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Interkulturelle Managementkompetenz

Anforderungen und Ausbildung

AutorBritta Bergemann, Niels Bergemann
VerlagPhysica-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl256 Seiten
ISBN9783790816198
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis69,99 EUR
Der Wandel zu globalen Unternehmensstrukturen erfordert immer häufiger die Wahrnehmung von Managementaufgaben auf internationaler Ebene. Der vorliegende Band bereichert den Stand der Forschung zum interkulturellen Management um zwei empirische Elemente: Zum einen werden die betriebswirtschaftlichen Lehrangebote mit internationalem bzw. interkulturellem Bezug in deutschen Hochschulen analysiert. Zum anderen werden die Ergebnisse einer umfangreichen Managerbefragung in international tätigen Unternehmen zur interkulturellen Managementkompetenz ihrer Führungskräfte und deren erforderliche Qualifizierung dargestellt. In diesem Zusammenhang werden auch die Erfolgsfaktoren internationaler Unternehmenstätigkeit diskutiert. Abschließend werden die Ergebnisse der Führungskräftebefragung vor dem Hintergrund der vorangestellten Analyse des Lehrangebots erörtert.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt und Vorwort
  2. Einführung
  3. Internationale Unternehmenstätigkeit als Forschungsgegenstand
  4. Internationalisierung als Trend wirtschaftlicher Beziehungen
  5. Anforderungen an die Kompetenz international tätiger Führungskrafte
  6. Interkulturelle Kompetenz als Ausbildungsgegenstand
  7. Status quo des Angebots zur Ausbildung interkultureller Managementkompetenz an deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen
  8. Erwartungen internationaler Unternehmen an die interkulturelle Managementkompetenz
  9. Diskussion: Internationalisierung der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an deutschen Hochschulen und Anforderungen der Unternehmenspraxis
  10. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
  11. Literatur
  12. Anhang
Leseprobe
5. Interkulturelle Kompetenz als Ausbildungsgegenstand (S. 69-70)

Die Notwendigkeit zur Integration der "Internationalen Perspektive" in die Ausbildung von Führungskraften ist seit Langem bekannt. Es liegen allerdings bisher zu der Frage, welche Anstrengungen bereits unternommen wurden, Ausbildungsinhalte, die interkulturell kompetentes Verhalten unterstützen, in die Ausbildung von Führungskraften zu integrieren, kaum Erkenntnisse vor. Im Folgenden sollen daher zunachst die bestehenden Ausbildungswege, d.h. betriebliche Maßnahmen und Studiengange bzw. -abschlüsse an deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen sowie Fachhochschulen, im Überblick dargestellt werden. Im Weiteren werden empirische Untersuchungen referiert, welche vor allem die strukturellen Aspekte der Internationalisierung der Lehrangebote an Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland zum Gegenstand haben. Im sich anschließenden Kapitel wird daran anknüpfend eine eigene Analyse der Lehrangebote vorgestellt, die diese Arbeiten um inhaltliche Aspekte ergänzt. Eine solche Bestandsaufnahme des Lehrangebots stand bislang aus (vgl. Gaugler, 1996).

Schon Ende der 1980er-Jahre ergab eine Befragung von Vorstandsvorsitzenden grenzüberschreitend tätiger Unternehmen, dass das Erkennen und Fordern international kompetenter Führungskrafte oberste Priorität hat (Evans & Lorange, 1989). Dieses Ergebnis wurde Mitte der neunziger Jahre in einer Umfrage unter knapp tausend Führungskraften in über 30 Ländern bestätigt: 94% der Befragten waren der Meinung, dass die Entwicklung eines international orientierten Managements von entscheidender Bedeutung für die globale Wettbewerbsfähigkeit sei (Ely & McCormick, 1995). Wegen der steigenden Relevanz grenzüberschreitender Aktivitäten für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens gilt es folglich, die personellen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Dies bedeutet, Führungskrafte zu gewinnen, die in der Lage sind, interkulturell erfolgreich zu handeln.

