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E-Book

Innovationsmanagement

Von der Idee zum erfolgreichen Produkt

VerlagPhysica-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783790818215
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis35,96 EUR

Innovationen gehören zu den wichtigsten unternehmerischen, volkswirtschaftlichen Erfolgsfaktoren. Bei vordergründig gleichen Ausgangsbedingungen verfügen einige Unternehmen über eine außergewöhnlich hohe Innovationskraft und damit über ein höheres Erfolgspotenzial als viele ihrer Wettbewerber. Hier fahren Sie warum: Beiträge von Praktikern aus verschiedenen Branchen und Unternehmen fassen ihre Erfahrungen zum Innovationsmanagement zusammen.

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Leseprobe

2. Zur Komplexität der Innovationsorganisation (S. 15)

Ein Plädoyer für eine ganzheitliche und kritische Perspektive
Michael Nippa
Aufgrund der Bedeutung für den Wettbewerbserfolg ist die Organisation der Innovation ein seit langem und vielfältig untersuchtes Forschungs- und Beratungsfeld. Dabei besteht jedoch immer wieder die Gefahr, dass die Komplexität der zu organisierenden Einflussfaktoren sowie ihrer Interdependenzen zugunsten einleuchtender, aber verkürzter Empfehlungen massiv reduziert wird.

Von besonderer Relevanz ist speziell im Umfeld des Innovationsmanagements die Tatsache, dass keine klare Trennung zwischen organisationsinternen Veränderungen und Neuproduktentwicklungen getroffen wird. Organisatoren, die die resultierenden Empfehlungen einfach auf das eigene Unternehmen übertragen, erleben häufig bittere Enttäuschungen. Um diese zu vermeiden, ist es notwendig, dass die Komplexität des Gestaltungsobjektes aktiv und situationsbezogen erfasst wird und auf dieser ganzheitlichen Basis eine kritische Anpassung von anderweitig erfolgreichen Konzepten erfolgt. Hier wird diese Notwendigkeit an ausgewählten Beispielen deutlich gemacht.

2.1 Einführung
Unter anderem verursacht durch die fortschreitende Globalisierung, die Öffnung neuer Absatz- und vor allem Einsatzfaktormärkte in Osteuropa sowie die „Weiter-so-wie-bisher"-Mentalität vieler Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft macht die deutsche Wirtschaft seit einigen Jahren eine gravierende Strukturkrise durch. Nicht zuletzt aufgrund dessen wird auf volkswirtschaftlicher und unternehmerischer Ebene der Ruf nach mehr Innovation und Unternehmertum immer lauter.

So antwortete beispielsweise der DGB-Vorsitzende Michael Sommer in einem Interview mit der „Welt" Ende März 2006 auf die Frage „Wie können Gewerkschaften helfen, neue Stellen zu schaffen?": „Zum Beispiel durch Lohnabschlüsse, die die Binnenkonjunktur in Gang bringen. Oder indem wir darauf dringen, dass Innovationen in Deutschland systematisch betrieben werden.

Da gibt es jede Menge Managementversagen in den Unternehmen." Auch die Bundesregierung verspricht in ihrem aktuellen Regierungsprogramm (in vorhergehenden auch!), aufbauend auf alarmierenden (seit Jahren bekannten!) Entwicklungen aktiv zu werden: „Die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands schwindet. Fast alle Kennzahlen in diesem Bereich sind schlechter als Anfang der 90er Jahre.

[…] Noch Ende der 90er Jahre steigerte die deutsche Wirtschaft ihre Innovationsausgaben um rund 10 Prozent, inzwischen gehen sie rapide zurück. […] Deshalb werden wir Innovationen konsequent fördern. Deutschland soll ein Land der Ideen werden, in dem Spitzenforscher und Nobelpreisträger Zukunftstechnologien erforschen, in dem wagemutige Unternehmensgründer Premiumprodukte entwickeln und auf den Markt bringen." (Regierungsprogramm 2005-2009).

Pragmatischer sind die Stimmen aus der Wirtschaft, für die stellvertretend Lothar Späth aus seiner Handelsblatt-Kolumne „So seh ich es" zitiert werden soll: „Die Krise Deutschlands kann ohne neue Lösungen nicht nachhaltig beseitigt werden. Mehr noch als Konsolidierung ist jetzt Innovation gefragt. Eine Weisheit, die nicht nur in der Wirtschaft Gültigkeit besitzt, sondern erst recht in der Politik. Wer sich nach vorne bewegen will, kann nicht gleichzeitig die Welt von gestern bewahren.

