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E-Book

Handelscontrolling

Optimale Informationsversorgung mit Kennzahlen

AutorAxel Winkelmann, Jörg Becker
VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl489 Seiten
ISBN9783540296126
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR

Handelsunternehmen gut zu führen ist in Zeiten turbulenter Veränderungen und dramatischen Preiswettbewerbs ein schwieriges Unterfangen. Um der Aufgabe gerecht zu werden, benötigen alle Unternehmensbereiche zahlreiche Informationen. Die Schaffung, Aufbereitung und Analyse entsprechender Daten zur Vorbereitung zielsetzungsgerechter Entscheidungen ist die Aufgabe des Controllings. Die Autoren stellen in diesem Buch ein Vorgehensmodell zum Aufbau eines gut strukturierten Handelscontrollings vor und zeigen auf, wie ein solches inhaltlich gestaltet werden kann. Dazu werden über 500 Kennzahlen präsentiert. Durch die Darstellung eines methodischen Vorgehens und der inhaltlichen Ausgestaltung wird das Themengebiet Handelscontrolling umfassend durchleuchtet. Die gute Strukturierung anhand des bewährten und erprobten Ordnungsrahmens Handels-H-Modell erlaubt eine fundierte Systematisierung des Handelscontrollings und stellt den Zielbezug der erörterten Kennzahlen sicher.

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Leseprobe

3 IT-Systeme als Grundlage eines erfolgreichen Handelscontrollings (S. 97-98)

Das Controlling muss die Informationsversorgung der Entscheider zur Unternehmenssteuerung sicherstellen. Um diese Informationsfunktion im Unternehmen wahrnehmen zu können, ist eine Infrastruktur zur Unterstützung der Planung, Kontrolle und Entscheidungsvorbereitung mit Daten bzw. Informationen unerlässlich. Die Erfüllung der Controllingaufgaben ist ohne geeignete IT-Unterstützung im Handel nicht mehr möglich.

Um die Datenherkunft von Kennzahlen genauer betrachten zu können, ist eine Unterteilung in interne und externe Kennzahlen sinnvoll. Dabei haben interne Kennzahlen ihren Datenursprung im Unternehmen, während externe Kennzahlen sich auf Datenquellen außerhalb des Unternehmens beziehen. Internen Datenquellen wird insofern eine höhere Genauigkeit und Zweckdienlichkeit zugesprochen, als davon ausgegangen wird, dass jederzeit die Korrektheit der Daten überprüft werden kann und die Art des Zustandekommens der Daten bekannt ist. Die Datenherkunft gewinnt insofern an Bedeutung, als dass rationale Entscheidungen im Wesentlichen von der Aktualität und der Genauigkeit der Informationen abhängen.

Dabei sollte der Nutzen den Kostenaufwand für die Datenbeschaffung und die Kennzahlenermittlung rechtfertigen. Das betriebliche Rechnungswesen wird häufig als wesentliche Datenquelle des Controllings hervorgehoben. Es „erfasst, speichert und verarbeitet betriebswirtschaftliche relevante quantitative Informationen über realisierte oder geplante Geschäftsvorgänge und -ergebnisse." Zusätzlich werden in der Controlling-Literatur ausgehend von monetären Plangrößen folgende Teilbereiche als wichtige Datenquellen betont:

• Investitionsrechnung,
• Finanzplanung und -rechnung, Kostenrechnung oder kalkulatorische Erfolgsrechnung,
• Externes Rechnungswesen (inkl. Finanzbuchführung und Jahresabschluss).

Im Folgenden werden die im Handel wichtigsten Softwaresysteme vorgestellt und ihr Nutzen hervorgehoben. Die Bedeutung von ITSystemen zeigt sich nicht zuletzt darin, dass bei der Erarbeitung einer unternehmensindividuellen Kennzahlenbibliothek neben Zweck und Beschreibung einer Kennzahl auch immer angegeben werden sollte, aus welchen Datenquellen die Formel stammt, um so ein Zustandekommen der Kennzahlgröße jederzeit zurück verfolgen zu können.