Auch wenn interkulturelle Kompetenz heute nicht mehr allein als Voraussetzung für Auslandsentsendungen, sondern auch für den Führungserfolg in international besetzten Teams oder bei internationalen Zuständigkeiten vom Heimatland aus verstanden werden muss, findet der Aufbau der zielführenden Kenntnisse und Fahigkeiten oftmals in den Unternehmen selbst und zumeist als Vorbereitung für einen Auslandsaufenthalt statt. Dies geschieht in der Regel durch mehrtägige Trainingsmaßnahmen. Vorherrschend sind berufsbegleitende Trainings. Über Ziele und Inhalte von Trainings interkultureller Managementkompetenz liegt eine Reihe von Abhandlungen vor. Thomas et al. (2003) etwa schlagen einen umfassenden Ansatz mit vorbereitenden Maßnahmen, den Arbeitsaufenthalt im Ausland begleitenden Verlaufstrainings sowie Nachbereitungstrainings vor.

Neben diesem eher unternehmensgesteuerten Aufbau interkultureller Kompetenz ist eine Vermittlung international erfolgsentscheidender Kenntnisse und Fähigkeiten - mehr oder weniger - Teil der Hochschulausbildung. Zumindest wird dies, worauf im Weiteren näher eingegangen wird, von Universitäten und Hochschulen postuliert. Gleichzeitig wird es, wie die hier vorgelegten Daten erneut bestätigen (vgl. Kap. 7), von den Unternehmen gefordert.

