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E-Book

Feindliche Übernahme

Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht

AutorThilo Sarrazin
VerlagFinanzBuch Verlag
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl450 Seiten
ISBN9783960922957
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR
Das Zurückbleiben der islamischen Welt, die Integrationsdefizite der Muslime in Deutschland und Europa sowie die Unterdrückung der muslimischen Frauen sind eine Folge der kulturellen Prägung durch den Islam. Das zeigt Thilo Sarrazin in seinem neuen Bestseller. Auch Deutschland muss sich diesen Tatsachen stellen, wächst doch der Anteil der Muslime in Deutschland und Europa durch Einwanderung und anhaltend hohe Geburtenraten immer weiter an. Bei einer Fortsetzung dieses Trends sind die Muslime hier auf dem Weg zur Mehrheit. Unsere Kultur und Gesellschaft lassen sich nur schützen, indem die weitere Einwanderung von Muslimen gestoppt und die Integration der bei uns lebenden Muslime mit robusten Mitteln vorangetrieben wird. Denn alle Tendenzen, den Islam zu reformieren, sind bisher weitgehend gescheitert. So gibt es in keinem Land, in dem Muslime in der Mehrheit sind, Religionsfreiheit und eine funktionierende Demokratie. Stattdessen leidet die islamische Welt als Ganzes unter einem explosionsartigen Bevölkerungswachstum, und ihre Fanatisierung nimmt ständig zu. Thilo Sarrazin spannt einen Bogen von den Aussagen des Korans zur mentalen Prägung der Muslime, von da weiter zu Eigenarten und Problemen muslimischer Staaten und Gesellschaften und schließlich zu den Einstellungen und Verhaltensweisen von Muslimen in den Einwanderungsgesellschaften des Westens.

Thilo Sarrazin gilt als einer der profiliertesten politischen Köpfe der Bundesrepublik. Mit Deutschland schafft sich ab (2010) schrieb er einen Millionen-Bestseller, der eine große gesellschaftliche Debatte auslöste. Ebenso erreichten alle seine folgenden Bücher Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Als Fachökonom und Politiker war er verantwortlich für Konzeption und Durchführung der deutschen Währungsunion, beaufsichtigte die Treuhand und saß im Vorstand der Deutschen Bahn Netz AG. Von 2002 bis 2009 war er Finanzsenator in Berlin, anschließend eineinhalb Jahre Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

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Leseprobe

Kapitel 1
Die Religion des Islam

Der Inhalt der koranischen Offenbarung


Im islamischen Glauben ist der Koran das Wort Gottes – ausgesprochen und den Menschen überbracht durch seinen Gesandten auf dieser Erde, den Propheten Mohammed.

Da ich zur Religion des Islam nicht von Behauptungen und Einschätzungen aus zweiter Hand leben möchte, habe ich den Koran in der Übersetzung von Rudi Paret von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen.1 Paret äußert in seinem Vorwort die Einschätzung, »daß der Text im großen ganzen zuverlässig ist und den Wortlaut so wiedergibt, wie ihn die Zeitgenossen aus dem Munde des Propheten gehört haben«. Aus seiner Sicht gibt es »keinen Grund anzunehmen, daß auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammen würde«.2 Unklar ist dagegen die Entstehung der Zusammensetzung des Textes, auch innerhalb der Suren. Die 113 Suren sind nicht nach Inhalt, sondern in absteigender Reihenfolge nach ihrer Länge geordnet. Wie Paret schreibt, wird »das richtige Verständnis des Korans (…) dadurch besonders erschwert, daß die Ausdrucksweise des Originals oft abrupt und unausgeglichen ist«.3

Die Entstehungsgeschichte des koranischen Textes mitsamt der Vielfalt der Einflussfaktoren ist seit langer Zeit Gegenstand intensiver Forschungen.4 Liest man den Text historisch-kritisch, so vergrößert sich die Bandbreite seiner Aussagen erheblich.5 In der neueren Forschung wird vielfach bezweifelt, dass der Text des Korans von Mohammed stammt. Es wird angenommen, dass manche Teile deutlich älter sind, während andere erst im 9. Jahrhundert entstanden.6 Der tatsächliche historische Weg der Textentstehung ist allerdings für die religiöse Rolle des Korans als Offenbarungstext ohne Belang.

