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Arbeits- und Lernaufgaben für die Weiterbildung

Eine Lernform für das Lernen im Prozess der Arbeit

AutorThomas Schröder
Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl280 Seiten
ISBN9783763945436
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis35,00 EUR

Weiterbildung ist für die Qualifizierung von Mitarbeitern unerlässlich, allerdings scheuen viele Unternehmen aus finanziellen Gründen davor zurück. Wie kann der Aufwand reduziert und dennoch die Lernqualität gesteigert werden?Am Beispiel der IT-Branche zeigt der Autor, wie arbeitsgebundene Lernformen in die betriebliche Arbeitsorganisation integriert und zu einem ganzheitlichen Kompetenzerwerb am eigenen Arbeitsplatz beitragen können. 

Mit Hilfe empirischer Analysen wird ein Konzept zur Integration von Arbeits- und Lernaufgaben in der beruflich-betrieblichen Weiterbildung entwickelt und innerhalb des Entwicklungs- und Forschungsprojekts ITAQU praktisch erprobt. Die Ergebnisse dieses Projekts bieten Personalentwicklern, Wissenschaftlern und Studierenden der Berufsbildungsforschung Anregungen, die auch auf andere Branchen übertragbar sind.

Der Autor

Thomas Schröder lehrt Berufs-, Betriebs- und Arbeitspädagogik am Lehrstuhl für Berufs- und Arbeitspädagogik der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr.

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Leseprobe
3. Aufgabenbezogene Lernformen in Theorie und Praxis der Berufsbildung (S. 67-68)

Die Entwicklung und der Einsatz aufgabenbezogener Lernformen haben durch die zunehmende methodisch-didaktische Orientierung beruflicher Bildungsprozesse für reale betriebliche oder berufstypische Arbeitsaufgaben und Arbeitsprozesse zugenommen. Aufgegriffen wird diese Tendenz durch umfassende didaktische Modelle wie der aufgabenorientierten Didaktik nach Zimmer (1998, S. 149ff., vgl. auch Arnold et al. 2004, S. 111), die neben den fachbezogenen Arbeitsprozessen auch die gesellschaftlichen und die individuellen Dimensionen in den Blick nehmen.

Als - sowohl für die Lernenden als auch für die betrieblichen Ausbilder und Personalverantwortlichen - handlungsleitende Ausdrucksformen entsprechender Konzepte heben sich Lern- und Arbeitsaufgaben und Arbeits- und Lernaufgaben durch ihre Vielfalt, vielseitige Einsetzbarkeit, ihren Durchsetzungsgrad und ihre Effizienz hervor. In der berufs- und betriebspädagogischen Diskussion werden die verschiedenen aufgabenbezogenen Konzepte und deren Bezeichnungen nicht immer konsistent verwendet. Abgrenzungstendenzen trotz oder wegen der konzeptionellen Verwandtschaft ergeben eine Vielzahl von entweder synonym verwendeten Begrifflichkeiten oder polysemantisch belegten Konzeptionen.

In ersten Ansätzen werden Lern- und Arbeitsaufgaben und Arbeits- und Lernaufgaben analytisch voneinander unterschieden. Demnach werden Lern- und Arbeitsaufgaben in Berufsschulen sowie überbetrieblichen Ausbildungsstätten eingesetzt, während Arbeits- und Lernaufgaben an betriebliche Arbeitsaufgaben und -prozesse gebunden sind (vgl. Schröder/Dehnbostel 2007, S. 292). Im Sinn dieses arbeitsbezogenen didaktischen Ansatzes ist dann von Arbeits- und Lernaufgaben zu sprechen, „wenn der enge Zusammenhang zwischen Arbeiten und Lernen betont werden soll und wenn Arbeitsaufgaben didaktisch in Lernaufgaben transferiert werden, ohne dass sich dabei die Qualität Arbeitsaufgaben und der damit gegebenen konkreten Arbeitsinhalte verflüchtigt" (Rauner 1995, S. 352).

Das Kapitel 3 nimmt diesen Unterscheidungsansatz auf und dient zum einen der Fundierung dieser begrifflichen und definitorischen Unterscheidung der aufgabenbezogenen Konzepte und zum anderen der Analyse der praktischen Erfahrungen mit Arbeits- und Lernaufgabenkonzeptionen, die in entsprechenden Modellversuchen gemacht wurden. In Abschnitt 3.1 wird das Ziel verfolgt, die Merkmale der aufgabenbezogenen Lernformen „Lern- und Arbeitsaufgabe" sowie „Arbeits- und Lernaufgabe" analytisch herauszuarbeiten und definitorisch gegeneinander abzugrenzen. Hierbei wird ein Bezug auf Konzepte der beruflichen Erstausbildung und der beruflichen Weiterbildung genommen.