5.1 Interkulturelle Kompetenz als Gegenstand betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen

Manche internationale Unternehmen verfügen über eigene Schulungszentren, deren Ziel auch die Internationalisierung des Managements ist. Beispielhaft seien hier das Overseas Training Center von Matsushita, das Institute of International Studies von NEC, das International Management Training College Four Acres von Unilever oder das Center for Professional Education von Accenture genannt. Einen anderen Weg schlagen Unternehmen ein, die mit Hochschulen oder größeren Wieterbildungsinstituten kooperieren und ihren Führungskräften spezielle, berufsbegleitende Ausbildungsgange anbieten, die sich an MBA-Studiengangen orientieren, mehrere Semester umfassen und zum Teil mit festgelegten Curricula zur Thematik des internationalen Managements arbeiten. Oft wird die internationale Ausrichtung der Programme durch die Wahl der Referenten, der Lernorte und des Teilnehmerkreises unterstützt. Ein aktuelles Beispiel ist das Education Network der Firmen Alcatel, Behr, Bosch, Daimler-Chrysler, Dürr, Festo, Hewlett-Packard, Mahle, Metabo, Siemens und Trumpf, die sich unter der Agide der Stuttgarter Business School (SIMT) zusammen getan haben, um junge Führungskräfte in besonderen Seminarreihen auf die Führung ausländischer Tochtergesellschaften vorzubereiten (Schafer, 2003).
Inhaltsverzeichnis
Inhalt10
Vorwort8
1. Einführung14
1.1 Problemstellung14
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Studie15
2. Internationale Unternehmenstätigkeit als Forschungsgegenstand20
2.1 Konzepte internationaler Unternehmenstätigkeit20
2.1.1 Globalisierung21
2.1.2 Regionalisierung22
2.1.3 Internationalisierung23
2.2 Personalpolitische Aspekte der Internationalisierung26
2.3 Internationales versus interkulturelles Management?34
2.4 Kulturelle Unterschiede als Determinanten wirtschaftlichen Handelns37
3. Internationalisierung als Trend wirtschaftlicher Beziehungen40
3.1 Ausmaß internationaler Unternehmenstätigkeit41
3.2 Auslandsaktivitäten der deutschen Wirtschaft45
3.3 Erfolgsfaktoren internationaler Unternehmenstätigkeit47
4. Anforderungen an die Kompetenz international tätiger Führungskrafte50
4.1 Anforderungen an Führungskräfte50
4.2 Kriterien erfolgreicher Auslandstatigkeit53
4.3 Pradiktoren des Auslandserfolgs60
4.4 Konzepte interkultureller Kompetenz75
5. Interkulturelle Kompetenz als Ausbildungsgegenstand82
5.1 Interkulturelle Kompetenz als Gegenstand betrieblicher Ausbildungsmaßnahmen83
5.2 Interkulturelle Kompetenz als Gegenstand von Ausbildungsmaßnahmen an deutschen Hochschulen84
5.2.1 Strukturmerkmale des deutschen Hochschulsystems und Studiums84
5.2.2 Veränderung des Hochschulstudiums nach 197086
5.2.3 Grundzüge der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen87
5.2.4 Studiengänge mit internationaler Ausrichtung90
5.3 Internationaler Austausch im Rahmen von Studium und Forschung108
5.3.1 Ausländische Studierende in Deutschland108
5.3.2 Deutsche Studierende im Ausland110
5.3.3 Ausländische Wissenschaftler in Deutschland112
5.3.4 Deutsche Wissenschaftler im Ausland112
6. Status quo des Angebots zur Ausbildung interkultureller Managementkompetenz an deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen114
6.1 Zielsetzung, Fragestellungen und Hypothesen114
6.2 Methode: Analyse des betriebswirtschaftlichen Lehrangebots an deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen116
6.2.1 Rational der Analyse116
6.2.2 Erhebungsprozedere117
6.2.3 Auswertungsschritte und Statistik123
6.3 Ergebnisse: Zum Internationalisierungsgrad des betriebswirtschaftlichen Lehrangebots an deutschen Universitaten und wissenschaftlichen Hochschulen aufgrund von Lehrangebotsanalysen124
6.3.1 Lehrangebote mit internationalem Bezug im Wintersemester 1998/99124
6.3.2 Lehrangebote mit internationalem Bezug im Wintersemester 2001/02127
6.3.3 Vergleich der Lehrangebote mit internationalem Bezug der Wintersemester 1998/99 und 2001/02127
6.3.4 Vergleich der Lehrangebote mit internationalem Bezug an Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen in den neuen Bundesländern133
6.3.5 Vergleich der Lehrangebote mit internationalem Bezug an Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen133
7. Erwartungen internationaler Unternehmen an die interkulturelle Managementkompetenz144
7.1 Zielsetzung, Fragestellungen und Hypothesen144
7.2 Methode: Fragebogenerhebung145
7.2.1 Stichprobe146
7.2.2 Fragebogenentwicklung152
7.2.3 Statistik153
7.3 Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung153
7.3.1 Forderlichkeit eines Auslandsaufenthalts fur die Karriere154
7.3.2 Status quo der Auslandsvorbereitung155
7.3.3 Erfolgskriterien einer Auslandsentsendung156
7.3.4 Prädiktoren des Auslandserfolgs158
7.3.5 Erfolgsbestimmende Situationen167
7.3.6 Einfluss von Alter und beruflicher Erfahrung auf die Einschätzung der Erfolgskriterien, Prädiktoren und erfolgsbestimmenden Situationen168
7.3.7 Vorhersage der Erfolgskriterien178
7.3.8 Zusammenhange zwischen erfolgsbestimmenden Situationen und Erfolgskriterien einer Auslandsentsendung184
7.4 Diskussion der Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung185
8. Diskussion: Internationalisierung der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an deutschen Hochschulen und Anforderungen der Unternehmenspraxis192
8.1 Anforderungen des Arbeitsmarkts an die betriebswirtschaftliche Hochschulausbildung: Perspektiven der Internationalisierung192
8.2 Praxisbezug der Hochschulausbildung194
8.2.1 Die Vermittlung persönlichkeitsnaher Schlüsselqualifikationen als Bestandteil des Studiums195
8.2.2 Internationalisierung der Ausbildung und Studienabschliisse zum Erwerb interkultureller Kompetenz197
8.2.3 Amerikanisierung der deutschen Universität?200
8.2.4 Internationale Betriebswirtschaftslehre als Schlüsseldisziplin203
8.3 Kriterien zur Erfolgskontrolle209
8.4 Potenzial zur Internationalisierung der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an Universitäten und wissenschaftlichen Hochschulen211
8.4.1 Vermittlung interkultureller Kompetenz im Rahmen des universitären Betriebswirtschaftsstudiums212
8.4.2 Perspektiven des universitären Betriebswirtschaftsstudiums215
8.5 Ausblick219
9. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen222
Literatur226
Anhang244

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