Babyfuß durch Gitterbett fotografiert GreenBirth e.V. – Onlinebefragung 3. – 31. Oktober 2017

Im Jahr 2016 wandten sich zwei Frauen an GreenBirth e.V., weil sie einen traumatisierenden Dammschnitt erlebt hatten. Unabhängig von einander stellten die Frauen in unterschiedlichen Bundesländern eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen die verantwortliche Person im Kreißsaal. In beiden Fällen war es die bei der Geburt anwesende Gynäkologin. Die Strafanzeigen wurden mit der Begründung zurückgewiesen, dass es nicht im öffentlichen Interesse (Erläuterung s. Kapitel V) liege, den angezeigten Tatbestand strafrechtlich zu verfolgen. Wegen extrem belastender gesundheitlicher und psychischer Folgen durch den Dammschnitt, möchten die betroffenen Frauen dazu beitragen, dass es Frauen künftig nicht mehr so wie ihnen selbst ergehen muss.

Die gemeinsamen Überlegungen führten zu der Idee, weitere betroffene Frauen anonym onlinezu ihrem Dammschnitt zu befragen. Den Frauen sollte außerdem die Möglichkeit gegeben werden, bei Bedarf in
einem nichtanonymen Anhang persönlich Kontakt zu GreenBirth aufzunehmen. Die Ergebnisse werden in Teil II dargestellt.

In Teil III nehmen wir Bezug auf die Dissertation von Gudrun Nitsche, auf Teile der 2011 veröffentlichten GKV-Pilotstudie und auf Empfehlungen vorteilhafter Geburtshaltungen durch die Vertreterin der Hebammenwissenschaften und Lehrhebamme Dr. Christiane Schwarz. Bei der Auswertung gehen wir den folgenden Fragestellungen nach:

1. Wie geht es Frauen, die von einem Dammschnitt betroffen sind wirklich?
2. Lässt sich die medizinische Aussage aufrechterhalten, der Dammschnitt sei als Standard- oder „Nebeneingriff“ in Kauf zu nehmen (Dtsch Ärztebl. s. Erläuterung Kapitel V) – vor dem Hintergrund der Aussagen betroffener Frauen, wissenschaftlicher Studien und geburtshilflichen Erfahrungswissens?

 

Dammschnitt – Anonyme Befragung – (Befragungstext, den die Teilnehmerinnen erhielten, Anm.d.Red.)

Das Thema „Dammschnitt“ ist intim und schambesetzt. Mit dieser Umfrage möchten  wir dich als betroffene Frau ermutigen, nicht weiter zu schweigen, sondern dich zu  dem Erlebten zu äußern und über evtl. persönliche Folgen des Eingriffs zu berichten.  Wenn der Eingriff ohne deine Zustimmung und ohne medizinische Indikation  durchgeführt wurde, ist er nicht als „Standard- oder Nebeneingriff“, sondern als  Körperverletzung zu betrachten. Die Befragung enthält 10 Punkte.

Ziel der Befragung:
Wir möchten erreichen, dass das Thema „Dammschnitt“ aus der Tabuzone heraus  kommt und mit der Zeit darüber öffentlich geschrieben und gesprochen wird. Wenn du ähnlich empfindest und mit jemandem über das Erlebte sprechen bzw.  rechtliche Schritte erwägen möchtest, bieten wir dir am Ende der anonymen Befragung drei Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme an. Du bekommst dann in jedem Fall eine Nachricht von uns. Wir respektieren deine Privatsphäre und sorgen für den Schutz deiner Daten. Du brauchst sie uns nur dann mitzuteilen, wenn du per Email informiert werden möchtest. Danach werden alle persönlichen Daten gelöscht. Die Befragung wurde von betroffenen Frauen in Zusammenarbeit mit GreenBirth e.V. entwickelt. Deine Antwort geht an GreenBirth e.V., hier werden die ausgefüllten Fragebögen gesammelt und ausgewertet.
So geht es: Den Fragebogen öffnen und auf dem eigenen Desktop speichern. Ausfüllen und senden an info(ät)greenbirth.de oder die angegebene Postadresse.

Resonanz

1702 Personen hatten den Aufruf auf der GreenBirth-Homepage verfolgt. Die Verbreitung erfolgte über Facebook. Der Fragebogen musste entweder am PC ausgefüllt und per Email zugesandt werden, dann war er nur bedingt anonym, oder er musste ausgedruckt werden, um ihn anonym per Post zurückzusenden, was im digitalen Zeitalter einen Mehraufwand bedeutet. Uns liegen die Antworten von 21 Frauen vor. Eine weitere Frau, die uns ihren ausgefüllten Fragebogen bereits zugesandt hatte, zog diesen zwei Tage später wieder zurück. Sie hatte Alpträume bekommen und fürchtete als betroffene Kreißsaal-Mitarbeiterin berufliche Nachteile. 8 Frauen sandten den Fragebogen anonym per Post zu. Per Email, nicht anonym, erreichten uns 13 Antwortbögen.
Damit ist die Befragung nicht repräsentativ. Dennoch vermitteln die Antworten ein deutliches Bild vom individuellen Geburtserleben jeder Frau und dessen Verarbeitung.

Auswertung
Irene Behrmann M.A. Erz. Wissenschaften, Pränatalpsychologin
Traute Schumacher, Pränatalpsychologin, tiefenpsychologisch orientierte Regressionstherapeutin
Wir danken zwei betroffenen Frauen für ihren Impuls und die Ausarbeitung der Befragung.
Kontakt: Geschäftsstelle GreenBirth e.V., Altenceller Weg 58, 29331 Lachendorf.
Tel. 05145-284289 – Email: info@greenbirth.de

 

weiterlesen:

Erhaltene Antworten bei der Online-Befragung

Online-Befragung: Dammschnitt – Auswertung unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Studien

Zusammenfassung – Forderungen

Erläuterungen

Irene Behrmann (1. Vorsitzende), Anna Groß-Alpers (2. Vorsitzende)

Geschäftsstelle
Altenceller Weg 58, 29331 Lachendorf
Telefon 05145-284289
E-Mail: info@greenbirth.de