Am Ende dieses Abschnitts soll die historisch abgeschlossene Konzeption der Lern- und Arbeitsaufgaben der DDR vorgestellt werden, da sie in vielen Aspekten und gerade mit Blick auf eine erfolgreiche Implementierung und Umsetzung in einer arbeitsprozessorientierten betrieblichen Bildung - wenn auch unter anderen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen - als innovativ gelten muss. Einige Autoren konstatieren, dass das DDRKonzept der Vorläufer einiger heutiger Konzeptionen sei (Höpfner 1995, S. 34ff., Eckhardt 1999 S. 17ff., Howe/Berben 2003, S. 383, Koch 2004, S. 62).

In Abschnitt 3.2 werden vier Praxisbeispiele aufgabenbezogener Lernformen für einen Einsatz in der betrieblichen Arbeit analysiert, die in Modellversuchen entwickelt und praktisch erprobt wurden. Die Auswahl der Praxisbeispiele orientiert sich an der Fragenstellung, inwiefern in den vorliegenden Konzeptionen und Umsetzungen die Zielsetzungen einer modernen beruflich-betrieblichen Weiterbildung und die Merkmale des Lernens im Prozess der Arbeit berücksichtigt werden. Damit erfasst dieser Abschnitt, welche Zielsetzungen, Gestaltungs- und Umsetzungskriterien den Konzeptionen zugrunde liegen und welche praxisbezogenen Erfahrungen und Problemstellungen vorliegen. Diese Ergebnisse dienen - neben den empirischen Ergebnissen zur Arbeits- und Lernaufgabenkonzeption und zum Qualifizierungskonzept des ITAQU-Projekts, die in Kapitel 4 ausgeführt werden - als Grundlage für die Entwicklung allgemeiner Kriterien für die Gestaltung und den Einsatz arbeitsgebundener Arbeits- und Lernaufgabenkonzepte in Kapitel 5.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Abkürzungsverzeichnis8
Tabellenverzeichnis11
Abbildungsverzeichnis13
Vorwort14
1. Einleitung16
1.1 Problemstellung16
1.2 Fragestellungen19
1.3 Forschungsansatz der Arbeit21
1.4 Struktur und Aufbau23
1.5 Wissenschaftlich-disziplinäre Verortung25
2. Entwicklungstendenzen beruflich-betrieblicher Weiterbildung28
2.1 Rahmenbedingungen beruflich-betrieblicher Weiterbildung29
2.2 Grundlegende Aspekte für ein berufliches Lernen im Prozess der Arbeit45
Lernende56
neue Lernformen61
informelles Lernen - formelles Lernen61
2.3 Zwischenfazit65
3. Aufgabenbezogene Lernformen in Theorie und Praxis der Berufsbildung68
3.1 Konzeptionelle Ansätze aufgabenbezogener Lernformen69
IT-83
3.2 Analyse aufgabenbezogener Lernformen in Modellversuchen100
3.3 Ergebnisse zu den untersuchten aufgabenbezogenen Lernformen149
4. Arbeits- und Lernaufgabenkonzeption des Projekts ITAQU165
4.1 Entwicklungs- und Forschungsprojekt ITAQU165
4.2 Ordnungspolitische Rahmenbedingungen173
4.3 Zielgruppenanalyse181
4.4 Qualifizierungskonzept des ITAQU-Projekts187
4.5 Empirische Ergebnisse mit dem ITAQU-Arbeits- und Lernaufgabenkonzept in der beruflich- betrieblichen Weiterbildung203
5. Konzeptioneller Ansatz von Arbeits- und Lernaufgaben für die beruflich- betriebliche Weiterbildung217
5.1 Betriebliche Arbeitsaufgaben und Arbeitsprozesse als inhaltliche, strukturelle und lernorganisatorische Basis217
5.2 Zielsetzungen beruflich-betrieblichen Lernens227
5.3 Persönlichkeitsgebundene Dispositionen der Lernenden als Voraussetzung229
5.4 Festigung und Explikation des informellen Lernerfolgs durch kommunikative Prozesse232
5.5 Die personelle Unterstützung - Voraussetzung für eine nachhaltige Implementierung237
6. Wirkungspotenziale, Defizite und Konstruktionskriterien von Arbeits- und Lernaufgaben für die beruflich- betriebliche Weiterbildung244
6.1 Wirkungspotenziale und Defizite von Arbeits- und Lernaufgabenkonzeptionen244
6.2 Konstruktionskriterien von Arbeits- und Lernaufgaben für die beruflich- betriebliche Weiterbildung248
6.3 Forschungsperspektiven und -desiderate252
Literaturverzeichnis258

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