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Effekte inter-organisationaler Balanced Scorecards

Automobile Hersteller-Zuliefererbeziehungen im internationalen Vergleich

AutorNils Asmussen
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl276 Seiten
ISBN9783834983404
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Nils Asmussen untersucht erstmals empirisch wie das Tool inter-organisationale Balanced Scorecards (BSC) die Qualität der Hersteller-Zuliefererbeziehung und die Leistung der Zulieferer in Deutschland und den USA beeinflusst. Er zeigt aktuelle Mängel und Empfehlungen zur Verbesserung der Hersteller-Zuliefererbeziehung auf.

Dr. Nils Asmussen promovierte bei Professor Dr. Egbert Kahle an der Fakultät Wirtschafts-, Verhaltens- und Rechtswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg. Er ist heute Geschäftsführer eines Unternehmens der Tourismusbranche.

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Leseprobe
1 Einleitung (S. 1)

1.1 Leitendes Interesse

Mit 750.000 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 254 Milliarden Euro zählt die Automobilindustrie zu den bedeutendsten deutschen Wirtschaftszweigen. Zudem ist die Automobilindustrie aufgrund der variantenreichen Serienfertigung von Millionen oftmals individuell zusammengestellter Fahrzeuge und des starken Wettbewerbs innerhalb der Branche ein Vorreiter für strukturelle, organisatorische und produktspezifische Innovationen. Sie gilt als „[…] Impulsgeber und Schrittmacher für weite Bereiche industrieller Produktion.“

Ein wesentlicher Trend in der Automobilindustrie ist die Konzentration auf Kernkompetenzen und die hiermit verbundene Auslagerung von Wertschöpfung auf die Zulieferer. Neben der Verlagerung von einfachen Tätigkeiten, die nicht zu den Kernaufgaben der Automobilhersteller zählen, werden zunehmend sogar hoch komplexe Module und Systeme von spezialisierten Zulieferern bezogen. Hierdurch nimmt der Wertschöpfungsanteil von Zulieferern kontinuierlich zu.

Mittlerweile tragen Zulieferer mit über 65% zur automobilen Wertschöpfung bei. Um dem wachsenden Innovations- und Kostendruck in der Automobilbranche zu begegnen, genügt es folglich nicht mehr, die internen Optimierungsmöglichkeiten der Automobilhersteller zu nutzen. Vielmehr verlagert sich ein Großteil des Optimierungspotenzials auf die Zulieferer.

Aufgrund der großen Anzahl an fremdvergebenen Komponenten, Modulen und Systemen ist somit das effiziente Management eines Netzwerks von hoch spezialisierten Zulieferern ein entscheidender Faktor für den Gesamterfolg der automobilen Wertschöpfungskette.

Verstärkt wird die Bedeutung der Zulieferer zudem durch die starke Konsolidierung der Zulieferermärkte und die Auslagerung von ganzen Entwicklungsprojekten sowie die damit verbundene Reallokation von Know-how.Diese Erkenntnis der Notwendigkeit zur intensiven Nutzung der Zuliefererpotenziale durch die Automobilhersteller sorgt derzeit für steigendes Interesse am Lieferantenmanagement und an Hersteller-Zuliefererbeziehungen, die laut zahlreicher theoretischer Arbeiten und einiger empirischer Studien einen signifikanten positiven Einfluss auf die Zuliefererleistung aufzeigen.

Während deutsche Automobilhersteller diesen Zusammenhang teilweise erkannt haben und gute Beziehungen mit ihren Zulieferern pflegen, wird insbesondere den US-amerikanischen Automobilherstellern eine starke Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit konstatiert. Anstatt mit den Zulieferern zusammenzuarbeiten, langfristige Beziehungen einzugehen und Synergien auszuschöpfen, nutzen sie vornehmlich ihre Käufermacht, um Preisdruck auf die Zulieferer auszuüben.

Dieses Verhalten steht der Empfehlung partnerschaftlicher Zusammenarbeit zur Steigerung von Leistung entlang der Wertschöpfungskette durch die Wissenschaft diametral entgegen. Zur Verbesserung der Zuliefererleistung und der Beziehung zu den Zulieferern entwickelte die Forschung in den letzten Jahren verschiedene inter-organisationale Konzepte für das Management von Zulieferern und ganzer Supply Chains, von denen einige auf der Balanced Scorecard basieren.

Während intra-organisationale Balanced Scorecards für die Leistungsmessung und das Management innerhalb von Unternehmen eindeutig als Erfolgsfaktor identifiziert wurden, liegen bisher keine empirischen Studien über die Auswirkungen von inter-organisationalen Balanced Scorecards vor. Zudem wurden, trotz vermehrter wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Hersteller-Zuliefererbeziehungen, deren komplexe Wirkungszusammenhänge nicht hinreichend erklärt und empirisch verifiziert.

