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Ulrich Backeshoff - Ein Genie macht Pause

Eine fast wahre Biografie. Auch zum Nachleben geeignet

AutorDr. Petra Fohrmann
VerlagFohrmann Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl252 Seiten
ISBN9783981058055
FormatPDF/ePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,90 EUR
Ulrich Backeshoff sagt, dass sein Leben aus Geschichten besteht. Er hat die Arbeitswelt revolutioniert, den Handball professionalisiert und Dinge realisiert, die niemand für möglich hielt.
An seinem 65sten Geburtstag zieht er Bilanz: 52 Jahre gearbeitet, Millionen verdient, Millionen verloren. Zwei zauberhafte Töchter im Alter von über dreißig und drei Jahren.
Seine zweite Frau Bernadette Veronica Febriyanti meint, dass der Titel seiner Biografie gemessen an dem, was ihr Mann im Leben gemeistert hat, stark untertrieben ist...Ein Genie macht Pause, aber sicher nicht sehr lange!

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Leseprobe

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Impressum

1. Auflage

2012

Copyright Fohrmann Verlag, Köln

Inh. Dr. Petra Fohrmann

Alle Rechte vorbehalten.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlaggestaltung und Layout: Susanne Widera, www.forteam.de

Lektorat: txt-file Werbelektorat

Printed in Germany

Fotos: Hasso Kraus, Ulrich Backeshoff, Jing Wu

www.fohrmann-verlag.de

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Ulrich Backeshoff

Ein Genie macht Pause

Eine fast wahre Biografie

– auch zum Nachleben geeignet

von Dr. Petra Fohrmann

Lässt sich das Leben eines Menschen in einem Buch zusammenfassen? Ulrich Backeshoff hat da seine Zweifel. Falls Sie, liebe Leserin oder lieber Leser sich in dieser ersten Auflage seiner Biografie nicht wiederfinden, würde er sich freuen, wenn Sie mit ihm Kontakt aufnehmen. Das gilt auch für diejenigen, deren Name geändert wurde. Bei der bereits geplanten zweiten Auflage reservieren wir gerne ein paar Zeilen oder auch Seiten für Ihre persönlichen Erlebnisse mit Herrn Backeshoff.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: uba@conworks.eu

*

Wenn ein fünfjähriger Junge sozusagen zwangseingeschult wird, dann könnte dies ein früher Hinweis auf sein späteres Lebensmotto sein:

„Schneller sein als die anderen“

(Ulrich Backeshoff)

Ulrich Backeshoff kam am 12. Juni 1946 auf die Welt. Ein Jahr nach Kriegsende, nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen. Deutschland am Nullpunkt. Kein leichter Start ins Leben. In der Nachkriegszeit froren und hungerten die Menschen in ganz Deutschland, ob sie auf dem Lande lebten, oder in der Stadt. In ländlichen Gegenden war der Hunger vielleicht nicht ganz so groß, weil ein Stückchen Erde bepflanzt werden konnte und man die Möglichkeit zur Viehhaltung hatte. Ulrich wuchs im damaligen Bonsfeld, Ortsteil von Langenberg auf. Heute ist Langenberg ein Stadtteil von Velbert, zwischen Wuppertal und Essen. Dort lebte die Familie in einer Wohnung, was nach dem Krieg nicht selbstverständlich war. Überall herrschte Wohnungsnot. Familie Backeshoff galt als angesehen, reich war sie nicht.

Der Vater, Ernst Backeshoff, musste damals nicht in den Krieg ziehen. Anfangs war er als Ausbilder unabkömmlich, dann hatte er mit 40 Jahren einen schweren Unfall. Er wurde beim Fahrradfahren von einem Lastwagen überrollt. Wie durch ein Wunder überlebte er. Allerdings war sein Reaktionsvermögen von da an verzögert. Er hatte Probleme beim Überqueren der Straße, weil er den Autoverkehr nicht richtig einschätzen konnte.

