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E-Book

Jahrbuch Musikpsychologie Band 17

Musikalische Begabung und Expertise

VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2004
Seitenanzahl205 Seiten
ISBN9783840914539
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR

Der Schwerpunkt von Band 16 ist dem Thema "Wirkungen und kognitive Verarbeitung in der Musik" gewidmet. Themen sind u.a.: Understanding the expressive performance movements of a solo pianist, Selbstaufmerksamkeit als Persönlichkeitsmerkmal von Musikern, Die Verarbeitung musikalischer Stimuli im Arbeitsgedächtnis, "Jede Sehnsucht hat eine Melodie".

Basisemotionen in der Musik und im Alltag, Eine Studie zur analgetischen Wirkung von Musik, "It don’t mean a thing if it ain’t got that swing". Zur mikrorhythmischen Gestaltung in populärer Musik. Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie und zum Inhalt der Jahrbücher unter http://www.music-psychology.de 

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. Musikalisches Talent im Lichte der Hochbegabungs- und Expertiseforschung (Heller)
  3. Beliefs of Music Educators and Students Concerning the Major Determinants of Musical Talent (Gagne´ / Blanchard)
  4. Musikalische Begabung aus Sicht der Cultural Studies (Hemming)
  5. Musikpräferenzen und aggressive Einstellungen in der vierten Grundschulklasse (Kreutz / Litta)
  6. Musik nach Maß (Vorderer / Schramm)
  7. Von der „Physik der Klangfarben“ zur „Psychologie der Klangfarben“ (Reuter)
  8. Die Beeinflussbarkeit emotionalen Erlebens von Musik durch olfaktorische Reize (Rötter / Ligges)
  9. Duft und Klang: Die immateriellen Installationen von Katja Kölle (Motte-Haber)
  10. musikabbau01 (Pöpel)
  11. Rezensionen: von Philipp Brunner bis Diemut Anna Köhler
  12. von Katharina Müller und Gisa Aschersleben (Hrsg.) bis Nikola Vatterodt
  13. Berichte: Musik im Alltag, Stimme und Singen und Musikalische Begabung in der Lebenszeitperspektive
  14. Mitarbeiter an diesem Band sowie Hinweise für Autoren
Leseprobe

Musikalische Begabung aus Sicht der Cultural Studies  (S. 50-51)
Jan Hemming
Zusammenfassung

Ein wichtiger Bestandteil der Cultural Studies ist die Identifikation und die Kritik essentialistischer Begriffe, zu denen auch der Terminus Begabung gezählt werden muss. Zu diesem Zweck wird eine Analyse des Gebrauchs dieses Begriffes in wissenschaftlichen, aber auch in alltäglichen Zusammenhängen vorgenommen. Diese Erschließung des „Diskursfeldes" ermöglicht zunächst einen alternativen Blick auf die Geschichte der Begabungsforschung. Daraus wird ersichtlich, dass die traditionelle Musikauffassung und der traditionelle Begabungsbegriff sich gegenseitig in ihrem kulturellen Wertesystem bestätigen. So wie die westlich-abendländische, tonale Musik als natürlich empfunden wird, erscheint auch Begabung als naturgegebene Anlage für eben diese Musik. In einer kulturwissenschaftlichen Argumentation, die vereinfacht als konsequente Anwendung der Frage „Begabung Ð wozu eigentlich?" charakterisiert werden kann, wird der Begriff dann aus seinem traditionellen Kontext herausgelöst. Der resultierende semantisch entleerte Begriff von Begabung ist der Ausgangspunkt für eine mögliche Neufassung des Begriffs, um diesen beispielsweise auf den Bereich der populären Musik übertragen zu können.

