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E-Book

Rezeptive Sprachstörungen

AutorHedwig Amorosa, Michele Noterdaeme
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2002
Seitenanzahl97 Seiten
ISBN9783840913426
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR
Das Manual informiert über die Behandlung und Förderungsmöglichkeiten bei kindlichen Sprachverständnisstörungen. Es bietet zunächst eine Beschreibung der Symptomatik, des Verlaufs der Störung, der diagnostischen Möglichkeiten und bisher bekannter Ursachen umschriebener Sprachverständnisstörungen. Anschließend wird detailliert das therapeutische Vorgehen in der Sprachtherapie erläutert.

Die Umsetzung des Konzeptes in der klinischen Praxis wird anhand von Beispielen verdeutlicht. Ebenso wird der therapeutische Umgang mit den Kindern im Alltag und in der Schule beschrieben, da sich diese Störungen in diesen Bereichen besonders stark auswirken und zu vielen Konflikten Anlass geben. Daher werden auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Möglichkeiten der Behandlung begleitender Störungen bei den Kindern ausführlich erörtert. Der Band bietet somit zahlreiche Anregungen für die konkrete Therapiegestaltung bei rezeptiven Sprachstörungen.  

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Einleitung
  2. Kapitel 1 Beschreibung der Störung
  3. Kapitel 2 Ätiologie und Pathogenese
  4. Kapitel 3 Diagnostik
  5. Kapitel 4 Studien zur Behandlung von Sprachverständnisstörungen
  6. Kapitel 5 Beziehungsaufbau und Motivation
  7. Kapitel 6 Sprachtherapeutische Interventionen
  8. Kapitel 7 Pädagogische Interventionen
  9. Kapitel 8 Schulische Intervention
  10. Kapitel 9 Auswirkungen auf die Behandlung der Begleitstörungen
  11. Kapitel 10 Integration der therapeutischen Maßnahmen
  12. Kapitel 11: Fallbeispiele
  13. Literatur und Anhang
Leseprobe
Kapitel 8 (S. 70)

Schulische Intervention

In diesem Abschnitt wird beschrieben, wie Kinder mit Sprachverständnisstörungen Unterricht und Schule erleben und welche Hilfen ihnen angeboten werden müssen.

8.1 Schulischer Rahmen

Kinder mit einer Störung des Sprachverständnisses sind innerhalb der Schule verstärkt förderbedürftig. Je nach Ausmaß der Störung des Sprachverständnisses und den begleitenden oder zusätzlich bestehenden Teilleistungsstörungen wird das Kind früher oder später innerhalb seines schulischen Rahmens auffällig werden. Je höher die Klassenstufe, um so stärker steigen die sprachlichen Anforderungen an das Kind. Schulisches Lernen ist ohne ausreichendes Verständnis der Sprache erschwert und erfordert so besondere Hilfestellungen beim Lernen.

Der schulische Rahmen des Kindes ist von großer Bedeutung für die Möglichkeit der Gewährung dieser Hilfen. In großen Klassenverbänden ist die Möglichkeit, die individuelle Bedürfnislage des sprachverständnisgestörten Kindes zu berücksichtigen, deutlich eingeschränkt. Kleinere Lerngruppen ermöglichen es, das Kind in seiner Individualität und in seinem speziellen Förderbedarf wahrzunehmen und beim Lernen zu unterstützen. Schulgruppen an Klinikschulen, an Förderzentren oder an Schulen zur individuellen Sprachförderung erscheinen als der geeignete Lernort, um Kinder mit ausgeprägten Sprachverständnisstörungen ausreichend beim Lernen unterstützen zu können.

Lehrer gehören im Alltag des schulpflichtigen Kindes meist zu den Personen, mit denen das Kind den stundenmäßig größten Anteil des Tages verbringt. Sowohl für die diagnostische Abklärung als auch für die sprachliche Förderung bedeutet diese Tatsache eine große Chance und ein breites Feld der möglichen Hilfen für das sprachverständnisgestörte Kind.

Die Gruppe stellt für das Kind eine wichtige Voraussetzung dar, um seine sprachlichen Kompetenzen in der freien Situation erproben zu können und gewährleistet ausreichend Möglichkeiten seine Sprachkompetenz im Alltagshandeln zu erweitern. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Unterrichtserfahrungen mit Kindern im Grundschulalter und stützen sich auf Erfahrungen im Unterricht an einer Klinikschule.