Der koranische Text ist an vielen Stellen schwer verständlich. Es gibt keine erkennbare Gliederung, in den meisten Suren auch keinen erkennbaren roten Faden und zudem ungeheuer viele Wiederholungen. Diese wiederum erleichtern das Verständnis der wesentlichen Aussagen. Gläubige Muslime nehmen in ihrer großen Mehrheit den Text des Korans als Botschaft Gottes wörtlich. So wird es vom Gesandten Gottes, dem Propheten Mohammed, verlangt, und so sehen es auch überwiegend die heute im Islam verbreiteten Lehrmeinungen.

Eine historisch-kritische Interpretation des Textes könnte – ähnlich wie im Fall der Bibel – auch zu einem anderen Ergebnis kommen. Sie gilt aber bei vielen Autoritäten des Islam als unislamisch. Die Anhänger einer historisch-kritischen Argumentation werden mit dem Vorwurf der Gotteslästerung (Apostasie) konfrontiert oder müssen gar um ihr Leben fürchten. Der aus der Türkei stammende, an der Universität Frankfurt lehrende Islamwissenschaftler Ömer Öszoy weist auf den unscharfen, bedeutungsreichen Charakter der arabischen Sprache hin, der dem Übersetzer großen Spielraum gibt und unterschiedliche Interpretationen ermöglicht. Man muss aus seiner Sicht auch die historischen Umstände der Offenbarung einbeziehen, sodass sich ein ähnliches Vorgehen wie bei der historisch-kritischen Bibelexegese empfiehlt. Allerdings ist diese Verfahrensweise bei der Koranexegese unüblich und wird von vielen Muslimen als »Reformtheologie« abgelehnt.7

Die Kernaussagen des Korans sind über den gesamten Text mehr oder weniger willkürlich verstreut und wiederholen sich vielfach. In der folgenden Darstellung ordne ich die Aussagen des Korans nach Gegenständen.* Gerade durch die Fülle der Wiederholungen gewinnt der oft zusammenhanglose Text eine überraschende Klarheit. Versteht man ihn wörtlich, so lässt er wenig Raum für Missverständnisse. Soweit ich im Folgenden die Aussagen des Korans interpretiere oder in einen Zusammenhang bringe, folge ich dabei ausschließlich meinem unmittelbaren Textverständnis aus der sorgfältigen Lektüre der Übersetzung von Rudi Paret. Ich klammere dabei bewusst alles aus, was ich ansonsten über den Koran und den Islam gehört und gelesen habe. So möchte ich der vorurteilsfreien Sicht eines verständigen Betrachters sine ira et studio möglichst nahekommen:

Gott

Immer wieder wird im Koran die Größe und Allmacht Gottes beschworen. Die meisten Suren beginnen mit seinem Lobpreis: Gott ist allmächtig, Er weiß alles, was auf der Welt geschieht, sieht alles, kennt jeden Gedanken, und nichts geschieht ohne seinen Willen. Er hasst die Ungläubigen, sie kommen alle in die Hölle. Barmherzig ist er nur zu den Gläubigen, sie kommen ins Paradies:

  • »Gott ist der Schöpfer von allem (…) Er ist Sachwalter über alles. Er hat die Schlüssel von Himmel und Erde.« (39/62 f.)8»Gott gehört der Osten und Westen. Wohin ihr euch (beim Gebet?) wenden möget, da habt ihr Gottes Antlitz vor euch. Er umfasst (alles) und weiß Bescheid.« (2/115)
  • »Gott bezeugt, daß es keinen Gott gibt, außer ihm. […] Er sorgt für Gerechtigkeit. Es gibt keinen Gott außer ihm. (Er ist) der Mächtige und Weise.» (3/18) »Gott vergibt nicht, daß man ihm (andere Götter) beigesellt. » (4/116) »Und Gott hat gesagt: Nehmt euch nicht zwei Götter! Es gibt nur einen einzigen Gott. Vor mir (allein) sollt ihr darum Angst haben.« (16/51)
  • »Ihr Menschen! Ihr seid es, die arm und auf Gott angewiesen sind. Gott aber ist es, der reich (…) und des Lobes würdig ist. Wenn er will, läßt er euch vergehen und eine neue Schöpfung (…) kommen (…)« (35/15 f.)
  • »Gott ist der Freund derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus der Finsternis hinaus ans Licht. Die Ungläubigen aber haben die Götzen zu Freunden. […] Sie (…) werden Insassen des Höllenfeuers sein und (ewig) darin weilen.« (2/257) »Über die Zeichen Gottes streiten nur diejenigen, die ungläubig sind.« (40/4) »Sie werden (schon noch zu) wissen (bekommen, was mit ihnen geschieht), (…) wenn sie (…) Fesseln und Ketten an ihrem Hals haben und (…) in das heiße Wasser gezerrt werden und hierauf das Höllenfeuer mit ihnen geschürt wird.« (40/70 f.)

