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Heilige Gemeinde - Sündige Christen

Zum Umgang mit postkonversionaler Sünde bei Paulus und in weiteren Texten des Urchristentums

AutorStephan Hagenow
VerlagNarr Francke Attempto
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl370 Seiten
ISBN9783772054198
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,40 EUR
Das Thema Sünde der Christen bewegte die urchristlichen Gemeinden von Anfang an. In der Gemeinde in Korinth sah sich der Apostel Paulus mit Fällen von Unzucht, dem Verkehr mit Prostituierten und einer tiefen sozialen Zerrissenheit beim Feiern des Abendmahls konfrontiert. Die Glaubwürdigkeit der ganzen Gemeinschaft und damit ihrer Botschaft stand auf dem Spiel. Zur theologischen und pragmatischen Bewältigung des Problems griff Paulus auf heiligkeitsethische, kultische und apokalyptische Deutehorizonte zurück. Diese Studie wagt den Blick hinter die oft konfessionell gefärbte Auslegung. Gerade weil es bei dem Thema letztlich um Glaubwürdigkeit und Identität geht, finden viele Ausleger ihre eigenen Traditionen von Amtsund Taufverständnis oder Rechtfertigungslehre wieder und tragen anachronistische Begriffe oder Denkmuster in die Texte ein. Diese Arbeit möchte alte und neue Denkhorizonte des Apostels aufzeigen, die uns teilweise sehr fremd sind und uns vielleicht gerade in ihrer Fremdheit neu ansprechen können. Denn die Glaubwürdigkeitsfrage stellt sich bis heute: Wenn Christenmenschen dem Evangelium vertrauen, wie können sie dann Unrecht tun, und wie fällt man als Gemeinde und als Einzelner dem Rad der Sünde in die Speichen? Je kleiner unsere Kirchen werden, desto stärker stellt sich wieder die Frage nach Identität und Wertschätzung von außen.

