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E-Book

Sachen und Sätze

Untersuchungen zur symbolischen Reflexion der Sprache

AutorDirk Westerkamp
VerlagFelix Meiner Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl418 Seiten
ISBN9783787326822
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis31,99 EUR
Was sind systematische Metaphern? Wie intelligent ist die Buchstabenschrift? Müssen Wahrheitstheorien wahr sein? Wie ist das Verhältnis von Sachen (i.e. kulturellen Gegenständen) und Sätzen (d.h. sprachlichen Einheiten) zu beschreiben? Dirk Westerkamps grundlegende Untersuchung widmet sich dem noch kaum systematisch behandelten Verhältnis von Sprach- und Kulturphilosophie. - Die Aufgabe der Kulturphilosophie besteht in der theoretischen Reflexion kultureller Tatsachen. Sprache wird ihr dabei nicht nur als Medium des kulturellen Gedächtnisses zum Thema: Die Sprache ist sowohl selbst eine kulturelle Tatsache als auch Bedingung der Möglichkeit kultureller Faktizität überhaupt. Die Kulturphilosophie muss sich daher der Sprachanalyse bedienen, um ihren Gegenstand, das sich ständig neu anordnende Ensemble kultureller Tatsachen, angemessen bestimmen zu können. In einer Reihe von gründlichen Einzelstudien untersucht Dirk Westerkamp das Verhältnis von Sachen und Sätzen als systematisches Problem, das die Formen der symbolischen Reflexivität der Sprache in zwei ihrer wichtigsten philosophischen Facetten zu diskutieren erlaubt: in sowohl sprachphilosophischer wie wahrheitstheoretischer Hinsicht. Sprache und Schrift werden damit auf doppelte Weise thematisch: einmal als symbolische Ordnung kultureller Tatsachen und zweitens als Medien unseres Wahrheitsverständnisses. Entsprechend geht es im ersten Teil des Buches anhand des Leitbegriffs der symbolischen Reflexion um Verstehen und Nichtverstehen, Metaphern und Schrifttheorie und im zweiten um die Problematik einer sprachpragmatischen Wahrheitstheorie kultureller Tatsachen. In der hierfür gewählten Perspektive wechseln nicht nur historische und systematische, sondern auch methodische Zugänge: Sprachanalyse, Hermeneutik und Kulturphilosophie gehen eine ebenso spannungsreiche wie produktive Verbindung ein.