Ansonsten gab es keine weiteren Einschränkungen, so dass er seinen Handwerksberuf sehr erfolgreich ausüben konnte. Schon in frühester Jugend wurde Ernst Backeshoff auf harte Proben gestellt. Als 13-Jähriger musste er seinem Vater am Sterbebett versprechen, dass alle neun Geschwister eine Ausbildung machen würden, Brüder und Schwestern. Seine Mutter und er lösten das Versprechen ein. Alle Mädchen und Jungen erlernten einen Beruf. Zur damaligen Zeit war es alles andere als selbstverständlich, dass auch die Mädchen in einer Familie eine Berufsausbildung bekamen. So geprägt, war es Ulrichs Vater ein hohes Gut, seinen eigenen Söhnen eine gute Zukunft zu sichern. Als Ulrich auf die Welt kam, hatten seine Eltern Ernst und Lydia Backeshoff bereits zwei Jungen im Alter von fünf und fast erwachsenen 20 Jahren. Damals galt man vor dem Gesetz erst mit 21 Jahren als erwachsen. So gesehen war Ulrich ein Nachzügler, der Köttel.

Als Ulrich eines Tages zu seinem Vater kam, um sich bitterlich über den älteren Bruder Udo zu beklagen, konnte man ihm bereits ein frühes Interesse an lukrativen Geschäften unterstellen. Ulrich empfand es damals als ungerecht, dass sein Bruder Udo und dessen Freunde eine Jungenbande gegründet hatten, in die er nicht aufgenommen wurde. Es war viel Geld im Spiel. Die Bandenmitglieder hatten sich vorgenommen, Altpapier zu sammeln und zu verkaufen. Dabei ging es um Einnahmen in Höhe von fünf bis zehn Pfennig in der Woche, und zwar für jedes Mitglied.

Vater Backeshoff, selbst ein Schlosserlehrlingsmeister, rechnete dem kleinen Ulrich alles genau vor. Allerdings wollte er sich nicht in die Geschäfte seiner Sprösslinge einmischen. Jedenfalls nicht direkt. Aber, und das brachte die Augen seines jüngsten Sohnes zum Strahlen, Vaters Zeitung sollte er bekommen.

Die Chance wusste Ulrich zu nutzen, zumal er sich darauf verlassen konnte, dass die Zeitung nach dem Lesen noch so gut wie neu aussehen würde. Das Leben seines Vaters lief nach einem verlässlichen System ab. Er ging sehr früh aus dem Hause, um seinen Beruf auszuüben. Zwischen fünf und sechs Uhr am Morgen machte er sich auf den Weg zur Arbeit. Er war Angestellter und als Prüfungsmeister seines Faches auch für die Ausbildung von Lehrlingen zuständig. Bereits um die Mittagszeit kehrte er wieder heim, bekam sein Mittagessen serviert und legte danach für 20 Minuten die Füße hoch. Zeit genug, um die Wuppertaler
General-Anzeiger zu lesen, auf die ab sofort der kleine Ulrich lauerte. Bevor Ulrich sich für die tägliche Lektüre seines Vaters interessierte, wurden die gelesenen Zeitungen akkurat im rechten Winkel gefaltet und in einer Schublade gesammelt. Nach ein bis zwei Wochen schnürte Mutter Backeshoff dann ein Päckchen für die Oma, die im Nachbarort Hattingen wohnte. Ulrichs Oma hielt sich im Garten ein paar Hühner und nutzte die alten Zeitungen zum Einwickeln der Eier. Nun musste sie sich um eine andere Verpackung kümmern.

Ulrich Backeshoff schnappte sich das Wuppertaler Blatt, nachdem es sein Vater ausgelesen hatte, und versuchte sein Glück in den Geschäften der Nachbarschaft. Davon gab es nach dem Krieg schon wieder eine ganze Reihe. Man kaufte noch nicht im Supermarkt ein, der alles unter einem Dach anbot.