Diese wenigen Verse umfassen im Grunde die zentrale Botschaft des ganzen Korans:

  • die Allmacht und Allwissenheit des einzigen Gottes,
  • die ewige Verdammnis all jener, die nicht an ihn glauben,
  • die Barmherzigkeit gegenüber den Gläubigen und ihre Erhebung über die Ungläubigen.

Mit dem Ruf »Gott ist groß« (»Allahu akbar«) stürzten sich seit Mohammeds Zeiten die Gläubigen in den Kampf gegen die Ungläubigen. Und denselben Ausruf hat offenbar seit Jahren nahezu jeder Terrorattentäter auf den Lippen. Wo endet der Glaubenskern des Islam, und wo beginnt sein Missbrauch?

Mohammed und die koranische Offenbarung

Mohammed sah sich als den jüngsten Propheten in der Tradition der Propheten des Alten Testaments: Auch Jesus war für ihn nur ein Prophet in einer Reihe, die in ihm, Mohammed, Abschluss und Höhepunkt fand. Immer wieder bezieht er sich im Koran auf Erzählungen aus dem Alten Testament. Mannigfach wiederholt werden im Koran seine Klagen, dass viele auf ihn nicht hören wollen. Ihnen droht er in immer neuen Wendungen die Höllenstrafe an, während er umgekehrt denjenigen, die an seine Botschaft glauben, das Paradies verspricht. Den Umstand, dass ihm die koranische Offenbarung seiner Meinung nach zuteilwurde, hält er für den Beweis ihrer Wahrheit. Wer ihm nicht glaubt oder seine Worte bezweifelt, ist verstockt und böswillig und deshalb moralisch minderwertig:

  • »Mohammed ist der Gesandte Gottes. Und diejenigen, die mit ihm (gläubig) sind, sind den Ungläubigen gegenüber heftig, unter sich aber mitfühlend.« (48/29) »Euer Landsmann (…) ist nicht fehlgeleitet und befindet sich nicht im Irrtum.« (53/2)
  • »Ich folge (…) dem, was mir von meinem Herrn (als Offenbarung) eingegeben wird. Dies (…) sind sichtbare Beweise von unserem Herrn und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.« (7/203) Die koranische Offenbarung »ist eine von uns hinabgesandte, gesegnete Schrift. Folgt ihr und seid gottesfürchtig! Vielleicht werdet ihr (dann) Erbarmen finden.« (6/155) »Er (d.h. der Koran) ist die Aussage eines vortrefflichen Gesandten, nicht die eines Dichters.« (69/40 f.) »Und wenn der Koran vorgetragen wird, dann hört zu und haltet (…) Ruhe.« (7/204)
  • »Aber nun ist ein klarer Beweis und Rechtleitung und Barmherzigkeit von eurem Herrn zu euch gekommen. Und wer ist frevelhafter, als wer die Zeichen (…) Gottes für Lüge erklärt und sich davon abwendet?« (6/157) »Denen, die unsere Zeichen für Lüge erklären und sie hochmütig ablehnen, werden (dereinst) die Tore des Himmels nicht geöffnet, und sie werden solange nicht in das Paradies eingehen, bis ein Kamel in ein Nadelöhr eingeht. So vergelten wir (dereinst) den Sündern. Sie bekommen die Hölle zum Lager. Und auf ihnen sind Decken (aus Höllenfeuer). So vergelten wir (dereinst) den Frevlern.« (7/40 f.)
  • »Denjenigen, die glauben und tun, was recht ist, werden die Gärten der Einkehr als Quartier zuteil (…) für das, was sie (…) getan haben. Diejenigen aber, die freveln, wird das Höllenfeuer aufnehmen. Sooft sie aus ihm herauskommen wollen, werden sie wieder hineingebracht.« (32/19 f.)

Mohammed war natürlich auch Mensch, und als solcher liebte er offenbar die Frauen. Mit einer Begrenzung auf vier Ehefrauen, wie er sie ansonsten im Koran für die Gläubigen verfügt...

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