Die Gruppengröße liegt in der Regel bei acht Kindern. Unterschiedliche Alters- und Jahrgangsstufen sowie die verschiedenen Störungsbilder der Schüler erfordern eine starke individuelle Ausrichtung der Unterrichts- und Lernplanung. Die Größe der Gruppe und eine gut strukturierte Unterrichtsorganisation ermöglichen es, dass das Kind abwechselnd selbständig, in der Gruppe oder mit Lehrerhilfe arbeiten kann. Das Gewähren von individuellen Spiel- oder Entspannungsphasen nach Abschluss einer Arbeitseinheit in räumlicher Abgrenzung zum Arbeitsplatz (Spielecke, Ruheecke, Bauecke) rhythmisiert die schulische Arbeit und dient gleichzeitig als Strukturhilfe, als Belohnung und als Möglichkeit der Verhaltens- und Sprachbeobachtung in freieren Situationen.

Die enge Verzahnung von Schule, Therapie und Gruppenalltag ist im Umgang mit sprachverständnisgestörten Kindern von großem Vorteil und ermöglicht eine umfassende Behandlung dieser Sprachstörung. Auch außerhalb der klinischen Situation ist die enge Kooperation von Lehrkräften, Sprachtherapeuten, Logopäden, Mitarbeitern in der Hausaufgabenbetreuung und Eltern von wesentlicher Bedeutung. Das Kind kann in einer derart gestalteten Umgebung Sicherheit und „Verständnis" erfahren.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis5
Einleitung9
Kapitel 1 Beschreibung der Störung10
1.1 Klassifikation nach ICD-1010
1.2 Erscheinungsbild10
1.3 Komorbide Störungen12
1.4 Definitionskriterien12
1.5 Differenzialdiagnostik13
1.6 Epidemiologie14
1.7 Verlauf14
Kapitel 2 Ätiologie und Pathogenese16
2.1 Genetische Faktoren16
2.2 Biologische Faktoren16
2.3 Psychosoziale Risiken17
2.4 Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung19
Kapitel 3 Diagnostik20
3.1 Notwendigkeit einer multiprofessionellen Diagnostik20
3.2 Sprachdiagnostik20
3.3 Intelligenzdiagnostik bei Kindern mit Sprachauffälligkeiten29
3.4 Kurzzeitgedächtnis31
3.5 Aufmerksamkeitsstörungen32
3.6 Psychiatrische Diagnostik34
3.7 Körperlich-neurologische Diagnostik35
Kapitel 4 Studien zur Behandlung von Sprachverständnisstörungen38
4.1 Therapie von Basisstörungen38
4.2 Direkte Behandlung des Sprachverständnisses39
4.3 Training metasprachlicher Fähigkeiten40
4.4 Zusammenfassung40
Kapitel 5 Beziehungsaufbau und Motivation41
5.1 Die Risiken im Beziehungsaufbau des Kindes41
5.2 Motivation des Kindes42
5.3 Motivation der Eltern44
Kapitel 6 Sprachtherapeutische Interventionen47
6.1 Grundelemente der Sprachverständnistherapie47
6.2 Spezifische sprachliche Inhalte51
6.3 Möglichkeiten der Therapiegestaltung60
Kapitel 7 Pädagogische Interventionen63
7.1 Hilfestellungen in der Familie63
7.2 Hilfestellungen in Kindergruppen66
7.3 Zusätzliche Probleme69
Kapitel 8 Schulische Intervention71
8.1 Schulischer Rahmen71
8.2 Das Erleben des Kindes in der Schule71
8.3 Die diagnostische Funktion der Schule72
8.4 Hilfen für das sprachverständnisgestörte Kind in der Schule72
8.5 Zusammenfassung79
Kapitel 9 Auswirkungen auf die Behandlung der Begleitstörungen80
Kapitel 10 Integration der therapeutischen Maßnahmen81
10.1 Elternarbeit81
10.2 Weitergabe von Information über die Störung und den Umgang mit der Störung81
10.3 Koordination der therapeutischen Maßnahmen82
Kapitel 11 Fallbeispiele84
11.1 Fall A84
11.2 Fall B.86
Literatur89
Anhang93
Hinweise zum Umgang mit sprachverständnisgestörten Kindern93
Kinderbücher94
Internetadressen von Spiel- und Lehrmittelverlagen95
Autorinnen und Autoren des Bandes95

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