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E-Book

Leistungsphysiologie

Grundlagen für Trainer, Physiotherapeuten und Masseure

AutorJosef Tomasits, Paul Haber
VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl244 Seiten
ISBN9783211294390
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis22,99 EUR
Allgemein geltende Grundlagen der Leistungsphysiologie, wie z.B. Leistungsfähigkeit, bilden den Schwerpunkt des Buches. Es werden Themen wie Energiestoffwechsel, Kreislauf und Atmung während einer Belastung und unter Berücksichtigung der Prinzipien der medizinischen Trainingslehre behandelt. Ergänzt wurde die 2. Auflage mit den neuesten Ergebnissen aus der sportmedizinischen Forschung. Die Grundregeln der Planung und Gestaltung systematischen Trainings von Ausdauer und Kraft, sowie die dazugehörige Ernährungsphysiologie werden leicht verständlich dargestellt. Neu ist auch das Layout mit zahlreichen anschaulichen Grafiken. Hauptzielgruppe sind Trainer, Physiotherapeuten und Masseure, aber auch interessierte Laien. Den Physiotherapeuten kommt eine immer größere Bedeutung als Übungsleiter für therapeutisches Training im Bereich der Rehabilitation zu. Dieses Buch bietet eine solide Basis für qualifiziertes Vorgehen bei der Anleitung zu rehabilitativem Training und zur Beratung.

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Leseprobe

6 Trainingsmethoden (S. 129-130)

6.1 Trainingsmethoden der Ausdauer

Lernziele
Extensv-aerobe Ausdauer
Kontinuierliche Methode
Fahrtspiel
Intervalltraining
Lohnende Pause
DIRT
Überdistanztraining
Sprinttraining


Nachdem die verschieden Ausdauerformen nun physiologisch eindeutig definiert sind, gibt es eine klare Forderung an die Trainingsmethoden für die verschiedenen Ausdauerformen: Sie müssen so gestaltet sein, dass sie die physiologisch definierte Ausdauerform auch tatsächlich ansprechen. In Zweifelsfällen kann die exakte Entsprechung durch leistungsdiagnostische Trainingsüberprüfung kontrolliert werden.

6.1.1 Aerobe Ausdauer

Die physiologische Definition ist die Energiebereitstellung durch Oxidation.

6.1.1.1 Extensiv-aerobe Ausdauer

Das entscheidende Merkmal der Trainingsmethoden der extensiv-aeroben Ausdauer (EAA) ist die Beteiligung des Fettstoffwechsels an der Energiebereitstellung. Die Intensität darf deshalb nicht zu hoch gewählt werden (Laktat unter 4 mmol/l), weil sonst die Fettsäuremobilisierung (Lipolyse) aus den Fettdepots blockiert wird. Die Intensitätskontrolle erfolgt über die individuelle Trainingsherzfrequenz.

Die Intensität ist das alleinige Kriterium, dass dar über bestimmt, ob der Fettstoffwechsel beansprucht wird; die Belastungsdauer spielt dabei keine Rolle!

Als Belastungsdauer für die Auslösung von Trainingseffekten muss aber eine Mindestdauer von 10 Minuten überschritten werden, nach oben ist die Belastungsdauer offen (auch mehrere Stunden bei Hochtrainierten). Durch das EAAT wird die Grundlagenausdauer (= O2max) entwickelt und zwar durch Erhöhung der WNTZ. Die Erhöhung der WNTZ kann durch intensives Ausdauertraining geringeren Umfangs keinesfalls ersetzt werden. Die extensiv-aerobe Ausdauer kann mit mehreren Methoden entwickelt werden:

a) Kontinuierliche Methode

Dabei wird die Intensität über eine vorher festgelegte Trainings zeit konstant gehalten und über die individuelle Trainings-HF (HFTr) kontrolliert. Beim Training im hügeligen Gelände wird das Tempo so variiert, dass die Trainings-HF und somit die Intensität konstant gehalten werden; also langsamer, wenn es bergauf geht und schneller, wenn es eben wird. Das Tempo ist sekundär, entscheidend ist einzig und allein die Einhaltung der individuellen Trainings- HF.

