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E-Book

Funktionsdiagnostik in der Gastroenterologie

Medizinische Standards

VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl252 Seiten
ISBN9783540312666
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,99 EUR

Funktionsdiagnostik auf einen Blick

Für
- Oberen und unteren Gastrointestinaltrakt
- Pankreas
- Leber und Gallenblase

Klar strukturiert und praxisrelevant
- Prinzip der Untersuchungsmethode
- Vorbereitung und technische Voraussetzungen
- Durchführung und Ablauf
- Auswertung und Befundinterpretation
- Angaben zu Fehlerquellen, Störfaktoren, Referenzbereichen und Normwerten

Leitsymptome führen zur richtigen Diagnostik
- Entscheidungsbäume und Checklisten
- Was ist normal - was ist pathologisch
- Differentialdiagnostische Abklärung

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Leseprobe

2 Ösophagusmanometrie (S. 16-17)

Die Ösophagusmanometrie gilt als geeignetste Methode, um Funktionsabläufe und deren Störungen exakt zu erfassen. Ein echtes Referenzverfahren fehlt und bestimmte Krankheitsbilder lassen sich bisher nur manometrisch einwandfrei charakterisieren (z. B. »Nussknacker-Ösophagus «). Die Ösophagusmanometrie wird zumeist nicht primär eingesetzt, sondern ist als Komplementärmethode bei der Erkennung definierter Krankheitsbilder anzusehen, die endoskopisch und radiologisch nicht sicher eingeordnet werden können.

2.1 Manometrieverfahren

Prinzipiell stehen 3 methodisch unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

1. »Konventionelle« Perfusionsmanometrie: Hier ist nur eine stationäre Messung der Ösophagusmotilität unter standardisierten Bedingungen möglich.
2. Manometrie mittels elektronischer Drucktransducer: Hier ist sowohl die stationäre Manometrie (s. oben) als auch die ambulante Langzeitregistrierung der schluckinduzierten sowie nichtschluckinduzierten Motorik der Speiseröhre (bei Verwendung transportabler Datenspeichergeräte) möglich.
3. Impedanzmanometrie: Hier werden Multikanalsonden (meist 16–24 Kanäle) im Ösophagus platziert, die durch die Messung von Impedanzdifferenzen die simultane Bestimmung des Bolustransports (wobei zwischen Gas und Flüssigkeiten differenziert werden kann) und den dazugehörigen Druckveränderungen erlauben. Es lassen sich, ähnlich wie bei der konventionellen Manometrie (s. unten), spezifische Befunde für die primären Motilitätsstörungen des Ösophagus charakterisieren. Möglicherweise erlaubt das Verfahren eine sensitivere Einschätzung von Störungen des Bolustransports wie die Manometrie und könnte z. B. dazu benutzt werden vorherzusagen, ob ein Patient nach Fundoplikatio eventuell gefährdet ist, dysphagische Beschwerden zu entwickeln. Eine exakte Einschätzung des genauen Stellenwerts dieser vielversprechenden Methode ist gegenwärtig jedoch noch nicht möglich.

Die Methoden haben überlappende Indikationen: Die primären Motilitätsstörungen (Achalasie, diffuser Spasmus, »Nutcracker«) werden durch die Befunde bei der stationären Manometrie definiert. Seitdem mit der elektronischen Mikrotransducermanometrie auch die Registrierung des unteren Ösophagussphinkters (UÖS) möglich geworden ist, kann dieses Verfahren auch hierfür verwendet werden. Prinzipieller Vorteil der Perfusionsmanometrie ist der wesentlich geringere Preis der eigentlichen Druckmesssonden.

Ist einmal ein Messplatz vorhanden, können verschiedenste Sondenkonfigurationen (zur Anwendung am Ösophagus, Dünndarm, Sphinkter Oddi, Anorektum etc.) für jeweils 150–400 Euro angeschafft werden. Die Druckmesskatheter für die elektronische Manometrie kosten dagegen ca. 1000– 8000 Euro. Vorteile der elektronischen Manometrie sind neben der Möglichkeit einer Langzeitmessung die einfachere Handhabung bei der Kalibrierung und das fehlende »Wassergepansche« während der Untersuchung. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit, des Preises bzw. der Vergütung (bisher nur eine GOÄ- bzw. OPS-Ziffer verfügbar, nicht methodendifferenziert) sein, bis die elektronische Manometrie die Perfusionsmanometrie vollständig ablöst.

Bei der Fragestellung »nichtkardialer Brustschmerz « ist die Anwendung einer kombinierten Langzeit-Ösophagus-pH-Metrie plus Manometrie sicher rationell. röntgenkinematographie bei der Diagnostik z. B. von Einschluckstörungen bei Zustand nach Apoplex eine Alternative. Falls diese Methode nicht zur Verfügung steht, gelingt es aber oft auch mit der Perfusionsmanometrie, insbesondere mit dem elektronischen Verfahren, eine Dyskoordination des Einschluckakts (Verhalten von Hypopharynxkontraktion zur reflektorischen Relaxation des oberen Sphinkters und der tubulären Ösophagusperistaltik) zu erfassen.

Hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Untersuchungstechnik sowie der Datenanalyse wird auf die vom Arbeitskreis für Neurogastroenterologie und Motilität e.V. vorgelegten Leitlinien (Autoren: M. Karaus und HD Allescher) hingewiesen, die über das Internet abrufbar sind (Website: http://www.neurogastro.de). Die nachfolgend aufgeführten Techniken beschreiben das am Universitätsklinikum Frankfurt und am Klinikum Hannover angewendete Protokoll, das z. T. geringfügig von den genannten Leitlinien abweicht.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur 2. Auflage6
Vorwort zur 1. Auflage8
Geleitwort zur 1. Auflage10
Inhaltsverzeichnis12
Teil I Oberer Gastrointestinaltrakt19
1 Ösophagus- und gastrale pH-Metrie21
1.1 Ösophagus-pH-Metrie22
1.2 Gastrale pH-Metrie29
Literatur30
2 Ösophagusmanometrie33
2.1 Manometrieverfahren34
2.2 Indikationen35
2.3 Apparative Voraussetzungen35
2.4 Praktische Durchführung36
2.5 Normalbefunde39
2.6 Pathologische Befunde40
Literatur45
3 Antroduodenalmanometrie47
3.1 Indikationen48
3.2 Technik und Durchführung48
3.3 Interpretation und Auswertung51
Literatur55
4 Magensaftanalyse57
4.1 Magensekretionsanalyse58
4.2 Ösophagogastrale Gallereflux-Messung (Bilitec)59
4.3 Sekretinbelastungstest60
Literatur62
5 Bestimmung von Magenentleerungund Dünndarmtransit63
5.1 Diagnostik der Magenentleerung64
5.2 Untersuchung der Dünndarmtransitzeit71
Literatur74
6 Endoskopische Manometrie des Sphinkter Oddi77
6.1 Technische Aspekte78
6.2 Indikationen79
6.3 Apparative Voraussetzungen79
6.4 Praktische Durchführung80
6.5 Messparameter83
6.6 Pathologische Befunde85
Literatur89
Teil II Unterer Gastrointestinaltrakt91
7 Diagnostik der Kolonmotilität93
7.1 Bestimmung der Kolontransitzeit94
7.2 Kolonmanometrie96
Literatur96
8 Anorektale Funktionsuntersuchungen99
8.1 Anorektale Manometrie100
8.2 Defäkographie106
Literatur108
9 Resorptionstests111
9.1 Atemanalytische Funktionstests112
9.2 Untersuchungen zur Fettmalabsorption118
9.3 Störungen der Kohlenhydratassimilation121
9.4 Proteinmalassimilation126
9.5 Erfassung der funktionellen Integrität128
9.6 Diagnostik bei Verdacht auf bakterielle Fehl-/Überbesiedlung des Dünndarms137
9.7 Rationeller diagnostischer Einsatz intestinaler Funktionstests140
Literatur141
Teil III Pankreasfunktionstests143
10 Art und Durchführung von Pankreasfunktionsprüfungen145
10.1 Direkte Pankreasfunktionstests147
10.2 Indirekte Pankreasfunktionstests150
Literatur162
11 Aussagefähigkeit direkter und indirekter Pankreasfunktionstests163
11.1 Direkte Pankreasfunktionstests164
11.2 Indirekte Pankreasfunktionstests164
11.3 Diagnostisches Vorgehen166
Literatur167
Teil IV Leber und Galle169
12 Strukturelle Grundlagen der Leberfunktion171
12.1 Zellulärer und zonaler Aufbau der Leber172
12.2 Pathobiochemische Partialreaktionen174
Literatur175
13 Prüfung der hepatozellulären Integrität177
13.1 Aminotransferasen178
13.2 Glutamatdehydrogenase179
13.3 Weitere Enzyme zur Prüfung der hepatozellulären Integrität181
Literatur182
14 Prüfung der biliären Sekretionsleistung183
14.1 Bilirubin und Bilirubinmetaboliten im Serum184
14.2 Enzymatische Parameter der Cholestase186
14.3 Funktionsszintigraphien189
Literatur190
15 Prüfung der Aktivität von Fibrinogenese und Fibrose191
15.1 Biochemische Einzelparameter192
15.2 Fibrose-Scores194
15.3 Sonographische Erfassung der Parenchymelastizität195
Literatur196
16 Prüfung der Syntheseleistungund metabolischen Kapazität197
16.1 Syntheseparameter198
16.2 Quantitative Leberfunktionstests201
Literatur207
17 Prüfung der Leberdurchblutung und des portosystemischen Shuntvolumens209
17.1 Bestimmung der Leberdurchblutung210
17.2 Messung des portosystemischen Shuntvolumens212
Literatur213
18 Prüfung der Gallenblasenmotilität215
18.1 Methodik216
18.2 Normalwerte217
Literatur217
Teil V Leitsymptome219
19 Obstipation221
19.1 Ätiologie und pathogenetische Mechanismen222
19.2 Diagnostik223
19.3 Therapie224
Literatur225
20 Dysphagie und Sodbrennen227
20.1 Dysphagie228
20.2 Sodbrennen231
Literatur233
21 Funktionelle Dyspepsie235
21.1 Klinik236
21.2 Pathophysiologie236
21.3 Diagnostik236
Literatur237
22 Diarrhö – Leitsymptome und diagnostisches Vorgehen239
22.1 Diarrhö und andere Symptomenkomplexe240
22.2 Pathogenese der Diarrhö241
22.3 Akute Diarrhö243
22.4 Chronische Diarrhö244
Literatur248
23 Meteorismus und Flatulenz249
23.1 Physiologie250
23.2 Meteorismus254
23.3 Diagnostik und differential diagnostischeAspekte257
Literatur257
Nützliche Adressen, Links und Literatur259
Stichwortverzeichnis261
Farbtafel267

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