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E-Book

Eutonie Gerda Alexander

Praktische Anwendung in Entspannung und Bewegung

AutorGunna Brieghel-Müller
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl222 Seiten
ISBN9783456953236
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR
Die dänische Schülerin von Gerda Alexander und langjährige Leiterin der Eutonie-Schule in Genf begleitet mit diesem Buch ihre Leser von den Basiskenntnissen und grundlegenden Übungen hin bis zur «hohen Schule» der Eutonie Gerda Alexander. Die Eutonie führt zu einem Lauschen und einer achtsamen Begegnung mit dem Körper. Tiefgehendes Beobachten und respektvolles Begleiten von Prozessen und Erlebnissen fördert eine neue Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit. Unerwartete Regenerationsprozesse verstärken das Bewusstsein für sich selbst und helfen dadurch, Eigenverantwortung zu ergreifen. Ungeahnte Lösungsansätze für alle Lebensbereiche und Situationen zeigen sich und steigern die Lebensqualität. Eine neue Beweglichkeit des Seins entwickelt sich mit einem aufrechten Körper, bewussten Handlungen und einem regen Geist.
Anhand zahlreicher Übungsabläufe und Erläuterungen wird in diesem Buch zunächst ausführlich das bewusste Loslassen und Entwickeln des Körperbewusstseins vermittelt, um anschließend zur detaillierten Arbeit an den Kontrollpositionen anzuleiten. Für die Entwicklung der Kontaktfähigkeit und die Vertiefung der Konzentration nutzt Gunna Brieghel-Müller die Durchströmungsarbeit. Der letzte Teil des Buches widmet sich der Praxis der Eutonie, die mit den Bewegungsstudien und der Freien Bewegung ihre Krönung findet.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. Geleitwort zur deutschsprachigen Ausgabe
  3. Geleitwort von Gerda Alexander
  4. Einleitung
  5. 1. Ruhe und Passivität
  6. 2. Kontrollpositionen
  7. 3. Konzentrationstechniken: Kontakt und Durchströmen
  8. 4. Eutonie in Bewegung
  9. 5. Aufrichtung, Gehen, Bewegungen im Alltag und bei der Arbeit
  10. 6. Atmung
  11. 7. Psychologische Ursachen von Spannung: Möglichkeiten und Techniken für inneres Suchen
  12. Schluss
  13. Kontaktadressen
  14. Literaturhinweise
  15. Über die Autorin
Leseprobe
In einzelnen Fällen kann es nötig sein, auf dem Bett oder in einem Sessel zu entspannen; auch das ist möglich. Es gibt speziell für Entspannung konstruierte Möbel, doch ein gewöhnlicher Lehnstuhl genügt, solange der Hinterkopf unterstützt ist oder der Kopf entspannt nach vorne hängen kann. Es empfiehlt sich, die Beine auf einem Stuhl oder einem Hocker abzulegen (Abb. 5).

Sie können sich ebenso gut auf den Bauch oder die Seite legen, wenn Sie sich in diesen Positionen wohlfühlen. Ein gesunder Mensch kann in allen diesen Positionen gut entspannen. Da bestimmte Spannungen und muskuläre Kontraktionen Entspannung behindern können, ist es wichtig, vor Beginn der Übung eine möglichst bequeme Position zu finden. Sobald Sie lernen sich zu entspannen, werden schwierige Positionen leichter zugänglicher sein.

Bewegungslosigkeit

Wenn Sie sich für eine Position entschieden und Ihre Augen geschlossen haben, besteht der nächste Schritt darin, dafür zu sorgen, dass alle Muskeln im Körper gut entspannt sind. Was tun Sie, um Ihre Muskeln zu kontrollieren? Nun, es gibt nichts zu tun. Das ist die erste Schwierigkeit für den Menschen, der entspannen möchte. Im Bestreben, Entspannung zu kontrollieren, neigen wir oft dazu, eines der Gliedmaßen oder den Kopf zu bewegen. Selbstverständlich verrät eine solche Bewegung eine muskuläre Aktion, also einen aktiven Zustand, nicht den gewünschten passiven Zustand. Passivität wird nicht durch eine Bewegung kontrolliert, sondern durch das Bewusstsein für die innere Empfindung, die uns bei genauer Betrachtung den Zustand der Muskulatur exakt übermittelt. Die erste Regel für Passivität lautet demnach: Tun Sie nichts.