Joseph Schumpeter hat diese Erkenntnis in den anschaulichen Begriff der „schöpferischen Zerstörung" gemeißelt. Der Wandel der Zeit macht eine Anpassung der Strukturen unumgänglich. Wer sich hier verweigert, wird den Status quo nicht bewahren können, sondern sorgt stattdessen für wachsende Spannungen. Nur eine wandlungsfähige Gesellschaft kann den Wohlstand bewahren." (Späth 2006). Eine Möglichkeit, so Späth, liege dabei in der Bildung so genannter „Cluster", also in einer dichten „Anhäufung von Firmen aus innovativen Branchen … die durch Hochschulen und Forschungsinstitute ergänzt wird." (Späth 2005)

Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis10
Teil I: Best Practices16
1. Organisation von Innovationsmanagement Kräftebündelung in Innovationsnetzwerken --- Kai Engel16
1.1 Einleitung16
1.2 Die Innovationsstrategie steht an der Spitze17
1.3 Innovationsnetzwerke nutzen die Fähigkeiten der Wertschöpfungspartner19
1.4 Zusammenfassung28
2. Zur Komplexität der Innovationsorganisation Ein Plädoyer für eine ganzheitliche und kritische Perspektive --- Michael Nippa30
2.1 Einführung30
2.2 Notwendigkeit einer ganzheitlichen Systematisierung und Berücksichtigung von Interdependenzen33
2.3 Grenzen der Erfolgsfaktorenforschung und des Benchmarking37
2.4 Ausgewählte nonkonformistische Vorschläge zur Organisation der Innovation41
2.5 Zusammenfassung46
2.6 Literatur47
Teil II: Transfer technologischen Wissens in Produkte in Großunternehmen50
3. The Innovation Game Mythen und Realitäten im Management von Forschung undEntwicklung --- Gerald Mischke50
3.1 Einführung51
3.2 Innovation und Innovationsprojekte – Definition und Eigenschaften53
3.3 Innovationspipeline und „F&E-Fabrik“ – Definition und Eigenschaften60
3.4 Das Modell der „F&E-Fabrik“66
3.5 F&E-Strategien – Test am Modell der „F&E-Fabrik“71
3.6 Zusammenfassung74
3.7 Literatur75
4. Das Innovationsmanagement der BMW Group Strategie, Ziele und Prozesse --- Martin Ertl76
4.1 Einleitung76
4.2 Mit Innovationen dem Kunden nutzen78
4.3 Innovationsprozess der BMW Group81
4.4 Zusammenfassung88
5. Strategisches Innovationsmanagement eines Technologiekonzerns am Beispiel der JENOPTIK AG --- Alexander von Witzleben90
5.1 Einführung90
5.2 Technologie-Cluster Jena93
5.3 Erfolgreiche Unternehmensentwicklung der JENOPTIK am Technologiestandort Jena95
5.4 Strategisches Innovationsmanagement als Grundlage für anhaltendes Unternehmenswachstum96
5.5 Zusammenfassung107
5.6 Literatur108
Teil III: Transfer technologischen Wissens in Produkte in KMUs110
6. Innovieren leicht gemacht … mit den richtigen Führungskräften und unterstützenden Werkzeugen --- Andres Sander110
6.1 Einführung110
6.2 Kompetenzprofil Führungskräfte111
6.3 Werkzeuge und Methoden für eine innovationsfördernde Führung114
6.4 Zusammenfassung123
6.5 Literatur124
7. Von der Innovationsflut zum wirtschaftlichen Erfolg Selektion, Kooperation, Organisation Innovationsmanagement in jungen, kleinen und mittleren Unternehmen --- Stefan Seeger126
7.1 Einführung126
7.2 Was ist Innovation?127
7.3 Die Innovations-, Wissens- und Nichtwissensflut128
7.4 Der Innovationsprozess in jungen, kleinen und mittleren Unternehmen130
7.5 Zusammenfassung143
7.6 Literatur144
8. Der Kunde als Innovationspartner Motivation, Prozesse und Erfahrungen bei der Einbindung von Kunden als aktive Partner im Innovationsmanagement der Ethicon GmbH --- Dieter Engel146
8.1 Die Bedeutung von Innovation146
8.2 Der Ursprung von Innovationen147
8.3 Johnson & Johnson149
8.4 Innovationsmanagement bei Ethicon152
8.5 Externe Ideen158
8.6 Innovationskultur160
8.7 Beziehungsmanagement162
8.8 Zusammenfassung163
8.9 Literatur165
Teil IV: Wissensmanagement und Innovationskultur166
9. Ein Wissensumfeld im Unternehmen schaffen166
9.1 Einführung166
9.2 „People Business“ in einem agilen Marktumfeld168
9.3 Zentrale Managementkonzepte der T-Systems Multimedia Solutions GmbH169
9.4 Gestaltungsfelder in einem wissensintensiven Unternehmen172
9.5 Entwicklung des Wissensumfeldes über intelligente Lern- und Arbeitswelten174
9.6 Zusammenfassung Zyklus des Erfolgs178
9.7 Literatur179
Teil V: “Zeit” und “Ort” als zentrale Organisationsaspekte des Innovationsmanagements180
10. Stand und Perspektiven des internationalen Innovationsmanagements180
10.1 Einführung180
10.2 State-of-the-Art der Internationalisierung von F&E-Aktivitäten181
10.3 Strategische Zielsetzungen und Konzepte im internationalen Innovationsmanagement188
10.4 Internationales Innovationsmanagement: Aufgaben der Unternehmensführung190
10.5 Zusammenfassung203
10.6 Literatur205
11. Strategisches “Time-to-Market”-Management208
11.1 Einführung208
11.2 Darlegung einer strategischen Time-to-Market-Managementkonzeption212
11.3 Zusammenfassung227
11.4 Literatur227
Autorenverzeichnis230

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