3.1 Interne Datenquellen

3.1.1 Operative Systeme (OLTP)


Operative IT-Systeme sind transaktionsorientierte Datenbanksysteme (Online-Transaction-Processing (OLTP)-Systeme), bei denen vor allem eine effiziente Datenspeicherung und ein schneller Datenzugriff zu Lasten einer langjährigen Datenarchivierung im Vordergrund stehen. Da sich die Datenbestände laufend ändern, werden hierbei nur die aktuelle Datenzustände (aktuelle Kontostände, Rechnungen, Lieferantenstammdaten usw.) gespeichert. Einzeltransaktionen stehen im Vordergrund, eine Archivierung findet hierbei nur in geringem Maße statt. Zu den OLTP-Systemen zählen im Handel Warenwirtschaftssysteme, Systeme des Rechnungswesens, der Personalwirtschaft, des Customer Relationship Managements usw. Auch Scannerkassen und E-Commerce-Anwendungen können zu den OLTP-Systemen gerechnet werden.

Zielsetzung des Einsatzes von IT-Systemen ist die effiziente und effektive Bereitstellung von Informationen und zu verarbeitenden Daten in geeigneter Form. Jene Unternehmen, die statt einer integrierten IT-Lösung eine Vielzahl an Insellösungen aufweisen, verlieren durch das aufwändige manuelle Zusammentragen von Daten im Rahmen der Berichtserstellung wichtige Ressourcen und im schlimmsten Fall den Überblick über die Zusammenhänge im Unternehmen. In solchen Fällen existieren häufig auch keine definierten Monatsstände, so dass sich Monatsberichte durch Buchungen nach Berichtsschluss noch ändern können, was die Adressaten verunsichert. Zentraler Kern der Handels-IT ist das Warenwirtschaftssystem. Auch Systeme zur Optimierung der Supply Chain oder für das Customer Relationship Management sind von hoher Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur 1. Auflage6
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Tabellenverzeichnis20
Abkürzungsverzeichnis24
1 Controlling – eine Bestandsaufnahme28
1.1 Historische Entwicklung des Controllings28
1.2 Kontroverse Diskussion des Controlling begriffs31
1.3 Aufgabenfeld des Controllers32
1.4 Zukünftige Herausforderungen des Controllings36
1.5 Besonderheiten des Handels und des Handelscontrollings40
1.6 Stand des Handelscontrollings59
1.7 Instrumente im Handelscontrolling63
1.8 Corporate Governance im Handel67
Autorenverzeichnis516
2 Entwicklung einer Controlling-Konzeption75
2.1 Informationsbedarfsanalyse als Ausgangspunkt der Berichtswesengestaltung75
2.2 Konstrukte des Berichtswesens90
2.3 Handels-H-Modell als Struktur für eine Berichtswesenkonzeption117
3 IT-Systeme als Grundlage eines erfolgreichen Handelscontrollings123
3.1 Interne Datenquellen124
3.2 Externe Datenquellen157
3.3 Standardisierung des elektronischen Datenaustauschs161
3.4 Datenschutz und Datensicherheit167
4 Handelscontrolling in der Beschaffung172
4.1 Handelscontrolling im Einkauf173
4.2 Handelscontrolling in der Disposition195
4.3 Handelscontrolling im Wareneingang214
4.4 Handelscontrolling in der Rechnungs prüfung227
4.5 Handelscontrolling in der Kreditoren buchhaltung234
5 Handelscontrolling in der Distribution240
5.1 Handelscontrolling im Marketing241
5.2 Handelscontrolling im Verkauf289
5.3 Handelscontrolling im Warenausgang312
5.4 Handelscontrolling in der Fakturierung324
5.5 Handelscontrolling in der Debitorenbuch haltung328
6 Handelscontrolling im Lager334
7 Handelscontrolling bei betriebswirtschaftlich-administrativen Aufgaben348
7.1 Handelscontrolling in Haupt- und Anlagenbuchhaltung und Treasury349
7.2 Handelscontrolling und Kostenrechnung361
7.3 Handelscontrolling in der Personalwirtschaft381
8 IT-Controlling im Handel414
9 Interorganisationales Handelscontrolling und Benchmarking434
9.1 Interorganisationales Handelscontrolling434
9.2 Betriebsvergleiche und Benchmarking445
10 Organisation des Controllings453
10.1 Effizienzkriterien für ein erfolgreiches Controlling453
10.2 Organisatorischer Rahmen für das Controlling459
10.3 Projektcontrolling468
Literaturverzeichnis471
Stichwortverzeichnis506
Autorenverzeichnis516

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