Das hört sich einfach an, doch es ist interessant zu beobachten, wie lange wir wirklich bewegungslos verweilen können. Ein ausgeglichener Mensch, sorgenfrei und bei guter Gesundheit, wird ohne Schwierigkeiten ruhig daliegen, vielleicht rasch einschlafen und erfrischt aus diesem Schlaf erwachen. Bestehen hingegen Spannungen, sind verschiedene Reaktionen möglich:

1) Sie schaffen es, Spannungen nach und nach zu lösen, indem Sie das Gewicht bewusst loslassen.
2) Sie sind sich der Spannungen bewusst, doch es erscheint Ihnen unmöglich, diese willentlich zu lösen. Verweilen Sie in diesem Fall bewegungslos und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf das Gewicht Ihres Körpers und den Boden, der dieses Gewicht trägt. Spüren Sie Ihre Beziehung zum Boden (zur Matratze oder zum Sessel) und die Auflagefläche, die er bietet. Das wird allmählich zu Entspannung führen.
3) Sie sind sich der Spannungen bewusst und versuchen, diese durch Bewegung zu lösen. Das ist ein Fehler, da jede Bewegung vermieden werden muss. Es ist unerlässlich, die absolute Notwendigkeit von Bewegungslosigkeit zu verstehen und diese zur Grundregel zu machen. Obwohl Sie das Bedürfnis nach Bewegung verspüren, werden Sie sich langsam bewusst, dass es eine bis dahin nicht wahrgenommene unangenehme Empfindung war, die diesen Wunsch hervorgerufen und eine Bewegung ausgelöst hatte. Sobald Ihnen das klar ist, sind Sie in der Lage, diese Bewegungen zu vermeiden und in einen Zustand von Bewegungslosigkeit und Passivität zu kommen. Sie akzeptieren die unangenehme Empfindung, die Sie zuvor unbewusst durch Bewegung vermeiden wollten. Wenn Sie diese Akzeptanz nicht erreichen können, dann verändern Sie die Position.

Sollte eine Übung aus irgendeinem Grund zu schwierig werden, ist es ratsam, sie zu beenden, indem Sie sich dehnen und die Position verändern.

Selbstverständlich ist Bewegungslosigkeit an sich nicht das Ziel, und es führte zu nichts, wenn Sie versuchten, unbewegt wie eine Statue zu verharren. Eine solche erzwungene Immobilität führt durch die erforderliche Anspannung zu einer Steifheit, die der angestrebten Passivität entgegensteht. Bewusste Passivität ist ein Zustand der Inaktivität der gesamten willkürlichen Muskulatur. Dieser Zustand gewährt der Muskulatur und den Nerven die nötige Ruhe, durch die sie sich regenerieren. Passivität wird – bewusst oder unbewusst – oft mit Tod assoziiert. Tatsächlich ähnelt der willentlich passive Zustand dem Tod nicht im Geringsten. Der bewusste passive Zustand ist ein lebendiger Zustand, und je entspannter wir sind, desto mehr nehmen wir das innere Leben des Körpers wahr: Atmung, Durchblutung, Verdauungsbewegungen usw.