Bei Untrainierten und insbesondere bei älteren Personen wird häufig schon flottes Gehen ausreichen, um in den trainingswirksamen Intensitätbereich zu kommen. Das ist die physiologische Grundlage des „ Nordic Walking", wobei auch bei dieser Sportart immer eine Kontrolle der HF notwendig ist. Denn gerade junge Individuen erreichen beim Gehen in der Ebene kaum den trainingwirksamen HF-Bereich, während ältere zu „ehrgeizig" trainieren und sich eher überfordern.

b) Fahrtspiel

Dies ist eine Variante der kontinuierlichen Methode, die v. a. im Gelände angewandt wird. Steigungen werden dabei nicht durch Tempoverminderung ausgeglichen, sondern zur kurzfristigen Erhöhung der Intensität genutzt. Eine allfällige Laktatanhäufung wird während des nachfolgenden Bergab- oder Langsamlaufens wieder abgebaut.

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur 2. Auflage5
Inhaltsverzeichnis6
1 Grundlagen12
1.1 Woher beziehen wir Energie?12
1.2 Welche Energiequellen werden im Muskelstoffwechsel genutzt?15
1.3 Was ist Ausdauer?30
1.4 Muskelkraft33
2 Wie reagiert der Körper auf Belastungen?52
2.1 Energieumsatz unter Belastung52
2.2 Submaximale Belastung56
2.3 Die anaerobe Schwelle58
2.4 Maximale Belastung63
2.5 Trainingsanpassung des Energiestoffwechsels65
2.6 Blutkreislauf69
2.7 „Blut ist ein besonderer Saft“70
2.8 Gefäßsystem76
2.9 Das Herz78
2.10 Lunge86
2.11 Andere Organe93
3 Wirkungen des Ausdauertrainings bei Erkrankungen95
3.1 Hypertonie95
3.2 Fettstoffwechselstörungen96
3.3 Koronare Herzerkrankung96
3.4 Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 297
3.5 Depression99
4 Leistungsdiagnostik101
4.1 Begriffserklärung101
4.2 Anwendungsbeispiele102
4.3 Was ist Ergometrie?106
4.4 Die Leistungsfähigkeit106
4.5 Einflussfaktoren auf ergometrische Messergebnisse109
4.6 Verhalten von Messgrössen bei der Ergometrie110
4.7 Kraftmessung122
5 Training und Regeln der medizinischen Trainingslehre124
5.1 Regel Nr. 1: Es muss eine geeignete Sportart ausgewählt werden124
5.2 Regel Nr. 2: Quantifizierung des Trainings und die Beachtung von Mindestbelastungen125
5.3 Regel Nr. 3: Angemessenheit des Trainings131
5.4 Regel Nr. 4: Systematische Steigerung der Belastung131
5.5 Regel Nr. 5: Zyklische Gestaltung136
5.6 Regel Nr. 6: Ganzjährigkeit des Trainings137
6 Trainingsmethoden138
6.1 Trainingsmethoden der Ausdauer138
6.2 Trainingsmethoden der Kraft144
7 Ermüdung148
7.1 Mögliche Ermüdungsursachen148
8 Übertraining152
8.1 Definition152
8.2 Ursachen152
8.3 Diagnostik153
8.4 Therapie154
9 Regeneration155
10 Training nach Verkühlung bzw. Verletzung157
10.1 Training nach grippalem Infekt157
10.2 Training bei und nach Verletzung157
11 Muskelkrämpfe159
11.1 Ursachen159
11.2 Vorbeugende Maßnahmen159
11.3 Therapie159
12 Dehnen160
12.1 Die Bedeutung des Dehnungsreflexes160
12.2 Sinn und Unsinn des Dehnens im Sport160
12.3 Ausführung des Dehnens161
13 Thermoregulation162
13.1 Thermoregulation bei Wärme163
13.2 Hitzeschäden167
13.3 Hitzeakklimatisation171
13.4 Thermoregulation bei Kälte172
13.5 Unterkühlung, Hypothermie174
13.6. Lokale Erfrierungen176
14 Höhenexposition179
14.1 Folgen der Höhenexposition181
14.2 Anpassungen an die Höhe183
14.3 Lebensgefahren am Berg184
15 Ernährung187
15.1 Die 5 Ernährungsbilanzen187
15.2 Nährstoffzufuhr während und nach der Belastung224
16 Anhang228
16.1 Verwendete Abkürzungen228
16.2 Formelsammlung230
16.3 Weiterführende Literatur231
16.4 Stichwortverzeichnis233

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