Supermärkte wurden wesentlich später gegründet. In Deutsch­land eröffnete der erste 1949 in Osnabrück. Aber das Selbstbedienungsprinzip konnte sich damals noch nicht durc setzen. Erst Jahre später, um 1954, führten es fortschrittliche Händler wie die des EDEKA-Verbundes erfolgreich ein. Damals wusste Ulrich
Backeshoff noch nicht, dass auch er einmal in dieses Business einsteigen würde. Er hatte schon früh eine Affinität zu amerikanischen Erfindungen. Der Supermarkt mit dem Selbstbedienungsprinzip, der fertig abgepackten Ware und den Non-Food-Produkten kam von Amerika nach Europa. In Amerika hatte die erste Supermarktkette den schönen Namen „King Kullen“. Der Name sollte die Assoziation zum Kraftprotz King Kong heraufbeschwören.

Anfang der fünfziger Jahre kaufte man noch in dem heute legendären Tante-Emma-Laden um die Ecke ein. Manchmal musste man, um so wichtige Nahrungsmittel wie Fleisch, Brot, Milch und Obst zu besorgen, sogar verschiedene Geschäfte aufsuchen. Das war aber kein Problem. Langenberg im Ortsteil Bonsfeld verfügte über eine sehr hohe Ladendichte. Aber nicht alle Geschäfte florierten.

Keiner der Ladenbesitzer war bereit, dem Jungunternehmer die Zeitung für fünf Pfennig abzukaufen. Obwohl der Neupreis der Wuppertaler Zeitung damals stolze zehn Pfennig betrug und sie so gut wie neu aussah. Fünf Pfennig waren damals noch viel Geld.

Die Deutsche Mark hatte die Reichsmark erst im Juni 1948 abgelöst. Mit der Währungsreform verbesserte sich die Versorgungslage entscheidend. Gleich nach der Einführung der D-Mark waren die Regale in den Geschäften prall gefüllt. Viele Geschäftsleute hatten ihre Ware bis zur Einführung der D-Mark zurückgehalten. Aber Tageszeitungen galten immer noch als kleiner Luxusartikel, den sich nicht jeder leisten konnte. Trotz eines Preisnachlasses von 50 Prozent schien Ulrich auf seiner alten Zeitung sitzen zu bleiben. Enttäuscht und fast schon entmutigt fragte er am letzten Haus auf seiner Tour nach. So stand er vor dem Café des Konditormeisters Robert Tonscheidt. Es lag direkt vis-a-vis der elterlichen Wohnung.

Das Geschäft der Bäcker und Konditoren kam nach dem Krieg relativ schnell wieder in Gang, denn mit der D-Mark in der Tasche gönnten sich die Deutschen zu besonderen Anlässen auch mal ein Stückchen Kuchen. Im Angebot waren zunächst einfache Blechkuchen mit Zwetschgen und Streuseln. Später trat die anbetungswürdige fette Buttercreme-Torte ihren Siegeszug an. Die Chancen standen also gar nicht so schlecht, dass Ulrich hier seine Tageszeitung an den Mann bringen konnte.

Unter Marketing­gesichtspunkten hatte er durchaus gute Karten. Aber solche Zusammenhänge analysierte er erst viel später.

Konditormeister Tonscheidt hatte am frühen Morgen noch keine Zeit für die Tageszeitung. Das brachte der Beruf des Konditors so mit sich. Er kam, wenn überhaupt, dann erst am Nachmittag zum Lesen. Für Ulrichs Geschäftsmodell eine ideale Voraussetzung. Günstig war auch der Umstand, dass zu den Stammkunden des Cafés Vertreter zählten, die am Nachmittag bei einer Tasse Kaffee gerne ihre Aufträge sortierten. Das war die perfekte Zielgruppe, die Ulrich für sein Geschäft brauchte. So verwirklichte er zusammen mit Robert Tonscheidt sein erstes Win-win-Geschäft. Er bekam von nun an täglich fünf Pfennig,
und Robert Tonscheidt konnte seinen Kunden eine Zeitung anbieten, die er zum halben Preis einkaufte.

Ulrich ahnte damals noch nicht, dass er auch eine Gratislektion in Sachen Kundenbindung mit auf den Weg bekam. Für die...

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