Die vorliegende Arbeit versucht vornehmlich das wissenschaftliche Desiderat hinsichtlich der Wirkung inter-organisationaler Balanced Scorecards durch eine empirische Erhebung zu schließen und ihre Ergebnisse im Kontext von Hersteller-Zuliefererbeziehungen auszuwerten. Da mehrere Automobilhersteller bereits über den Einsatz inter-organisationaler Balanced Scorecards intern diskutieren und diese zum Teil schon umsetzen, ist diese Thematik auch von starker praktischer Relevanz.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Danksagung7
Inhaltsverzeichnis8
Abbildungsverzeichnis11
Tabellenverzeichnis14
Abkürzungsverzeichnis19
Symbolverzeichnis20
Variablen und Indikatoren21
1 Einleitung23
1.1 Leitendes Interesse23
1.2 Theoretische Einordnung der Arbeit25
1.3 Zielsetzung und Forschungsfragen25
1.4 Verlauf der Untersuchung26
2 Theoretischer Bezugsrahmen und Referenzmodelle28
2.1 Hersteller-Zuliefererbeziehungen28
2.1.1 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Hersteller-Zuliefererbeziehungen41
2.1.2 Interaktionsansatz der IMP Group42
2.1.3 Resource Dependency-Ansatz53
2.1.4 Transaktionskostentheorie62
2.2 Automobile Zulieferernetzwerke72
2.2.1 Markt, Hierarchie, Netzwerk – ein trichotomes Netzwerkmodell76
2.2.2 Realtypische Zulieferernetzwerke der internationalen Automobilindustrie78
2.3 Balanced Scorecard-Ansatz92
2.3.1 Einordnung92
2.3.2 Historie93
2.3.3 Aufbau der Balanced Scorecard94
2.3.4 Handlungsrahmen der Balanced Scorecard98
2.3.5 Erfolgsfaktoren und Hürden von Balanced Scorecards102
2.3.6 Kritische Auseinandersetzung104
2.3.7 Ausblick105
2.4 Ansätze unternehmensübergreifender Balanced Scorecards107
3 Aufbau der empirischen Untersuchung119
3.1 Forschung in den Wirtschaftswissenschaften119
3.2 Vorüberlegungen zum Untersuchungsdesign121
3.2.1 Wissenschaftliche Gütekriterien121
3.2.2 Grenzen empirischer Forschung123
3.3 Darstellung des Untersuchungsdesigns124
3.3.1 Ziele der Untersuchung124
3.3.2 Untersuchungsmethodik125
3.3.3 Untersuchungsinstrumente125
3.3.3.1 Strukturanalyse mittels Partial Least Squares (PLS) Pfadmodellierung126
3.3.3.2 Regional-komparative Auswertung139
3.3.4 Fragebogenerstellung140
3.3.5 Untersuchungseinheiten und Datensammlung141
3.4 Operationalisierung der Forschungsfragen145
3.4.1 Ableitung des Hypothesenkonstrukts145
3.4.2 Operationalisierung der Determinanten154
3.4.2.1 Qualität der Hersteller-Zuliefererbeziehung (Relationship Quality)154
3.4.2.2 Inter-organisationale Balanced Scorecards (Inter-organizational BSC)160
3.4.2.3 Leistung der Zulieferer (Supplier Performance)163
3.4.2.4 Finanzieller Erfolg (Financial Results)168
3.4.2.5 Zufriedenheit der Zulieferer (Supplier Satisfaction)169
3.4.2.6 Einflussfaktoren auf die Beziehungsqualität170
3.4.2.7 Einflussfaktoren auf die Leistung der Zulieferer und das finanzielle Ergebnis173
3.4.2.8 Anforderungen und Mängel des Zulieferermanagements175
3.4.2.9 Gründe für Zuliefererwechsel176
3.4.3 Demografische Faktoren176
4 Datenanalyse und Ergebnisse der empirischen Untersuchung177
4.1 Demographische Auswertung177
4.2 Evaluierung der Modelle181
4.2.1 Evaluierung der reflektiven Messmodelle181
4.2.2 Evaluierung der formativen Messmodelle185
4.2.3 Gütebeurteilung des Strukturmodells186
4.3 Regional-komparative Auswertung189
4.4 Quantitative Analyse der offenen Fragen199
5 Diskussion und Implikationen202
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse202
5.2 Diskussion der Ergebnisse204
5.3 Implikationen für das Management von Herstellern und Zulieferern211
5.4 Empfehlungen für inter-organisationale Balanced Scorecards212
5.5 Limitationen der Untersuchung213
6 Schlussbetrachtung216
6.1 Zusammenfassung der Dissertation216
6.2 Beitrag der Dissertation zum wissenschaftlichen Erkenntnisstand218
6.3 Ausblick für weitere Untersuchungen219
Anhang220
Fragebogen – Zulieferer – deutsch221
Fragebogen – Automobilhersteller – deutsch225
Fragebogen – Zulieferer – englisch229
Fragebogen – Automobilhersteller – englisch233
Deskriptive Auswertung der Herstellersicht237
Ergänzende Statistiken und Abbildungen238
Literaturverzeichnis265
Sachverzeichnis293

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