Innenbewegungen

Achten Sie von Anfang an darauf, die Bewegungen in Ihrem Inneren festzustellen und wahrzunehmen, ohne sich in deren Abläufe einzumischen. Das ist sehr wichtig: Alle lebenswichtigen Funktionen werden vom autonomen Nervensystem perfekt reguliert; es garantiert, dass ein möglichst optimaler Zustand der Organe erhalten bleibt. Es nützt beispielsweise wenig – und ist bisweilen sogar gefährlich – die Atmung durch willkürliche Muskelaktivität zu «korrigieren» und tiefer zu atmen, oder den Atem in einen bestimmten Bereich des Körpers zu lenken, ihn anzuhalten usw. Wir raten Unerfahrenen dringend von derartigen Atemübungen ab.

Wir müssen uns von der Überzeugung verabschieden, die Atmung habe eine bestimmte Tiefe und Regelmäßigkeit aufzuweisen, auch wenn das natürlich und gerechtfertigt erscheinen mag. Für jeden Menschen und jede Situation gibt es eine bestimmte Atemweise, über die einzig und allein das autonome Nervensystem…
Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Geleitwort zur deutschsprachigen Ausgabe10
Geleitwort von Gerda Alexander12
Einleitung14
1. Ruhe und Passivität16
Allgemeine Bemerkungen16
Globale Passivität18
Bewegungslosigkeit21
Innenbewegungen22
Grundübungen für globales Entspannen23
Körperliche Empfindungen24
Wann und wie lange entspannen?25
Aktiv/Passiv-Bewegungen26
Teilpassivität: Unterscheiden der verschiedenen Körperbereiche33
Erlernen einer neuen Fertigkeit39
Entspannung meistern40
Übungen zu zweit41
2. Kontrollpositionen46
Die zehn wichtigsten Kontrollpositionen46
Progressive Arbeit an den Kontrollpositionen58
Vertiefende Arbeit an den Kontrollpositionen66
Vorbereitende Positionen66
Wie Sie an den Kontrollpositionen arbeiten81
Reihen von Kontrollpositionen84
3. Konzentrationstechniken: Kontakt und Durchströmen98
Allgemeine Grundsätze98
Konzentration im Hinblick auf Entspannung100
Bei Krankheit oder Verletzungen101
Arbeitsweisen für allgemeinen und lokalen Tonusausgleich102
Objektives Untersuchen verschiedener Arten von Empfindung102
Übungen zu «Kontakt»107
Übungen zu «Durchströmen»113
Zusammenfassung119
4. Eutonie in Bewegung122
Organische (eutonische) Bewegung122
Instinktives Dehnen122
Gähnen123
Willentliches Dehnen124
Willentliches Gähnen125
Kontinuierliches Dehnen125
Freies Bewegen126
Kontrollbewegungen129
Leichte Bewegungen: «Zeichnen»140
Bewegungen gegen Widerstand: Druck geben und «Transport»147
Schwingende Bewegungen: «Schwingen»152
Anmerkungen zur Muskelkraft155
5. Aufrichtung, Gehen, Bewegungen im Alltag und bei der Arbeit156
Allgemeine Grundsätze zur Aufrichtung156
Gewichtsverteilung157
Aufrichtung des Körpers: «Transport»159
Aufrichtung erleichtern159
Gehen171
Bewegungen bei der Arbeit176
Zusammenfassung182
6. Atmung184
Übungen zu passivem Atmen186
Übungen zu aktivem oder willentlichem Atmen193
7. Psychologische Ursachen von Spannung: Möglichkeiten und Techniken für inneres Suchen200
Warum sind wir angespannt?200
Inneres Suchen201
Ursprung von Spannung: Angst202
Erforderliche geistige Freiheit203
Praktisches Vorgehen204
Angst vor Ersticken205
Scham206
Abwesenheit von Empfindungen207
Körperbewusstsein208
Unbewusste Empfindungen210
Entwicklung des Körperbewusstseins auf emotionaler Ebene211
Zweiter Prozess der Bewusstseinsentwicklung213
Dritter Prozess der Bewusstseinsentwicklung: «Freies Bewegen»214
Schluss216
Kontaktadressen218
Literaturhinweise220
Über die Autorin222

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