitslos. »Ich wollte noch einmal neu durchstarten und etwas ganz anderes machen, das meinen Erfahrungen und Bedürfnissen besser entspricht«, sagt sie. Ursprünglich hatte sie an einen Branchenwechsel gedacht. »Zuerst hatte ich überlegt, mein Zahlenverständnis im sozialen oder kulturellen oder im Nonprofitbereich einzubringen.« Doch schnell wurde deutlich, dass sich die Grundprobleme dadurch nicht geändert hätten. »Die Abläufe wären ja dieselben gewesen und vermutlich schnell wieder Routine geworden. Das wäre nicht die wirkliche Veränderung gewesen, die ich gewollt habe.« Auch wenn Doris Andresen-Zöphel noch nicht so richtig entschlossen war, in ihrem Inneren reifte die Entscheidung für die Gründung heran.

Wenige Wochen nach der Kündigung belegte die Volkswirtin zwei Wochenendseminare, in denen es um Selbstmanagement und um die Eignung zur Unternehmerin ging. »In diesen Seminaren wurde das eigene System an Werten, Zielen, Fähigkeiten und Erfahrungen analysiert «, erzählt sie. »Als ich aus diesen Wochenenden herausging, war für mich klar: Ich mache mich selbstständig.« Denn, so hatte die Auseinandersetzung im Seminar ergeben: Nicht die Arbeit selbst, sondern die Arbeitsbedingungen waren für die Unternehmerin in spe das Hauptproblem. »Das, was man im Controlling macht, ist genau das, was meinen Neigungen entspricht und was mir gefällt«, sagt sie.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort8
Einleitung: Nur ein schöner Traum?10
Gründen Frauen anders?11
So finden Sie die passende Gründungsidee14
Finanzierung: Erfolgreich durch das Bankgespräch19
1 Soll ich oder soll ich nicht?29
»Ich wusste, dass ich den Job unterbrechen muss, um das Jahr zu überstehen.«31
Wann Sie gründen sollten und wann besser nicht44
2 Teamgründungen53
»Die Gründung war für mich eine tolle Chance, trotz Kind schnell Führungs-aufgaben zu übernehmen.«55
Teamgründungen: Gemeinsam sind Sie stark68
3 Franchise – Start mit Unterstützung73
»Ich müsste schon sehr verzweifelt sein, um zurück in die Bank zu gehen.«75
Franchising – Gründung mit Gelinggarantie?89
4 Gründen mit Kind97
»Die Selbstständigkeit entspricht genau meinem Naturell.«99
Kind und Karriere – die leidige Frage nach der Vereinbarkeit115
5 Branchenwechsel121
»Ich selbst muss den ersten Schritt machen, denn sonst kann mich das Glück nicht finden.«123
Ist die Neuorientierung sinnvoll?138
6 Besser spät als nie145
»Jetzt ist mein berufliches Leben so bunt, wie ich es immer haben wollte.«147
Späte Chance – Gründen 45 +161
7 Gründungswettbewerbe und Auszeichnungen169
»Trotz aller Visionen sind wir Realisten geblieben.«171
Was Gründerpreise für das Business leisten können189
Kontaktadressen und Infos193
Über die Autorin204

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