Dirk Westerkamp studierte von 1992/93-1999 in Berlin, Braunschweig und Jerusalem Philosophie, Linguistik, Literaturwissenschaft und Vergleichende Religionswissenschaften. Nach Forschungsaufenthalten an der Hebräischen Universität Jerusalem, der Harvard University/USA und dem SCAS in Uppsala/Schweden war Dirk Westerkamp von 2004-2010 Juniorprofessor für Sprachphilosophie und Ästhetik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach einer Gastprofessur an der Universtät Lille wurde Westerkamp ab Oktober 2010 W3-Professor für Theoretische Philosophie und Direktor am Philosophischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er seit 2012 Geschäftsführender Direktor des Philosophischen Seminars ist. Daneben ist er seit 2007 Mitherausgeber der Zeitschrift für Kulturphilosophie sowie seit 2011 Initiator und stellvertretender Sprecher des Projektkollegs 'Anoetik - Formen und Leistungen des Nichtverstehens' an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Inhaltsverzeichnis7
Die symbolische Reflexion der Sprache13
1. Sprache als Thema und Medium der Philosophie13
2. Mentalistische und instrumentalistische Sprachmodelle18
3. Symbolische Reflexion (1): Differentialität20
4. Symbolische Reflexion (2): Multiperspektivität28
5. Sprache und kulturelle Tatsachen35
Erster Teil: Symbolische Ordnungen und kulturelle Tatsachen39
Die andere Sprache. Positionen grammatischer Metaphysikkritik41
1. Riss zwischen logischer und grammatischer Syntax der Sprache41
2. Bann der grammatischen Funktionen: Nietzsche44
3. Suspension der Urteilsstruktur: Frege50
4. Eidetik idealer Bedeutungseinheiten: Husserl57
5. Grammatische Metaphysikkritik und symbolische Reflexivität der Sprache62
Anoetik und Hermeneutik. Symbolische Formen des Verstehens und Nichtverstehens65
1. Radikales Nichtverstehen: Geltung ohne Bedeutung65
2. Radikale Übersetzung: Bedeutung als Satzwahrheit67
3. Die symbolische Als-Struktur des Verstehens70
4. Sich nicht verstehen auf etwas73
5. Selbstunverständnis und Selbstmissverständnis77
6. Anoetik: Phänomenologische Analytik der Sprechakte und Kategorientafel82
7. Erste Kategorie: Verständnishorizonte87
8. Zweite Kategorie: Nichtverstehensqualitäten89
9. Dritte Kategorie: Nichtverstehensdispositionen92
10. Vierte Kategorie: Nichtverstehensmodi97
Symbolische Differenz. Wie intelligent ist die Buchstabenschrift?103
1. Zwei Dogmen der Dekonstruktion?103
2. Schrift und Schriftordnungen107
3. Aspekte eines allgemeinen Schriftbegriffs111
4. Die Mumie und die Hieroglyphe: Humboldts Bestimmung der Buchstabenschrift115
5. Der Schacht und die Pyramide: Hegels Bestimmung der Buchstabenschrift124
6. Stoicheiographie und Akroamatik: Die symbolische Reflexivität der Schrift133
Systematische Metaphern. Figuratives Wissen zwischen kognitiver und historischer Semantik141
1. Metaphern als philosophisches Problem141
2. Probleme einer allgemeinen Metaphernbestimmung143
3. Konzeptuelle Räume: Metaphern in der kognitiven Semantik145
4. Mentale Synthesis: Systematik und Produktivität der Metapher149
5. Die kulturelle Signatur metaphorischer Felder154
6. Kontextabhängigkeit und Redekonsequenzen: Die Historizität metaphorischer Semantik156
7. Absolute Metaphern und historische Semantik159
8. Metaphern als indirekte Wahrheitsträger161
9. Systematische Metaphern und die Frage: Was ist ein philosophischer Text?164
Sprache, objektiver Geist und kulturelles Gedächtnis169
1. Das terminologische Problem169
2. Gedächtnisfunktionen und Trägermedien170
3. Die materiellen Träger des objektiven Geistes176
4. Hegels Erinnerungs- und Gedächtnistheorie183
5. Individuelle Erlebniserinnerung und symbolische Form186
6. Das produktive Gedächtnis und die symbolische Reflexion der Sprache191
7. Das »individuelle Weltsystem« und die symbolischen Ordnungen195
Zweiter Teil: Sprachanalyse und alethischer Pragmatismus199
Sachen und Sätze. Kulturphilosophische Prämissen einer sprachpragmatischen Alethiologie201
1. Intransigenz von Sprachanalyse und Kulturphilosophie?201
2. Perspektiven der Verschlingung von Sprachanalyse und Kulturphilosophie204
3. Analytische und synthetische Aufgaben: Das Problem der »Denaturalisierung«211
4. Symbolische Reflexion: Der Gegenstand kulturphilosophischer Sprachanalyse217
5. Kulturelle Tatsachen: Eine theoriehistorische Digression220
6. Kulturelle Tatsachen: Werke und Wir-Intentionalität225
7. Im Wahren sein: Alethische Evidenzhorizonte228
Evidenz und Geltung. Varianten des alethischen Pragmatismus233
1. Wahr-Sagen und Wahr-Machen233
2. Bewahrheiten als regulative Idee unendlichen Forschens235
3. Verifikation als Zur-Geltung-Bringen wahrer Auffassungen240
4. Weltbilder: Wahrmachen als Anerkennung in Überzeugungssystemen248
5. Vérité à faire als Eingriff in die Geschichte252
6. Verifikation: Diskursregulierung als Eindringen ins Wahre258
7. Alethischer Realismus vs. alethischer Pragmatismus264
8. Die bestimmte Unbestimmtheit der Evidenzhorizonte und die Aufgaben eines alethischen Pragmatismus269
Bewährte Überzeugungen. Aufgaben einer sprachpragmatischen Alethiologie273
1. Explikation statt Theorie der Wahrheit273
2. Überzeugung (1): Wahrheitsgefühl277
3. Überzeugung (2): Wahrhaftigkeit281
4. Überzeugung (3): Fürwahrhalten285
5. Aussagen als Ort der Wahrheit287
6. Tatsachen und Tatsachensphären289
7. Konvergenz (1): Korrespondenz299
8. Konvergenz (2): Kohärenz302
9. Konvergenz (3): Konsens305
10. Konvergenz (4): Respondenz. Vorschlag eines pragmatischen Entsprechungsmodells308
11. Verifikation als Bewährung und Kritik313
12. Evidenzhorizonte: Im-Wahren-Sein315
Müssen Wahrheitstheorien wahr sein?323
1. Konkurrieren Wahrheitstheorien?323
2. Typentheoretische Probleme des Wahrheitsprädikats325
3. Die moderne Deflation des Wahrheitsbegriffs329
4. Haben Theorien assertorische Kraft?332
5. Was sind Theorien?336
6. Was Wahrheitstheorien leisten sollten339
6. Was Wahrheitstheorien leisten sollten339
7. Die Kritisierbarkeit von Theorien342
Wahrheit und Kulturelle Tatsachen. Thesen zur Logik der Kulturwissenschaften347
1. Das Wahrheitsproblem der Kulturwissenschaften347
2. Drei Positionen: Cassirer, Wiener Kreis, Kritische Theorie347
3. Die symbolische Form kultureller Faktizität: Znaniecki, Whitehead, Cassirer354
4. Die innere Pluralität des Tatsachenbegriffs365
5. Die symbolische Reflexivität der Sprache und das Verhältnis von Wahrheit und kulturellen Tatsachen369
6. Abschied von den facta bruta375
Anmerkungen377
Siglenverzeichnis395
Literaturverzeichnis397
Personenregister413
Danksagung417
Nachweise417

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