Abstract

Among the central strategies of Cultural Studies is the identification and the critique of essentialist notions in language, such as the term Begabung. Starting point is an analysis of the usage of this and related terms in academic and also in everyday language. Charting the ,discursive field‘ around central notion of Begabung helps to develop an alternative view of the history of research on giftedness and talent. It becomes clear that the traditional (classical) concept of music and the traditional notion of Begabung are reaffirming each other in their system of cultural values. Just as Western, tonal music is found to be most natural, giftedness and talent are considered to be the natural (re-)sources for exactly this kind of music. Based on a Cultural-Studies-critique which can most easily be understood as a continuous reiteration of the question „Begabung for what?", the term can be unchained from its traditional context. The resulting, semantically emptied notion of Begabung serves as a point of departure for a new conception of this term and possible applications in the domain of popular music.

Die Auseinandersetzung innerhalb der Psychologie hinsichtlich ihres Selbstverständnisses als Naturwissenschaft oder als Geisteswissenschaft reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. In den heute dominierenden Ausrichtungen wie etwa der klinischen und der empirischen Psychologie wird auf Exaktheit und Genauigkeit der Verfahren großer Wert gelegt, wodurch eine deutliche Nähe zur Naturwissenschaft (z.B. Eysenck 1985) entsteht. So ist fachintern etwa von der „Messung von Selbstkonzepten" (Mummendey 1979, S. 171), von „measures of natural abilities" (Gagne´ 1995, S. 108), von „Measurement of musical talent" (Seashore 1919) oder von „Measures of musical abilities" (Bentley 1968, S. 12) die Rede. Gerade aber die Vorstellungen von Exaktheit und Messbarkeit müssen mit Nachdruck hinterfragt werden, wenn sie auf geistige oder gar künstlerische Phänomene bezogen werden Ð ein Problem, auf das etwa Adorno in seiner Rezension von Seashores „Psychology of Music" bereits eindringlich hingewiesen hat (Adorno [1940] 1997).

