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Corporate-Venture-Capital-Einheiten als Wissensbroker

Empirische Untersuchung interorganisationaler Beziehungen zwischen Industrie- und Start-up-Unternehmen

AutorBehrend Freese
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl269 Seiten
ISBN9783835090781
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Behrend Freese geht der Frage nach, welchen strategischen Mehrwert Corporate-Venture-Capital-Programme für die Muttergesellschaften und die Portfoliounternehmen schaffen können, und entwickelt ein Modell, das die unterschiedlichen Interessen der Industrieunternehmen und der Start-up-Unternehmen integriert.

Dr. Behrend Freese promovierte bei Prof. Dr. Artur Baldauf am Institut für Marketing und Unternehmensführung der Universität Bern. Er ist als Venture Manager bei der Deutschen Telekom AG, Laboratories tätig.

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Leseprobe
1 Einleitung (S. 1)

Etablieite Untemehmen und junge, innovative Untemehmen können sich gegenseitig unterstötzen. Indem Industrieuntemehmen sich durch Eigenkapital an Start-up-Firmen beteiligen, können innovative Technologien und neue Geschäftskonzepte besser umgesetzt werden. Etablieite Untemehmen partizipieren durch eigene Venture-Capital-Gesellschaften, sog. Corporate- Venture-Capital-Einheiten, am Private-Equity-Markt, um Eigenkapitalbeteiligungen an jungen, innovativen Untemehmen einzugehen. Dabei sind Start-ups Untemehmen in der Gründungsphase, deren Produkte noch nicht oder bisher nicht im größeren Umfang vermarktet werden. Venture-Capital-Gesellschaften stellen den Untemehmensgriüdern Eigenkapital zur Umsetzung ihrer Geschaftskonzepte zur Verfügung, wobei Corporate Venture Capital eine Beteiligungsfinanzierung von Industrieuntemehmen darstellt und Private Equity den Oberbegriff für alle Eigenkapital-Anlageformen bedeutet.

Industrieuntemehmen verfolgen über ihre Beteiligung an attraktiven und wachstumsstarken Märkten das Ziel eines finanziellen Gewinns, aber auch das Ziel, neues Wissen aufzubauen und Zugang zu Untemehmen zu erhalten, die wertvolle Ressourcen besitzen. Solche Firmenressourcen können als Gundlage zur Entwicklung und Umsetzung von Strategien angesehen werden, die die Effektivität und Effizienz des Untemehmens steigern (Bamey, 1991). Das Wissen und die Ressourcen können somit einen strategischen Mehrwert und damit für das Untemehmen einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Das Gleiche gilt für die jungen, innovativen Untemehmen, die in besonders hohem Maße von externen Ressourcen abhängig sind (Jarillo, 1989). Start-up-Untemehmen suchen somit einerseits finanzielle Unterstützung im Venture- Capital-Markt, andererseits aber auch einen externen Wissens- und Ressourcenbeitrag für das eigene Untemehmen, der eine neue Technologie oder ein neues Geschäftsmodell zum Erfolg bringt (Hellmann &, Puri, 2000).

Im Vergleich zu traditionellen Venture-Capital-Gesellschaften haben Corporate-Venture- Capital-Einheiten eine enge Beziehung zu einem Industrieuntemehmen, der Muttergesellschaft. Diese Beziehung hat Vorteile, aber auch Nachteile (Hellmann, 2002, Maula, 2001). Einerseits gibt sie Start-up-Untemehmen die Möglichkeit, Zugang zu Wissen und Ressourcen zu erhalten, die durch andere Beteiligungsformen, wie z. B. unhabhängiges Venture Capital, nicht möglich sind. Andererseits besteht die Gefahr eines Interessenkonflikts zwischen der Muttergesellschaft und den Start-up-Untemehmen: Die Muttergesellschaft konnte sich Zugang zu Ideen und Technologien der jungen Untemehmen verschaffen und deren Wissen und Ressourcen kopieren (Hellmann, 2002, Kann, 2001, Maula, 2001).

In der wissenschaftlichen Literatur werden unterschiedliche strategische Zielsetzungen von etablierten Untemehmen und Start-up-Firmen diskutiert (vgl. dazu Kapitel 2 dieser Arbeit). Die strategischen Zielsetzungen für das Industrieuntemehmen mit Corporate-Venture-Capital- Aktivitäten werden von Sykes (1990:41) kategorisiert: Er unterscheidet (1) Identifizierung neuer Ideen, (2) Entwicklung von Geschäftsbeziehungen, (3) Finden potentieller Akquisitionen, (4) Lernen über Venture-Capital-Beteiligungen, (5) Veränderung der Untemehmenskultur und (6) Unterstützung von Ausgründungen aus dem Untemehmen.

Die Zielsetzungen für das Start-up-Untemehmen mit Corporate-Venture-Capital-Beteiligung kategorisiert Maula (2001:31) wie folgt: (1) Höhere Bewertung des eigenen Untemehmens, (2) Ressourcenakquisition aus dem Industrieuntemehmen, (3) Wissensakquisition aus dem Industrieuntemehmen, (4) höheres Ansehen bei potentiellen Kunden und Investoren und (5) Vorteile bei Untemehmensbeziehungen.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort7
Vorwort9
Inhaltsverzeichnis11
Abbildungsverzeichnis17
Tabellenverzeichnis19
Abkürzungsverzeichnis und Begriffe25
1 Einleitung26
1.1 Problemstellung31
1.2 Vorgehensweise33
1.3 Zielsetzung der Arbeit33
1.4 Struktur und Herangehensweise34
2 Theoretische Grundlagen36
2.1 Betrachtung von Corporate Venturing36
2.2 Relevante theoretische Ansätze65
3 Entwicklung des Bezugsrahmens91
3.1 Strategischer Mehrwert durch Corporate-Venture-Capital-Aktivitäten92
3.2 Definition der Corporate-Venture-Capital-Einheit als Technologie- und Wissensbroker93
3.3 Definition des Untersuchungsmodells95
3.4 Untersuchung des Modells aus der Perspektive der Muttergesellschaft106
3.5 Untersuchung des Modells aus der Perspektive der Portfoliounternehmen112
3.6 Zusammenfassung der Modelle118
4 Datenerhebung und Methoden122
4.1 Datenbestand und Auswahl122
4.2 Die Untersuchung126
4.3 Statistische Methoden131
4.4 Analysen der Konstrukte141
5 Resultate158
5.1 Deskriptive Statistik158
5.2 Analyse des Broker-Ansatzes zwischen den Portfoliounternehmen, der Corporate- Venture- Capital- Einheit und der Muttergesellschaft177
5.3 Strukturgleichungsmodelle216
5.4 Zusammenfassung der Resultate228
6 Schlussfolgerungen und Zusammenfassung232
6.1 Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung im Überblick232
6.2 Theoretischer und empirischer Beitrag der Untersuchung248
6.3 Empfehlung für das Management254
6.4 Abgrenzung der Arbeit und Ausblick für zukünftige Untersuchungen257
Anhang 1: Fragebogen Corporate Venture Capital260
Anhang 2: Fragebogen Portfolio Company268
Literaturverzeichnis274

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