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis10
EINFÜHRUNG16
1 Anfragen an ein gängiges Geschichtsbild18
1.1 Die Interpretation der Sünde der Christen im Rahmender Kirchenzucht19
1.2 Die Interpretation der Sünde der Christen im Rahmendes Rechtfertigungsgedankens21
2 Anmerkungen zur Forschungsgeschichte23
2.1 Sündlosigkeitsideale der Forschung23
2.2 Lösungsansätze der neueren Forschung25
3 Aufbau, Methodik und Ziele dieserUntersuchung38
Teil A - DIE SÜNDE UND DEREN ENDE IN DERALTTESTAMENTLICHEN UNDFRÜHJÜDISCHEN LITERATUR42
1 Methodische Vorbemerkungen44
2 Das Ende der Sünde im Alten Testament46
2.1 Einführung46
2.2 Sünde in der Heilszeit bei den nachexilischenPropheten (Jes, Mi, Sach, Ez)47
2.3 Die Sünden der Gerechten und deren Konsequenzenbei Ezechiel49
3 Das Ende der Sünde in den sog.Pseudepigrapha52
3.1 Das Thema vom Ende der Sünde im äthiopischenHenochbuch52
3.2 Das Ende der Wurzel des Bösen und das Ende desSatans55
3.3 Die Thematik vom Ende der Sünde innerhalb desfrühjüdischen Heiligkeitsdenkens57
4 Das Ende der Sünde in derWeisheitsliteratur70
4.1 Partizipative Heiligkeit in PsSal 1770
4.2 Die soziale Dimension der Sünde bei Jesus Sirach75
5 Auswertung: Auf welche traditionsgeschichtlichenDeutekategorien konntePaulus in Bezug auf das Ende der Sündezurückgreifen?78
Teil B - DIE SÜNDEN DER HEILIGEN AM BEISPIELKONKRETER GEMEINDESITUATIONEN –DIE REZEPTIONTRADITIONSGESCHICHTLICHERDEUTEHORIZONTE IM PAULINISCHENDENKEN82
1 Das Heiligkeitsdenken als Deutehorizontdes Verständnisses von Sünde84
1.1 Christliche Tempelförmigkeit – Eine Definition84
1.2 Charateristika des paulinischen Heiligkeitsdenkens85
2 Das Heiligkeitsdenken am Beispiel des1Thess90
3 Die Tempelförmigkeit paulinischerGemeinden und ihrer Glieder94
3.1 Die Sünde wider den Geist als Gefährdung derTempelförmigkeit in 1Kor 3,16f94
3.2 Tempelförmigkeit als Veranschaulichung despaulinischen Verständnisses von Sünde96
3.3 Zum Verhältnis von nao,j und evkklhsi,a in 1Kor 5und 4 Q Florilegium99
3.4 Weitere paulinische und nachpaulinischeTempelmotive101
4 Das Motiv des Tempels am Beispielkonkreter Gemeindesituationen103
4.1 Die Tempelreinigung in 1Kor 5103
4.2 Das Richteramt des Tempels: 1Kor 6,1-11126
5 Tempelförmigkeit und Sünde in 2Kor 6,14-7,1137
5.1 Sünde in kulttheologischer Sprache137
5.2 Sünde am eigenen Leib als Gefährdung derindividuellen Tempelförmigkeit in 1Kor 6,12-19142
6 `Amarta,nein eivj Cristo,n: 1Kor 8,12148
7 Am Kyrios schuldig werden: 1Kor 11,17-34151
7.1 Bemerkungen zur Forschungslage151
7.2 Kyrios und Sünde157
7.3 Kyrios und Gericht159
8 Zur paulinischen Rezeption dertraditionsgeschichtlichen Deutehorizonte165
8.1 Motive aus kultisch-apokalyptischen Texten wieäthHen165
8.2 Motive aus der Weisheitsliteratur wie PsSal und Sir166
8.3 Traditionsbrüche durch Paulus166
9 Bekehrung, Konversion, Taufe - Paulus alspragmatischer Gemeindemissionar imUmgang mit Sünde168
9.1 Bekehrung, Konversion, Herrschaftswechsel undTaufe im Alltag eines Gemeindeglieds168
9.2 Postbaptismale oder postkonversionale Sünde?171
9.3 Theologische Denkhorizonte und pragmatischesHandeln im Umgang mit Sünde (Zusammenfassung)175
Teil C - SYNCHRONE UND DIACHRONE ASPEKTEDER SÜNDE IM RÖMERBRIEF180
1 Inwiefern die Sünde wirklich vergangen ist(diachrone Aspekte)182
1.1 Der Vergangenheitscharakter der erlassenen Sünden182
1.2 Gottes Gericht über die a`marti,a185
1.3 Gottes Verzicht auf die Verurteilung der Christen(Röm 8,1)187
1.4 Das Ende des Unheilszusammenhangs zwischenGesetz und Sünde (Röm 7,7-8,4)191
1.5 Zusammenfassung198
2 Sünde innerhalb der Christusbindung inRöm 6,1-7,6 (synchrone Aspekte)200
2.1 Die gebrochene Schreckensherrschaft der Sünde unddes Satans200
2.2 Die rhetorisch-strategische Zielsetzung203
2.3 Die kollektive Funktion der Neuschöpfungsaussagen(Röm 6,6)206
2.4 Christus als von der Sünde befreiter Befreier(Röm 6,7)208
2.5 Taufe auf den Tod Christi als Beginn der Christusbindung209
2.6 Die Tragfähigkeit der Christusbindung (Röm 6,11)213
2.7 Die neue Zugehörigkeit der Christen (Röm 7,1-6)216
3 Zusammenfassende Thesen – Sünde indiachroner und synchroner Perspektive.Kontinuitäten und Akzentverschiebungen218
3.1 Differenzierung in diachrone und synchrone Aspekte218
3.2 Die Christusbindung als Deutekategoriepostkonversionaler Sünde220
3.3 Rechtfertigungslehre und die Rede von christlicherSünde220
Teil D - DAS REICH CHRISTI UND DIE SÜNDEN DERCHRISTEN: CHRISTUS ALS FÜRBITTER228
1 Bemerkungen zur Rolle der Eschatologie impaulinischen Denken230
1.1 Das Verhältnis von Rechtfertigung und Endgericht alsProblem der Exegese230
1.2 Zur Funktion der paulinischen Gerichtsaussagen233
2 Das Reich Christi und das Reich Gottes im1Kor, Röm und Barn241
2.1 Zur Bedeutung eines messianischen Zwischenreiches241
2.2 Die basilei,a Christi in 1Kor 15242
2.3 Der Ort der Herrschaft Christi246
3 Die basilei,a Christi in Röm 8250
4 Die Bedeutung des gegenwärtigenChristusreichs im Barnabasbrief253
5 Zusammenfassung: Die Bedeutung desChristusreichs für das Problem christlicherSünde259
Teil E - CHRISTEN ALS SÜNDER UND FÜRBITTER:DIE TRADITION DER STELLVERTRETENDENGEBETSERRETTUNG262
1 Das Gebet der Gerechten im Kampf gegendie Sünden der Christen und die Traditionder stellvertretenden Gebetserrettung264
2 Die Tradition der stellvertretendenGebetserrettung im Neuen Testament266
2.1 Fürbitten für den abirrenden Bruder im Jakobusbrief266
2.2 Fürbitte für den sündigen Bruder im erstenJohannesbrief273
2.3 Die vollmächtige Fürbitte im Matthäusevangelium(Mt 18)285
2.4 Reinigende Fürbitte im Zweiten Korintherbrief303
2.5 Ermahnende Fürbitten in den Apostolischen Vätern312
3 Auswertung319
3.1 Tabellarische Auswertung319
3.2 Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten322
3.3 Theologische Auswertung324
Teil F - SYSTEMATISCHE SCHLUSSBETRACHTUNG:PAULINISCHE DENKMODELLE UNDMAßGABEN IM UMGANG MITPOSTKONVERSIONALER SÜNDE328
1 Die Problematik adäquater Begrifflichkeitbeim Thema postkonversionaler Sünde330
2 Person und Gruppe – partizipatives Heil331
3 Die Wurzeln des paulinischen Denkens333
4 Akzeptanz und Selbstverständlichkeit derSünde – die Deutekategorien undInstrumente im Kampf gegen postkonversionaleSünde334
5 Heiligkeit und a`marti,a336
6 Gerechtigkeit, Taufe und Sünde337
7 Sünde in diachroner und synchronerPerspektive339
8 Christus und Christen im Kampf derMächte340
9 Gebet und Sünde342
10 Sünde und ‚Heilsgewissheit’343
Literaturverzeichnis344

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