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Themenschwerpunkt Musikalische Begabung und Expertise10
Theoretische Modelle, Identifikations- und Förderansätze10
Zusammenfassung10
Abstract11
Literatur28
Beliefs of Music Educators and Students Concerning the Major Determinants of Musical Talent33
Zusammenfassung33
Abstract34
1. Introduction34
1.1 Overview of Gagne´’s DMGT35
1.2 Is there a hierarchy of causal impact?36
1.3 From Formal to Lay Theories38
2. Method39
2.1 Subjects39
2.2 Instrument39
2.3 Procedure40
3. Results40
3.1 General trends41
3.2 Group comparisons42
4 Discussion43
4.1 Individual differences43
4.2 General trends44
4.3 Moderator variables47
5. Conclusion48
References48
Musikalische Begabung aus Sicht der Cultural Studies51
Zusammenfassung51
Abstract51
Literatur69
Freie Forschungsberichte73
Musikpräferenzen und aggressive Einstellungen in der vierten Grundschulklasse73
Zusammenfassung73
Abstract73
1. Einführung74
2. Hypothesen77
3. Methode77
3.1 Stichprobe77
3.2 Erhebungsinstrumente und Materialien78
3.3 Durchführung79
4. Ergebnisse80
4.1 Aggressionsdiagnostik80
4.2 Musikpräferenzen und Aggression81
4.3 Musikalische Aktivitäten83
5. Diskussion84
Danksagung86
Literatur86
Anhang: Liste der Musikstücke89
Musik nach Maß90
Zusammenfassung90
Abstract90
1. Zur Bedeutung von Musikselektionsvorgängen91
2. Zum Forschungsstand92
3. Untersuchungen im Rahmen des DFG-Projekts „Musikselektion“93
4. Die Telefonbefragung95
5. Ergebnisse98
5.1 Musikauswahl in bestimmten Stimmungskontexten98
5.2 Musikauswahl in bestimmten Aktivitätenkontexten100
5.3 Interindividuelle Unterschiede der Musikauswahl in situativen Kontexten102
6. Fazit und Ausblick106
Literatur108
Von der „Physik der Klangfarben“ zur „Psychologie der Klangfarben“110
Zusammenfassung110
Abstract110
1. Klangfarbe und Formantbereich111
1.1 Das Formantstreckengesetz112
1.2 Das Formantverschiebungsgesetz112
1.3 Das Sprunggesetz112
1.4 Das Formantintervallgesetz113
2. Klangfarbe und Instrumentation114
2.1 Die Theorie der partiellen Verdeckung115
2.2 Die Theorie der partiellen Verdeckung und Verschmelzung115
2.3 Partielle Verdeckung und Verschmelzung innerhalb der Auditory Scene Analysis117
2.4 Partielle Verdeckung und Verschmelzung innerhalb der Instrumentation118
3. Klangfarbe und Instrumentengeschichte119
4. Schlussfolgerung121
Literatur122
Die Beeinflussbarkeit emotionalen Erlebens von Musik durch olfaktorische Reize127
Zusammenfassung127
Abstract127
1. Einleitung127
2. Hypothesen129
3. Durchführung des Experiments129
4. Ergebnisse129
5. Interpretation133
Literatur136
Nahaufnahme138
Duft und Klang: Die immateriellen Installationen von Katja Kölle138
Spot141
musikabbau01 Eine experimentelle Musikperformance im Weltkulturerbe Rammelsberg, Goslar141
Rezensionen145
Philipp Brunner: Profane Leidenschaft. Explorative Studie zur Soziologie des Sammelns am Beispiel von Plattensammlern in Wien.145
Claudia Bullerjahn: Grundlagen der Wirkung von Filmmusik.147
Claudia Bullerjahn und Hans-Joachim Erwe (Hrsg.): Das Populäre in der Musik des 20. Jahrhunderts. Wesenszüge und Erscheinungsformen.149
Annette Cramer: Grundlagen und Möglichkeiten der Musik- und Klangtherapie als Behandlungsmaßnahme bei Tinnitus.151
Peter Desain and Luke Windsor (Eds.): Rhythm perception and production.156
Jürgen Flender: Didaktisches Audio-Design. Musik als instruktionales Gestaltungsmittel in hypermedial basierten Lehr-Lern-Prozessen.161
Wilfried Gruhn (Hrsg.): Aspekte musikpädagogischer Forschung162
David J. Hargreaves, Dorothy Miell and Raymond A. R. MacDonald (Eds.): Musical Identities.164
Milton D. Heifetz: Sexuality, Curiosity, Fear, and the Arts. Biology of Aesthetics.167
Holger Höge: Schriftliche Arbeiten im Studium. Ein Leitfaden zur Abfassung wissenschaftlicher Texte169
Diemut Anna Köhler: Gehörbildung für Absoluthörer. Musikpsychologische Grundlagen und Lehrkonzept.170
Katharina Müller und Gisa Aschersleben (Hrsg.): Rhythmus. Ein interdisziplinäres Handbuch.172
Renate Müller, Patrick Glogner, Stefanie Rhein und Jens Heim (Hrsg.): Wozu Jugendliche Musik und Medien gebrauchen. Jugendliche Identität und musikalische und mediale Geschmacksbildung177
Richard Parncutt and Gary McPherson (Eds.): The Science and Psychology of Music Performance: Creative Strategies for Teaching and Learning.179
Ulrich Seidler-Brandler: Die Verarbeitung tonaler Information im Arbeitsgedächtnis.181
Bob Snyder: Music and Memory: An Introduction.182
Manfred Spitzer: Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk.187
Stefanie Stadler Elmer: Kinder singen Lieder: Über den Prozess der Kultivierung des vokalen Ausdrucks189
Nikola Vatterodt: Boygroups und ihre Fans. Annäherung an ein Popphänomen der neunziger Jahre192
Berichte195
Musik im Alltag - Sozialpsychologie der Musik. Jahrestagung der DGM in Hildesheim vom 21. bis 23. September 2001195
Stimme und Singen - Psychologische Aspekte. Jahrestagung der DGM in Magdeburg vom 27. bis 29. September 2002198
Musikalische Begabung in der Lebenszeitperspektive. Internationale Tagung anlässlich des 10jährigen Bestehens des Instituts für Begabungsforschung und Begabtenförderung (IBFF) an der Universität Paderborn vom 18. bis 19. Oktober 2002201
Mitarbeiter an diesem Band203
Hinweise für Autoren204

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