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E-Book

Ratgeber Alkoholabhängigkeit

Informationen für Betroffene und Angehörige

AutorJohannes Lindenmeyer
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2004
Seitenanzahl57 Seiten
ISBN9783840917608
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR

Die meisten Menschen sind schockiert, wenn ihnen gegenüber der Verdacht geäußert wird, sie könnten ein Alkoholproblem haben. Der Ratgeber soll dabei helfen, dass Betroffene sich selbst ein qualifiziertes Urteil über ihre eigene Situation bilden, die verschiedenen Formen und die Entstehung der Alkoholabhängigkeit besser verstehen sowie einen gangbaren Ausweg aus ihrer Situation finden können.

Angehörige sollen mit diesen Informationen einerseits in ihrer Sicht, dass etwas unternommen werden soll, bestärkt werden. Andererseits soll aber auch Verständnis dafür geweckt werden, wie schwer es für einen Betroffenen ist, sich das wahre Ausmaß seines Alkoholproblems einzugestehen. Beides – Verständ nis und Festigkeit von Angehörigen – kann die Behandlung eines Betroffenen entscheidend unterstützen.

Der Autor

Dr. rer. nat. Johannes Lindenmeyer, geb. 1954. 1974-1981 Studium der Psychologie in Heidelberg. 1996 Promotion. Seit 1981 in der Behandlung von Alkohol- und Medikamentenabhängigen und seit 1986 als Trainer und Supervisor an verschiedenen Ausbildungsinstituten für Verhaltenstherapie im In- und Ausland tätig. Seit 1996 Direktor der Salus Klinik in Lindow.  

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
  2. 1 „Alkoholabhängig“ – was ist das?
  3. 2 Wie entsteht eine „Alkoholabhängigkeit“ und warum geht sie nicht von alleine weg?
  4. 3 Was kann man gegen eine „Alkoholabhängigkeit“ tun?
  5. 4 Ein Fallbeispiel
  6. Anhang: Literaturempfehlungen, Adressen und Arbeitsblätter
Leseprobe

3 Was kann man gegen eine „Alkoholabhängigkeit" tun? (S. 22-23)

3.1 Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz?

Die meisten Menschen mit einem Alkoholproblem nehmen sich vor, künftig mit dem Trinken etwas kürzer zu treten. Es erscheint ihnen übertrieben, gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Immer wieder kommt es daher in der Suchtbehandlung zu lebhaften Debatten darüber, ob sog. „Kontrolliertes Trinken" bei Alkoholabhängigen möglich ist oder nicht.

Grundsätzlich gilt: Nicht alles was prinzipiell möglich ist, ist auch gleichermaßen sinnvoll. Damit soll gesagt sein, dass Kontrolliertes Trinken natürlich auch bei einem Alkoholabhängigen grundsätzlich möglich ist. Aber gerade neuere Erkenntnisse der Suchtforschung haben drei gewichtige Umstände zu Tage gefördert, die dieses Ziel bei einem Süchtigen erheblich erschweren und wenig wahrscheinlich machen:

– Entzugserscheinungen
Bei Alkoholabhängigen können bei erneutem Alkoholkonsum nach einer körperlichen Entzugsbehandlung sehr schnell wieder körperliche Entzugssymptome auftreten, die dann zu erneutem Spiegeltrinken führen.

– Suchtgedächtnis
Dauerhafte Veränderungen des Belohnungszentrums im Gehirn eines Alkoholabhängigen können in bestimmten Situationen auch nach langer Abstinenz starkes Verlangen nach Alkohol auslösen, das beim Genuss kleiner Trinkmengen immer weiter ansteigt.

– Toleranzsteigerung
Die lebenslang bestehende Fähigkeit der Leber von Alkoholabhängigen Alkohol durch zusätzliche Enzyme schneller zu verarbeiten, kann die Betroffenen auch bei kontrolliertem Trinken zu gefährlich hohen Trinkmengen verleiten. Unbedenkliche Trinkmengen zeigen keine angenehme Wirkung mehr.

Von daher stellt Abstinenz mehr denn je die Behandlungsmethode der Wahl dar. Die allermeisten Suchtbehandlungsangebote arbeiten daher auch nach diesem Prinzip. (Sollten Sie aber trotzdem Ihr Glück mit Kontrolliertem Trinken versuchen wollen, so seien Sie an dieser Stelle zur weiteren Information auf die Internetseite: http//www.kontrolliertestrinken.de verwiesen.)

3.2 Was kann man selbst gegen sein Trinken tun?

Es gibt eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen, die es ganz von selbst schaffen, mit dem Trinken aufzuhören. Manchen gelingt es wirklich ganz allein, manche erfahren hierbei Unterstützung durch eine Selbsthilfegruppe, wiederum bei anderen hat die ernste Warnung ihres Arztes mitgeholfen. Insofern kann man als Betroffener eine Menge tun, um vom Alkohol wegzukommen. Es kommt sogar ganz entscheidend auf Sie an!

Wie bereits mehrfach erwähnt, liegt es in der Natur der schleichenden Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit, dass der Betroffene lange Zeit das wahre Ausmaß nicht erkennen kann und später aus Scham auch nicht erkennen will.

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort8
1 „Alkoholabhängig“ – was ist das?10
1.1 Eine Alkoholabhängigkeit hat viele Gesichter10
1.1.1 Spiegeltrinken10
1.1.2 Rauschtrinken11
1.1.3 Konflikttrinken11
1.1.4 Periodisches Trinken11
1.2 Woran erkennt man eine Alkoholabhängigkeit?12
1.2.1 Riskanter Alkoholkonsum13
1.2.2 Schädlicher Alkoholkonsum (Alkoholmissbrauch)13
1.2.3 Alkoholabhängigkeit14
1.3 Welche Menschen werden alkoholabhängig?14
1.4 Alkoholabhängigkeit – Ein Teufelskreis15
1.5 Die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit – ein Eisbergphänomen16
1.6 Wie wirkt eine Alkoholabhängigkeit auf andere?17
2 Wie entsteht eine „Alkoholabhängigkeit“ und warum geht sie nicht von alleine weg?19
2.1 Drei Vorurteile über die angeblichen Ursachen einer Sucht19
2.1.1 Persönlichkeit19
2.1.2 Vererbung19
2.1.3 Schwere Kindheit/Schicksalsschläge19
2.2 Das Experimentierstadium20
2.3 Die Ausbildung riskanter Trinkgewohnheiten20
2.4 Die schleichende Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit21
3 Was kann man gegen eine „Alkoholabhängigkeit“ tun?24
3.1 Kontrolliertes Trinken oder Abstinenz?24
3.2 Was kann man selbst gegen sein Trinken tun?25
3.3 Wie sieht eine Suchtbehandlung aus?26
3.4 Ambulante oder stationäre Behandlung?30
3.5 Was kann ich zu meiner Behandlung beitragen?31
3.6 Wie kann man als Angehöriger helfen?33
3.7 Was kann ich von einer Suchtbehandlung erwarten?34
3.8 Muss ich mein Leben grundlegend verändern?35
4 Ein Fallbeispiel36
Anhang40
Literaturempfehlungen40
Adressen41
Arbeitsblätter42
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